Für den Zeitraum vom 25./30. November zeichnet sich nach den aktuellen Simulationen der Wettermodelle eine Wetterentwicklung ab, welches sich im Bereich zwischen nasskalt und mild bewegen kann. Die sog. Kontrollläufe stützen bei einer mäßigen Niederschlagsentwicklung noch vermehrt eine nasskalte Variante, bei der in höheren Lagen (>800 Meter) die sich in den kommenden Tagen einstellenden winterlichen Verhältnisse behaupten könnten. Die sog. "Hauptläufe" des amerikanischen und europäischen Wettermodells stehen sich jedoch konträr gegenüber. Während das amerikanische Wettermodell eine nasskalte Temperaturvariante bevorzugt, simuliert das europäische Wettermodelle für die Jahreszeit zu warme Temperaturen.

Welche Auswirkungen kann das auf das Wetter in den ersten Dezember-Tagen haben? Dazu ist ein Blick auf die Großwetterlage notwendig, welche sich sowohl nach dem amerikanischen als auch europäischen Wettermodell Zonal ausrichtet (West-Ost). Im Detail berechnet das amerikanische Wettermodell im Zeitraum zwischen dem 1./5. Dezember ein Zentraltief im Bereich zwischen Island, England und Skandinavien, welches mit seinen südöstlichen Gradienten auch Deutschland, Österreich und die Schweiz erreichen kann. In Folge daraus würde die südliche Verlagerung des Tiefdrucksystems die Gradienten zum südlich gelegenen Hochdrucksystem verstärken, was neben - teils kräftigen - Niederschlägen in den ersten Dezember-Tagen auch Starkwindereignisse zur Folge haben kann - Extremwindereignisse sind bei solch einer Variante nicht generell auszuschließen. Anders formuliert berechnet das amerikanische Wettermodell für die ersten Dezember-Tage eine höhere Wahrscheinlichkeit für nasskalte bis milde Temperaturen als für zu kalte Varianten

Und wie stehen die Chancen auf Winter im Dezember? Solange die West-Ost Wetterkomponente aktiv ist, sind winterliche Verhältnisse in mittleren und tieferen Lagen weniger wahrscheinlich. Allerdings neigen solche aktiv-dynamischen Westwetterlagen auch dazu, rückseitig eine "Hochdruckblase" auf dem Atlantik nach Norden aufsteigen zu lassen - wie es aktuell der Fall ist. Sollte solch ein Szenario eintreten, so wären auch winterliche Verhältnisse Anfang Dezember nicht unmöglich. Doch wie stehen die Chancen dazu? Die Verhältnisse der sog. Kontrollläufe von zu kalt (<+1) / normal (+2/+7) / zu warm (>+7) liegen am 1. Dezember bei 5/40/55 und am 4. Dezember bei 10/65/25 und bestätigen eine höhere Wahrscheinlichkeit für Jahreszeit-typische Temperaturen, welche in ihrer Entwicklung durchaus zu warm ausfallen können. Temperaturwerte im Dauerfrostbereich sind in den Kontrollläufen nicht zu erkennen, was - zum heutigen Stand - nach den Simulationen der Kontrollläufe ein Wintereinbruch wenig wahrscheinlich macht. Das Langfristmodell simuliert in seiner heutigen Winterprognose für den Monat Dezember eine Temperaturabweichung gegenüber dem langjährigen Mittelwert von +1/+2 Grad im zu milden bis zu warmen Bereich bei einer erhöhten Niederschlagsneigung (zu nass). Möchte man das Langfristmodell interpretieren, so zeigt sich über dem westlichen und nördlichen Europa eine erhöhte Niederschlagsaktivität (Tiefdruck Island), während über dem östlichen und südlichen Europa weniger Niederschläge zu erwarten sind (Hochdruck Mittelmeer/östliches Europa). Das spricht für eine westliche bis südwestliche Luftanströmung über Mitteleuropa, was zu dem milden bis zu warmen Temperaturüberschuss führen kann.

Anzeige

Ihnen gefällt die Wetterprognose? Teilen Sie es anderen mit!