Der Hochdruckkeil, welcher im Verbund mit einem Tiefdrucksystem zwischen Island und England aktuell für die feucht-schwüle Witterung mit Schauern und Gewittern sorgt, wird aller Voraussicht nach bis Ende Juli langsam abgebaut, sodass die Grundströmung auf südwestliche Richtungen drehen kann. In Folge daraus bleibt die Schauer- und Gewitterwahrscheinlichkeit bis Ende Juli stark bis mäßig ausgeprägt und die Temperaturwerte können sich im Bereich zwischen +20/+25 Grad einpendeln (über dem Norden etwas kühler, über dem Süden etwas wärmer). Bis Ende Juli positioniert sich nach den Berechnungen des amerikanischen und europäischen Wettermodell das Tiefdrucksystem mehr oder weniger über Skandinavien (s. Wetterprognose Sommer).

Nun bedeutet ein Skandinavientief ja nicht immer unbedingt gutes Wetter für Deutschland, Österreich und die Schweiz. Bedeutet das jetzt, dass der Sommer "gelaufen" ist? Grundsätzlich ist beim Wetter immer alles möglich und im Detail mag es sicherlich auch darauf ankommen, wo sich das Tiefdrucksystem letztlich positionieren wird. Als wahrscheinlich anzunehmen ist jedoch die Position über Skandinavien. Warum? Tiefdrucksysteme ziehen bei uns normalerweise von West nach Ost und werden manchmal von Hochdrucksystemen blockiert, so wie es aktuell der Fall ist. Es ist jedoch nur eine Frage der Zeit, bis die Zirkulationsstruktur West - Ost sich wieder durchzusetzen vermag. Nach den gängigsten Varianten der Wettermodelle wird das wohl Ende Juli, Anfang August sein. Und auch hier gibt es noch unterschiedliche Entwicklungsvarianten.

Beginnen wir gleich mit dem "Worst-Case" Szenario für alle, die sich stabile Wetterverhältnisse in den Sommerferien, welche in einigen Bundesländern begonnen, bzw. noch beginnen werden, wünschen. Das Tiefdrucksystem setzt sich über Skandinavien fest und "trogt" in den ersten August-Tagen nach Süden aus. Das bedeutet, dass das Strömungsmuster meridionalisiert und über Deutschland, Österreich und die Schweiz kühle, ja fast schon kalte Luftmassen geführt werden können. Als Beispiel - welches zum heutigen Stand sicherlich noch als Extrem angesehen werden kann - ist die simulierte Temperatur für den 6. August, wo tagsüber kaum mehr als +12/+18 Grad erreicht werden könnten. Es gab schon Weihnachten, da war es definitiv wärmer. Aber wie gesagt - das ist ein Extrembeispiel, was bei solch einer Wetterlage zustande kommen kann.

Die zweite Variante besteht darin, als dass die Tiefdruckrinne sich über dem nördlichen Skandinavien positionieren kann und somit dem Hochdruckkeil des Azorenhochs die Chance lässt, sich über die Mittelmeerregion bis über Deutschland und dem östlichen Europa auszubreiten. Eine Austrogung wäre in diesem Fall weniger wahrscheinlich, aber auch hier wären stabile Wetterverhältnisse nicht zu erwarten - vielmehr eine Fortsetzung der schwül-warmen Wetterverhältnisse, wenngleich es bei einer Südwestwetterlage über dem Nordwesten grundsätzlich kühler und unbeständiger als über dem Südosten ausfallen kann.

Was ist nun für ein Wetter Anfang August 2016 zu erwarten? Die Kontrollläufe bestätigen ein breites Entwicklungsspektrum Anfang August. Anders ausgedrückt ist noch alles möglich. Im Trend zeigt sich jedoch ein kühler Beginn in den August mit anschließender Erwärmung - das spricht mehrheitlich für die erste Variante. So liegt das Temperaturspektrum am 1. August zwischen +15/+27 Grad (Mittelwert: +19/+20 Grad über dem Westen und Norden und +22 Grad über dem Süden und Osten) und am 6. August zwischen +18/+30 Grad (Mittelwert: +20/+21 Grad über dem Westen und Norden und +24/+25 Grad über dem Osten und Süden). Die Niederschlagsneigung ist in den ersten August-Tagen als mäßig hoch einzustufen. Mit anderen Worten: eine stabile Wetterlage ist zum heutigen Stand Anfang August weniger wahrscheinlich.

Das Langfristmodell - welches den August 2016 lange Zeit als "normal" vorhersagte - hatte zwischenzeitlich für die südlichen Regionen leicht zu warme Temperaturwerte gegenüber dem langjährigen Mittelwert in Aussicht gestellt. In seiner aktuellen Wetterprognose August 2016 berechnet das Langfristmodell nun eine Abweichung von -0,5/+0,5 Grad für ganz Deutschland ein normales Temperaturniveau - also wieder etwas kühler für den Süden. Im Niederschlagsverhalten zeigt sich eine negative Tendenz für den Süden (zu trocken), während der Norden keine Auffälligkeiten gegenüber dem Sollwert zeigt.

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