Ein Tiefdrucksystem verlagert sich in den kommenden Tagen nur sehr langsam von England über die Nordsee bis über die Ostsee und geht im Anschluss voraussichtlich wieder in ein Tiefdrucksystem bei Island über. Je nach Zugbahn des Tiefdrucksystems bedeutet das für Deutschland einen äußerst wechselhaften Wettercharakter, bei dem im Schwerpunkt von Sonntag bis einschließlich Dienstag in den Staulagen der Alpen und der Mittelgebirge mit länger andauerndem und ergiebigen Niederschlag gerechnet werden kann. Stabile und sommerliche Wetterverhältnisse sind von Sonntag bis Donnerstag weniger wahrscheinlich. Die Temperaturen sind anfangs noch sommerlich warm, gehen aber ab Sonntag von West nach Ost zurück und pendeln sich auf +18 bis +24 Grad ein, wobei mit länger andauerndem Niederschlag auch nur frische +13 bis +18 Grad zu erwarten sind.

Wetterentwicklung bis Ende Juli - Luftmassengrenze?

Nach den Berechnungen des amerikanischen Wettermodells gewinnt der Tiefdruckkomplex bei Island an Intensität und Kraft hinzu, weitet sich zum 28. und 29. Juli auf England und Skandinavien aus und kann mit seiner Tiefdruckvorderseite das Wetter über Deutschland beeinflussen. Allerdings liegt das Tiefdrucksystem weit südlich, so dass der Warmlufttransport voraussichtlich nur für den Süden zur Geltung kommen kann, was die Temperaturen bis zum 31. Juli etwa südlich der Mainlinie auf +24 bis +28 Grad und örtlich bis +32 Grad in den hochsommerlichen Bereich ansteigen lassen kann.
Nördlich der Linie werden in der Simulation mit +17 bis +23 Grad deutlich kühlere Temperaturen in Aussicht gestellt. Dabei handelt es sich um eine sog. Luftmassengrenze, welche kühle Temperaturen über dem Norden von warmen Temperaturen über dem Süden trennt. Die Problematik in der Wetterprognose liegt nun darin, diese Luftmassengrenze einzuschätzen, denn nur wenige hundert Kilometer Verschiebung der Wettersysteme zueinander können zwischen Hochsommer und Frühherbst entscheidend sein.

Die Berechnungen des europäischen Wettermodells zeigen, dass die Wetterentwicklung bis Ende Juli auch etwas anders verlaufen könnte. Zwar ist auch hier das Tiefdrucksystem zwischen Island und England der Taktgeber und sorgt bis zum 28. Juli ebenfalls für einen durchwachsenen und auch kühlen Wettercharakter, jedoch mit dem Unterschied, als dass das Tiefdrucksystem zwischen dem 29. und 31. Juli eine nördlichere Position einnimmt und dadurch auch über Norddeutschland für einen sommerlichen Warmluftschub sorgen könnte.

Das Wetter im August

Wie das Wetter in den ersten Augusttagen verlaufen wird hängt unmittelbar mit der Wetterentwicklung Ende Juli zusammen und ohne auf die Details einzugehen, zeigen sich in den Simulationen der Wettermodelle nur wenige Optionen für ein stabiles und sommerlich warmes Augustwetter - zumindest in den ersten Tagen. Bestätigung kommt von den Kontrollläufen, welche das Temperaturspektrum um den langjährigen Mittelwert herum im normalen Bereich bei einer leicht erhöhten Niederschlagsneigung berechnen. So liegt das Temperaturspektrum am 29. Juli zwischen +17 bis +32 Grad (Mittelwert: +20 Grad über dem Norden und +22 Grad über dem Süden) und am 3. August zwischen +17 bis +30 Grad (Mittelwert: +21 Grad über dem Norden und +24 Grad über dem Süden). Deutlicher zeigt sich das im nachfolgenden Diagramm:

Diagramm Temperaturen im August 2017 vom 21.07.2017

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe im August 2017 von zu kalt, normal, zu warm.

Der Sommer steht Anfang August zum heutigen Stand auf dem Scheideweg. In welche Richtung der Sommer aber im August verlaufen kann, darauf gehen wir gegen 17:00 Uhr in einem neuen Wettertrend näher ein.

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