Hält sich die Hitzewelle bis in den August hinein und welche Chancen haben Tiefdrucksysteme sich durchzusetzen?

Am Wochenende und auch zum Start in die neue Woche gibt es über dem Süden Niederschläge, welche etwa nördlich der Linie von Köln und Dresden nachlassen, sodass die Trockenheit über dem Norden weitergeht.

Aber damit noch nicht genug, denn in der aktuellen Wettervorhersage für den Juli zeigt sich der Aufbau eines Hochdruckkeils quer über Deutschland, Österreich und der Schweiz bis über das westliche Russland, während die atlantische Frontalzone vergeblich versucht, weiter nach Osten voranzukommen.

Die erste Hitzewelle steht bevor - hält sich diese bis in den August 2018 hinein?
Die erste Hitzewelle steht bevor - hält sich diese bis in den August 2018 hinein?

So steigen die Temperaturen im Verbund der beiden Wettersysteme weiter an und können bis zum Start der Sommerferien in Baden-Württemberg heiße +25 bis +30 Grad und örtlich bis +34 Grad erreichen. Ab den Nachmittagsstunden ist am Mittwoch und Donnerstag mit einer regional ansteigenden Schauer- und Gewitterneigung zu rechnen. Die erste Hitzewelle des Jahres rollt an.

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Amerikanisches Prognosemodell: Hochsommerlich heiße Wetterphase

Im Zeitraum vom 25. bis 29. Juli positioniert sich das Hochdrucksystem über dem westlichen Russland und dehnt sich weiter nach Westen in Richtung Skandinavien aus. Die atlantischen Tiefdrucksysteme werden bei Island blockiert und tropfen allmählich nach Süden in Richtung England ab.

So verbleiben Deutschland, Österreich und die Schweiz auf einer warmen Vorderseitenanströmung der Luftmassen, was neben ein paar Hitzegewittern die Temperaturen mit hochsommerlichen Werten von +25 bis +32 Grad und örtlich bis +37 Grad eine Hitzewelle einläutet. Die Rekordwerte für einen Sommer wurden mit +40,3 Grad am 5. Juli und 7. August 2015 aufgestellt. Diese Wetterlage hat das Potential diesen Rekord einzustellen. Auch Tropennächte sind bis Anfang August zu erwarten.

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Europäisches Wettermodell: Erste Hitzewelle wahrscheinlich

Das europäische Vorhersagemodell berechnet die Wetterentwicklung bis Ende Juli sehr ähnlich, was Tageswerte jenseits der +30 Grad Marke im Hitzebereich sehr wahrscheinlich macht.

Wetter Anfang August 2018

Bedingt durch die Blockadehaltung des Hochdruckgebietes und die südliche Verlagerung der Tiefdrucksysteme gibt es zwei wesentliche Varianten, wie sich das Augustwetter wird weiterentwickeln können.

Hitzewelle setzt sich im August fort

In der ersten Variante verlagern sich die atlantische Frontalzone weiter in Richtung England und provoziert einen weiteren Hochdruckkeil. Das verstärkt und stabilisiert gleichzeitig die Hochdruckwetterlage über Deutschland, Österreich und der Schweiz bis weit in das erste Augustdrittel hinein. Anfang August können aber Tiefdruckausläufer Deutschland erreichen und kurzzeitig für eine erhöhte Schauer- und Gewitterneigung sorgen.

Polarwirbelberechnung Juli

Berechnung Polarwirbel nach Kontrolllauf: stabile Hochdruckwetterlage (Omegastruktur) bis weit in den August hinein © www.meteociel.fr

Instabile Großwetterlage Anfang August

Eine Hitzewelle zeichnet sich dadurch aus, dass sie eine vorübergehende Erscheinung ist. Und tatsächlich hat die atlantische Frontalzone die Möglichkeit Anfang August das Hochdrucksystem von England und Frankreich her zu unterwandern und in Richtung Mittelmeer zu ziehen.

Das würde die sommerliche Hochdruckzone über Deutschland, Österreich und der Schweiz zerstören und es müsste in der Übergangsphase mit kräftigen Schauern und Gewittern gerechnet werden - örtlich auch mit Potential für Unwetter. Ob sich im weiteren Verlauf eine Umstellung der Großwetterlage daraus ergeben kann, lässt sich zum aktuellen Stand nicht sagen, häufig endet so etwas in einer unbeständigen, aber nicht unbedingt kalten Großwetterlage.

Polarwirbelberechnung Juli

Berechnung Polarwirbel nach dem europäischen Prognosemodell: Den Tiefdrucksystemen gelingt im Ansatz eine Unterwanderung der Hochdrucksysteme © www.meteociel.fr

Die Trockenheit bleibt ein Problem für den Norden

Nur einmal angenommen, die Tiefdrucksysteme könnten sich im Verlauf der ersten Augustdekade über Deutschland durchsetzen, so bleibt noch immer der hohe Luftdruck über dem nördlichen Europa bestehen und es ist zum derzeitigen Stand fraglich, ob dieser so schnell abgebaut werden kann.
Anders formuliert: selbst mit einer erhöhten Tiefdruckwahrscheinlichkeit wäre mit einer von Süd nach Nord abnehmenden Niederschlagsneigung zu rechnen.

Zudem trocknet die Hitze der kommenden Tage die Böden noch weiter aus. Schaut man sich die Niederschlagsbilanz im Juli an, so wurden bislang erst 31 Prozent des Solls erfüllt. Und wenn in den kommenden Tagen mit Hilfe des Niederschlages über dem Süden der Mittelwert auf 50 Prozent ansteigen sollte, so ist der Juli noch immer deutlich zu trocken.

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Kontrollläufe: Stabile Wetterlage?

Die Kontrollläufe kennen in ihrer Wetterprognose für den August nur eine Richtung : in die zu Warme. Ab dem 24. Juli steigen die durchschnittlichen Temperaturen fast täglich weiter an und können über dem Norden mit einer Abweichung von 4 bis 7 Grad und über dem Süden von 2 bis 5 Grad über dem langjährigen Mittelwert im deutlich zu warmen Bereich liegen. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Hitzewelle im August 2018 forstsetzt, ist zum aktuellen Stand als hoch zu bewerten.

Mehr Schauer und Gewitter

Aber mit dem Beginn des August berechnen die Kontrollläufe eine ansteigende Niederschlagsneigung - über dem Süden etwas mehr als über dem Westen, Osten und Norden. Dabei sind keine flächendeckenden und großartigen Niederschlagssummen auszumachen, vielmehr deutet das auf eine von Süden her erhöhte Neigung zu Schauern und Gewittern hin.

Diagramm Temperaturen August 2018 vom 21.07.2018

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe August 2018 von zu kalt, normal, zu warm.

Wetterprognose August 2018 nach dem Langfristmodell

Schon in den letzten Tagen zeichnete sich in der Wetterprognose Sommer 2018 eine fast schon - zwingende - Korrektur der Vorhersage des Langfristmodells ab.
Die Abweichungen wurden gegenüber dem langjährigen Mittelwert mit -0,5 bis +1 Grad im normalen bis leicht zu warmen Bereich berechnet. Doch im Angesicht der bevorstehenden Hitzewelle könnte in der ersten Augustdekade ein hoher Temperaturüberschuss aufgebaut werden, welcher sich im darauffolgenden Zeitraum nur schwerlich abbauen ließe.

Zudem zeigt sich in der Statistik der letzten 20 Jahre, dass die Augustmonate in 70 Prozent der Fälle zu warm ausgefallen sind. Das alles spricht nicht gerade für eine 180 Grad Wendung im August und so reagiert das Langfristmodell in seiner heutigen Wettervorhersage und korrigiert die Abweichung auf +0,5 bis +2 Grad in den zu warmen Bereich. Sollte die Hitzewelle Anfang August sich noch etablieren können, so wären in den kommenden Tagen noch weitere Korrekturen zu erwarten.

In der Niederschlagsbilanz wird der August im Trend etwas zu trocken berechnet. Anders formuliert geht das Langfristmodell in seiner Wettervorhersage weiterhin davon aus, dass im August ein Wetterwechsel stattfinden soll. Wäre auch nicht weiter verwunderlich, beginnt mit dem 1. September doch schon der meteorologische Herbst.

Die nächste Aktualisierung erfolgt am 22.07. gegen 13:00 Uhr in einer neuen Wettervorhersage Sommer 2018

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