Spätsommer am Wendepunkt: So realistisch ist ein früher Start in den Herbst
Spätsommer vor dem Scheideweg. Tiefdrucksysteme, die vom Atlantik heranziehen, laufen in den kommenden Tagen voll auf das Blockadehoch über Skandinavien auf und drängen dieses nach Osten zurück. Nach und nach wird so der Weg für die Tiefdrucksysteme frei, die von Neufundland und Island über England sowie das europäische Nordmeer bis nach Skandinavien ziehen und zunehmend das Wetter über Deutschland, Österreich und der Schweiz beeinflussen. Der Spätsommer wird unter Druck gesetzt und kann unter bestimmten Voraussetzungen auch frühherbstlich frisch ausfallen. Ob sich der Spätsommer noch einmal durchsetzen kann, oder ob die Großwetterlage in Richtung Frühherbst kippt, schauen wir uns heute genauer an.

Ein Tiefdruckgebiet über dem Atlantik läuft heute voll auf das Blockadehoch über Skandinavien auf und schiebt auf seiner Vorderseite ungewöhnlich warme Luftmassen weit nach Norden. Das lässt die Temperaturen heute auf +25 bis +30 Grad und örtlich sogar auf bis zu +30 Grad ansteigen, bevor am späten Nachmittag von Westen her die ersten kräftigen und regional auch unwetterartigen Schauer und Gewitter einsetzen. Diese breiten sich in der Nacht auf Freitag weiter nach Osten aus und erreichen am Freitagnachmittag auch die östlichen Landesteile. Neben Blitz- und Hagelschlag sind auch Stark- und Platzregen, lokale Überflutungen, Sturzfluten und stürmische Windböen möglich (Gewitterradar || Warnlagenbericht). Sobald die Gewitterfront durchgezogen ist, gehen die Temperaturen am Freitag auf +20 bis +25 Grad zurück.
Der September beginnt zu warm und unbeständig
Über das Wochenende erreichen weitere Frontensysteme vom Atlantik kommend Mitteleuropa und drängen das Blockadehoch über Skandinavien weiter nach Osten bis über das westliche Russland zurück. So etabliert sich über Deutschland, Österreich und der Schweiz eine Südwestwetterlage, die zu unbeständigem Wetter führt und die Temperaturen zumeist auf Werte zwischen +20 und +25 Grad einpendeln lässt. In Schauernähe können die Temperaturen auf bis zu +17 Grad zurückgehen. Der Wind frischt phasenweise böig auf und kommt aus südwestlichen Richtungen. Bis zum dritten September ändert sich daran zunächst wenig. Wer es genauer wissen möchte: Wetter September 2026.

Der Spätsommer vor dem Scheideweg
Es hat sich in den vergangenen Tagen nichts daran geändert, dass der Spätsommer vor dem Scheideweg steht, am Wendepunkt angekommen, oder am Kippen ist. Man erkennt das sehr gut auf den obenstehenden Wetterkarten, auf denen die Frontalzone weit in Richtung Europa strebt und sich im Bereich zwischen Grönland, Island und dem europäischen Nordmeer ein kräftiges Tiefdrucksystem ausbilden kann, während das Blockadehoch über Skandinavien weit nach Osten zurückgedrängt wird.
So wird der Weg für die Tiefdruckfronten nach Skandinavien frei, sodass sie sich dort als zentral steuerndes Tiefdrucksystem eindrehen und die Großwetterlage im Hinblick auf den Spätsommer komplett auf den Kopf stellen können.
Europäisches Wettermodell berechnet erst Hitze, dann den Vorstoß des Frühherbstes
Geht es nach der Wetterprognose des europäischen Vorhersagemodells, so dreht sich das Tiefdruckgebiet zwischen Grönland und Island ein und mit seinem Kerngebiet Skandinavien zunächst nicht erreichen, sondern dreht noch auf dem Atlantik seine Runden und trogt etwas nach Süden aus. Infolge daraus dehnt sich bis zum 6. September ein Keil des Azorenhochs über Mitteleuropa weit nach Norden aus und erhält über Deutschland, Österreich und der Schweiz die Südwestwetterlage aufrecht. So können die Temperaturen vom 4. September mit +18 bis +24 Grad bis zum 6. September auf +25 bis +30 Grad ansteigen. Über den östlichen und südlichen Landesteilen werden Temperaturen von bis +34 Grad berechnet.
Ab dem 6. September kippt das Wetter
Der Warmluftschub ist der Vorderseitenanströmung der Tiefdrucksysteme auf dem Atlantik zu verdanken, die jedoch nicht von Dauer ist, denn im Zeitraum vom 6. bis 9. September berechnet die Wetterprognose des europäischen Vorhersagemodells ein Vordringen der Tiefdrucksysteme nach Skandinavien, während sich zur gleichen Zeit das Azorenhoch auf dem Atlantik weit nach Norden in Richtung Grönland ausdehnt.
So stellt sich ein meridional verlaufendes Strömungsmuster ein und das Tiefdruckgebiet über Skandinavien kann weit nach Süden in Richtung der Mittelmeerregion austrogen und so das Wetter bis zum 10. September über Deutschland, Österreich und der Schweiz dominieren.
Temperatursturz auf bis zu +11 Grad bringt den Frühherbst
Die Temperaturen gehen über Deutschland vom 7. September mit +18 bis +24 Grad bis zum 9. September auf +11 bis +15 Grad zurück, wobei bei längerer Sonnenscheindauer noch Werte bis +17 Grad möglich sein können. Ein stark böiger Wind aus nördlichen Richtungen und zeitweiliger Niederschlag vervollständigen den frühherbstlichen Wettercharakter.

Amerikanisches Wettermodell mit Spätsommer und frühherbstlichen Wetteraussichten
Die Wetterprognose des amerikanischen Vorhersagemodells ähnelt heute stark jener der Europäer. So kann sich bis zum 4. September ein Tiefdrucksystem zwischen Island und dem europäischen Nordmeer eindrehen, sich intensivieren und bis zum 8. September als Sturmtief weiter in Richtung Skandinavien ziehen.
Spätsommerwetter mit Temperaturen von bis +34 Grad
Bis das Sturmtief Skandinavien erreicht, führt es auf seiner Vorderseite ungewöhnlich warme Luftmassen weit nach Norden. Die Temperaturen über Deutschland, Österreich und der Schweiz steigen vom 5. September mit +18 bis +24 Grad über +26 bis +32 Grad am 7. September bis zum 8. September örtlich sogar auf bis zu +34 Grad an.
In diesem Zeitraum wechseln sich Sonne und Wolken ab und die Niederschlagsaktivität bleibt gering. Der Wind frischt über der Nordhälfte stark böig auf und an den Küsten von Nord- und Ostsee sind stürmische Windböen aus südwestlichen Richtungen kommend möglich.
Der Frühherbst mit unbeständigem Septemberwetter
Vom 7. bis 10. September zieht das Sturmtief zügig über Skandinavien in Richtung der Barentssee nach Nordosten ab, drängt jedoch mit einem Ableger über das südliche Skandinavien in Richtung Mitteleuropa vor und beeinflusst so das Wetter über Deutschland.
In der Folge herrscht vom 9. bis 11. September ein äußerst unbeständiger Wettercharakter vor, bei dem über der Südhälfte mit länger andauerndem und teils ergiebigem Niederschlag gerechnet werden kann. Die Temperaturen gehen auf +15 bis +20 Grad zurück, können in sonnigen Momenten bis +23 Grad ermöglichen, während die Werte bei länger andauerndem Niederschlag zwischen +10 und +14 Grad liegen können.

Auf den Punkt gebracht: Der Spätsommer vor dem Wendepunkt
In den kommenden Tagen stellt sich bis weit in den September eine dominierende, wechselhafte und für die Jahreszeit zu warme Südwestwetterlage ein. Am 5. und 6. September bestätigt sich erneut die bereits in den vergangenen Tagen erkennbare Schlüsselszene, in der das Wetter entweder in Richtung eines nachhaltig stabilen Spätsommerwetters kippt oder dem Frühherbst den Weg bereitet. Entscheidend ist, ob sich das Tiefdrucksystem über Skandinavien eindreht und nach Süden austrogt, oder ob es zwischen Island und England über dem Atlantik verweilt und auf seiner Vorderseite weiterhin ungewöhnlich warme Luftmassen nach Norden führen kann.
Kontrollläufe mit starken Signalen für warmes und unbeständiges Spätsommerwetter
Gleich vorweg: Beide Vorhersagemodelle berechnen mit ihrem frühherbstlichen Wettertrend zum Ende der ersten Septemberdekade im Vergleich zu den Kontrollläufen die mit Abstand kältesten Varianten. Möglich ja, wahrscheinlich nein.
Die Kontrollläufe selbst berechnen im Zeitraum vom 1. bis 11. September über dem Norden eine Temperaturanomalie von +1 bis +2 Grad und über dem Süden von +2 bis +4 Grad und phasenweise von bis zu +5 Grad. Somit schwanken die Temperaturen zwischen +22 und +24 Grad und können phasenweise die sommerliche +25-Grad-Marke übersteigen.
Kommt ausreichend Niederschlag?
Nimmt man an, dass das Tiefdruckgebiet über Skandinavien nach Süden austrogt, wäre über Deutschland, Österreich und der Schweiz ein äußerst unbeständiger Wettercharakter mit zeitweiligem und regional auch länger andauerndem Niederschlag zu erwarten.
Genau dieses Szenario stützt die Niederschlagsprognose der Kontrollläufe nicht. Zwar ist im Zeitraum vom 28. August bis zum 11. September über dem Norden eine leicht erhöhte Niederschlagsaktivität auszumachen. Weiter nach Süden südlich sind lediglich zum 2. September mäßig hohe Niederschlagssignale auszumachen, sonst verweilen diese meist im schwach erhöhten Bereich - das spricht nicht für ausreichend Niederschlag und somit auch nicht für einen frühherbstlichen Trog über Mitteleuropa.
Der Mittelwert aller Kontrollläufe favorisiert, wie man auf den nachfolgenden Wetterkarten unschwer erkennen kann, weiterhin die leicht unbeständige, aber für die Jahreszeit zu warme Südwestwetterlage. Gestützt wird dieser Wettertrend durch die KI-Wetterprognose des europäischen Vorhersagemodells, während die KI-Wettervorhersage der Amerikaner einen frühherbstlichen Wettertrend bestätigt.
Um es auf den Punkt zu bringen: Der Spätsommer steht mit der Schlüsselszene vom 5. bis 6. September vor dem Scheideweg, keine Frage. Geht es jedoch um die Wahrscheinlichkeiten, so hat die Südwestwetterlage mit einem für die Jahreszeit zu warmen und unbeständigen Wettercharakter weiterhin eine hohe bis sehr hohe Eintrittswahrscheinlichkeit. Schaun mer mal.

| Datum | Temperaturspektrum | Temperaturmittelwert |
|---|---|---|
| 2. September | +16 bis +25 Grad | +20 bis +22 Grad |
| 6. September | +13 bis +31 Grad | +21 bis +24 Grad |
| 11. September | +8 bis +31 Grad | +19 bis +21 Grad |

Wetterdaten September 2026
Top-10 Extremwerte September 2026
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Wert Datum Station Bundesland 33,7 07.09.2026 Ohlsbach Baden-Württemberg 33,5 04.09.2026 Lahr Baden-Württemberg 33,5 04.09.2026 Ohlsbach Baden-Württemberg 33,5 04.09.2026 Rheinfelden Baden-Württemberg 33,4 07.09.2026 Lahr Baden-Württemberg 33,2 04.09.2026 Rheinau-Memprechtshofen Baden-Württemberg 33,2 07.09.2026 Waghäusel-Kirrlach Baden-Württemberg 33,1 07.09.2026 Rheinau-Memprechtshofen Baden-Württemberg 33,0 07.09.2026 Andernach Rheinland-Pfalz 15,0 07.09.2026 20098 -
Wert Datum Station Bundesland -0,2 01.09.2026 Zugspitze Bayern 4,1 06.09.2026 Arnsberg-Neheim Nordrhein-Westfalen 4,1 06.09.2026 Gilserberg-Moischeid Hessen 4,4 06.09.2026 Meßstetten-Appental Baden-Württemberg 4,5 06.09.2026 Zwiesel Bayern 4,6 07.09.2026 Sohland - Spree Sachsen 4,7 06.09.2026 Brocken Sachsen-Anhalt 4,8 06.09.2026 Kronach Bayern 5,1 06.09.2026 Fulda-Horas Hessen 5,2 06.09.2026 Königshofen, Bad Bayern -
Wert Datum Station Bundesland 57,0 04.09.2026 Drochtersen Niedersachsen 56,5 04.09.2026 Steinau, Kr. Cuxhaven Niedersachsen 52,8 04.09.2026 Quickborn Schleswig-Holstein 50,6 04.09.2026 Cadenberge Niedersachsen 49,3 04.09.2026 Bargteheide Schleswig-Holstein 49,1 04.09.2026 Teterow Mecklenburg-Vorpommern 47,0 04.09.2026 Wittmund-Carolinensiel Niedersachsen 46,5 04.09.2026 Freiburg - Elbe Niedersachsen 44,6 04.09.2026 Baumgarten Mecklenburg-Vorpommern 44,4 04.09.2026 Lamstedt Niedersachsen -
Wert Station Bundesland 78,1 Steinau, Kr. Cuxhaven Niedersachsen 76,6 Cadenberge Niedersachsen 75,9 Drochtersen Niedersachsen 72,1 Lamstedt Niedersachsen 71,6 Freiburg - Elbe Niedersachsen 70,2 Quickborn Schleswig-Holstein 65,9 Teterow Mecklenburg-Vorpommern 65,3 Wittmund-Carolinensiel Niedersachsen 63,2 Lübeck-Blankensee Schleswig-Holstein 62,7 Bargteheide Schleswig-Holstein -
Wert Station Bundesland 0,0 Bobingen Bayern 0,0 Boos Bayern 0,0 Gernsheim Hessen 0,0 Grasellenbach-Hammelbach Hessen 0,0 Kandel Rheinland-Pfalz 0,0 Karlshuld Bayern 0,0 Karlstadt Bayern 0,0 Korbach-Rhena Hessen 0,0 Königsfeld - Schwarzwald Baden-Württemberg 0,0 Lauterecken Rheinland-Pfalz -
Wert Datum Station Bundesland 127,4 04.09.2026 Brocken Sachsen-Anhalt 104,8 04.09.2026 Strucklahnungshörn Schleswig-Holstein 100,8 05.09.2026 Leuchtturm Alte Weser Niedersachsen 99,0 04.09.2026 Wiesenburg Brandenburg 95,0 05.09.2026 Greifswalder Oie Mecklenburg-Vorpommern 94,3 04.09.2026 Spiekeroog (SWN) Niedersachsen 94,3 05.09.2026 Fehmarn Schleswig-Holstein 92,9 04.09.2026 Börßum-Achim Niedersachsen 91,8 04.09.2026 Baruth Brandenburg 90,0 04.09.2026 Darßer Ort (SWN) Mecklenburg-Vorpommern -
Wert Station Bundesland 71,7 Buchenbach Baden-Württemberg 69,1 Lahr Baden-Württemberg 69,1 Rottweil Baden-Württemberg 68,8 Emmendingen-Mundingen Baden-Württemberg 68,8 Meßstetten-Appental Baden-Württemberg 68,8 Weilheim-Bierbronnen Baden-Württemberg 68,3 Dogern Baden-Württemberg 68,1 Feldberg - Schwarzwald Baden-Württemberg 68,0 Albstadt-Badkap Baden-Württemberg 67,8 Lenzkirch-Ruhbühl Baden-Württemberg -
Wert Station Bundesland 24,6 Braunlage Niedersachsen 25,9 Wernigerode-Schierke Sachsen-Anhalt 26,1 Seesen Niedersachsen 26,9 Oberharz am Brocken-Stiege Sachsen-Anhalt 27,6 Brocken Sachsen-Anhalt 27,7 Alfeld Niedersachsen 28,0 Bevern, Kr. Holzminden Niedersachsen 28,8 Stechlin-Menz Brandenburg 29,1 Marnitz Mecklenburg-Vorpommern 29,2 Grambek Schleswig-Holstein
Die aktuelle Durchschnittstemperatur im September 2026 beträgt 17,6 °C. Die Temperaturanomalie beträgt im Vergleich zum vieljährigen Klimamittelwert von 1961/90 aktuell 4,3 °C (91/20 3,8 °C). Am 07.09.2026 konnte mit 33,7 °C über Ohlsbach (Baden-Württemberg) die höchste und am 01.09.2026 mit -0,2 °C über Zugspitze (Bayern) die tiefste Temperatur registriert werden. Das wärmste Bundesland ist mit einer durchschnittlichen Temperatur von 19,3 °C Saarland. Frischer ist der September 2026 mit einem Durchschnittswert von 16,4 °C bisweilen über Sachsen.
Im September 2026 konnte bis zum heutigen Tag eine Niederschlagssumme von 10,0 l/m² registriert werden. Der Sollwert zum Klimamittelwert von 1961/90 wurde zu 16 % erfüllt. Regentage mit mehr als 1 l/m² Regen gab es an 2 Tagen.
Die Sonnenscheindauer konnte mit rund 47,7 Stunden ihren Sollwert von 151,0 Stunden zu 32 % erfüllen. Den meisten Sonnenschein gab es mit 71,7 Stunden über der Buchenbach (Baden-Württemberg). Vergleichsweise wenig Sonnenschein gab es mit 24,6 Stunden über der Braunlage (Niedersachsen).










