Das Wetter im April ist immer für Überraschungen gut und nicht selten folgt einem warmen Frühlingstag ein winterlicher Gruß nach. Verantwortlich hierfür ist der zunehmend instabiler werdende Polarwirbel.

Die Wettermodelle sind sich in ihrer Wetterprognose für das Wetter an Ostern 2018 weitgehend einig, was die Entwicklung der Großwetterlage angeht. Da aber direkt an Ostern der Wetterwechsel vollzogen wird, ist und bleibt eine Detailprognose noch unsicher.
Zum aktuellen Stand aber zeigt sich in der Nacht auf den Ostersonntag eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für Schnee oder Schneeregen bis in tiefere Lagen, was über dem Süden und Osten teils bis in tiefere lagen für die Ausbreitung einer Schneedecke sorgen könnte. Die Temperaturen können über dem Südwesten und Westen +5 bis +10 Grad, sonst +1 bis +5 Grad erreichen. Die Niederschlagsaktivität verlagert sich über die östlichen Landesteile, was dort am Ostersonntag noch zu Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer führen kann. Am Ostermontag strömen von Südwesten mildere Luftmassen nach, was die Tageswerte über dem Norden auf +4 bis +8 Grad und über dem Süden auf +7 bis +12 Grad und über dem Südwesten und Westen örtlich bis auf +16 Grad ansteigen lassen könnte.

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Zeit der Veränderung

Der Trog verliert über Ostern zunehmend seinen Einfluss auf Deutschland, kann aber durchaus nochmals für einen winterlichen Gruß sorgen - vor allen in den mittleren und höheren Lagen - Nachtfrost inklusive. Der April beginnt also so, wie er soll - wechselhaft und immer für eine Überraschung gut.

Der April hat aus Wettersicht einiges zu bieten
Der April hat aus Wettersicht einiges zu bieten

Die grundlegende Veränderung der Großwetterlage findet aber auch dem Atlantik statt und bietet ein hohes Potential für den Frühling in der ersten April Hälfte. Das amerikanische Wettermodell berechnet eine auflebende Tiefdruckaktivität auf den Atlantik, welche den hohen Luftdruck über den Azoren weiter nach Osten in Richtung Mitteleuropa wegdrücken kann. In Folge daraus wäre zwei Wetterentwicklungen möglich.
In der einen Variante ist die Ausbildung eines Hochdrucksystems direkt über Deutschland, Österreich und der Schweiz zu erwarten, welche den Frühling mit milder Luft und einen trockenen Wettercharakter im ersten April-Drittel Einzug halten lassen kann.
In einer anderen Variante verlagert sich das Hochdrucksystem weiter über das östliche Europa. In diesem Fall würde Deutschland im April mehr von den atlantischen Tiefdrucksystemen beeinflusst werden können. Da es sich aber um eine Vorderseitenanströmung handelt, können aus südlichen bis südwestlichen Richtungen ebenfalls frühlingshaft milde Temperaturen nach Deutschland geführt werden.

Polarwirbelberechnung April

Berechnung Polarwirbel nach dem amerikanischen Wettermodell: Erneut wird über Deutschland ein autarkes Frühlingshoch über Europa berechnet © www.meteociel.fr

Das europäische Wettermodell bringt noch eine dritte Variante mit ins Spiel, bei der sich die Wellenbewegung entlang der Polarfront erhöht, Deutschland, Österreich und die Schweiz aber weitgehend auf der milden Vorderseite des Troges liegen können.

Polarwirbelberechnung April

Berechnung Polarwirbel nach dem europäischen Wettermodell: Trog vor Mitteleuropa © www.meteociel.fr

Wetter April 2018: Kontrollläufe mit einheitlichem Trend

Die Gemeinsamkeiten der Simulationen liegt an Ostern in einer beginnenden Milderung, welche sich im ersten April Drittel weiter fortsetzen kann. In den Kontrollläufen ist ein stetes Auf und Ab der Temperaturen zu sehen, was auf eine rege Tiefdruckaktivität schließen lässt. Letzten Endes aber liegt der Mittelwert des Temperaturspektrums in einem für den April zu warmen Bereich. So betragen die möglichen Tageswerte bspw. am 3. April zwischen + 3 bis +21 Grad (Mittelwert: +17 Grad über dem Süden sonst zwischen +11 bis +12 Grad) und am 10. April liegt das Spektrum der Temperaturen zwischen +6 bis +23 Grad (Mittelwert: +13 bis +14 Grad). Der Trend der letzten Tage in Richtung Frühlingswetter im ersten April Drittelbestätigt sich auch heute.

Doch welche Wetterlage wäre zum aktuellen Stand die wahrscheinlichste? Die Niederschlagsneigung wird von den Kontrollläufen im Zeitraum vom 28. März bis 5. April als mäßig hoch bewertet. Ab dem 6. April nimmt aber die Niederschlagswahrscheinlichkeit ab, was ein Frühlingshoch in der Nähe von Deutschland nicht unwahrscheinlich macht. Deutlicher zeigt sich der Temperaturtrend in der ersten Aprildekade im nachfolgenden Diagramm:

Diagramm Temperaturen April 2018 vom 27.03.2018

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe April 2018 von zu kalt, normal, zu warm.

Der Trend zu frühlingshaft mildem Wetter im April bestätigt sich mit einer zunehmend höheren Wahrscheinlichkeit. Doch kommt es im Detail stark darauf an, wie sich die Großwetterlage über Ostern hinweg entwickeln wird. Ob es im Tagesverlauf in den Berechnungen der Wettermodelle nochmals zu Veränderungen kam, klären wir heute Abend gegen 20:45 Uhr in einer Aktualisierung der Wetterprognose Frühling und Sommer 2018.

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