Das Wetter kippt: Frontalzone bricht zusammen - Blockadehoch bringt neue Dynamik
Der Polarwirbel löst in den kommenden Tagen mit einem massiven Vorstoß kalter Luftmassen polaren Ursprungs zwischen dem östlichen Kanada und Grönland auf den Atlantik eine Kettenreaktion aus. Infolge entstehen auf dem Atlantik kräftige Tiefdrucksysteme, welche in den kommenden Stunden Skandinavien erreichen und auf ihrer Vorderseite nochmals ungewöhnlich warme Luftmassen weit nach Norden führt. Im weiteren Verlauf der Woche intensiviert sich die Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik und führt eine Störung nach der anderen in Richtung Skandinavien, wodurch sich die Tiefdruckrinne auf dem Atlantik weiter formieren kann. Doch zum Beginn der letzten Septemberdekade reißt die Verbindung plötzlich ab: Die Tiefdruckrinne über dem Atlantik bricht abrupt zusammen und ein Blockadehoch schiebt sich nach Norden. Somit kündigt sich bereits der nächste markante Wetterwechsel im September an. Ob daraus stabiles Spätsommerwetter oder unbeständiges Frühherbstwetter wird, hängt nach wie vor von der Positionierung des Hochdrucksystems ab. Aus meteorologischer Sicht stehen somit spannende Zeiten bevor.

Der Himmel über Deutschland zeigt sich heute wechselnd bewölkt, ehe im Tagesverlauf von Nordwesten dichte Wolkenfelder aufziehen und zu den Nachmittagsstunden über dem Nordwesten Deutschlands erste Schauer und örtliche Gewitter bringen. In der Nacht auf Mittwoch breiten sich die Schauer und Gewitter weiter nach Süden aus und sorgen etwa südlich der Linie Saarland und Berlin am Mittwoch für unbeständiges Wetter mit weiteren Schauern und Gewittern (Gewitterradar). Ist die Gewitterfront durchgezogen, lockert die Bewölkung rückseitig auf und die Sonne kommt häufiger zum Vorschein. Die Temperaturen erreichen heute verbreitet +24 bis +28 Grad und steigen über dem Südwesten örtlich auf bis +30 Grad, während in Schauernähe bis +20 Grad möglich sein können. Am Mittwoch werden vor Eintreffen der Gewitterfront nochmals bis +28 Grad erreicht, bevor die Temperaturen auf +15 bis +20 Grad zurückgehen.
Sturmtief bei Island bringt unbeständiges Wetter nach Deutschland
Von Donnerstag bis einschließlich Samstag entwickelt sich bei Island ein Sturmtief, dessen Ausläufer sich bis über Skandinavien erstrecken und mit ihrem südlichen Gradienten das Wetter über Deutschland beeinflussen können. So kommt der Wind über dem Norden stark böig und an den Küsten von Nord- und Ostsee sogar stürmisch aus südwestlichen bis westlichen Richtungen. Über dem Landesinneren weht der Wind meist schwach bis mäßig. Starke bis wechselnde Bewölkung zieht über Deutschland hinweg, aus der sich zeitweilige Schauer und örtliche Gewitter entwickeln können. Die Niederschlagsaktivität ist über dem Norden grundsätzlich höher einzustufen als über dem Südwesten. Die Temperaturen pendeln sich meist zwischen +17 und +22 Grad ein und können bei länger andauerndem Niederschlag um die +15-Grad-Marke schwanken. Wer es genauer wissen möchte: Wetter September 2026.

Großwetterlage kippt: Blockadehoch baut sich auf
Schaut man sich die oben stehenden Wetterkarten genauer an, erkennt man das Zusammenbrechen der Tiefdruckrinne über dem Atlantik, noch bevor diese sich überhaupt entwickeln kann. Wer bei uns schon länger zu Gast ist, der weiß, dass eine nachhaltige Reaktivierung der Frontalzone auf dem Atlantik bis Ende September äußerst unwahrscheinlich ist.
Der Grund ist das Azorenhoch, welches sich zum Beginn der letzten Septemberdekade über dem Atlantik weit nach Norden aufwölbt und die Tiefdrucksysteme blockiert. Gleichzeitig trogt das Tiefdruckgebiet über Skandinavien nach Süden aus und wird im Hinblick auf stabiles und warmes Spätsommerwetter oder durchwachsenes Frühherbstwetter eine entscheidende Rolle spielen.
Europäisches Wettermodell mit stabilem Spätsommerhoch über Mitteleuropa
Die Wetterprognose des europäischen Vorhersagemodells lässt den Tiefdruckwirbel über Skandinavien zwischen Osteuropa und dem westlichen Russland nach Süden austrogen. Dem Trog gelingt es nicht mehr das Wetter über Deutschland zu beeinflussen.
Stattdessen kippt das Blockadehoch über dem Atlantik zügig nach Osten ab und etabliert zum 23. September seinen Hochdruckkern direkt über Mitteleuropa. Dieser lässt sich zwar immer wieder durch vorüberziehende Tiefdruckgebiete von Island nach Skandinavien etwas nach Süden drängen, zeigt sich aber bis Ende September über Mitteleuropa äußerst stabil mit weitreichenden Konsequenzen für das Wetter über Deutschland, Österreich und der Schweiz.
Kaum Regen und für die Jahreszeit ungewöhnlich hohe Temperaturen
Über Deutschland hat das im gesamten Zeitraum vom 20. bis 30. September weitgehend sonniges, stabiles und ungewöhnlich warmes Spätsommerwetter zur Folge. Mit nennenswertem Regen ist im gesamten Zeitraum nicht zu rechnen, was die Dürre über einigen Landesteilen weiter intensiviert.
Die Temperaturen steigen vom 22. September mit +15 bis +20 Grad bis zum 28. September auf +22 bis +26 Grad an, wobei über dem Südwesten örtlich Temperaturen von bis +28 Grad möglich sein können. Über Teilen von Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern können sie mit +17 bis +22 Grad auch unter der +20-Grad-Marke bleiben.
Nur zum Vergleich: Für Ende September sind Temperaturen von +12 bis +17 Grad typisch.

Wetterprognose des amerikanischen Vorhersagemodells mit Blockadehoch und Störimpulsen
Die Wetterprognose der Amerikaner ähnelt zunächst der des europäischen Vorhersagemodells. Das Blockadehoch wölbt sich auf dem Atlantik weit nach Norden auf, doch trogt das Tiefdruckgebiet über Skandinavien weiter nach Süden aus und erreicht zum 24. September die Mittelmeerregion.
In der Folge wird das Hochdruckgebiet selbst blockiert und kann nicht über Mitteleuropa nach Osten abkippen. Ein Hochdruckkern über Mitteleuropa ist bis zum 23. September nicht möglich. Stattdessen liegt der Hochdruckkern über England und somit westlich von Deutschland.
Gestörte Zirkulation mit meridional verlaufender Grundströmung
Das führt über Mitteleuropa zu einem stark meridionalen Verlauf der Grundströmung, wobei Deutschland, Österreich und die Schweiz zunächst in eine nördliche Anströmung der Luftmassen geraten können.
Das hat über dem Norden leicht unbeständiges und über dem Süden meist trockenes und sonniges Wetter zur Folge. Die Temperaturen pendeln sich auf +18 bis +22 Grad ein. Bei einer längeren Sonnenscheindauer können bis +24 Grad und in Schauernähe bis +15 Grad möglich sein.
Trog wird abgeschnürt: Störimpuls erreicht Mitteleuropa
Vom 25. bis 30. September dehnt sich das Blockadehoch über England in Richtung Skandinavien aus und schnürt den Trogprozess über Osteuropa ab. Dieser wird in ein Störimpuls umgewandelt, und dreht zunächst über Osteuropa und ab dem 29. September auch über Mitteleuropa seine Runden.
Das Wetter über Deutschland bleibt zunächst noch bis zum 27. September weitgehend trocken und für die Jahreszeit zu warm, bevor der Störimpuls von Ost nach West zieht und vom 28. bis 30. September bei starker bis wechselnder Bewölkung zeitweiligen Niederschlag bringen kann. Die Temperaturen gehen auf +14 bis +18 Grad zurück und können bei länger andauerndem Niederschlag auch darunter liegen.

Auf den Punkt gebracht: Blockadehoch kommt, die Unsicherheiten bleiben
Am Resümee der vergangenen Tage ändert sich auch heute nichts. Noch immer berechnen die Vorhersagemodelle ein Blockadehoch, das sich in Richtung Mitteleuropa entwickelt. Dieses kann entweder zu einem stabilen, nachhaltigen Hochdruckkern über Mitteleuropa führen oder sich über den nördlichen Breiten positionieren, was zur Unterwanderung am südlichen Gradienten von sogenannten Störimpulsen führen kann.
Trotz ähnlicher Entwicklung der Großwetterlage kann sich für Deutschland daraus völlig unterschiedliches Wetter ergeben. Das Spektrum reicht von frühherbstlichem Dauerregen hin zu ungewöhnlich warmem und trockenem Spätsommerwetter.
Kontrollläufe bestätigen die ungewöhnliche Wärme bis Ende September
Die Temperaturprognose aus dem Mittelwert aller Kontrollläufe bestätigt für den Zeitraum vom 20. bis 29. September eine Temperaturanomalie von +2 und +4 Grad über dem vieljährigen Klimamittel, wobei über dem Süden phasenweise eine Anomalie von bis zu +6 Grad simuliert wird.
Niederschlag bleibt bis Ende September Mangelware
Auch in der Niederschlagsprognose bestätigt sich der Trend der vergangenen Tage. Die Niederschlagssignale sind um den 16. September herum leicht und über dem Norden mäßig erhöht, gehen aber vom 18. bis 30. September in den schwach erhöhten Bereich zurück - verbreitet ist trockenes Wetter zu erwarten.
KI-Wetterprognosen bestätigen den Trend zu ungewöhnlicher Wärme
Der Wettertrend der vergangenen Tage war stets südwestlich geprägt. Betrachtet man den Mittelwert aller Kontrollläufe sowie die KI-Wetterprognosen der Vorhersagemodelle, erkennt man - trotz unterschiedlicher Details - in der Berechnung eine hohe Wahrscheinlichkeit für eine südwestliche Anströmung der Luftmassen.
Sowohl ein Aufwölben des Hochdruckgebiets über Mitteleuropa weit nach Norden als auch eine Unterwanderung durch Störimpulse sind möglich. Und so schließt sich das Fazit heute mit einer erneut hohen Wahrscheinlichkeit für trockenes und zu warmes Wetter bis Ende September. Schaun mer mal.

| Datum | Temperaturspektrum | Temperaturmittelwert |
|---|---|---|
| 22. September | +10 bis +25 Grad | +19 bis +21 Grad |
| 25. September | +12 bis +28 Grad | +19 bis +21 Grad |
| 30. September | +9 bis +26 Grad | +17 bis +19 Grad |

Wetterdaten Oktober 2026
Top-10 Extremwerte Oktober 2026
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Wert Datum Station Bundesland 27,5 01.10.2026 Aschersleben-Mehringen Sachsen-Anhalt 27,0 01.10.2026 Coschen Brandenburg 26,5 01.10.2026 Bernburg - Saale (Nord) Sachsen-Anhalt 26,5 01.10.2026 Jena (Sternwarte) Thüringen 26,2 01.10.2026 Harzgerode Sachsen-Anhalt 26,2 01.10.2026 Langenlipsdorf Brandenburg 26,1 01.10.2026 Schwarzburg Thüringen 25,9 01.10.2026 Berlin-Tempelhof Berlin 25,9 01.10.2026 Manschnow Brandenburg 10,6 04.10.2026 20098 -
Wert Datum Station Bundesland 1,2 04.10.2026 Zugspitze Bayern 2,6 01.10.2026 Schorndorf-Knöbling Bayern 2,9 01.10.2026 Tirschenreuth-Lodermühl Bayern 3,3 04.10.2026 Karlshagen Mecklenburg-Vorpommern 3,6 04.10.2026 Anklam Mecklenburg-Vorpommern 3,7 01.10.2026 Mallersdorf-Pfaffenberg-Oberlindhart Bayern 3,7 01.10.2026 Neustadt am Kulm-Filchendorf Bayern 3,7 04.10.2026 Oberharz am Brocken-Stiege Sachsen-Anhalt 3,9 04.10.2026 Gilserberg-Moischeid Hessen 4,0 01.10.2026 Amberg-Unterammersricht Bayern -
Wert Datum Station Bundesland 136,3 02.10.2026 Oppenau Oberes Renchtal Baden-Württemberg 72,6 04.10.2026 Meßstetten-Appental Baden-Württemberg 56,2 01.10.2026 Lennestadt-Theten Nordrhein-Westfalen 40,7 01.10.2026 Hannover-Herrenhausen Niedersachsen 38,1 01.10.2026 Laatzen-Rethen Niedersachsen 37,0 01.10.2026 Edertal-Bergheim Hessen 36,8 01.10.2026 Münder, Bad Niedersachsen 36,5 01.10.2026 Marsberg-Leitmar Nordrhein-Westfalen 35,9 04.10.2026 Stetten-Frohnstetten Baden-Württemberg 35,5 01.10.2026 Ottersberg-Otterstedt Niedersachsen -
Wert Station Bundesland 154,1 Oppenau Oberes Renchtal Baden-Württemberg 74,9 Meßstetten-Appental Baden-Württemberg 56,6 Lennestadt-Theten Nordrhein-Westfalen 40,8 Hannover-Herrenhausen Niedersachsen 38,3 Laatzen-Rethen Niedersachsen 38,1 Schömberg-Stausee Baden-Württemberg 37,6 Balingen-Bronnhaupten Baden-Württemberg 37,2 Edertal-Bergheim Hessen 37,2 Münder, Bad Niedersachsen 36,8 Bienenbüttel-Bargdorf Niedersachsen -
Wert Station Bundesland 0,0 Ahrensfelde Brandenburg 0,0 Altendorf Bayern 0,0 Anger-Stoißberg Bayern 0,0 Angermünde Brandenburg 0,0 Annaburg Sachsen-Anhalt 0,0 Arkona Mecklenburg-Vorpommern 0,0 Aschau-Innerkoy Bayern 0,0 Aschau-Stein Bayern 0,0 Bärnau-Naab Bayern 0,0 Hagelstadt Bayern -
Wert Datum Station Bundesland 53,3 01.10.2026 Feldberg - Schwarzwald Baden-Württemberg 50,8 01.10.2026 Leuchtturm Alte Weser Niedersachsen 48,6 01.10.2026 Spiekeroog (SWN) Niedersachsen 48,6 02.10.2026 Brocken Sachsen-Anhalt 47,9 01.10.2026 Arkona Mecklenburg-Vorpommern 47,5 01.10.2026 Zinnwald-Georgenfeld Sachsen 46,4 02.10.2026 Harburg Bayern 44,6 01.10.2026 Görlitz Sachsen 44,6 01.10.2026 Hahn Rheinland-Pfalz 44,6 01.10.2026 Klippeneck Baden-Württemberg -
Wert Station Bundesland 33,5 Zwiesel Bayern 33,4 Grainet-Rehberg Bayern 33,2 Saldenburg-Entschenreuth Bayern 32,3 Fürstenzell Bayern 31,6 Großer Arber Bayern 31,5 Kleve Nordrhein-Westfalen 30,9 Reit im Winkl Bayern 30,7 Zugspitze Bayern 30,7 Waldmünchen Bayern 30,3 Spiekeroog (SWN) Niedersachsen -
Wert Station Bundesland 2,6 Stötten Baden-Württemberg 7,2 Jeßnitz Sachsen-Anhalt 8,0 Schmücke Thüringen 8,3 Naumburg - Saale-Kreipitzsch Sachsen-Anhalt 8,3 Leipzig - Halle Sachsen 8,5 Leipzig-Holzhausen Sachsen 8,5 Wolfach Baden-Württemberg 8,6 Lauchstädt, Bad Sachsen-Anhalt 9,2 Zeitz Sachsen-Anhalt 9,3 Weihenstephan-Dürnast Bayern
Die aktuelle Durchschnittstemperatur im Oktober 2026 beträgt 14,7 °C. Die Temperaturanomalie beträgt im Vergleich zum vieljährigen Klimamittelwert von 1961/90 aktuell 5,8 °C (91/20 5,3 °C). Am 01.10.2026 konnte mit 27,5 °C über Aschersleben-Mehringen (Sachsen-Anhalt) die höchste und am 04.10.2026 mit 1,2 °C über Zugspitze (Bayern) die tiefste Temperatur registriert werden. Das wärmste Bundesland ist mit einer durchschnittlichen Temperatur von 15,9 °C Saarland. Frischer ist der Oktober 2026 mit einem Durchschnittswert von 14,0 °C bisweilen über Thüringen.
Im Oktober 2026 konnte bis zum heutigen Tag eine Niederschlagssumme von 8,3 l/m² registriert werden. Der Sollwert zum Klimamittelwert von 1961/90 wurde zu 15 % erfüllt. Regentage mit mehr als 1 l/m² Regen gab es an 1 Tagen.
Die Sonnenscheindauer konnte mit rund 20,2 Stunden ihren Sollwert von 109,3 Stunden zu 18 % erfüllen. Den meisten Sonnenschein gab es mit 33,5 Stunden über der Zwiesel (Bayern). Vergleichsweise wenig Sonnenschein gab es mit 2,6 Stunden über der Stötten (Baden-Württemberg).









