Das Wetter im Sommer 2019 steht vor einer Entscheidenden Entwicklung und vielen fällt und steht mit einer Hochdruckentwicklung über Skandinavien. Vorerst aber ist bis weit in die letzte Juli-Dekade hinein mit einer hochsommerlich warmen Temperaturentwicklung zu rechnen.

Hochsommer oder setzt sich der durchwachsene Wettercharakter durch?
Hochsommer Anfang August oder setzt sich der durchwachsene Wettercharakter durch?

Die Temperaturen steigen in den kommenden Tagen aus südlichen Richtungen an und können zum Wochenende verbreitet +24 bis +28 Grad und mancherorts auch die +30 Grad Marke überschreiten. Gleichzeitig nimmt die Schwüle zu und sorgt für eine ansteigende Schauer- und Gewitterneigung.

Der Höhepunkt der Gewitteraktivität kann zum Freitag und Samstag erwartet werden. Zudem steigt das Potential unwetterartiger Wetterereignisse an, bevor sich der Wettercharakter zum Sonntag wieder beruhigen kann. Die Temperaturen verbleiben in einem überwiegend sommerlich warmen Bereich. Mehr dazu in der aktuellen Wetterprognose zum Wetter Juli 2019.

Vorderseitenanströmung

Zu verdanken sind die sommerlich warmen Temperaturen einer schwachgradientigen Vorderseitenanströmung eines Tiefdruckkomplexes zwischen Island und England, welches im Verbund mit hohem Luftdruck über der östlichen Mittelmeerregion die warmen - und zunehmend feuchten - Luftmassen in Richtung Deutschland, Österreich und der Schweiz pumpt.

Von Freitag bis Sonntag dehnt sich von der Mittelmeerregion ein Hochdruckkeil in Richtung Skandinavien aus und blockiert die Tiefdruckdynamik auf dem Atlantik. Für den weiteren Verlauf - und auch für das Wetter Anfang August - ist die Stabilität des Hochdruckkeils von enormer Bedeutung.

Die Temperaturen erreichen sommerlich warme Werte, doch steigt die Neigung zu Schauern und Gewittern an
Berechnung Großwetterlage nach dem europäischen Vorhersage-Modell: Die Temperaturen erreichen sommerlich warme Werte, doch steigt die Neigung zu Schauern und Gewittern an © www.meteociel.fr

Wie wird das Wetter im August?

Spannende Frage und das Hoch spielt die Schlüsselrolle. Gelingt der Durchbruch, so ist mit einen stabiler werdenden Hochdruckgebiet über Skandinavien zu rechnen und der Sommer wird in seinem Charakter beständiger und von den Temperaturen noch wärmer werden können.

Gelingt der Durchbruch nicht, so hat die Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik das Zepter in der Hand und könnte für einen durchwachsenen und nur mäßig warmen Wettercharakter verantwortlich sein. Die Wetterprognose der Vorhersage-Modelle hatten in den letzten Tagen den Entwicklungsspielraum weit gestreut.

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Wetterprognose nach dem europäischen Vorhersage-Modell: Voranschreitende Hitze mit fulminanten Finale

Das Verhältnis aus tiefen Luftdruck über dem Westen und der vermeintlich stabile Hochdruckaufbau über Skandinavien schaukelt sich im Zeitraum vom 20. bis 25. Juli weiter auf und endet mit einer Hitze-Periode zum 26. Juli.

Hitze-Periode - nicht Welle

Die Temperaturen werden zum Beginn der sog. Hundstage am 23. Juli im Bereich von +28 bis +33 Grad und örtlich bis +35 Grad berechnet. Bis zum 25. Juli verlagert sich die Tiefdruckaktivität weiter in Richtung Skandinavien, während sich das Hoch nach Osten zurück zieht. Deutschland, Österreich und die Schweiz gelangen kurzzeitig in eine sehr heiße Warmluftzone, bei der die Werte in Richtung der +38 Grad ansteigen können.

Kräftige Schauer und Gewitter mit ansteigendem Unwetterpotential

Mit jedem Kilometer mit der das Tiefdrucksystem näher an Mitteleuropa rückt, desto instabiler und schwüler werden die Luftmassen. Eine krawallartige Wetterentwicklung ist nach dieser Wetterprognose zum 26./27. Juli zu erwarten.

Das Hoch kann sich nicht stabilisieren und über Skandinavien positioniert sich tiefer Luftdruck. Das spricht bis Anfang August nicht gerade für eine stabile Wetterentwicklung.

Der Hochdruckkeil kippt nach Osten weg - Unwetterartige Wetterereignisse sind nicht auszuschließen
Berechnung Großwetterlage nach dem europäischen Vorhersage-Modell: Der Hochdruckkeil kippt nach Osten weg - Unwetterartige Wetterereignisse sind nicht auszuschließen © www.meteociel.fr

Wettervorhersage nach dem amerikanischen Prognose-Modell: Hochsommer bis in den August

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Die zweite Variante berechnet heute das amerikanische Vorhersage-Modell. Das Hochdruckgebiet stabilisiert sich in der letzten Juli-Dekade und blockiert so ziemlich jede Tiefdruckaktivität, welche vom Atlantik kommt.

Hitze-Welle

Die Tiefdruckgebiete wollen aber mit aller Macht nach Mitteleuropa vordringen und so entsteht zwischen den beiden Wettersystemen eine sehr warme bis hochsommerlich heiße Südanströmung der Luftmassen, was die Tageswerte mit viel Sonnenschein bis in den August hinein ohne weiteres auf +30 bis +35 Grad und örtlich bis +39 Grad ansteigen lassen kann. Da nach dieser Wetterprognose die hochsommerlichen Temperaturwerte über einen längeren Zeitraum anhalten, ist mit einer Hitze-Welle zu rechnen.

Sorgt ein Omegahoch für eine stabile Hochdruckwetterlage bis in den August?
Berechnung Großwetterlage nach dem amerikanischen Vorhersage-Modell: Sorgt ein Omegahoch für eine stabile Hochdruckwetterlage bis in den August? © www.meteociel.fr

Omegahoch vs. Zonalisierung

Beide Möglichkeiten bleiben in ihrer Struktur erhalten und sind jeweils für sich betrachtet plausible Wetterentwicklungen. Geht es aber nach den Wahrscheinlichkeiten, so lohnt sich der Blick auf die Kontrollläufe und die sprechen eine zunächst klare Sprache.

Der Zeitraum vom 20. bis 28. Juli wird in ganz Deutschland mit einer hohen Wahrscheinlichkeit gegenüber dem langjährigen Mittelwert zu warm ausfallen. Darüber hinaus bleibt der Temperaturtrend etwas zu warm, doch nehmen kühlere Varianten zu, was die Zonalisierung bis zum August zwar weniger wahrscheinlich macht, aber eben auch nicht auszuschließt.

Dass dem so ist, zeigt die leicht bis mäßig erhöhte Niederschlagsentwicklung bis zum 1. August. Aber auch diese lässt Rückschlüsse auf eine Stabilisierung der Großwetterlage zu. War diese in den letzten Tagen doch noch verbreitet als mäßig hoch bewertet worden, ist der Niederschlagstrend nun Rückläufig.

Temperaturspektrum der Kontrollläufe
Tag Spektrum Mittelwert
22. Juli +19 bis
+30 Grad
+22 bis
+24 Grad
25. Juli +19 bis
+33 Grad
+24 bis
+26 Grad
31. Juli +12 bis
+35 Grad
+24 bis
+25 Grad
Diagramm Temperaturen August 2019 vom 16.07.2019
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe August 2019 von zu kalt, normal, zu warm

Auf den Punkt gebracht

Bereits seit Tagen zeichnet sich eine Hop oder Top Entwicklung beim Wetter ab. Und der entscheidende Zeitraum hierfür könnte mit dem Beginn der sog. Hundstage zum 23. Juli nicht besser sein. Entscheidend ob die zweite Sommer-Hälfte ebenfalls Überproportional zu warm ausfallen wird wie die erste, oder ob der Trend zur Normalisierung weiter anhält, wird von einem Hochdruckaufbau über Skandinavien abhängen.

Folgt man dem Trend der letzten Tage, so werden die Signale für den Hochsommer zum August 2019 stärker und die einer Zonalisierung schwächer.

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