Zum Hauptinhalt springen

Wetter im April 2026: Das ist zu erwarten

| M. Hoffmann

Bekanntlich macht das Wetter im April, was es will. Mal zeigt sich der Frühling von seiner sonnigen und milden Seite, mal mischen sich Schauer, Graupel oder sogar späte Schneeflocken darunter. Der Grund für dieses launische Aprilwetter liegt häufig in den großräumigen Zirkulationsmustern der Nordhalbkugel. Der Polarwirbel strebt mit einem sogenannten Final Warming in der Stratosphäre seinem winterlichen Ende entgegen. Dabei verliert er an Stabilität und ordnet sich neu. Dieser Umbruch kann die Druckverteilung über Europa durcheinanderbringen und wechselhafte Wetterlagen begünstigen. Zwischen Hochdruckphasen und kühlen Rückseitenlagen pendelt das Wetter hin und her – typisch April eben.

Der April gilt als wetterwendischer Monat und ist entsprechend launsich
Der April gilt als wetterwendischer Monat und ist entsprechend launsich

Turbulenzen innerhalb des Polarwirbel führen entlang seiner Polarfront zu einer hohen Wellenbewegung. Somit sind Trogwetterlagen im zweiten meteorologischen Frühlingsmonat möglich. Winterliche Wetterentwicklungen lassen sich in der ersten Aprildekade nicht ausschließen und kurze winterliche Phasen mitsamt Wintergewittern sind sogar wahrscheinlich. Zudem steigt der Sonnenstand an und erwärmt die Landmassen schneller als die Wasseroberfläche des Atlantiks, des europäischen Nordmeers, sowie der Nord- und Ostsee. Damit sind gleich zwei Rahmenbedingungen für einen turbulenten Wettercharakter im April 2026 erfüllt.

Das typische Wetter

Der April ist bekannt für seinen ausgesprochen wechselhaften und launischen Wettercharakter. An einem Tag gibt es kräftigen Schneefall und mancherorts Dauerfrost, am nächsten Tag können die Temperaturen mit Werten von +14 bis +18 Grad in den frühlingshaft warmen Bereich ansteigen.

Turbulenter Start

Das Aprilwetter lässt sich in zwei Hälften unterteilen. Zum Start ist häufiger mit einem nasskalten Wettercharakter und Schneeschauern bis auf tiefere Lagen zu rechnen. Ab der zweiten Hälfte setzt sich dann der Frühling durch. Warum das so ist? Ganz einfach: Der Sonnenstand steigt und erwärmt die Landmassen deutlich schneller als die Wasserflächen. Infolgedessen entsteht ein Temperaturunterschied, der die Wetteraktivitäten und die damit zusammenhängenden Turbulenzen verstärken kann.

Meridionales Strömungsmuster

Im April sind über Deutschland häufiger meridionale Wetterlagen anzutreffen. Nicht selten dominiert auch mal ein kräftiges Hochdrucksystem über Skandinavien das Wettergeschehen. Der Wechsel vom Winter in den endgültigen Frühling verläuft turbulent. Deshalb ist der April ein wetterwendischer Frühlingsmonat.

Der April gehört aus meteorologischer Sicht zum zweiten Frühlingsmonat. Verhält sich das Wetter für die Jahreszeit typisch, sind zum Start häufiger Hochdruckwetterlagen möglich, die ab dem 6. April von einem unbeständigen und in manchen Jahren auch wilden Wettercharakter abgelöst werden können.

Vom 14. bis 21. April gibt es eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für Hochdruckwetterlagen. Zwischen dem 21. und 26. April kann es erneut wechselhaft und turbulent zugehen. Ab dem 26. April wurde in der Statistik häufiger eine Normalisierung der Wetterlage beobachtet.

Die Temperaturen

In der ersten April-Dekade sind Kaltluftausbrüche arktischen Ursprungs sehr wahrscheinlich. Nicht selten pendeln sich die Temperaturen mit Werten von +0 bis +8 Grad im nasskalten Bereich ein. Meist aber schwankt das Temperaturspektrum zwischen +5 und +10 Grad.

In der zweiten April-Dekade orientieren sich die Temperaturen mit +10 bis +15 Grad und örtlich bis +20 Grad am frühlingshaften Bereich.

In der letzten April-Dekade kann es nochmals kühler werden. Mit der Klimaerhitzung zeigt sich jedoch häufiger schon ein frühsommerlicher Wettertrend mit Werten zwischen +20 und +25 Grad.

Daten und Fakten

Der langjährige Mittelwert der Temperaturen von 1961 bis 1990 liegt bei +7,4 Grad, während der - wärmere - Mittelwert von 1991 bis 2020 bei +9,0 Grad liegt. In den vergangenen 30 Jahren ist der April um +1,6 Grad wärmer geworden. Das ist signifikant, denn kein anderer Monat hat sich in diesem Zeitraum so stark erwärmt wie der April (Januar, Juli und August: +1,4 Grad). Der Sollwert des Niederschlags beträgt 58 l/m². Möchte man den April mit einem anderen Monat vergleichen, kommt er dem Oktober sehr nahe, wenngleich dieser mit einer durchschnittlichen Temperatur von +9,0 Grad (+9,4 Grad 91/20) wärmer ist.

Um den letzten normalen April ausfindig zu machen, braucht man in der Wetterhistorie nicht weit zurückzublicken - das war im Jahr 2023 der Fall. Den wärmsten Aprilmonat gab es 2018 mit einer Abweichung von +5 Grad gegenüber dem vieljährigen Mittelwert. Den kältesten April gab es 1817 mit einer Abweichung von -4,1 Grad. Übrigens: Der April 2021 war nach 22 Monaten mal wieder ein Monat, der im Vergleich zu 1961 bis 1990 mit einer Differenz von -1,3 Grad zu kalt ausgefallen ist. Verantwortlich war damals eine meridionale Wetterlage.

Interessant ist auch, dass die letzten April-Dekaden zunehmend wärmer geworden sind. Daher ist es nicht verwunderlich, dass die wärmsten April-Monate seit Beginn der offiziellen Wetteraufzeichnungen von 1881 allesamt in den letzten 20 Jahren aufgetreten sind. Besonders warm waren die Apriljahre 2020, 2019, 2018, 2014, 2011, 2009 und 2007. Diese ungewöhnlich starke Erwärmung zeigt, dass der April zu den am stärksten vom Klimawandel betroffenen Monaten gehört.

Die Merkmale

Die nachfolgenden Daten sind im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert von 1961 bis 1990 angegeben (in Klammern: 1991 bis 2020). Im Schnitt gibt es im April 0,2 Eistage (Dauerfrost) (0,1 Eistage). Die Anzahl der Frosttage (meist Nachtfrost) liegt bei rund 6 Tagen (5,1 Tage). An 10,4 Tagen (10,4 Tage) gibt es Bodenfrost. An insgesamt 1,2 Tagen (0,5 Tage) gibt es eine Schneedecke. Dies sind statistische Werte, die über die Fläche gemittelt wurden.

Die Merkmale im April gegenüber dem Klimamittelwert von 1961 bis 1990 (in Klammer Mittelwert 1991–2020)
Monat Eistage
(Dauerfrost)
Frosttage
(Nachtfrost)
Bodenfrost Schneedecke Sommertage Regen
April 0,2 (0,1) Tage 6,0 (5,1) Tage 10,4 (10,4) Tage 1,2 (0,5) Tage 0,2 (0,7) Tage 57,0 l/m² (44,4 l/m²)

Der Vegetationsbeginn lag von 1961 bis 1990 am 2. April. In den vergangenen 30 Jahren hat er sich mit der Klimaerhitzung auf den 23. März vorgeschoben. Anders formuliert: Die Natur treibt 10 Tage früher aus als noch vor 30 Jahren.

Die Anzahl der Sommertage beträgt 0,2 Tage (0,7 Tage). In Summe sind die Aprilmonate in den vergangenen 30 Jahren um rund 13 l/m² trockener geworden. Weitere Daten und Fakten zum Wetter April.

Die Sonne

Am 1. April liegt die Sonnenscheindauer bei stattlichen 13 Stunden und 5 Minuten. Bis zum Monatsende erreicht die Tageslänge rund 15 Stunden. In Summe sind die Tage am Ende des zweiten Frühlingsmonats etwa 2 Stunden heller als zu Beginn.

Beeinflusst der April das Frühlingswetter?

Lässt sich gemäß der Statistik ein Rückschluss auf den Frühling ableiten? Betrachtet wurden die letzten 60 Jahre. Normale Aprilmonate (-0,5 bis +0,5 Grad) wurden den zu warmen oder den zu kalten Varianten zugeordnet.

Betrachtung der einzelnen Aprilmonate mit Auswirkung auf den Frühling
Monat Frühling kalt Frühling warm Häufigkeit
April warm 11 % 50 % 43 (61 %)
April kalt 24 % 14 % 27 (39 %)

Ist der April zu warm, so hat auch der Frühling eine hohe Wahrscheinlichkeit zu warm auszufallen. Ist der April hingegen zu kalt, bedeutet das keineswegs einen zu kalten Frühling - die Relevanz für ein normales Frühjahr ist aber signifikant höher einzustufen.

Die Abweichung der Temperaturen der Aprilmonate in Dekaden

Abweichungen gegenüber dem langjährigen Mittelwert von 1961 bis 1990
April-Monate Temperatur Abweichung
2021–2024 +7,85 Grad +0,6 Grad
2011–2020 +9,5 Grad +2,1 Grad
2001–2010 +9,0 Grad +1,6 Grad
1991–2000 +8,4 Grad +1,0 Grad
1981–1990 +7,5 Grad +0,1 Grad
1971–1980 +6,7 Grad -0,7 Grad
1961–1970 +7,9 Grad +0,5 Grad

Was fällt auf? Auf markante Weise zeigt sich, dass die Aprildekaden der letzten Jahrzehnte zunehmend wärmer wurden. Im Vergleich der letzten zwanzig Jahre waren die Aprilmonate etwa um +1,8 Grad wärmer als der vieljährige Durchschnittswert von 1961 bis 1990 (91/20: +0,2 Grad). Erfrischender begann die aktuelle Dekade.

Rein statistisch waren in den vergangenen zwanzig Jahren 70 Prozent der Aprilmonate zu warm, 5 Prozent zu kalt und 25 Prozent normal. Ein signifikantes Ergebnis! Man liegt also mit höherer Wahrscheinlichkeit richtig, wenn man behauptet, dass das Wetter im April 2026 im Vergleich zu 1961 bis 1990 zu warm ausfallen wird.

Statistische Auffälligkeiten

  • Der April ist der zweite meteorologische Frühlingsmonat
  • Hochdruckwetter zum Start
  • Typisches Aprilwetter vom 6. bis 13. April
  • Schnee-, Schneeregen- oder Graupelschauer sowie Frost sind in diesem Zeitraum am wahrscheinlichsten
  • Hochdruckwetterlagen häufen sich im Zeitraum vom 14. bis 21. April
  • Anschließend wieder wechselhaft
  • Langsame Stabilisierung des Wetters im letzten Aprildrittel
  • Der Sonnenstand steigt weiter an und sorgt im Verlauf des Monats für etwa 2 Stunden mehr Helligkeit

Wettertrend der Langfristmodelle

Zum heutigen Stand ist es noch zu früh, um im Detail Vorhersagen zu erstellen. Es gibt jedoch Trends, die Rückschlüsse auf die Entwicklung der Zirkulationsmuster zulassen.

Langfristtrend April: CFSv2 leicht zu warm

Gemessen am Mittelwert von 1961 bis 1990 soll das Wetter im April 2026 mit einer Anomalie von +0,5 bis +1,5 Grad etwas zu warm ausfallen können. Im Vergleich zum - wärmeren - Mittelwert von 1991 bis 2020 ist mit einer Differenz von -1,1 bis -0,1 Grad ein normaler bis leicht zu kalter April zu erwarten. Die Niederschlagsprognose fällt im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert neutral aus.

Aprilwetter nach dem Langfristmodell der NASA: Durchwachsen

Die NASA berechnet mit einer Differenz von +1,0 bis +2,0 Grad ein zu warmes Wetter (91/20: -0,6 bis +0,4 Grad), das in der Niederschlagsprognose zu nass ausfallen kann.

Wettertrend europäisches Langfristmodell: ein etwas zu warmer Frühlingsmonat

Die Wetterprognose des europäischen Langfristmodells berechnet den April mit einer Abweichung von +0,5 bis +1,5 Grad nur etwas zu warm (91/20: -1,1 bis -0,1 Grad). Die Niederschlagsentwicklung ist neutral und im Trend über dem Süden etwas zu nass zu bewerten.

Übrigens: Ostern fällt auf den 5. und 6. April. Das liegt exakt in dem Zeitraum, in dem der April noch zu wildem und turbulenten Wetter neigt. Mit anderen Worten formuliert, ist de Zeitraum prädestiniert für eine Ostereiersuche im Schnee. Ob es so kommt, klären wir zu gegebener Zeit in der Wetterprognose zu Ostern.

Wie sich das Wetter im April 2026 tatsächlich entwickeln wird, berichten wir ab Mitte März in regelmäßigen Abständen an dieser Stelle.

Regenradar
Regenradar Deutschland
© Deutscher Wetterdienst, Offenbach (DWD)