Wetterprognose: Polarwirbel unter Druck - Wackelwinter, Vollwinter oder Frühlingsluft
Die ruhige und weitgehend trockene Witterung bleibt zunächst noch erhalten, doch beginnt ein Tief auf dem Atlantik in der zweiten Wochenhälfte damit, ein Blockadehoch über Skandinavien zu unterwandern, was am Wochenende über Teilen von Deutschland etwas Schnee oder Regen bringen kann. Das Tief aber kündigt eine durchgreifende Veränderung an und ist ein Symptom eines schwachen Polarwirbels. Die Positionen der Wettersysteme werden darüber entscheiden, ob bis und im Februar mit einem Wackelwinter, einem Vollwinter/Eiswinter oder mit Frühlingsluft zu rechnen ist. Und damit noch nicht genug - denn auch eine plötzliche Stratosphärenerwärmung schwächt den Polarwirbel zusätzlich und kann das Winterwetter noch vollständig auf den Kopf stellen.
Vielerorts ist heute und auch zur Wochenmitte über Deutschland die maximal mögliche Sonnenscheindauer zu erwarten (Wolkenradar). Ab Mittwochnachmittag werden die Wolken von Westen dichter und beginnen den Sonnenschein allmählich einzutrüben. Die Wolken dehnen sich bis zum 23. Januar (Fr.) nach Osten aus und führen so zu einem Wechselspiel aus Sonne und Wolken, wobei örtlich auch ein paar Nebelfelder eine Rolle spielen können. Mit Niederschlag ist nicht zu rechnen. Die Temperaturen erreichen anfangs über dem Osten -3 bis +0 Grad und über dem Westen bis +8 Grad und gehen bis zum 23. Januar auf östlich einer Linie Münster-München auf -7 bis -2 Grad und nach Westen auf -0 bis +6 Grad zurück.
Etwas Schnee am Wochenende
Dem Tiefdruckausläufer gelingt es am Wochenende über dem Süden und in der Nacht auf Sonntag über dem Nordwesten und Norden für etwas Schneefall zu sorgen. Viel wird nicht zu erwarten sein und über den tiefer gelegenen Regionen über dem Westen und Südwesten kann sich auch Schneeregen oder Regen untermischen. Die Temperaturen schwanken verbreitet mit -2 bis +2 Grad um den Gefrierpunkt und können nach Osten mit bis -4 Grad noch darunter liegen. Wer es genauer wissen möchte: Wetter Januar.

Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Der Winter wackelt weiter
Die Wetterprognose des europäischen Wettermodells bestätigt auch heute wieder eine Variante, bei der sich der Winter nur über Teilen von Deutschland festigen kann und die Großwetterlage keine klaren Aussagen über einen Durchbruch des Winters bis Februar treffen lässt.
Polarwirbelsplit und die Reaktionen
Schaut man sich die obenstehenden Wetterkarten an, so kommt es zum Wochenende zu einem Polarwirbelsplit, welcher sich im Bereich zwischen den Azoren, England, Island und den Aleuten vollzieht. Nach einigem Hin und Her bestätigen heute alle Vorhersage-Modelle diesen Polarwirbelsplit mit ähnlich verlaufender Splitachse.
Mitteleuropa liegt am östlichen Rand der Splitachse und die Störung vom Wochenende geht in einen Tiefdruckkomplex über der Mittelmeerregion über, welcher polare Luftmassen über Skandinavien advehiert und nach Süden führt.
Die Wetterlage kippt
Doch bevor die Polarluft die Alpen erreicht, bricht die Splitachse zusammen. Das Aleutenhoch nimmt zum 29. Januar Kontakt zum Kontinentalhoch über Russland auf, während das Azorenhoch seine Achse in Richtung Grönland abbaut und für einen kurzen Moment nach Osten abkippt, um sich zwischen dem 30. Januar und 3. Februar im Bereich zwischen Island, dem europäischen Nordmeer und Skandinavien erneut als Blockadehoch zu reorganisieren (Erhaltungsneigung).
Die Folgen für das Wetter über Deutschland: Grenzwetterlage
Im Zeitpunkt des Abkippens der Hochdruckachse werden zwischen dem 28. Januar und 1. Februar vergleichsweise warme Luftmassen nach Norden geführt, was über Deutschland zu einer Luftmassengrenze führt. Frostig bleibt es nach der Prognose des europäischen Wettermodells mit Höchstwerten von -5 bis -0 Grad nördlich einer Linie Münster-Bayerischer Wald. Weiter nach Süden schwanken die Werte mit +0 bis +5 Grad im nasskalten Bereich.
Erst zwischen dem 2. und 4. Februar sorgt das Blockadehoch mit einer östlichen Grundströmung mit Höchstwerten von -6 bis +0 Grad verbreitet für Dauerfrost.
Ist mit Schneefall zu rechnen?
Mit der trocken-kalten Luftmasse über dem Norden hält sich der Schneefall in Grenzen und verbreitet bleibt es trocken. Weiter nach Süden kann die Grenzwetterlage durchaus etwas Schneefall bringen, der über tieferen Lagen nach Westen und Südwesten häufig auch als Schneeregen oder Regen niedergehen wird. Nennenswerter Neuschneezuwachs ist über den Regionen südlich der Donau sowie ab den mittleren Lagen zu rechnen.

Wettervorhersage nach dem amerikanischen Wettermodell: Instabiler Polarwirbel, Wackelwinter über Deutschland
Man merkt allein schon an unserer inflationären Verwendung des Begriffs Wackelwinter
in den vergangenen Stunden, dass sich im Setup etwas verändert hat. Die eisig kalten Luftmassen, deren Eintreffen noch vor einigen Tagen in den Vorhersage-Modellen simuliert wurden, sind nicht mehr bestätigt und weitgehend verworfen worden. Damit ist die Zufuhr sibirischer Luftmassen aus Ost zwar nicht gänzlich auszuschließen, doch sind diese Varianten - wie zu erwarten war - zwischenzeitlich weniger wahrscheinlich.
Der nasskalte Winter kommt nach Deutschland
Nach der aktuellen Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells von heute Mittag erreicht die Frontalzone Mitteleuropa zwischen dem 25. und 30. Januar. Durch das Blockadehoch zwischen Grönland und Skandinavien wird die Frontalzone jedoch - bis über die Mittelmeerregion - sehr weit nach Süden verschoben. Deutschland, Österreich und die Schweiz liegen voll im Einflussbereich der maritim etwas angewärmten Polarluft.
Die Temperaturen erreichen am 25. Januar über der Nordhälfte -2 bis +0 Grad und nach Süden bis +2 Grad und entlang des Rheingrabens bis +5 Grad und pendeln sich bis zum 28. Januar auf +2 bis +6 Grad ein, um bis zum 30. Januar auf den Gefrierpunkt abzusinken. Die Schneefallgrenze schwankt stark und bewegt sich die meiste Zeit zwischen 500 und 900 Meter. Über tieferen Lagen ist bei nasskaltem Winterwetter mit Schneeregen oder Regen zu rechnen.
Polarwirbel fällt in sich zusammen
Im Zeitraum vom 31. Januar bis zum 4. Februar fängt ein Major-Warming samt Windumkehr vom 27. Januar in der Stratosphärenhöhe an zu wirken und lässt auch den Polarwirbel in den unteren Schichten kollabieren. Die Details werden in den kommenden Stunden und Tagen noch mehrfach korrigiert werden, doch das, was die Amerikaner heute Mittag berechnen, ist eine Lösung, bei der sich der Polarwirbel im Bereich zwischen dem Atlantik, Grönland und Island über das europäische Nordmeer und die Barentssee bis zum Kontinentalhoch erstreckt.
Ein Teil des Polarwirbels wird als Cluster abgeschnürt und wabert über Europa umher. Zum aktuellen Stand liegt der Hauptcluster zwischen England und Spanien, was über Deutschland, die Schweiz und Österreich Anfang Februar eine vergleichsweise warme Südwestströmung einleitet und die Temperaturen auf +5 bis +10 Grad und über dem Westen auf bis +12 Grad ansteigen lassen kann. Doch ist das nur eine Momentaufnahme - die Wetterentwicklung ist komplex und der Cluster kann auch ohne weiteres über Mittel- oder Osteuropa seine Runden drehen, was das Wetter wieder in Richtung Winter verschiebt.

Auf den Punkt gebracht: Schwacher Polarwirbel, Polarwirbelsplit, ein kollabierender Polarwirbel und der Wackelwinter über Deutschland
Wer bei uns schon eine Weile zu Gast ist, der weiß, dass erst ein Ereignis eintreten und die Realdaten in die Modellwelt mit einfließen müssen, um bei unpräzisen Prognosen für Klarheit zu schaffen. Im Hinblick auf den Polarwirbelsplit hat das triggernde Blockadehoch Stellung über Skandinavien bezogen und kaum sind die Realdaten vorhanden, sind sich die meisten Vorhersage-Modelle einig darüber, dass zum kommenden Wochenende der Polarwirbelsplit im Bereich zwischen dem Atlantik und den Aleuten erfolgen soll.
Welches Wetter wahrscheinlich ist
Entscheidend, ob über Deutschland der Wackelwinter, Vollwinter oder doch noch frühlingshaft warme Luftmassen aus südwestlichen Richtungen zugeführt werden können, liegt in der Achsausrichtung des störenden Polarhochs. Sollte sich die Achse um 90 Grad drehen und zwischen Kanada/Alaska und Sibirien verlaufen, war es das mit dem Winter über Mitteleuropa. Die Strömung kippt bis Februar zügig auf Südwest und lässt die Temperaturen weit über die +10 Grad-Marke ansteigen.
Bleibt die Achse zwischen dem Atlantik und den Aleuten hingegen stabil und kann sich zudem das Blockadehoch zwischen Grönland und Skandinavien behaupten, hat der Winter beste Voraussetzungen, um über Mitteleuropa bis an die Alpen durchzubrechen. Mit anderen Worten formuliert ist der Winter an einem entscheidenden Kipppunkt angekommen.
Geht es nach den Kontrollläufen, so wurden die deutlich zu kalten Varianten einkassiert und die Vorhersage-Modelle orientieren sich mehr am Mittelwert. Die Temperaturen in 1.400 Meter Höhe schwanken im Zeitraum vom 28. Januar bis 3. Februar über dem Süden zwischen -4 und -5 Grad und über dem Norden zwischen -6 und -7 Grad.
Zum Vergleich: für Winterwetter bis auf das Flachland herab sollten die Höhenwerte zwischen -5 und -7 Grad liegen, während für die mittleren Lagen -3 und -5 Grad ausreichend sind. Das ist grenzwertig und ein gesundes Maß an Skepsis ist gegenüber dem Winter weiterhin angebracht. Doch wird in den kommenden Stunden und auch Tagen noch mit einer stärkeren Schwankung und wieder zunehmenden Unsicherheiten zu rechnen sein, deren Ursache im Ansatz eines Major-Warmings liegt. Das Major-Warming und die möglichen Auswirkungen auf das Winterwetter über Deutschland bewerten wir heute Abend ausführlicher.

| Tag | Temperaturspektrum | Temperaturmittelwert |
|---|---|---|
| 26. Januar | -4 bis +6 Grad | -1 bis +2 Grad |
| 30. Januar | -6 bis +8 Grad | -0 bis +3 Grad |
| 4. Februar 2026 | -6 bis +9 Grad | +1 bis +2 Grad |

Nächste Aktualisierung
- 20:15 Uhr: Aktualisierung der Wetterprognose Winter an dieser Stelle
Update der Wetterprognose von 20:01 Uhr
Wir möchten heute Abend einmal dem Thema Major-Warming in Stratosphärenhöhe einen Schwerpunkt widmen. Warum? Zum einem haben wir eine Vielzahl an Anfragen zum Thema bekommen und zum anderen berechnen diverse Modelle seit rund 36 Stunden starke Signale für eine plötzliche Stratosphärenerwärmung samt Windumkehr, was das Wetter insbesondere im Februar noch auf den Kopf stellen kann.
Wie entsteht ein Major-Warming
Ein Major-Warming in Stratosphärenhöhe entsteht nicht spontan, sondern ist das Ergebnis eines dynamischen Störprozesses von unten nach oben. Aus der Troposphäre steigen großskalige planetare Rossby-Wellen in die Stratosphäre auf, ausgelöst durch Gebirge, Temperaturgegensätze und blockierende Wetterlagen. Treffen diese Wellen auf den stratosphärischen Polarwirbel, bremsen sie dessen starke Westwinde zunehmend ab. Der Wirbel verliert an Stabilität, wird verformt (mäandriert), verdrängt (Displacement) oder gespalten (Polarwirbelsplit). Durch die damit verbundene Umorganisation der Zirkulation sinkt Luft über der Arktis ab und erwärmt sich adiabatisch (Kein Austausch von Wärme mit der Umgebung). Kehrt sich der Wind von West-Ost auf Ost-West um ist die Definition eines Major-Warming erfüllt.
Ab wann spricht man von einem Major-Warming?
Von einem Major-Warming spricht man nicht dann, wenn es in der Stratosphäre sehr warm wird, sondern erst dann, wenn sich die Zirkulation grundlegend umstellt. Entscheidend ist die Windumkehr: Die zonal gemittelten Westwinde in der polaren Stratosphäre müssen bei 60 Grad Nord und in rund 30 Kilometern Höhe (10 hPa) auf Ost drehen. Erst dieses Kriterium erfüllt die wissenschaftliche Definition eines Major Sudden Stratospheric Warmings. Die teils extrem schnelle Erwärmung um mehrere Zehn Grad ist dabei eine Begleiterscheinung, nicht der Auslöser. Ohne Windumkehr bleibt es bei einem Minor-Warming, welches im Winter häufiger vorkommt, ohne Auswirkungen auf das Wetter zu haben.
Welche Auswirkungen hat eine plötzliche Stratosphärenerwärmung auf den unteren Teil des Polarwirbels
Eine plötzliche Stratosphärenerwärmung wirkt wie eine massive Bremse auf den Polarwirbel (negative Beschleunigung) - und zwar von oben nach unten (Top-Down-Prinzip). Durch den starken Impuls planetarer Wellen werden die Westwinde in der oberen Stratosphäre zunächst stark abgeschwächt und nachfolgend umgekehrt. Dieses Signal pflanzt sich anschließend zeitverzögert in die unteren Schichten fort. Dort verliert der Polarwirbel an Stabilität und kinetischer Energie, die Zirkulation wird langsamer und anfälliger für Störungen. Der Wirbel kann verschoben (Displacement) oder gespalten (Polarwirbelsplit) werden, wodurch seine Kopplung zur Troposphäre zunimmt. Genau hier beginnt der Einfluss auf das Wettergeschehen in mittleren Breiten und damit auch über Deutschland.

Wann wirkt sich das Major-Warming auf die unteren Schichten des Polarwirbels aus
Ein Major-Warming wirkt nicht sofort bis in die unteren Schichten des Polarwirbels. Zunächst reagiert die obere Stratosphäre, wo die zonalen Westwinde abrupt abbremsen oder auf Ost drehen. Erst danach setzt das sogenannte Downwelling (Absinken der Luftmassen) ein: Das gestörte Wind- und Zirkulationssignal breitet sich schrittweise nach unten aus. In der Regel erreicht diese negative Beschleunigung die untere Stratosphäre nach etwa 7 bis 14 Tagen, teilweise auch erst nach rund 3 Wochen. Erst wenn dieser Prozess gelingt, wird eine Kopplung zur Troposphäre wahrscheinlicher - mehr zur Kopplungssperre: Der Polarwirbel als Wetterorakel - Stratosphärische Strömungen sind keine Wettervorhersage
Welches Wetter ist über Deutschland bei einem Major-Warming möglich?
Ein Major-Warming legt das Wetter über Deutschland nicht fest, es verschiebt Wahrscheinlichkeiten, bzw. ändert die Spielregeln. Mit der Windumkehr in der Stratosphäre steigt die Chance auf blockierende Hochdrucklagen in hohen Breiten und eine gestörte Westdrift. Das öffnet Zeitfenster für winterliche Wetterlagen: Kaltluftvorstöße aus Nord oder Ost, Frostperioden und bei passender Tiefdruckbahn auch Schnee. Neben winterlichen Wetterlagen sind aber auch ungewöhnlich warme Entwicklungen möglich, etwa wenn Hochdruck über Mitteleuropa dominiert. Typisch ist erhöhte Wetter-Variabilität: Modelle reagieren von Lauf zu Lauf mit einer Sprunghaftigkeit - alles ist möglich, nichts ist auszuschließen.
Ob ein Major-Warming in einem Split oder einem Displacement (Verschiebung) des Polarwirbels endet, ist für Deutschland entscheidend. Bei einem Split teilen sich die Kaltluftreservoirs häufig über Sibrien und im Bereich Alaska, Kanada und Grönland auf, was die Wahrscheinlichkeit für anhaltende Kaltluftzufuhr nach Mitteleuropa erhöht. Ein Displacement verlagert den Wirbel meist als Ganzes, oft Richtung Kanada und Grönland und seltener über Sibirien. Für Deutschland bedeutet das eher wechselhafte Phasen: kurze Kälteeinbrüche, gefolgt von milderen Abschnitten. Split-Lagen sind statistisch winterlicher, Displacements langlebiger mit meist trockenem und vergleichsweise warmem Winterwetter über Deutschland.
Warum schwanken die Vorhersage-Modelle?
Die starken Schwankungen der Vorhersage-Modelle entstehen vor allem dann, wenn sich die Atmosphäre in einem instabilen Übergangszustand befindet - wie es am Wochenende der Fall sein wird. Während eines geschwächten oder gestörten Polarwirbels greifen Stratosphäre und Troposphäre ineinander, ohne klar gekoppelt zu sein. Kleine Änderungen im Wellenantrieb, in der Position von Hoch- und Tiefdruckgebieten oder in der vertikalen Kopplung reichen aus, um den weiteren Verlauf neu zu justieren. Die Vorhersage-Modelle reagieren darauf mit einer hohen Sprunghaftigkeit, weil sie die Wahrscheinlichkeiten neu verteilen müssen. Je näher die Entscheidung zwischen Westdrift, Blocking, Split oder Kollaps rückt, desto größer wird diese Unsicherheit - und da befinden wir uns.
Nachfolgend eine Auswahl an Kontrollläufen, welche im Februar die drei unterschiedlichen Charakteristika berechnen. Wir haben bewusst nur warme
Varianten ausgewählt, um zu verdeutlichen, dass ein schwacher oder desolater Polarwirbel nicht nur winterliche Entwicklungen möglich macht.

Fazit: Ob Winter oder nicht, entscheidet der Polarwirbel
Dieses Resümee ist zwischenzeitlich um rund 14 Tage gealtert. Der Polarwirbelsplit kommt zum Wochenende und ab da beginnt die zweite Phase der Schwächung des Polarwirbels, welcher möglicherweise in einem Major-Warming endet, was weitere Trigger zur Schwächung des Polarwirbels auslösen kann.
Wie reagieren die Vorhersage-Modell darauf?
Nach der Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells floppt der Winter gleich in mehrfacher Hinsicht. Zum Problem für den Winter wird der Splitvorgang zum kommenden Wochenende, der sich bis Ende Januar um 90 Grad dreht. Passiert das, so wird sich der Polarwirbel zunächst einmal stabilisieren. Da hilft auch ein mögliches Major-Warming nicht, da dieses mit einem Zeitversatz von 7 bis 14 Tagen frühestens Anfang Februar anfängt zu wirken.
Die Stabilisierung des Polarwirbels wird nach der abendlichen Prognose des amerikanischen Wettermodells im Zeitraum vom 28. Januar bis 4. Februar vorangetrieben. Auslöser ist die 90 Grad-Drehung der Splitachse von England/Aleuten nach Alaska/Sibirien. Da sich Hochdrucksysteme im Uhrzeigersinn drehen, wird die polare Luftmassen in Richtung Kanada und Grönland geführt, was absolut hinderlich für eine winterliche Wetterentwicklung über Mitteleuropa ist.
Warum? Ganz einfach - durch die Kaltluftzufuhr explodiert
die Tiefdruckdynamik auf dem Atlantik regelrecht befeuert die Frontalzone. Da weder auf dem Atlantik, noch über den nördlichen Breiten keine Blockade mehr vorhanden ist, rauscht die Frontalzone mehr oder minder durch und führt mit einer Südwestwetterlage vergleichsweise warme Luftmassen nach Mitteleuropa. So steigen die Temperaturen vom 28. Januar mit -4 bis +3 Grad bis zum 4. Februar auf +4 bis +8 Grad an. Zeitweiliger Niederschlag geht unterhalb etwa 700 bis 1.000 Meter in Regen über. Nein, Winterwetter sieht anders aus.

Die Wetterprognose des europäischen Wettermodells: Der Winter verabschiedet sich nicht komplett aus Deutschland
Die Wetterprognose des europäischen Wettermodells stützt die Prognose des amerikanischen Wettermodells nur bedingt - die Splitachse kippt nicht absolut und so bleibt das Ergebnis unscharf. Auch nach dieser Vorhersage reaktiviert sich der Polarwirbel und nach einer Frostphase vom 26. bis 29. Januar, die auch etwas Schneefall und winterliche Wetterverhältnisse zur Folge hat, werden aus südwestlichen Richtungen vergleichsweise warme Luftmassen nach Deutschland geführt
Anfang Februar hätte das westlich einer Linie Hamburg und dem Bayerischen Wald Temperaturen von +4 bis +8 Grad und östlich davon -4 bis +0 Grad zur Folge. Keine klaren Verhältnisse - weder Winter noch nachhaltige Milderung und auch die Splitachse gibt zum 28. Januar keine klare Richtung vor.
Die Vorhersage-Modelle sind in den vergangenen 12 Stunden teils komplett gekippt und haben sich von den tiefwinterlich eisigen - teils extremen - Varianten verabschiedet, was so auch zu erwarten war. Was aber überrascht, ist die Vehemenz mit der das Kippen in eine wenig winterliche Wetterlage derzeit favorisiert wird. Man darf gespannt sein, ob das in den kommenden Stunden auch wieder in eine andere Richtung kippt und welche Auswirkungen ein mögliches Warming in Stratosphärenhöhe haben wird. Es wäre nicht überraschend, wenn in den kommenden Tagen wieder winterliche Varianten berechnet werden. In diesem Sinne, Ihnen einen wunderbaren Dienstagabend.

Wetterdaten Februar 2026
Top-10 Extremwerte Februar 2026
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Wert Datum Station Bundesland 14,3 07.02.2026 Tönisvorst Nordrhein-Westfalen 14,2 03.02.2026 Kiefersfelden-Gach Bayern 14,2 03.02.2026 Kohlgrub, Bad (Rosshof) Bayern 14,2 07.02.2026 Weilerswist-Lommersum Nordrhein-Westfalen 14,1 07.02.2026 Emmendingen-Mundingen Baden-Württemberg 14,1 07.02.2026 Rheinau-Memprechtshofen Baden-Württemberg 13,7 07.02.2026 Duisburg-Baerl Nordrhein-Westfalen 13,5 07.02.2026 Ohlsbach Baden-Württemberg 13,3 03.02.2026 Garmisch-Partenkirchen Bayern -0,4 08.02.2026 20098 -
Wert Datum Station Bundesland -14,0 02.02.2026 Grambow-Schwennenz Mecklenburg-Vorpommern -13,3 02.02.2026 Grünow Brandenburg -13,3 02.02.2026 Ueckermünde Mecklenburg-Vorpommern -13,2 02.02.2026 Feldberg - Mecklenburg Mecklenburg-Vorpommern -13,2 02.02.2026 Trollenhagen Mecklenburg-Vorpommern -12,8 02.02.2026 Anklam Mecklenburg-Vorpommern -12,6 01.02.2026 Zugspitze Bayern -12,6 02.02.2026 Angermünde Brandenburg -12,2 02.02.2026 Tribsees Mecklenburg-Vorpommern -12,1 02.02.2026 Greifswald Mecklenburg-Vorpommern -
Wert Datum Station Bundesland 40,0 05.02.2026 Wismar Mecklenburg-Vorpommern 21,2 06.02.2026 Vöhrenbach-Urach Baden-Württemberg 17,9 03.02.2026 Homburg, Bad (Filterwerk) Hessen 17,2 07.02.2026 Seegebiet Mansfelder Land-Röblingen Sachsen-Anhalt 16,8 03.02.2026 Ebsdorfergrund-Ebsdorf Hessen 16,3 05.02.2026 Zingst, Ostseeheilbad Mecklenburg-Vorpommern 16,3 06.02.2026 Seebach (Nationalpark Schwarzwald) Baden-Württemberg 16,1 06.02.2026 Schönwald Baden-Württemberg 16,0 05.02.2026 Franzburg Mecklenburg-Vorpommern 15,9 06.02.2026 Bernau-Goldbach Baden-Württemberg -
Wert Station Bundesland 42,4 Wismar Mecklenburg-Vorpommern 31,9 Holzbach Rheinland-Pfalz 29,1 Vöhrenbach-Urach Baden-Württemberg 28,7 Utzenfeld Baden-Württemberg 28,1 Bernau-Goldbach Baden-Württemberg 27,5 Nohfelden-Gonnesweiler Saarland 27,3 Kell am See Rheinland-Pfalz 26,2 Weiskirchen - Saar Saarland 24,8 Schönwald Baden-Württemberg 24,5 Losheim-Niederlosheim Saarland -
Wert Station Bundesland 0,0 Andechs-Erling Bayern 0,0 Augsburg Bayern 0,0 Barßel-Loher Ostmark Niedersachsen 0,0 Boos Bayern 0,0 Buchloe Bayern 0,0 Burgau Bayern 0,0 Eberfing Bayern 0,0 Egling - Isar-Attenham Bayern 0,0 Eppishausen-Haselbach Bayern 0,0 Mistelgau-Hardt Bayern -
Wert Datum Station Bundesland 118,4 04.02.2026 Greifswald Mecklenburg-Vorpommern 101,5 04.02.2026 Spiekeroog (SWN) Niedersachsen 99,4 03.02.2026 Zugspitze Bayern 91,1 03.02.2026 UFS Deutsche Bucht Hamburg 86,4 03.02.2026 Schönhagen (Ostseebad) Schleswig-Holstein 85,7 04.02.2026 Arkona Mecklenburg-Vorpommern 84,6 03.02.2026 Feldberg - Schwarzwald Baden-Württemberg 84,2 03.02.2026 Zinnwald-Georgenfeld Sachsen 83,5 04.02.2026 List auf Sylt Schleswig-Holstein 82,1 03.02.2026 Fichtelberg Sachsen -
Wert Station Bundesland 51,9 Zugspitze Bayern 42,7 Schneefernerhaus Bayern 41,6 Leutkirch-Herlazhofen Baden-Württemberg 39,9 Sigmarszell-Zeisertsweiler Bayern 39,3 Halblech-Bayerniederhofen Bayern 38,2 Mittenwald-Buckelwiesen Bayern 38,1 Oy-Mittelberg-Petersthal Bayern 38,0 Lippstadt-Bökenförde Nordrhein-Westfalen 37,3 Haltern (Wasserwerk) Nordrhein-Westfalen 37,0 Bochum Nordrhein-Westfalen -
Wert Station Bundesland 0,0 Berlin-Buch Berlin 0,0 Berlin-Kaniswall Berlin 0,0 Berlin-Marzahn Berlin 0,0 Braunschweig Niedersachsen 0,0 Bremervörde Niedersachsen 0,0 Celle Niedersachsen 0,0 Dachwig Thüringen 0,0 Seehausen Sachsen-Anhalt 0,0 Soltau Niedersachsen 0,0 Zinnwald-Georgenfeld Sachsen
Die aktuelle Durchschnittstemperatur im Februar 2026 beträgt -0,1 °C. Die Temperaturanomalie beträgt im Vergleich zum vieljährigen Klimamittelwert von 1961/90 aktuell -0,4 °C (91/20 -1,6 °C). Am 07.02.2026 konnte mit 14,3 °C über Tönisvorst (Nordrhein-Westfalen) die höchste und am 02.02.2026 mit -14,0 °C über Grambow-Schwennenz (Mecklenburg-Vorpommern) die tiefste Temperatur registriert werden. Das wärmste Bundesland ist mit einer durchschnittlichen Temperatur von 3,4 °C Saarland. Frischer ist der Februar 2026 mit einem Durchschnittswert von -4,1 °C bisweilen über Mecklenburg-Vorpommern.
Im Februar 2026 konnte bis zum heutigen Tag eine Niederschlagssumme von 5,8 l/m² registriert werden. Der Sollwert zum Klimamittelwert von 1961/90 wurde zu 11 % erfüllt. Regentage mit mehr als 1 l/m² Regen gab es an 2 Tagen.
Die Sonnenscheindauer konnte mit rund 9,6 Stunden ihren Sollwert von 72,0 Stunden zu 13 % erfüllen. Den meisten Sonnenschein gab es mit 51,9 Stunden über der Zugspitze (Bayern). Vergleichsweise wenig Sonnenschein gab es mit 0,0 Stunden über der Braunschweig (Niedersachsen).
