Der Sommer hat zwischenzeitlich seine Halbzeit überschritten und zeigte sich bisweilen durchwachsen - im Juni leicht zu warm, im Juli voraussichtlich zu warm bei einer insgesamt schwachen Niederschlagsausprägung. Eine richtig stabile Hochdruckwetterlage war bisweilen nicht zu beobachten und auch der Start in die "Hochsommersaison" fällt nach der aktuellen Wettervorhersage frisch und wechselhaft aus. So ist mit einer aktiv-dynamischen Westwindzirkulation in den kommenden Tagen mit einer erhöhten Niederschlagserwartung, zunehmenden Wind (teils Sturm) und zurückgehenden Temperaturen zu rechnen - für viele sicherlich auch mal Zeit zum "durch schnaufen" und kräftig durchlüften. Nun kann so eine Umstellung des Zirkulationsmusters von kurzer oder aber auch von längerer Dauer sein - und die spannende Frage bleibt bestehen: wie wird das Wetter in Deutschland mit dem Beginn der Sommerferien in Baden-Württemberg und Bayern? Der Start bleibt mit hoher Wahrscheinlichkeit am Donnerstag und Freitag wechselhaft und frisch bis mäßig warm. Zum 1. August simuliert das amerikanische Wettermodell weitere Tiefdrucksysteme zwischen Neufundland, England und Skandinavien - allerdings dehnt die Tiefdruckaktivität der kommenden Tage die Tiefdruckrinne weiter nach Osten aus, so dass dem Azorenhoch mehr Spielraum bleibt, einen Hochdruckkeil in Richtung Mitteleuropa zu entsenden. So gelingt es dem Hochdruckkeil - unter labilen Bedingungen - sich bis zum 5. August über Deutschland durchzusetzen, wobei das Grundmuster südwestlich geprägt ist und die Temperaturen bei einem unbeständigen Wettercharakter im Verlauf bis zum 5. August wieder auf sommerliche Werte ansteigen können. Wie unsicher die kommende Wetterentwicklung noch ist, zeigt die konträre Simulation des europäischen Wettermodells, bei der sich das Hochdrucksystem - zunächst in Keilform, später in Form eines autarken Hochdrucksystems über Deutschland - durchsetzen kann. Sollte diese Variante eintreten, so würden sich die Temperaturen mit einer relativ trockenen Ostströmung langsam von Süd nach Nord erwärmen können. Die Varianten stellen insgesamt drei wahrscheinliche Wetterentwicklungen für Anfang August in Aussicht. Eine unbeständige aber relativ warme Südwestwetterlage, ein Hochdrucksystem mit sommerlichen Temperaturen über Mitteleuropa und ein Hochdrucksystem, welches sich im weiteren Verlauf nach Skandinavien positionieren und auf seinen südlichen Gradienten von Tiefdrucksystemen "unterwandert" werden kann (höhere Wahrscheinlichkeit für Vb-Wetterlagen, Mittelmeertief). Die sog. Kontrollläufe bestätigen mehrheitlich einen unbeständigen Wettercharakter in den ersten August-Tagen, allerdings mit einem stetig ansteigenden Temperaturtrend. So liegt das Temperaturspektrum am 1. August zwischen +14/+26 Grad (Mittelwert: +17 Grad über dem Norden, +18 Grad über dem Westen und +20 Grad über dem Süden und Osten) und am 5. August zwischen +15/+28 Grad (Mittelwert: +21 Grad über dem Norden, +23 Grad über dem Westen und +24/+25 Grad über dem Osten und Süden). Anders ausgedrückt scheint die "Abkühlungsphase" - zum heutigen Stand - nur von vorübergehender Natur zu sein. Wie sich das Wetter über den 5. August hinaus entwickeln kann, klären wir im nächsten Update gegen 17:00 Uhr zum Sommerwetter.

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