Der April wird gleich zu seinem Start mit den Osterfeiertagen seinem Ruf gerecht und wie sich das Wetter im April weiterentwickelt, hängt von einem Tiefdrucksystem ab.

Die Details zum Wetter an Ostern sind von den Wettermodellen mittlerweile gut erfasst, doch zeigt sich an den Osterfeiertagen mit einer Grenzwetterlage noch Unsicherheiten. So liegen die Temperaturen in manchen Regionen nur knapp über 0 Grad und das kann entscheidend für die Schneefallgrenze sein. So bleibt eine weiße Überraschung am 1. April nicht auszuschließen und fällt nicht in die Kategorie eines Aprilscherzes.
Nach den aktuellen Berechnungen der Wettermodelle können in der Nacht auf den Ostersonntag über dem Norden und Osten Schneesummen von 0 bis 5 cm und örtlich bis 10 cm zusammenkommen.
Der Schneefall bis in tiefere Lagen ist aber nur einer besonderen und sehr kurzlebigen Konstellation einer Rückseitenanströmung der Luftmassen zu verdanken. Denn bereits zum Ostermontag sorgt ein Tiefdrucksystem über England für die Zufuhr milderer Luftmassen, was die Werte über dem Süden auf +10 bis +15 Grad und über dem Norden auf +2 bis +6 Grad ansteigen lassen kann. Grenzwetterlage an Ostern - spannender geht es aus meteorologischer Sicht nicht!

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Der Frühling sprintet in den April

Auch das gehört zu einem typischen Aprilwetter - die Unbeständigkeit und die Wetterextreme. 48 Stunden nach dem möglichen Schneefall berechnet die Wettermodelle am 3. April über dem Süden Tageshöchstwerte von +14 bis +18 Grad und am 4. April werden verbreitet +15 bis +20 Grad und örtlich mit bis +23 Grad auch schon frühsommerliche Temperaturen in Aussicht gestellt.

Typisches Aprilwetter
Typisches Aprilwetter

Wie nachhaltig aber ist der Frühling?

Was schnell kommt, geht in der Regel auch wieder schnell. Die außergewöhnlich warmen Luftmassen liegen im Zeitraum vom 3. bis 6 April um 3 bis 6 Grad über dem langjährigen Mittelwert im zu warmen Bereich und hervorgerufen wird das Ganze von einem Tiefdrucksystem über England, welches auf seiner Vorderseite sehr warme Luftmassen nach Norden pumpt.

Polarwirbelberechnung April

Berechnung Polarwirbel nach dem amerikanischen Wettermodell: Sehr warme Vorderseitenanströmung eines Tiefdrucksystems ab den 2. April © www.meteociel.fr

Zieht das Tiefdrucksystem nun rasch nach Osten, so ist die Anströmung kühlerer Luftmassen ab dem 6. April wieder möglich und der April würde mit seinem unbeständigen Wettercharakter bei einem Auf und Ab der Temperaturen gerade so weitermachen.

Die Berechnungen beider Wettermodelle stützen zum 6. und 7. April nochmals die Möglichkeit eines Kaltluftschwalls aus nordwestlichen Richtungen. Darüber hinaus aber zeigt sich - zum wiederholten Male - eine Trogstruktur, welche sich mehr auf den Atlantik verlagert. Gleichzeitig entsteht über Mitteleuropa mehr Spielraum für die Ausbildung eines Hochdrucksystems. Der Wettertrend in Richtung Frühling bestätigt sich auch heute erneut, wenngleich die Kaltlufteinschübe für den April obligatorisch sind.

Polarwirbelberechnung April

Berechnung Polarwirbel nach dem europäischen Wettermodell: nur eine von vielen möglichen Wetterentwicklungen, aber eine plausible. Trog westlich, Hoch über Europa. Mit einer südlichen Grundströmung frühlingshaft mildes April Wetter © www.meteociel.fr

Wetter April 2018: Der Trend geht in Richtung Frühling

Auch die Kontrollläufe bestätigen heute erneut den Trend in Richtung Frühling. Zumindest ist man von den Temperaturen her näher an dem Frühling, als an dem Winter. Das Entwicklungsspektrum bleibt aber nach dem 5. April als hoch einzustufen. So beträgt die Differenz der Temperaturen in ca. 1.500 Meter Höhe bis zu 18 Grad. Für eine halbwegs vernünftige Wettervorhersage wäre eine Differenz von 2 bis 4 Grad und für eine Wetterprognose von 2 bis 6 Grad wünschenswert. Die Orientierung aber liegt im Mittelwert, welche nach den Kontrollläufen mit +10 bis +12 Grad etwas über dem langjährigen Mittelwert liegt.

Schaut man sich die Niederschlagserwartung nach den Kontrollläufen an, so ist im Zeitraum vom 28. März bis 6. April eine erhöhte Niederschlagsneigung auszumachen, welche sich nach dem 7. April abschwächt. Das ist als unterstützendes Indiz für die oben angesprochene Hochdruckwetterlage zu bewerten. Deutlicher zeigt sich der April typische Wettercharakter im nachfolgenden Diagramm:

Diagramm Temperaturen April 2018 vom 28.03.2018

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe April 2018 von zu kalt, normal, zu warm.

Zusammenfassung:

Der April macht was er will. Das ist in der Tat eine sehr zutreffende Redewendung für die kommende Wetterentwicklung. So wechseln sich kalte und auch warme Luftmassen ab und können zu einem sehr unbeständigen Wettercharakter im ersten April Drittel führen. Zwar sind auch schon sehr warme Temperaturwerte möglich und auch wahrscheinlich, doch eine nachhaltige und frühlingshaft milde Wetterlage steht aktuell noch auf sehr wackeligen Beinen. Ob sich das im Tagesverlauf geändert hat, klären wir heute Abend gegen 20:00 Uhr in einer Aktualisierung der Wetterprognose Frühling und Sommer 2018.

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