Die aktuellen Berechnungen der Wettermodelle zeigen für Ende Juli noch zwei mögliche Entwicklungsvarianten für Deutschland, Österreich und die Schweiz. Die Dominanz einer schwachen Hochdruckverbindung mit relativ trockenem und warmen Wetter, oder aber die zeitweilige Einflussnahme einer Tiefdruckrinne zwischen Island, England und Skandinavien, bzw. eines Tiefdrucksystems über dem skandinavischen Raum. Entscheidend für das Wetter August 2016 wird aber sein, ob einem Hochdruckkeil der "Störimpuls" auf dem Atlantik gelingen mag, oder ob sich das Wetter in seinem eingefahrenen Muster wiederholt (s. Wettervorhersage Sommer 2016).

Was passiert bei einem "Störimpuls"? Das bislang eingefahrene Zirkulationsmuster - bzw. auch Erhaltungsneigung - wird kurzzeitig unterbunden, was im nachfolgenden Zeitraum andere Großwetterlagen herbeiführen kann. Ob das gelingen mag, hängt davon ab, wie lange der "Störimpuls" andauert und wie kräftig er ausfallen kann. Denn nur mit einer maßgeblichen Veränderung des Zirkulationsmusters sind auch andere Großwetterlagen möglich. Bedeutet eine Veränderung der Großwetterlage auch automatisch Sommerwetter für Deutschland, Osterreich und die Schweiz im August 2016? Für viele ist diese Frage wichtig, da in den meisten Bundesländern noch die Sommerferien anstehen, oder bereits begonnen haben und entscheidend sein kann, ob man seinen Urlaub in Deutschland, Österreich oder der Schweiz verbringen mag.

Aber um die Frage zu beantworten - Nein. Eine Veränderung der Großwetterlage ist nicht damit gleichzusetzen, als dass sich eine stabile Sommerwetterlage im August durchsetzen könnte. Vielmehr ist es so, dass es im Detail darauf ankommen mag, wo dieser Störimpuls gesetzt werden kann. Geschieht das bspw. weit auf dem Atlantik - so im Bereich zwischen den Azoren und Grönland - so neigt das Zirkulationsmuster zu einer Meridionalisierung (Nord-Süd, Süd-Nord Wellenbewegung) und Deutschland, Österreich und die Schweiz könnten auf die Trogseite (Wellenminimum) gelangen, so dass kühle Temperaturen bei einem unbeständigen Wettercharakter vorherrschend sein können.

Anders ist die Entwicklung, wenn der "Störimpuls" in der Nähe von Mitteleuropa liegt. Nicht selten etabliert sich dann über dem skandinavischen Raum ein Hochdrucksystem, welches die Tiefdrucksysteme der atlantischen Frontalzone frühzeitig blockieren und somit eine beständigere und wärmere Wetterlage herbeiführen kann. Deutschland, Österreich und die Schweiz würden in diesem Fall auf der Trogvorderseite (Wellenmaximum) liegen.

Vieles ist also noch theoretisch für den Wetterverlauf im August 2016. Die einzige "Konstante" ist dabei das Langfristmodell, welches bereits seit Wochen immer das gleiche Ergebnis zeigt. So liegt die Abweichung der Temperaturen im August 2016 gegenüber dem langjährigen Mittelwert mit -0,5/+0,5 Grad im normalen - Jahreszeit-typischen - Bereich. Die Niederschlagsprognose des Langfristmodells zeigt im August keine wesentlichen Abweichungen gegenüber dem Sollwert, ist im Trend aber leicht negativ (zu trocken).

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