Entscheidend darüber, ob es Ende Juli warm, mäßig warm oder gar kühl werden kann, ist die Positionierung eines Hochdruckkeils des Azorenhochs. Nach den aktuellen Berechnungen des amerikanischen Wettermodells erstreckt sich der Hochdruckkeil bis zum 31. Juli von den Azoren über Spanien und der Mittelmeerregion über Österreich, der Schweiz und dem südlichen Deutschland und dem östlichen Europa, so dass daraus eine zwar unbeständige, aber dennoch warme Südwestwetterlage entstehen kann.

Anders die Berechnungen des europäischen Wettermodells, welches den Hochdruckkeil des Azorenhochs anders simuliert. So stört ein Tiefdrucksystem zwischen Island und England den durchgängigen Aufbau des Hochdruckkeils wie nach dem amerikanischen Wettermodell. Stattdessen könnte das Azorenhoch Ende Juli dazu angeregt werden, sich nach Norden, in Richtung Island aufzuwölben. Bis es aber soweit ist, bleiben auch nach dem europäischen Wettermodell die Temperaturwerte auf einem warmen, teils auch heißem Niveau.

Zwei unterschiedliche Simulationen der Hochdruckentwicklung Ende Juli - was für Wetterlagen können daraus Anfang August entstehen? Das amerikanische Wettermodell berechnet im Zeitraum vom 1./5. August im wesentlichen eine Aufrechterhaltung der Südwestwetterlage, bei der über dem Nordwesten eine höhere Niederschlagsneigung und etwas kühlere Temperaturen als über dem Südosten zu erwarten sind. Wie können die Temperaturen sich denn Anfang August entwickeln? Geht es nach dem Mittelwert der Kontrollläufe, so liegen diese am 1. August bei +23/+24 Grad über dem Süden und Osten und +20/+21 Grad über dem Norden und Westen und am 5. August zwischen +21 Grad über dem Norden und Westen und +22/+23 Grad über dem Süden und Osten. Wenn man so will, orientiert sich der Mittelwert durchaus an dem langjährigen Mittelwert und kann über dem Norden und Westen auch leicht darunter liegen.

Aber wie eingangs schon erwähnt sind die Schwankungen derzeit noch hoch - insbesondere was die Temperaturentwicklung angeht und wird maßgeblich davon abhängen, wie sich das Hochdrucksystem, bzw. Hochdruckkeil Ende Juli / Anfang August entwickeln und positionieren kann. Eine weitere Variante wäre die Aufwölbung des Azorenhochs in Richtung Island und Grönland, so dass in Folge Anfang August die atlantische Tiefdruckrinne zwar blockiert werden kann, jedoch fehlt über dem südlichen Europa die Hochdruckstütze, so dass Tiefdrucksysteme von Norden her über Deutschland, Österreich und der Schweiz bis nach Italien hinunter "abtropfen" und für einen unbeständigeren und auch kühleren Wettercharakter sorgen können.

Vergleicht man die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<+19) / normal (+20/+25) / zu warm (>+25) mit den Werten von gestern, so liegen diese am 30. Juli bei 15/40/45 (gestern: 25/50/25) und am 4. August bei 35/30/35 (gestern: 35/35/30) und bestätigen den positiven Temperaturtrend bis Ende Juli und einen weiterhin unsicheren Wetterverlauf Anfang August 2016, bei dem noch alle Wetterentwicklungen möglich sind.

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