Die Sommerferien in Baden-Württemberg und Bayern stehen an, wie wird das Wetter im August?

Feuchte und zunehmend auch labile Luftmassen strömen in den kommenden Tagen nach Deutschland und sorgen im Schwerpunkt über Baden-Württemberg und Bayern für Schauer und Gewitter, welche örtlich auch kräftiger ausfallen können. Etwa nördlich der Linie von Köln und Dresden bleibt die Niederschlagsneigung schwach ausgeprägt.

Die Niederschlagsvorhersage berechnet über Baden-Württemberg, Bayern, dem Saarland, Rheinland-Pfalz, dem südlichen Hessen Thüringen und Sachsen Niederschlagssummen von 5 bis 15 l/m² und örtlich bis 60 l/m². Weiter nach Norden sind 0 bis 5 und örtlich bis 10 l/m² möglich.

Die Temperaturen bleiben mit Werten von verbreitet +22 bis +27 Grad im sommerlich warmen Bereich. Mehr dazu in der Wetterprognose Juli.

Folgt im August eine erneut hochsommerliche Wetterentwicklung?
Folgt im August eine erneut hochsommerliche Wetterentwicklung?

Wie wird das Wetter zum Beginn der Sommerferien?

In Baden-Württemberg und Bayern beginnen mit dem 26. Juli, bzw. 30. Juli die Sommerferien und in den letzten Tagen bekommen wir berechtigterweise häufiger die Frage gestellt: Wie wird das Wetter im August? Zum aktuellen Stand ist die Wetterentwicklung alles andere als eindeutig und Veränderungen sind wahrscheinlich, doch die aktuellen Wetterprognosen der Vorhersagemodelle zeigen zunehmend einheitlicheren Wettertrend. Aber der Reihe nach.

Wetterwechsel

Die Großwetterlage zeigt sich momentan mit einem Hochdruckkeil von den Azoren bis nach Skandinavien weitgehend stabil, doch westlich und östlich des Keils befinden sich Tiefdrucksysteme, welche den Keil gerne abschwächen, bzw. gänzlich auflösen wollen. Das gelingt aber nach den aktuellen Berechnungen nur bedingt und zeigt sich im Wochenverlauf schon mit einer erhöhten Schauer- und Gewitterneigung.

Damit ein Wetterumschwung auch nachhaltige Auswirkungen haben kann, müsste sich der Hochdruckkeil vollständig auflösen und die atlantische Frontalzone sich im Bereich zwischen Island und Skandinavien positionieren können. Gelingt das nicht - und es bleibt ein Teil des Hochdruckkeils bestehen - so läuft die atlantische Frontalzone gegen das Hoch auf und eine hochsommerlich heiße Wetterentwicklung könnte sich bis in das erste Augustdrittel hinein einstellen.

Polarwirbelberechnung Juli

Berechnung Polarwirbel nach Kontrolllauf: Nur wenn der hohe Luftdruck über Skandinavien vollständig abgebaut wird, kann sich Anfang August eine andere Großwetterlage einstellen © www.meteociel.fr

Die Hundstage kommen - auch im August?

Nein, die Hundstage haben nichts mit Hitze und den darunter leidenden Hunden zu tun. Vielmehr ist mit den Hundstagen der Zeitraum vom 23. Juli bis 23. August gemeint. In diesem Zeitraum läuft der Sommer über Deutschland, Österreich und der Schweiz auf Hochtouren - zumindest nach der Statistik. Entscheidend ist also auch, welche Großwetterlage sich Ende Juli und Anfang August einstellen wird.

Keine nachhaltige Veränderung der Großwetterlage?

Das Wetter im Sommer 2018 verläuft meist nach dem gleichen Schema:

  • Ein Hochdruckkeil erstreckt sich von den Azoren bis nach Skandinavien
  • Daraus entsteht ein autarkes Hochdruckgebiet über dem skandinavischen Raum
  • Die atlantische Frontalzone wird blockiert
  • Das Hoch schwächt sich ab
  • Tiefdrucksysteme nähern sich Deutschland
  • Nach einer kurzen unbeständigen und auch kühleren Wetterphase beginnt sich erneut ein Hochdruckkeil nach Skandinavien aufzubauen

Diese Wetterentwicklung spielt sich nunmehr seit Februar mehr oder minder nach dem gleichen Schema ab - die atlantische Frontalzone ist nahezu abgemeldet und nach den Hitzerekorden zeigt nun auch die Trockenheit so langsam ihre Wirkung. Es handelt sich hierbei um eine ausgeprägte Erhaltungsneigung und ist das Strömungsmuster erst einmal so einprägsam etabliert, fällt es schwer, dass zu verändern. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Wetterwechsel der kommenden Tage einfach verpufft und zum August schon durch eine sommerliche Großwetterlage ersetzt wird, ist aus dieser Betrachtung heraus als hoch einzustufen.

Wettercharakter Anfang August hochsommerlich?

Geht es nach den aktuellen Wettervorhersagen der Wettermodelle, so berechnen diese einen weitgehenden Erhalt der Hochdruckzone im Zeitraum vom 26. bis 31. Juli. Deutschland, Österreich und die Schweiz könnten in diesem Zeitraum in einem gradientenschwachen und zu Schauern und Gewittern neigenden Wetterumfeld verbleiben.

Zu den ersten Augusttagen zeigt sich nach den Berechnungen des amerikanischen Prognosemodells eine zunehmende Dynamik der atlantischen Frontalzone, welche jedoch gegen das Hochdruckgebiet nicht ankommt. In Folge daraus tropfen die Tiefdrucksysteme vor Mitteleuropa nach Süden ab und im Verbund mit dem hohen Luftdruck können sehr warme Luftmassen aus südlichen Richtungen über die Alpen nach Deutschland geführt werden. Die Temperaturen könnten sich Ende Juli und Anfang August mit +25 bis +30 Grad und örtlich bis +34 Grad auf einen hochsommerlich warmen Bereich einpendeln.

Polarwirbelberechnung Juli

Berechnung Polarwirbel nach dem amerikanischen Prognosemodell: Eine Hochsommerliche aber auch eine abwechslungsreiche Wetterlage Anfang August © www.meteociel.fr

Kontrollläufe: Hochsommer oder nachhaltiger Wetterwechsel?

Nach der Wetterprognose der Kontrollläufe nimmt die Niederschlagsleistung über dem Norden ab dem 22. Juli zu und bleibt bis Anfang August im gemäßigt hohen Bereich. Anders die Situation über dem Süden. Dort ist die Niederschlagsneigung im Zeitraum vom 20. bis 25. Juli erhöht und sinkt darüber hinaus in den schwach erhöhten Bereich ab. Anders formuliert ist eine neuerliche Hochdruckphase Anfang August wahrscheinlicher, als nachhaltig kühles Regenwetter.

Das Temperaturspektrum der Kontrollläufe liegt am 24. Juli zwischen +19 bis +31 Grad (Mittelwert: +25 Grad über dem Norden und +23 Grad über dem Süden) und am 1. August zwischen +17 bis +34 Grad (Mittelwert: +26 bis +27 Grad). Der Mittelwert zeigt gegenüber den gestrigen Berechnungen einen Sprung in die zu warme Richtung.

Diagramm Temperaturen August 2018 vom 15.07.2018

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe August 2018 von zu kalt, normal, zu warm.

Wetterprognose August 2018 nach den Langfristmodellen

Macht der Sommer im August weiter wie bisher, oder steht eine Umstrukturierung an? Die Langfristmodelle sind sich da keinesfalls einig.

  • Das Langfristmodell der NASA berechnet das Wetter im August mit einer Abweichung von +2 bis +4 Grad deutlich zu warm. In der Niederschlagssimulation wird der Norden etwas zu nass und der Süden zu trocken berechnet.
  • Das CFSv2 Modell simuliert in seiner Prognose eine Abweichung der Temperaturen von -0,5 bis +1 Grad im normalen bis leicht zu warmen Bereich. In der Niederschlagsentwicklung wird der August tendenziell zu trocken berechnet.

Wetter August 2018: Zusammenfassung

Im Verlauf der letzten Juli-Dekade besteht die Option auf eine Veränderung der Großwetterlage, welche durchaus auch nachhaltig bis in den August hinein wirken kann. Die aktuellen Wettervorhersagen der Wettermodelle lassen aber den Rückschluss auf erneute - hochsommerlich heiße - Erhaltungsneigung für die ersten Augusttage zu. Ähnlich differenziert zeigen sich auch die Langfristmodelle. Entscheidend wird sein, wie sich das Hochdrucksystem Ende Juli gegenüber der atlantischen Frontalzone wird verhalten können.

Anzeige

 

Erzählen Sie es Ihren Freunden, wenn Ihnen unsere Wetterprognosen gefallen