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Wildes Aprilwetter: Vor Ostern drohen Graupel, Gewitter und Schnee

| M. Hoffmann

Turbulentes, wildes und in Phasen auch chaotisches Aprilwetter stellt sich in den kommenden Tagen ein. Der Grund ist ein Tiefdruckgebiet, das von England in Richtung Skandinavien zieht und von dort aus nach Süden austrogt. Über Deutschland leitet der Trog im Verbund mit einem Hochdrucksystem auf dem Atlantik eine nördlich verlaufende Grundströmung ein. So können in der Höhe kalte Luftmassen polaren Ursprungs bis an die Alpen geführt werden. Die Folge: klassisches Aprilwetter mit kräftigen Schauern. Diese können lokal von Gewittern begleitet werden und ab den mittleren Lagen auch als Schnee-, Schneeregen- oder Graupelschauer niedergehen. Über den Alpen stauen sich der Niederschlag an und kann länger andauernd und ergiebig ausfallen. Unwetterartige Neuschneemengen sind nicht auszuschließen.

Anfang April stellt sich mit hochreichender Polarluft eine wilde und phasenweise auch chaotische Wetterlage ein © Martin Bloch
Anfang April stellt sich mit hochreichender Polarluft eine wilde und phasenweise auch chaotische Wetterlage ein © Martin Bloch

Ein markanter Wetterwechsel vollzieht sich heute. Ein Tiefdruckgebiet zieht von England in Richtung Skandinavien und schiebt mit einem stark böigen Wind aus südwestlichen Richtungen kommend starke Bewölkung und zeitweiligen Niederschlag nach Deutschland, welcher am Vormittag eine Linie zwischen dem Schwarzwald und Berlin und zum Nachmittag auch die südlichen und östlichen Landesteile erreicht. Der Wind dreht bis zum Abend auf westliche Richtungen und die Temperaturen gehen auf +7 bis +12 Grad zurück und können vor Eintreffen des Niederschlags über dem Osten und Südosten örtlich noch bis +16 Grad möglich machen. Aufgrund der hohen Wetterdynamik und der labilen Schichtung der Luftmassen kann es regional zu Graupelschauern kommen, die lokal von Gewittern (Gewitterradar) begleitet werden können.

Launisches Aprilwetter mit Schnee-, Graupel- und Regenschauer

Am 26. März (Donnerstag) kommt der Wind böig aus nordwestlichen Richtungen und treibt neben zahlreiche Schauer von Nord nach Süd, die sich an den Alpen anstauen und dort länger andauern und ergiebig ausfallen können. Bei Temperaturen zwischen +4 und +8 Grad können die Schauer bis auf die mittleren Lagen herab als Schnee oder Schneeregen niedergehen (400 bis 900 Meter). Die Schauer können lokal kräftiger ausfallen und so lassen sich auch Graupelschauer und kurze Gewitter bis auf tiefere Lagen herab nicht ausschließen. Zwischen den Schauern lockert die Bewölkung phasenweise auf und ermöglicht ein paar sonnige Momente, die zum Nachmittag entlang eines breiten Streifens zwischen Baden-Württemberg und Brandenburg sowie über den nordwestlichen Landesteilen möglich sind.

Ein Zwischenhoch über Deutschland

Am Freitag (27. März) befindet sich Deutschland im Einflussbereich eines Zwischenhochs. Bei wechselnder Bewölkung bleibt es zunächst weitgehend trocken und verbreitet ist mit viel Sonnenschein zu rechnen, der sich südlich der Donau-Linie häufiger durch Wolkenfelder eintrüben lässt. Der Wind schwächt sich aus westlichen bis nordwestlichen Richtungen kommend ab und die Temperaturen erreichen +6 bis +12 Grad und können über den Gebieten südlich der Donau mit +2 bis +5 Grad frischer ausfallen. Ab den späten Nachmittagsstunden verdichtet sich die Bewölkung von Westen und noch in der ersten Nachthälfte beginnt es über Teilen von Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein zu regnen.

Launisches Aprilwetter

Im Zeitraum vom 28. bis 31. März (Samstag bis Dienstag) stellt sich wechselhaftes Wetter ein. Bei zunächst südlichen Winden überquert am Samstag ein Tiefdruckausläufer Deutschland von West nach Ost und löst sich bis zum Sonntagnachmittag über dem Süden von Baden-Württemberg und Bayern allmählich auf. Die Temperaturen sind mit +6 bis +12 Grad eher verhalten. Ist das Regenband durchgezogen, sind aber auch immer wieder sonnige Momente möglich.

In der Nacht auf Montag trogt ein weiteres Tiefdruckgebiet über Skandinavien nach Deutschland aus. Der Wind nimmt aus südwestlichen bis westlichen Richtungen zu und kann über exponierten Lagen sowie über den Küstenregionen von Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern zu stürmischen Windböen führen. Bei kräftigem Niederschlag, der sich an den Alpen anstaut und dort länger andauernd und ergiebig ausfallen kann, sinken die Temperaturen bis Dienstag mit einem aus Nord kommenden Wind auf +5 bis +10 Grad ab. Die Schneefallgrenze schwankt großzügig zwischen 600 und 1.200 Meter, was über den Alpen und höheren Lagen zu einer nennenswerten Neuschneemenge führen kann.

So wird das Wetter im April

Im Zeitraum vom 1. bis 3. April (Mittwoch, Gründonnerstag und Karfreitag) dreht sich der Trog über Osteuropa ein. Mit seiner Rückseitenströmung beeinflusst er das Wetter über Deutschland. Der Wind kommt Anfang April überwiegend aus nördlichen Richtungen und führt im Zusammenspiel mit einem Hoch auf dem Atlantik vergleichsweise kalte Luftmassen polaren Ursprungs nach Deutschland.

Die Temperaturen pendeln sich bei +5 bis +10 Grad ein und in den kurzen sonnigen Momenten sind bis +13 Grad möglich.

Zeitweiliger Niederschlag ist - meist in Form von Schauern - zu erwarten, der sich an den Alpen anstaut und dort länger andauernd und ergiebig ausfallen kann.

Die Schneefallgrenze bewegt sich zwischen 600 und 1200 Meter, was entlang und über den Alpen zu nennenswertem Neuschneezuwachs führen kann. Aber auch über tieferen Lagen können sich bei entsprechender Dynamik kurze Gewitter entladen und zu Graupelschauern führen, was kurzzeitig chaotischen Straßenverhältnisse nicht ausschließen lässt.

Insgesamt stellt sich Anfang April das erwartbare launische bis wilde Aprilwetter ein und vom Frühling ist kurz vor Ostern nicht viel zu erwarten.

Wildes und launisches Aprilwetter mit Schnee-, Schneeregen- oder Graupelschauer kurz vor Ostern
Wildes und launisches Aprilwetter mit Schnee-, Schneeregen- oder Graupelschauer kurz vor Ostern © www.meteociel.fr || wxcharts.com
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Wetter Deutschland – aktuell

Stand: 20.04.2026 18:30 Uhr
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Max. Temp. 17,4 °C Rheinfelden (Baden-Württemberg)
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Daten: Deutscher Wetterdienst

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