Morgen ist kalendarischer Winterbeginn und das Wetter hält sich nicht wirklich daran - wie so oft. Passend zur Vorweihnachtszeit und in Teilen auch über Weihnachten ist insbesondere über dem Norden bei starken bis mäßigen Wind - über exponierten Lagen und entlang der Küste von Nord- und Ostsee auch mit stürmischen Böen und Niederschlägen zu rechnen. Die Temperaturen liegen mit Werten zwischen +7/+13 Grad in dem für die Jahreszeit zu warmen Bereich - und hätte es in den letzten Tagen Schnee gegeben, so wäre das aktuelle Wetter der Wettersingularität des Weihnachtstauwetter zuzuschreiben. Es gab aber leider kein Schnee, insofern ist das nur eine Fortsetzung der zu warmen Temperaturen. Schaut man auf den aktuellen Temperaturmittelwert der vergangenen Dezember-Tage, so beträgt die Abweichung gegenüber dem langjährigen Mittelwert knapp +5,5 Grad. Somit ist bereits heute klar: die durchschnittlichen Temperaturen im Dezember 2015 werden deutlich zu warm ausfallen, denn eisiges Winterwetter ist im letzten Dezember-Drittel nicht in Sicht. Und dennoch zeigt sich in den Simulationen der Wettermodelle im Ansatz die Möglichkeit zu einer Umstellung der Großwetterlage.

Geht es nach der Simulation des amerikanischen Wettermodells, so entsteht im Zeitraum 27./28. Dezember zwischen England und Island ein Tiefdrucksystem, welches einen erstaunlich niedrigen Kerndruck von 925 hPa erreichen kann. In Folge daraus werden Kaltluftmassen weit nach Süden bis zu den Azoren geführt, so dass sich die Temperaturen der Azoren gegenüber denen von Deutschland sich nur minimal unterscheiden (+11/+15 Grad). Gleichzeitig erfolgt von dem Mittelmeerhoch eine Gegenreaktion und strebt über Deutschland in Richtung Skandinavien nach Norden auf um sich dort bis zum 29. Dezember in autarker Position festigen zu können. Über dem Bereich Barentssee/Karasee liegt im gleichen Zeitraum ein Tiefdrucksystem. In Kombination der Wettersysteme zueinander besteht nach dem amerikanischen Wettermodell auch heute eine zunehmende Wahrscheinlichkeit für eine Umstellung der Großwetterlage. Warum? Im Verbund zwischen dem Tief Barentssee/Karasee und den Hochdrucksystem über Skandinavien können kalte Luftmassen nach Süden geführt werden, während das Hochdrucksystem gleichzeitig auch die atlantische Frontalzone daran hindern kann, sich bis über Skandinavien auszuweiten. In Folge daraus liegt Deutschland bis zum 30. Dezember zwar noch weitgehend im Einflussbereich höhenmilder Luftmassen, allerdings können in Bodennähe aus östlichen bis nordöstlichen Richtungen schon kühlere Luftmassen advehiert werden. So werden bspw. am 30. Dezember über dem Nordosten Tageshöchstwerte zwischen -1/+3 Grad und über dem Südwesten von +7/+13 Grad simuliert.

Das europäische Wettermodell verfolgt im Zeitraum 27./30. Dezember einen ganz ähnlichen Ansatz, jedoch wird das Hochdrucksystem zu weit nach Osten abgedrängt, so dass die atlantische Frontalzone mit ihrer warmen Vorderseite einen höheren Einfluss auf das Wetter in Deutschland haben kann, als nach dem amerikanischen Wettermodell. Anders formuliert ändert sich nach dieser Simulation bis zum Jahresende nur wenig.

Ob sich die Wetterlage umstellen kann, wird also maßgeblich davon abhängen, wie sich das Hochdrucksystem positionieren kann. Die nächste Aktualisierung erfolgt gegen 15:00 Uhr in einem neuen Wettertrend zum Wetter Silvester.

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