Die aktuelle Wetterprognose für den August wird von den Wettermodellen zunehmend einheitlicher berechnet, was einigen nicht gefallen wird.

Das Wetter ist noch bis einschließlich Freitag als weitgehend sommerlich warm zu bewerten. Doch nähert sich zum Beginn des kommenden Wochenendes von Westen ein Tiefdrucksystem und überquert dabei Deutschland von West nach Ost, bevor sich zum Start in die neue Woche wieder hoher Luftdruck durchsetzen kann.

Die Niederschlagsneigung ist am Samstag und Sonntag etwa südlich der Linie von Köln und Dresden als hoch zu bewerten, während es weiter nördlich überwiegend trocken bleiben kann. Die Niederschlagsberechnung zeigt bis einschließlich Dienstag Niederschlagssummen von 5 bis 30 l/m² und örtlich bis 60 l/m² über weite Teile von Bayern, Baden-Württemberg, den Saarland und Rheinland-Pfalz, während weiter nördlich mit 0 bis 8 l/m² nur wenig an Niederschlag zu erwarten ist.

Die Temperaturen steigen mit +22 bis +27 Grad und örtlich bis +30 Grad in den sommerlich warmen Bereich an und sinken über das Wochenende auf verbreitet +20 bis +25 Grad ab. Zum Start in die neue Woche könnte eine erste Hitzewelle bevorstehen - mehr dazu in der Wettervorhersage Juli.

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© Deutscher Wetterdienst, Offenbach (DWD)

Das Wetter zum Start in die Sommerferien in Baden-Württemberg und Bayern

Die Prognosemodelle waren sich in ihren Vorhersagen der letzte Tage noch uneins, wie sich das Sommerwetter zum Start in die Ferien wird entwickeln können. In der gestrigen Ausgabe der Sommerprognose 2018 gab es einen Trend zwischen sommerliches Hochdruckwetter und einer heißen Phase zu den Hundstagen.

Geht die Trockenheit weiter und kommt noch eine Hitzewelle dazu?
Geht die Trockenheit weiter und kommt noch eine Hitzewelle dazu?

Amerikanisches Prognosemodell: Heiße Hundstage zum Ferienstart

Das amerikanische Wettermodell ist in seiner aktuellen Wetterprognose für den August in den letzten Stunden zunehmend gefestigt und es ändert sich von Lauf zu Lauf nur wenig. Nach der Störung am kommenden Wochenende baut sich ab dem 25. Juli ein kräftiger Hochdruckrücken von den Azoren, über Deutschland, Österreich und die Schweiz bis nach Skandinavien auf. Gleichzeitig liegen die Tiefdrucksysteme auf dem Atlantik und werden vom hohen Luftdruck blockiert.

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In Folge daraus können bis zum 1. August sehr warme Luftmassen aus der Mittelmeerregion über die Alpen nach Deutschland geführt werden, was den Wettercharakter zunehmend hochsommerlich heiß werden lassen kann. Temperaturen von +27 bis +33 Grad wären Anfang August nicht auszuschließen und unter bestimmten Voraussetzungen wären sogar noch wärmere Temperaturen möglich.

Gleichzeitig gelangen aber auch feuchtere Luftmassen nach Deutschland, was Ende Juli und Anfang August die Neigung zu Schauern und Gewittern ansteigen lassen kann. Das Potential für Unwetter erhöht sich dabei.

Polarwirbelberechnung Juli

Berechnung Polarwirbel nach Prognose des amerikanischen Wettermodells: stabile Hochdruckwetterlage (Omegastruktur) - sommerlich warm und über dem Süden unbeständig © www.meteociel.fr

Europäisches Prognosemodell: Hochsommerliche Großwetterlage zum Ferienbeginn

Die Wettervorhersage des europäischen Wettermodells stützt die Prognose des amerikanischen Wettermodells mit einer ganz ähnlichen Entwicklung. Der Hochdruckrücken baut sich direkt über Mitteleuropa auf und blockiert die atlantische Frontalzone weitgehend. Heiße Hundstage sind bis in den August hinein sehr wahrscheinlich, ebenso wie eine zunehmende Neigung zu kräftigen Schauern und Gewittern.

Polarwirbelberechnung Juli

Berechnung Polarwirbel nach dem europäischen Prognosemodell: Sommerlich warme Großwetterlage zum Ferienstart in Baden-Württemberg und Bayern, doch die Neigung zu Schauern und Gewittern steig an © www.meteociel.fr

Verheerende Auswirkungen

Die Wetterentwicklung in Richtung Hochsommer mag einigen gefallen, doch kann es für manche Regionen in Deutschland verheerende Auswirkungen haben und die Trockenheit noch verschlimmern. Schaut man sich die aktuelle Niederschlagskarte einmal an, so wurde das Niederschlagssoll im Juli erst zu 28 Prozent erfüllt! In manchen Regionen hat es noch gar keinen Regen gegeben und in einigen Regionen blieb es seit April weitgehend trocken.

Nachdem der Juni schon mit +2,4 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert zu warm ausfiel, hat der Juli bisweilen eine Abweichung von +1,7 Grad vorzuweisen.
Am Ende könnte auch hier eine +2 vor dem Komma stehen. Anders ausgedrückt: das Wetter im Sommer 2018 ist schon jetzt zu warm. Selbst wenn der August kühler ausfallen sollte, so müsste der doch um 4 Grad zu kalt ausfallen, um den Sommer noch auf ein Normalmaß zu bringen - ist zwar beim Wetter möglich, doch eher unwahrscheinlich. Der kälteste August stammte aus dem Jahre 1833 und hatte eine Abweichung von -3 Grad.

Kontrollläufe: Stabile Wetterlage

Ein Hochdruckkern über Skandinavien bedeutet aber keineswegs eine stabile Großwetterlage. Letzten Endes kommt es auf die exakte Position an. Verlagert sich das Hoch etwas nach Osten, so können Tiefdrucksysteme für vermehrte Schauer und Gewitter sorgen. Bleibt das Zentrum über Skandinavien, so besteht die Möglichkeit einer Unterwanderung und liegt das Hoch etwas westlicher, so können von Norden gemäßigt warme Luftmassen nach Deutschland gelangen. Nur wenn die Hochdruckzone bis über die Mittelmeerregion reicht, ist eine stabile und trockene Großwetterlage möglich - dann aber voraussichtlich auch für einige Tage und unter bestimmten Voraussetzungen für Wochen (Stabile Omegawetterlage).

Kühlere Varianten möglich?

Geht es nach den Kontrollläufen, so ist der Wettertrend für den August 2018 eindeutig zu warm. Vor allem über dem Norden gibt es kaum mehr Varianten, welche für ein normales oder leicht zu kühles Temperaturspektrum sprechen und der Mittelwert liegt gegenüber dem vieljährigen Durchschnittswert um 2 bis 6 Grad im zu warmen Bereich.

Anders die Situation über dem Süden, wo der Mittelwert um 1 bis 4 Grad über dem Durchschnittswert liegen kann. Auch sind hier noch mehrere normale und etwas kühlere Varianten vertreten. In der Zusammenfassung aber lässt sich sagen, dass ein Tiefdruckdurchbruch wenig wahrscheinlich erscheint. Vielmehr können kräftige Schauer und Gewitter die Temperaturen über dem Süden etwas niedriger halten, wobei niedriger in diesem Fall relativ ist.

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Das Temperaturspektrum der Kontrollläufe liegt am 28. Juli zwischen +20 bis +33 Grad (Mittelwert: +27 bis +28 Grad) und am 3. August zwischen +18 bis +32 Grad (Mittelwert: +26 bis +27 Grad). Da ist also nur wenig Bewegung zu erkennen.

Niederschlagssituation bleibt angespannt

Die Niederschlagsprognosen der Kontrollläufe ist am Wochenende leicht erhöht, sinkt darüber hinaus aber bis zum Start in den August in den schwachen Bereich ab. Erst in den ersten Augusttagen zeigt sich eine leicht erhöhte Niederschlagsentwicklung, meist aber durch Schauer und Gewitter verursacht, welche den dringend benötigten Landregen wohl nicht bringen werden.

Diagramm Temperaturen August 2018 vom 17.07.2018

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe August 2018 von zu kalt, normal, zu warm.

Wettervorhersage August 2018 nach dem Langfristmodell

Das Langfristmodell berechnete das Wetter im August in den letzten Tagen mit einer Abweichung von -0,5 bis +1 Grad weitgehend normal und im Trend etwas zu warm. Daran hat sich in der heutigen Wetterprognose nur wenig verändert, wenn auch die Abweichung mehr in Richtung der +1 Grad geht. Liegt das Langfristmodell als schon jetzt daneben? Gut möglich, vor allem wenn es zu einer stabilen Omegawetterlage kommen kann. Dann aber wären schon in den kommenden Tagen Korrekturen zu erwarten.

Aber man darf auch nicht zu voreilig sein und den August schon als deutlich zu warm deklarieren. Denn nicht selten zeigt sich ab Mitte August des Öfteren schon eine herbstliche Wetterlage mit vermehrten Niederschlag, was den bis dahin aufgebauten Temperaturüberschuss auch wieder abbauen könnte. Doch die Statistik der letzten 20 Jahre war für den August eindeutig. In 70 Prozent der Fälle war das Augustwetter zu warm.

Die nächste Aktualisierung erfolgt am 20.07. gegen 13:00 Uhr in einer neuen Wetterprognose Sommer 2018

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