Wetter April 2018 aktuelle Wetterprognose vom 23.03.2018 - Der April macht was er will

Das Wetter im März ändert sich in den kommenden Tagen. Bemerkbar machen wird sich das insbesondere durch einen Temperaturanstieg in Richtung der +10 Grad Marke und in einigen Regionen können am Wochenende auch Werte bis knapp an die +15 Grad Marke erreicht werden. Der Frühling macht also seinen Anfang, ob aber ein nachhaltiger Durchbruch des Frühlings im April erfolgen wird, hängt noch von mehreren Faktoren ab.

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Winter gegen Frühling

Für Anfang April ist die Sache eigentlich klar - der Frühling wird sich über kurz oder lang durchsetzen. Doch der April ist auch bekannt für seine Wechselspiele, wo an einem Tag +15 bis +20 Grad erreicht werden können und Tags darauf sind Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer bis in tiefere Lagen möglich.

Über Ostern: vom Frühling in den Winter?

So in etwa waren auch die Berechnungen von heute, bei der die Temperaturen am Ostersonntag über manchen Regionen bis weit über die +15 Grad Marke hinaus ansteigen konnten. Am Ostermontag wurden dann bei Temperaturen von +1 bis +5 Grad Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer simuliert. Aprilwetter zu Ostern 2018 - Verrückt sagen die einen, für den April - der macht was er will - aber was völlig normales.

Prallen warme auf kalte Luftmassen, dann <em>knallt</em> es im April schon manchmal
Prallen warme auf kalte Luftmassen, dann knallt es im April schon manchmal

Wetter im April 2018: Polarwirbelsplitt und Trogausbildung bleiben Unsicherheitsfaktoren

Für den Ostersonntag und Ostermontag zeichnet sich über Deutschland, Österreich und der Schweiz eine Trogwetterlage ab. Im Gegensatz aber zu den Berechnungen der letzten Tage simulierten die Wettermodelle tagsüber Varianten, bei der der Trog weiter westlich über Europa niedergehen kann. Deutschland würde somit auf der warmen Vorderseite, oder aber inmitten einer turbulenten Grenzwetterlage des Troges liegen können.

Wie knapp die Entscheidung zwischen Frühling und nasskalten Wetterverhältnissen Anfang April ausfallen kann, zeigte bspw. das amerikanische Wettermodell heute Nachmittag, bei der ein Tiefdruckzentrum über England sehr warme Luftmassen nach Norden führt und sich bis zum 2. April nur sehr langsam nach Skandinavien verlagert. Gleichzeitig entsteht aber ein Mittelmeertief, welches den Warmlufttransport nach Norden aufrecht erhält. Nichtsdestotrotz können bei einem wechselhaften Wettercharakter kühlere Luftmassen nach Norden einströmen.
Nur mal so: der direkte Modelloutput hätte über dem Südosten Werte von +20 Grad und über dem Nordwesten von +8 Grad zur Folge. Begleitet wird das Ganze von kräftigen und länger andauernden Niederschlägen, welche zum Ostermontag bei Werten von +0 bis +6 Grad bis auf die mittleren Lagen herab in Schnee übergehen können.

Winter gegen Frühling: Wer setzt sich im April durch?

Auf lange Sicht sicherlich der Frühling, denn mit steigendem Sonnenstand hat der Winter einen zunehmend schwereren Stand. Aber auch hier: der April macht was er will. So gab es bspw. letztes Jahr am 26. April nochmals Schneefall bis auf tiefere Lagen herab. Und mit entscheidend wird sein, ob der Polarwirbel einen Splitt erfährt. Das bedeutet, dass der Polarwirbel in zwei autark von einender agierende Teilwirbel gesplittet wird. Für Mitteleuropa hat das eine höhere Wahrscheinlichkeit für kühlere Trogwetterlagen, aber auch hier ist die Position von entscheidender Bedeutung.

Polarwirbelberechnung April

Berechnung Polarwirbel nach dem amerikanischen Wettermodell: Anfang April Trog mit Grenzwetterlage über Deutschland © www.meteociel.fr

Im ersten Aprildrittel: Trend zum Skandinavienhoch

Interessant sind aber die Berechnungen der Kontrollläufe in den letzten Tagen. Auslöser ist jeweils hoher Luftdruck über Grönland, welcher sich entweder weiter in Richtung Alaska durch den Polarwirbel schiebt, oder sich nach Osten zum Kontinentalhoch ausdehnt. Die erste Variante hätte mit einem Polarwirbelsplitt über Deutschland eine kalte Trogwetterlage zur Folge, die zweite Variante besticht durch ein Skandinavienhoch.
Etabliert sich das Hochdrucksystem über dem skandinavischen Raum Anfang April, so sind die Tiefdrucksysteme gezwungen, einen Umweg über den Süden zu nehmen. Anstatt sich die Tiefdruckrinne von Neufundland über Island bis nach Skandinavien erstreckt, erfolgt mit Neufundland, Azoren und der Mittelmeerregion eine deutlich südlichere Zugbahn. Gleichzeitig aber blockiert das Skandinavienhoch die Kaltluftzufuhr aus nördlichen Richtungen und in Folge daraus wäre mit gemäßigt warmen Frühlingswetter noch im ersten April-Drittel zu rechnen. Beide Varianten aber zählen zu den gestörten Zirkulationsmustern. Bis das Wetter also wieder normal werden kann, wird wohl noch eine Zeit vergehen.

Polarwirbelberechnung April

Berechnung Polarwirbel nach Kontrolllauf: Im ersten April Drittel Tendenz zur Ausbildung eines Hochdrucksystems über Skandinavien © www.meteociel.fr

Kontrollläufe bestätigen ein breites Entwicklungsspektrum

Das ist nichts neues und bestätigt im Grunde nur die noch bestehenden Unsicherheiten. Sehr kalte und warme Varianten halten sich in etwa die Waage. Der Mittelwert liegt an Ostern und auch an den Tagen darüber hinaus mit +8 Grad über dem Norden und bis +11 Grad über dem Süden in einem Jahreszeit typischen Bereich, welcher über dem Süden auch etwas zu warm ausfallen kann. Setzt man das mit den letzten Tagen in Vergleich, so geht der Trend - vor allem über Süddeutschland - von einer zu kalten hin zu einer etwas zu warmen Wetterlage. Ob ein frühlingshaft mildes Wetter daraus wird, bleibt aber abzuwarten.

Diagramm Temperaturen April 2018 vom 23.03.2018

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe April 2018 von zu kalt, normal, zu warm.

Wetter im April 2018: Wetterprognose des Langfristmodells

Das Langfristmodell berechnet den April 2018 in seiner aktuellen Prognose mit einer Abweichung von -1 bis +0,5 Grad im normalen Bereich mit dem Trend etwas zu kühl auszufallen. Vor allem der Norden von Europa wird zu kühl berechnet. Das stützt natürlich die These des Polarwirbelsplits, bzw. den Trog über Mitteleuropa. In der Niederschlagserwartung wird der Süden von Deutschland etwas zu nass berechnet, während der Norden unauffällig gegenüber dem Sollwert simuliert wird.

Die nächste Aktualisierung erfolgt am 24. März gegen 9:00 Uhr in einer neuen Wettervorhersage zum Wetter März 2018.

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