Wetterprognose: Sibirische Kälte und maritime Atlantikluft - Ein Auf und Ab des Winters
Die Grenzwetterlage bringt heute und auch im Verlauf der neuen Woche über dem Norden und Nordosten mit Eisregen, gefrierendem Regen, Schneeregen oder Schneefall noch chaotische Wetterverhältnisse, während über dem Südwesten und Westen mit bis +14 Grad ein Hauch von Frühling heranweht. Die Großwetterlage aber kippt und die Luftmassengrenze zieht sich immer weiter nach Nordosten zurück. Ob nachfolgend der Frühling durchbricht oder der Hochwinter mit sibirischer Kälte Einzug hält, hängt von einem kleinen, aber alles entscheidenden Detail ab - eine wegweisende Veränderung steht unmittelbar bevor.

Die Luftmassengrenze bringt über dem Norden und Nordosten heute weiteren Schneefall, Schneeregen, Eisregen, gefrierenden Regen oder Regen mit teils extremer Glätte (Warnlagenbericht). Nördlich der Linie von Bremen und Berlin schwanken die Temperaturen um den Gefrierpunkt und steigen nach Süden auf +2 bis +6 Grad und über Teilen von Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz, dem Saarland, Baden-Württemberg und Bayern auf +6 bis +12 Grad und ganz über dem Westen und Südwesten örtlich sogar auf bis +14 Grad. Und während östlich der Linie Bremen und München sich der Himmel in einem einheitlichen Grau präsentiert, kommt weiter nach Westen zum Nachmittag häufiger die Sonne zum Vorschein (Wolkenradar).
Wetterwechsel - mehr Wind, mehr Niederschlag - erhöhtes Unwetterpotential
Die Luftmassengrenze erhält sich im Verlauf der kommenden Woche, zieht sich jedoch weiter nach Norden zurück. Der Grund hierfür ist ein Tief der atlantischen Frontalzone, welches weit nach Mitteleuropa vorrückt und auf seiner Vorderseite maritim angewärmte Luftmassen aus südwestlichen Richtungen nach Norden führt. Der Verlauf der Luftmassengrenze bleibt entlang einer grob gefassten Linie zwischen Münster und Dresden erhalten. Nach Süden können Höchstwerte zwischen +8 und +12 Grad und in den kurzen sonnigen Momenten bis +14 Grad erreichen, während nach Norden die Temperaturen mit -1 bis +4 Grad insbesondere über Teilen von Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Berlin um den Gefrierpunkt schwanken. Verläuft der Zeitraum vom 8. bis 10. Februar (So. bis Di.) weitgehend trocken, so setzt ab Dienstagnachmittag von Südwesten Regen ein, der sich zur Wochenmitte nach Norden schiebt und entlang der Luftmassengrenze mit Eisregen, gefrierendem Regen, Regen, Schneeregen und weiter nach Nordosten mit Schneefall zu erneut chaotischen Wetterbedingungen mit einem erhöhten Potential von Unwetter führen kann. Wer es genauer wissen möchte: Wetter Februar.

Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Der Hochwinter scheitert
Die Wetterprognose des europäischen Wettermodells war in den vergangenen Tagen außergewöhnlich kalt. Der Grund war eine südlichere Zugbahn des Tiefdrucksystems über Mitteleuropa, welches auf den obenstehenden Wetterkarten gut zu erkennen ist. Denn nur so wäre ein Anzapfen der polaren Kaltluft über Sibirien möglich gewesen. Zieht das Tief nördlicher, so wie das in der aktuellen Prognose der Fall ist, wird die sibirische Kälte in Richtung europäisches Nordmeer abgeleitet und kann nur noch über Umwege nach Deutschland gelangen.
Luftmassengrenze bricht zusammen
Die Temperaturen bleiben bis zum 13. Februar mit +5 bis +10 Grad und örtlich mit bis +12 Grad auf einem für die Jahreszeit zu hohen Niveau und bereits mit Beginn der zweiten Wochenhälfte bricht die Luftmassengrenze über Deutschland zusammen. Der Niederschlag und die milde Luftmasse setzen sich mit einem böigen Wind bis über den Norden und Nordosten durch - die Folge: kräftiges Tauwetter teils bis auf die höheren Lagen.
Sibirische Kälte wird umgeleitet
Die Zufuhr maritim angewärmter Luftmassen erhält sich noch bis zum 18. Februar und lässt die Temperaturen mit +6 bis +12 Grad und örtlich mit bis +14 Grad weiter ansteigen. In der Zwischenzeit wird die sibirische Kälte durch die Drehbewegung des Tiefdrucksystems gegen den Uhrzeigersinn über die Barentssee in Richtung Skandinavien und europäisches Nordmeer geführt und mithilfe der Rückseitenanströmung nach Süden transportiert.
Der optionale Winter
Abzuwarten ist, ob daraus eine Nordwest- oder eine Nordwetterlage folgt. Nach der aktuellen Wettervorhersage gelangt ein Teil der sibirischen Kälte im Zeitraum vom 18. bis 20. Februar in der Höhe bis an die Alpen, was über Deutschland die Temperaturen mit -1 bis +6 Grad in den nasskalten Bereich zurückgehen lässt. Schnee- oder Schneeregenschauer sind bis auf die tieferen Lagen möglich, doch ist das nicht mit Winterwetter gleichzusetzen. Vielmehr handelt es sich um ein spätwinterliches Spektakel, bei der Winterwetter ab den mittleren Lagen optional bleibt.

Wetterprognose nach dem amerikanischen Wettermodell: Ein Auf und Ab des Winters
Die Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells berechnet heute eine ganz ähnliche Wetterentwicklung, wie es die Europäer simulieren, jedoch mit einem im Hinblick auf den Winter entscheidenden Unterschied - die Frontalzone verläuft südlicher.
Sibirische Kälte setzt sich über Skandinavien fest
Eine der ersten Folgen daraus ist, dass sich die sibirische Kälte nicht so weit nach Westen verlagert, sondern über Skandinavien festsetzt und zwischen dem 14. und 15. Februar nach Süden austrogen kann.
Eisige Polarluft trifft auf maritime Luft - chaotische Wetterverhältnisse
Erreichen die Temperaturen am 13. Februar noch +5 bis +10 Grad, so sind es am 14. Februar -3 bis +2 Grad und am 15. Februar -8 bis +0 Grad.
Im Zeitraum vom 16. bis 18. Februar rauscht ein weiteres Tief in die Polarluft rein und sorgt über dem Süden mit Höchstwerten von bis +12 Grad für einen Temperatursprung, während die Temperaturen über der Nordhälfte mit -2 bis +2 Grad um den Gefrierpunkt herum schwanken können. Ist das Tief durchgezogen, wird rückseitig erneut die kalte Luftmasse angezapft, was am 19. Februar die Höchstwerte mit -12 bis -4 Grad in den hochwinterlichen Bereich abfallen lässt.
Kräftiger Schneefall über Deutschland - teils unwetterartig
Die Tiefdruckeinschübe bringen kräftigen Niederschlag, welcher zwischen dem 17. und 19. Februar entlang der Luftmassengrenze mit 15 bis 30 cm Neuschnee zu unwetterartigem Schneefall führen kann. Doch sorgen die Mildeinschübe auch immer wieder für Tauwetter ein Auf und Ab des Winters.

Auf den Punkt gebracht: Der Winter steht auf der Kippe
So ist es, so bleibt es - der Winter steht nach wie vor auf der Kippe und das liegt nicht nur an der fortgeschrittenen Jahreszeit, sondern hauptsächlich an der Konstellation der Wettersysteme. Man erkennt auf der obenstehenden Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells von heute Mittag, wie kleinteilig ein hochwinterlicher Vorstoß polarer Luftmassen vonstattengehen und auch scheitern kann. Ein Kippmoment - entweder in Richtung Spätwinter oder dem ersten Hauch des Frühlings.
Welches Wetter wahrscheinlich ist
Die Kontrollläufe bleiben von diesem Hin und Her der Prognose-Modelle unbeeindruckt und berechnen seit rund einer Woche beharrlich eine nasskalte Witterung, bei der Winterwetter ab den mittleren Lagen möglich wird.
Analysiert man die Wahrscheinlichkeiten einer hochwinterlichen Phase, so liegt diese am 15. Februar zwischen 38 und 45 Prozent. Für Winterwetter bis auf die mittleren Lagen (400 bis 800 Meter) liegt die Wahrscheinlichkeit bei 90 Prozent und für einen Flachlandwinter bei 81 Prozent. Für den 20. Februar liegt die Wahrscheinlichkeit für den Hochwinter zwischen 20 und 35 Prozent, für Winter ab den mittleren Lagen zwischen 43 und 71 Prozent und für den Flachlandwinter zwischen 25 und 50 Prozent.
Abseits der prozentualen Wahrscheinlichkeit schwankt der Mittelwert der Kontrollläufe am 12. Februar zwischen +8 und +12 Grad, am 15. Februar zwischen +0 und +3 Grad und am 20. Februar zwischen +2 und +4 Grad. Die nasskalte Witterung mit winterlichen Optionen ab den mittleren Lagen bleibt gesetzt. Schaun mer mal.

| Tag | Temperaturspektrum | Temperaturmittelwert |
|---|---|---|
| 13. Februar | -2 bis +10 Grad | +3 bis +7 Grad |
| 17. Februar | -5 bis +10 Grad | +2 bis +4 Grad |
| 22. Februar | -3 bis +11 Grad | +3 bis +5 Grad |

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Wetterdaten Juni 2026
Top-10 Extremwerte Juni 2026
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Wert Datum Station Bundesland 28,5 02.06.2026 Langenlipsdorf Brandenburg 28,0 02.06.2026 Möhrendorf-Kleinseebach Bayern 28,0 02.06.2026 Notzingen Baden-Württemberg 27,8 02.06.2026 Kitzingen Bayern 27,7 02.06.2026 Potsdam Brandenburg 27,6 02.06.2026 Metzingen Baden-Württemberg 27,5 02.06.2026 Wusterwitz Brandenburg 27,4 02.06.2026 Ellwangen-Rindelbach Baden-Württemberg 27,4 02.06.2026 Genthin Sachsen-Anhalt 6,8 05.06.2026 20098 -
Wert Datum Station Bundesland -5,5 03.06.2026 Zugspitze Bayern 3,3 05.06.2026 Feldberg - Schwarzwald Baden-Württemberg 4,2 04.06.2026 Mittenwald-Buckelwiesen Bayern 4,2 04.06.2026 Oberstdorf Bayern 4,5 05.06.2026 Großer Arber Bayern 5,1 04.06.2026 Garmisch-Partenkirchen Bayern 5,1 05.06.2026 Deutschneudorf-Brüderwiese Sachsen 5,2 05.06.2026 Meßstetten-Appental Baden-Württemberg 5,3 05.06.2026 Carlsfeld Sachsen 5,4 04.06.2026 Brocken Sachsen-Anhalt -
Wert Datum Station Bundesland 59,9 04.06.2026 Redefin Mecklenburg-Vorpommern 43,1 02.06.2026 Hötensleben-Barneberg Sachsen-Anhalt 42,7 02.06.2026 Wittmund-Carolinensiel Niedersachsen 39,9 02.06.2026 Balderschwang Bayern 39,6 04.06.2026 Lübtheen Mecklenburg-Vorpommern 37,8 02.06.2026 Colmberg-Binzwangen Bayern 36,0 02.06.2026 Gelbelsee Bayern 35,0 02.06.2026 Eging am See-Rohrbachholz Bayern 34,5 02.06.2026 Oberstdorf-Rohrmoos Bayern 34,4 02.06.2026 Oberdachstetten Bayern -
Wert Station Bundesland 83,9 Oberstdorf-Birgsau Bayern 74,5 Redefin Mecklenburg-Vorpommern 74,2 Wittmund-Carolinensiel Niedersachsen 69,5 Obere Firstalm - Schlierseer Berge Bayern 63,7 Aschau-Stein Bayern 63,5 Ahaus Nordrhein-Westfalen 62,3 Balderschwang Bayern 61,5 Emstek Niedersachsen 60,8 Oberstdorf-Rohrmoos Bayern 59,6 Bassum Niedersachsen -
Wert Station Bundesland 0,0 Mehring, Kr. Altötting-Niederholz Bayern 0,0 Oberreichenbach Baden-Württemberg 0,0 Schwaan-Bandow Mecklenburg-Vorpommern 0,0 Stuttgart-Weilimdorf Baden-Württemberg 0,0 Tambach-Dietharz - Apfelstädt Thüringen 0,0 Waldenburg-Obersteinbach Baden-Württemberg 0,2 Neutrebbin Brandenburg 0,4 Lunow Brandenburg 0,5 Egling - Isar-Attenham Bayern 0,6 Schönsee-Dietersdorf Bayern -
Wert Datum Station Bundesland 102,2 02.06.2026 Lindau (SWN) Bayern 99,4 04.06.2026 Brocken Sachsen-Anhalt 97,2 04.06.2026 Weinbiet Rheinland-Pfalz 88,2 04.06.2026 Feldberg - Schwarzwald Baden-Württemberg 85,3 02.06.2026 Gailingen Baden-Württemberg 80,3 04.06.2026 Gülzow-Prüzen Mecklenburg-Vorpommern 79,6 04.06.2026 Sembach Rheinland-Pfalz 78,8 04.06.2026 Wasserkuppe Hessen 78,5 02.06.2026 Weilheim-Bierbronnen Baden-Württemberg 78,1 02.06.2026 Stötten Baden-Württemberg -
Wert Station Bundesland 41,1 Helgoland Schleswig-Holstein 40,5 Leipzig - Halle Sachsen 37,9 Leuchtturm Kiel Schleswig-Holstein 37,4 Görlitz Sachsen 37,3 Weihenstephan-Dürnast Bayern 37,2 Konstanz Baden-Württemberg 37,2 Norderney Niedersachsen 36,4 Arkona Mecklenburg-Vorpommern 36,1 Braunschweig Niedersachsen 35,7 Seehausen Sachsen-Anhalt -
Wert Station Bundesland 4,2 Mittenwald - Obb. Bayern 5,3 Schneefernerhaus Bayern 6,1 Mittenwald-Buckelwiesen Bayern 7,4 Reit im Winkl Bayern 8,6 Kohlgrub, Bad (Rosshof) Bayern 9,0 Rosenheim Bayern 9,4 Halblech-Bayerniederhofen Bayern 9,8 Frasdorf-Greimelberg Bayern 9,9 Kiefersfelden-Gach Bayern 10,0 Roth bei Prüm Rheinland-Pfalz
Die aktuelle Durchschnittstemperatur im Juni 2026 beträgt 15,8 °C. Die Temperaturanomalie beträgt im Vergleich zum vieljährigen Klimamittelwert von 1961/90 aktuell 0,6 °C (91/20 -0,5 °C). Am 02.06.2026 konnte mit 28,5 °C über Langenlipsdorf (Brandenburg) die höchste und am 03.06.2026 mit -5,5 °C über Zugspitze (Bayern) die tiefste Temperatur registriert werden. Das wärmste Bundesland ist mit einer durchschnittlichen Temperatur von 18,1 °C Berlin. Frischer ist der Juni 2026 mit einem Durchschnittswert von 15,1 °C bisweilen über Rheinland-Pfalz.
Im Juni 2026 konnte bis zum heutigen Tag eine Niederschlagssumme von 16,5 l/m² registriert werden. Der Sollwert zum Klimamittelwert von 1961/90 wurde zu 19 % erfüllt. Regentage mit mehr als 1 l/m² Regen gab es an 3 Tagen.
Die Sonnenscheindauer konnte mit rund 20,1 Stunden ihren Sollwert von 201,1 Stunden zu 10 % erfüllen. Den meisten Sonnenschein gab es mit 41,1 Stunden über der Helgoland (Schleswig-Holstein). Vergleichsweise wenig Sonnenschein gab es mit 4,2 Stunden über der Mittenwald - Obb. (Bayern).










