Für Ende November zeigt sich in der aktuellen Wetterprognose eine zunehmende Wetteraktivität über Deutschland, Österreich und der Schweiz, bei der die atlantische Frontalzone versucht sich bis über Mitteleuropa durchzusetzen. Nach den aktuellen Simulationen der Wettermodelle gelingt das auch, so dass Anfang Dezember mit strammen, teils stürmischen Wind aus westlichen bis nordwestlichen Richtungen zu rechnen ist.

Während das amerikanische Wettermodell für den 1. Dezember eine nasskalte Witterungslage mit Schnee-Optionen oberhalb etwa 400-700 Meter simuliert, berechnet das europäische Wettermodell mit starken bis stürmischen Wind eine westlich orientiertes Zirkulationsmuster, welches milde Temperaturen nach Deutschland führen kann. Blickt man etwas weiter in die Zukunft, so simuliert das amerikanische Wettermodell im Zeitraum vom 2./5. Dezember ein Tiefdrucksystem über dem östlichen Mittelmeerraum und ein Hochdrucksystem über dem westlichen Europa, welches mit Hilfe einer Hochdruckbrücke von Spanien, Frankreich, Deutschland bis über das östliche Europa Kontakt zum Kontinentalhoch aufbauen kann. Anders formuliert wird der Trogprozess mit dem Mittelmeertief abgeschnürt und es folgt eine über Deutschland, Österreich und der Schweiz eine ruhige Hochdruckwetterphase nach, bei der es allerdings weitgehend neblig-trüb oder hochnebelartig bewölkt bleiben kann. Die Temperaturen können in der Höhe ansteigen und erreichen - nach der heutigen Simulation - Werte zwischen +2/+4 Grad in 1.300-1.500 Meter Höhe, während in tieferen Lagen es mit -1/+5 Grad kühler sein kann. Anders formuliert ist nach dieser Variante eine Inversionswetterlage Anfang Dezember nicht auszuschließen.

Gibt es noch andere Varianten? Ja, die gibt es. In der ersten Variante zeigt sich über dem Atlantik im Bereich von Neufundland, Grönland eine Hochdruckaktivität, welche das Azorenhoch rasch wieder in Richtung Atlantik positionieren könnte, so dass über Mitteleuropa die nasskalte Witterungslage weiter Bestand haben kann. Optionen auf Schnee sind in dieser Variante am höchsten Einzustufen, wenngleich in tieferen Lagen weniger, ab mittleren Lagen höher wahrscheinlich sind. In der zweiten Variante verlagert sich das "abtropfende" Tiefdrucksystem am 30. November / 1. Dezember nicht über das östliche Mittelmeer, sondern über das östliche Europa und sorgt im Verbund mit den Kontinentalhoch über dem westlichen Russland für die Zufuhr kalter kontinental Luftmassen, welche bis zum 5. Dezember auch Deutschland erreichen können.

Welche der Varianten ist am wahrscheinlichsten? Die Wettermodelle zeigen aktuell noch ein breites Entwicklungsspektrum auf, wenngleich die aktiv-dynamische Wettervariante mit Wind und unbeständigem Wetter Ende November / Anfang Dezember zunehmend wahrscheinlicher wird. Die Kontrollläufe zeigen eine relativ gemäßigte Niederschlagsausprägung für die ersten Dezember-Tage, was eine Hochdruckwetterlage, wie es das amerikanische Wettermodell heute simuliert, weniger wahrscheinlich macht. Betrachtet man das Temperaturspektrum, so liegt dieses am 1. Dezember zwischen -2/+10 Grad (Mittelwert: +5 Grad über dem Norden, +4 Grad über dem Westen und +1/+2 Grad über dem Süden und Osten) und am 5. Dezember zwischen -3/+10 Grad (Mittelwert: +5 Grad über dem Norden und Westen und +2 Grad über dem Süden und Osten). Anders formuliert wird eine anhaltend nasskalte Variante von der Mehrheit der sog. Kontrollläufe favorisiert, bei der Schnee ab mittleren Lagen nicht auszuschließen ist. Aufgrund der noch vielen Entwicklungsmöglichkeiten, erfolgt heute Abend gegen 20:45 Uhr eine Aktualisierung von diesem Wettertrend Dezember an dieser Stelle.
Aktualisierung:
Das amerikanische Wettermodell nahm im heutigen Tagesverlauf mehr und mehr Abstand von der Variante mit der Hochdruckbrücke über Mitteleuropa. Stattdessen wird nun wieder die Variante favorisiert, bei der das Hochdrucksystem bei den Azoren zunehmend abflacht und die atlantische Frontalzone ungehindert über Deutschland, Österreich und die Schweiz hinwegziehen kann. Was hat das für Auswirkungen? Spannende Wetterzeiten stehen demnach in den ersten Dezember-Tagen an. Warmes Vorderseitenwetter, turbulentes Übergangswetter und nachfolgend nasskaltes bis kaltes Rückseitenwetter im steten Wechsel. Ein nachhaltiger Wintereinbruch wäre demnach in den ersten Dezember-Tagen weniger wahrscheinlich - wobei mit entsprechend kühlen Rückseitenwetter wäre der eine oder andere Schnee-, Schneeregen- oder Graupelschauer nicht auszuschließen. Auch das europäische Wettermodell simuliert die atlantische Frontalzone bis über Skandinavien, was über Deutschland das Wetter aus Westen kommen lässt. Demnach wäre mild bis warm in den ersten Dezember-Tagen wahrscheinlicher als ein nachhaltiger Wintereinbruch. Die Kontrollläufe bleiben ihrem breiten Entwicklungsspektrum ab 30. November / 1. Dezember treu. Anders formuliert - gesichert ist noch nichts und deutlicher zeigt sich das an den Verhältnissen der Kontrollläufe von zu kalt (<+1) / normal (+2/+7) / zu warm (>+7), welche am 2. Dezember bei 20/55/25 und am 7. Dezember bei 20/70/10 liegen und verdeutlichen, wie stark die Normalisierungstendenz derzeit ist und wie wenig Spielraum für zu kalte und zu warme varianten bleibt - das wird sich sicherlich in den kommenden Tagen ändern.

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