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Winterprognose: Gestörter Polarwirbel - Zwischen Frühling, eisigem Kahlfrost und Vollwinter mit viel Schnee

| M. Hoffmann

Die Großwetterlage stellt sich in den kommenden Tagen um. Ein Hochdrucksystem dehnt sich in Richtung Skandinavien aus und sorgt über Deutschland für ruhiges und weitgehend trockenes Wetter. Der Wind dreht auf östliche Richtungen und führt frischere Luftmassen nach Deutschland, was im Verlauf der kommenden Woche wieder zu Dauerfrost führen kann. Das Hoch schwächt mit seiner Position den Polarwirbel massiv und kann sich darüber hinaus sogar noch weiter in Richtung der Aleuten ausdehnen, was unter bestimmten Voraussetzungen einen Polarwirbelsplit zur Folge hat. Gelingt dieser Split, werden Folgeprozesse in Gang gesetzt, welche nicht nur bessere Grundlagen für den Winter über Deutschland haben, sondern auch zu einem vollständigen Kollaps des Polarwirbels führen können.

Eisige Polarluft: führt eine vollständig gestörte Zirkulation zu einer hochwinterlichen Wetterlage über Deutschland? © Martin Bloch
Eisige Polarluft: führt eine vollständig gestörte Zirkulation zu einer hochwinterlichen Wetterlage über Deutschland? © Martin Bloch

Vereinzelte Regentropfen lassen sich über dem Westen heute und am Samstag nicht ausschließen, verbreitet bleibt es jedoch trocken. Über dem Rest von Deutschland stellt sich bei einem Mix aus Sonne, Wolken und örtlich zähen Nebel- oder Hochnebelfelder ruhiges Wetter ein. Die Temperaturen erreichen +5 bis +10 Grad. Bei zähem Nebel, welcher den Sonnenschein ganztägig eintrüben kann, schwanken die Werte um den Gefrierpunkt.

Hochdruckwetter mit viel Sonnenschein lässt die Temperaturen zurückgehen

Ein Hoch über Skandinavien dominiert das Wetter bis Mitte der kommenden Woche. Der Wind dreht bereits am Wochenende auf östliche Richtungen und führt sukzessiv kühlere Luftmassen nach Deutschland. So ist bis Mitte der Woche östlich einer Linie Münster-München bei Temperaturen von -3 bis +1 Grad verbreitet mit Dauerfrost zu rechnen. Weiter nach Westen bleibt es mit +0 bis +5 Grad bei positiven Werten. Die trockene Luft aus Ost löst die Wolken-, Nebel- und Hochnebelfelder auf und sorgt vielerorts für die maximal mögliche Sonnenscheindauer. Wer es genauer wissen möchte: Wetter Januar.

Ruhiges, trockenes und vielerorts sonniges Wetter über Deutschland
Wettervorhersage der Prognose-Modelle: Ruhiges, trockenes und vielerorts sonniges Wetter über Deutschland © www.meteociel.fr || wxcharts.com

Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Winterwetter

Dem Hoch über Skandinavien gelingt es nicht, eine Querverbindung zum Aleutenhoch aufzubauen. Stattdessen festigt das Hoch seine Position bis Ende Januar über Skandinavien und lässt die Frontalzone kurz vor Mitteleuropa auflaufen. Infolge daraus stellt sich eine Pattsituation ein, die im Hinblick auf den Vollwinter mit Schnee durchaus interessant sind.

Vollständig gestörte Zirkulation

Das Hoch über Skandinavien agiert als Blockadehoch über Nordeuropa, welches sich in unseren Clusteranalysen vor rund 10 Tagen abgezeichnet hatte. Blockadehoch deshalb, da es die Frontalzone auf dem Atlantik nahezu vollständig blockiert und die Grundströmung über Mitteleuropa auf östliche Richtungen dreht. Per Definition eine vollständig gestörte Zirkulation.

Der Winter mit mäßigem bis strengem Frost

Da die Ostanströmung nicht abreißt und die Luftmasse über Deutschland, Österreich und der Schweiz nahezu vollständig ruht, kühlt die Luftmasse mit jedem Tag weiter aus. So liegen die Höchstwerte am 23. Januar nördlich einer Linie zwischen Münster und München bei -6 und -1 Grad und über dem Südwesten bis +8 Grad. Am 25. Januar können über dem Nordosten -10 Grad und über dem Südwesten bis -4 Grad möglich gemacht werden. Bis zum 30 Januar schwächt sich der Frost mit -5 bis +1 Grad zwar etwas ab, doch blieben die Temperaturen winterlich.

Grenzwetterlag kann den Schnee bringen

Schaut man sich die nachfolgenden Wetterkarten des europäischen Wettermodells genauer an, so erkennt man die mögliche Grenzwetterlage am südlichen Hochdruckgradienten. Die Frontalzone erreicht mit ihren Ausläufern gerade so Deutschland und schiebt von Südwesten wärmere Luftmassen nach Norden, welche spätestens ab den Mittelgebirgen auf die Frostluft trifft. Solche Wetterlagen können mit zeitweiligem Schneefall den Kahlfrost verhindern, welche beide Vorhersage-Modelle in den vergangenen Tagen immer wieder berechnet hatten.

Polarluft erreicht über Umwege Mitteleuropa und bringt den Winter mit Frost und Schnee nach Deutschland zurück
Polarluft erreicht über Umwege Mitteleuropa und bringt den Winter mit Frost und Schnee nach Deutschland zurück © www.meteociel.fr || wxcharts.com

Wettervorhersage nach dem amerikanischen Wettermodell: Kollaps des Polarwirbels

Die Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells geht heute einen Schritt weiter und berechnet zum 23. Januar die Verlagerung des Hochdrucksystems über Skandinavien weiter nach Westen. Von dort aus gelingt der Brückenschlag zum Aleutenhoch, was letztlich zwischen England und den Aleuten den Polarwirbel in zwei Cluster spaltet.

Eisige Luftmassen erreichen Deutschland

Da die Hochdruckzone weiter westlich liegt, sind die Verhältnisse klarer. Deutschland, Österreich und die Schweiz liegen voll im Einflussbereich der Ostanströmung, was die Temperaturen zum 23. Januar nördlich einer Linie zwischen Köln und München auf -8 bis +0 Grad und südlich davon auf -0 bis +4 Grad zurückgehen lassen kann. Zum 25. Januar ist mit -6 bis -0 Grad über fast ganz Deutschland mit Dauerfrost zu rechnen.

Bis -20 Grad: Hochwinterliche Temperaturverhältnisse

Im Zeitraum vom 25. Januar bis Anfang Februar unterstütz das Azorenhoch mit einem Keil den Polarwirbelsplit und spaltet den Wirbel im Bereich der Azoren und der Karasee/Sibirien. Deutschland, die Schweiz und Österreich gelangen voll in den Einflussbereich der eisigen Festlandsluft, was die Temperaturen bis Ende Januar mit -14 bis -4 Grad in den hochwinterlichen Bereich zurückgehen lässt.

Kaum Schneefall

Da die Frostluft aus östlichen Richtungen sehr trocken ist, wird sich bis Ende Januar eine weitgehend trockene Witterung ohne Schnee einstellen können. Mit anderen Worten formuliert, berechnet das amerikanischen Wettermodell heute eine Kahlfrostwetterlage, bei der die Temperaturen in den Nächten auf -21 bis -8 Grad absinken können. Da eine schützende Schneedecke fehlt, geht der Frost tief in den Boden.

Der Hochwinter ohne Schnee, dafür mit strengem Frost über Deutschland
Der Hochwinter ohne Schnee, dafür mit strengem Frost über Deutschland © www.meteociel.fr || wxcharts.com

Auf den Punkt gebracht: Schwacher Polarwirbel und eine Rückkehr des Winters

Das Fazit der vergangenen Tage bleibt bestehen. Das Skandinavienhoch, welches sich am Wochenende aufbaut, agiert gegenüber dem Polarwirbel als Störimpuls und versucht auf verschiedene Wege den Wirbel zu splitten. Das kann gelingen, kann aber auch auf eine Pattsituation hinauslaufen. Die Vorhersage-Modelle schwanken noch zwischen einem Wackel- und einem Vollwinter. Insofern hat sich gegenüber der gestrigen Wetterprognose wenig verändert.

Welches Wetter wahrscheinlich ist

Und was ist mit dem Frühling? Sollte sich das Hoch über Skandinavien anstatt nach Westen nur etwas nach Osten verlagern, so wird ein Polarwirbelsplit zum Aleutenhoch nicht mehr möglich sein. Stattdessen richtet sich das Aleutenhoch zwischen Alaska und Sibirien aus. Die Frontalzone auf dem Atlantik wird befeuert, läuft jedoch auf das nach Osten verschobene Skandinavienhoch auf und führt mit südwestlichen Winden ungewöhnlich warme Luftmassen nach Deutschland. Diese Variante ist im Moment zwar nur eine These, doch sollte man diese Variante in den kommenden Stunden noch im Hinterkopf behalten. Anders formuliert, sollte man gegenüber dem hochwinterlichen Temperaturen noch mit einem gesunden Maß an Skepsis begegnen.

Geht es nach den Kontrollläufen, so bildet das amerikanische Wettermodell die mit Abstand kälteste Variante ab. Dabei wird in 1.400 Meter Höhe die -15 Grad-Marke unterschritten. Kein einziger der Kontrollläufe unterschreitet diese Marke. Der Mittelewert aller Kontrollläufe schwankt mit seinen Höhenwerten zum 28. Januar zwischen -4 und -7 Grad und bildet exakt den Bereich ab, der für Dauerfrost bis auf tiefere Lagen gerade so ausreichend ist. Die Kontrollläufe sind deutlich gemäßigter.

Apropos gemäßigter - die Vorhersage des europäischen Wettermodells ist ganz gut im Mittelwert aller Kontrollläufe eingebettet. Und da die Kontrollläufe den eisigen Hochwinter (im Moment) nicht stützen, ergibt sich auch ein größerer Spielraum für Niederschlag, welcher bei Temperaturen um den Gefrierpunkt schwankend auch etwas Schneefall bringen kann. Schaun mer mal.

Das Skandinavienhoch kommt und stört den Polarwirbel, doch ob es für einen Polarwirbelsplit reicht, muss weiterhin abgewartet werden
Der Wettertrend nach dem Mittelwert aller Kontrollläufe: Das Skandinavienhoch kommt und stört den Polarwirbel, doch ob es für einen Polarwirbelsplit reicht, muss weiterhin abgewartet werden © www.meteociel.fr
Temperaturprognose der Wettermodelle für Januar
Tag Temperaturspektrum Temperaturmittelwert
22. Januar -3 bis +6 Grad -0 bis +3 Grad
26. Januar -8 bis +5 Grad -3 bis +0 Grad
31. Januar 2026 -13 bis +10 Grad -1 bis +1 Grad
Diagramm Temperaturen Februar 2026
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Februar 2026 von zu kalt, normal, zu warm im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert (1961 bis 1990)

Nächste Aktualisierung

  • 20:15 Uhr: Aktualisierung der Wetterprognose Winter an dieser Stelle

Update der Wetterprognose von 20:22 Uhr

Wenn man so will, war mit einer Höchsttemperatur von +16,2 Grad über Emmendingen-Mundingen (Baden-Württemberg) heute erste Frühlingstag des Jahres. Insofern wirkten die Prognosen des amerikanischen Wettermodells mit möglichen Tageshöchstwerten von -14 Grad Ende Januar surreal. Aber ja, die Jahreszeit befindet sich noch im meteorologischen Hochwinter, auch wenn sich das im Moment völlig anders anfühlt.

Eine für Freunde des Winters extrem spannende Wetterentwicklung

So langweilig das momentane Hochdruckwetter einigen erscheinen mag, ist es bei objektiver Betrachtung ganz und gar nicht. Denn mit dem Hoch über Skandinavien wird der Polarwirbel massiv gestört, was zu extremen Wetterlagen führen kann. Die Amerikaner haben heute Morgen bereits gezeigt, welche extremen Temperaturen möglich sein könnten. Heute Mittag und heute Abend wurden diese Extremvarianten teils korrigiert und anschließend wieder verschärft.

Wackelwinter

Nein, ein Wackelwinter ist keine meteorologische Definition, brachte aber das gut auf den Punkt, was die Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells von heute Mittag simulierte. Kein Polarwirbelsplit, doch das Hoch über Skandinavien wich in Richtung des Aleutenhochs aus, was die Frontalzone weit nach Süden drückte. Es entstand eine stark nach Süden verlagerte zonal verlaufende Wetterlage, bei der Deutschland, Österreich und die Schweiz in den Einflussbereich der polare Luftmassen gelangten. Rückseitig keilte das Azorenhoch nach Norden auf und blockierte die Frontalzone erneut, sodass sich der Cluster des Polarwirbels über Mitteleuropa eindrehen konnte.

Typisches Winterwetter

Die Folgen daraus waren typisch für den Winter über Deutschland. Die Temperaturen bewegten sich um den Gefrierpunkt, und zeitweiliger Niederschlag hätte Deutschland ab den mittleren Lagen allmählich einwintern lassen können. Anfang Februar wäre auch der Flachlandwinter möglich gewesen.

Polarwirbelsplit mit kurioser Wetterentwicklung über Deutschland

Heute Abend wurde der Polarwirbelsplit wieder in die Berechnungen aufgenommen und vollzieht sich zwischen dem 24. und 25. Januar im Bereich von England und den Aleuten und damit westlich von Mitteleuropa. Das Strömungsmuster meridionalisiert, wodurch kalte Luftmassen aus Russland advehiert werden. Die Temperaturen könnten bis zum 26. Januar auf -10 bis -2 Grad und bis zum 31. Januar auf -14 bis -4 Grad zurückgehen. In den Nächten werden Tiefstwerte von -18 bis -9 Grad und mancherorts bis -24 Grad berechnet.

Kurios ist diese Wetterentwicklung deshalb, weil sich mit der Kaltluftzufuhr über der Mittelmeerregion ein Tief eindreht und für einen Moment die Kaltluftzufuhr mit feuchten Luftmassen verstärkt. Bei eisigen Temperaturen würde dies Schneefall ermöglichen. Es handelt sich sozusagen um eine durch und durch hochwinterliche Wetterentwicklung, was die Amerikaner heute Abend simulieren.

Zwischen Wackelwinter und Extremwinter
Zwischen Wackelwinter und Extremwinter © www.meteociel.fr || wxcharts.com

Die plötzliche Stratosphärenerwärmung

Der modellierende QBO-Ost begünstigt zum einen den Polarwirbelsplit, zum anderen aber auch das häufigere Auftreten von plötzlichen Stratosphärenerwärmungen noch mitten im Hochwinter.

Warum ein Major-Warming so interessant ist? Ein Major-Warming mitten im Hochwinter ist für Freunde des Winterwetters deshalb so spannend, weil es das gesamte atmosphärische Grundgerüst ins Wanken bringen kann. Der stratosphärische Polarwirbel, der normalerweise das Gesamtkonstrukt stabilisiert und so normalerweise für eine straffe Westwetterlage sowie eher mildes Winterwetter sorgt, wird dabei massiv gestört. Die Kopplung zwischen Stratosphäre und Troposphäre verstärkt sich und die zuvor dominante Zirkulation kann innerhalb weniger Tage kippen (i.d.R. zwischen 7 und 14 Tagen).

In der Folge verliert die Westwinddrift an Schwung, die Polarfront wird welliger und blockierende Hochdrucklagen in hohen Breiten treten häufiger auf (Skandinavien, Grönland, Island). Genau das öffnet die Tür für kalte Luftmassen aus Norden oder Osten, die deutlich weiter nach Mitteleuropa vordringen können. Für Deutschland, Österreich und die Schweiz steigt damit die Wahrscheinlichkeit für frostige Phasen, Schneeereignisse und klassische Winterlagen.

Wichtig ist zu verstehen: Ein Major-Warming liefert keine Garantie, aber es stellt neue Regeln auf. Aus einem oft trägen Winter kann plötzlich ein dynamischer, winterlicher Abschnitt werden - und genau das macht dieses Phänomen so reizvoll. Insbesondere auch vor dem Hintergrund, dass in dieser Wintersaison die Westdrift kaum eine Rolle spielt (eigentlich schon seit 2018). Neben der Hintergrundmodellation QBO-Ost verstärken sich nun möglicherweise die Grundlagen für den Winter noch einmal deutlich. Kurzum: Die Rahmenbedingungen für Winterwetter sind in dieser Saison nahezu optimal.

Major-Warming in Stratosphärenhöhe
Major-Warming in Stratosphärenhöhe © www.meteociel.fr

Fazit: Ob Winter oder nicht, entscheidet der Polarwirbel

Die Winde in Stratosphärenhöhe erreichen aktuell +72 km/h, intensivieren sich bis zum 20. Januar auf +130 km/h und sinken zum 25. Januar auf einen Mittelwert von +45 km/h ab. Die nachfolgende Prognose zeigt den Hauptlauf, der mit einer Windgeschwindigkeit von -8 km/h die Bedingungen eines Major-Warmings erfüllt. Das gilt es in den kommenden Tagen weiter zu verifizieren. Sollte es jedoch zu diesem Major-Warming kommen, wird es im Zeitraum vom 25. Januar bis 7. Februar zu erheblichen Verwerfungen und Schwankungen in den Prognosemodellen kommen.

Warum? Mit der Winddrehung rotiert der obere Teil des Polarwirbels in eine andere Richtung als der untere Teil. Da jedoch im unteren Teil des Polarwirbels ein Splitvorgang bevorsteht, beschleunigt und verstärkt sich dieser Prozess. Anfang Februar kann dies bereits einen mäandrierenden Polarwirbel hervorbringen (chaotisch, verschlungen). Um das richtig zu erfassen, reichen die rechnerischen Daten jedoch nicht aus - erst wenn das Phänomen eintritt und Realdaten verfügbar sind, werden die Prognosen wieder verlässlicher. Sollte das oben dargestellte Szenario so eintreten, wäre dies ein vollständiger und frühzeitiger Kollaps des Polarwirbels.

Übrigens hat sich am obenstehenden Resümee in den vergangenen 14 Tagen nichts verändert, was eine beeindruckende Leistung der Prognosemodelle ist. Diese haben das Blocking über Nordeuropa zwar gut erfasst, haben mit dessen Auswirkungen jedoch ihre Probleme. Einerlei - das Hoch, das sich zum Wochenende über Skandinavien aufbaut, ist neben dem Aleutenhoch der wesentliche Treiber der Schwäche des Polarwirbels.

Die Wetterprognose des europäischen Wettermodells: Der Wackelwinter

Bevor die Freunde des Winterwetters sich zu sehr auf das Kommende freuen, hier noch ein Dämpfer, den man immer im Hinterkopf behalten sollte. Die Erfahrung zeigt, dass dann, wenn für den Winter alles perfekt zu laufen scheint, im letzten Moment ein saudummer Prozess dazwischen grätscht und den vermeintlichen Hochwinter als Frühlingswetter daherkommen lässt.

Nein, ganz so progressiv ist die abendliche Wettervorhersage des europäischen Wettermodells heute nicht. Sie stützt jedoch erneut den Wackelwinter, bei dem keine klaren Verhältnisse vorherrschen, sondern ein Sowohl-als-auch. Dabei driftet ein Teil der Frontalzone zum 24. Januar weit nach Süden und erreicht mit seiner Vorderseitenanströmung gerade noch Deutschland. Dies kann die Temperaturen über dem Norden auf -6 bis -0 Grad und über dem Süden auf bis +9 Grad ansteigen lassen.

Diese Grenzwetterlage bleibt zwar bis Anfang Februar erhalten, schwächt sich jedoch ab. In der Folge können die Temperaturen über dem Norden auf -13 bis -6 Grad und über dem Süden auf -6 bis +2 Grad zurückgehen. Mithilfe der Feuchteinschübe erhöht sich jedoch die Niederschlagswahrscheinlichkeit - teils als Schnee, teils als Tauwetter, teils als Regen und dann wieder Schnee. Wackelwinter eben. In diesem Sinne Ihnen einen wunderbaren Start in das Wochenende.

Der Wackelwinter mit einer Grenzwetterlage
Der Wackelwinter mit einer Grenzwetterlage © www.meteociel.fr || wxcharts.com

Wetterdaten Mai 2026

Wetter- und Klimabilanz für Deutschland im Mai 2026.
Abweichung/Sollerfüllung zum vieljährigen Klimamittel:
1961/1990 1991/2020

Ø Temp. 12,4 °C +0,4 °C -0,7 °C
Sonne (Ø) 80,8 h 41 % 38 %
Niederschlag (Ø) 36,69 mm 50 % 51 %
Wind (Ø) 11,2 km/h
Max. Temp. 29,4 °C Cottbus
Min. Temp. -13,6 °C Zugspitze
Max. Böe 99,4 km/h Feldberg - Schwarzwald
Max. 24h Niederschlag 70,4 mm Ochtrup (West)
Eistage 0.01 50 % 100 %
Frosttage 0.24 32 % 41 %
Bodenfrosttage 1.51 66 % 62 %
Schneetage 0.03 43 % 150 %
Sommertage 1.3 60 % 37 %

Top-10 Extremwerte Mai 2026

  • Wert Datum Station Bundesland
    29,4 03.05.2026 Coschen Brandenburg
    29,4 03.05.2026 Cottbus Brandenburg
    29,3 03.05.2026 Berlin-Marzahn Berlin
    29,3 03.05.2026 Potsdam Brandenburg
    29,1 03.05.2026 Berlin-Buch Berlin
    29,0 03.05.2026 Jena (Sternwarte) Thüringen
    29,0 03.05.2026 Kiefersfelden-Gach Bayern
    29,0 03.05.2026 Möckern-Drewitz Sachsen-Anhalt
    28,9 03.05.2026 Langenlipsdorf Brandenburg
    -1,7 12.05.2026 20098
  • Wert Datum Station Bundesland
    -13,6 12.05.2026 Zugspitze Bayern
    -4,6 12.05.2026 Feldberg - Schwarzwald Baden-Württemberg
    -3,5 12.05.2026 Großer Arber Bayern
    -3,3 01.05.2026 Piding Bayern
    -3,2 12.05.2026 Brocken Sachsen-Anhalt
    -3,1 08.05.2026 Barth Mecklenburg-Vorpommern
    -3,0 01.05.2026 Oberstdorf Bayern
    -2,9 01.05.2026 Schorndorf-Knöbling Bayern
    -2,7 01.05.2026 Oberhaching-Laufzorn Bayern
    -2,3 01.05.2026 Wielenbach (Demollstr.) Bayern
  • Wert Datum Station Bundesland
    70,4 04.05.2026 Ochtrup (West) Nordrhein-Westfalen
    67,2 05.05.2026 Tonna-Gräfentonna Thüringen
    66,6 06.05.2026 Seebach (Nationalpark Schwarzwald) Baden-Württemberg
    64,7 10.05.2026 Höheischweiler Rheinland-Pfalz
    63,1 05.05.2026 Possen Thüringen
    63,0 05.05.2026 Hessisch Lichtenau-Velmeden Hessen
    60,0 05.05.2026 Langensalza, Bad-Großwelsbach Thüringen
    58,5 05.05.2026 Börde-Hakel-Hakeborn Sachsen-Anhalt
    56,2 10.05.2026 Pirmasens Rheinland-Pfalz
    55,1 05.05.2026 Sondershausen - Kyffhäuserkreis Thüringen
  • Wert Station Bundesland
    122,2 Langensalza, Bad-Großwelsbach Thüringen
    120,6 Seebach (Nationalpark Schwarzwald) Baden-Württemberg
    106,8 Willingen - Hochsauerland Hessen
    106,3 Possen Thüringen
    99,8 Brilon-Thülen Nordrhein-Westfalen
    99,7 Sargstedt Sachsen-Anhalt
    99,1 Lauterberg,Bad-Bartolfelde Niedersachsen
    98,7 Muldenberg - Zwickauer Mulde Sachsen
    96,8 Wünnenberg-Eilern Nordrhein-Westfalen
    96,6 Oppenau Oberes Renchtal Baden-Württemberg
  • Wert Station Bundesland
    0,0 Berka Niedersachsen
    0,0 Ditfurt Sachsen-Anhalt
    0,0 Geratal-Gräfenroda Thüringen
    0,0 Hahn Rheinland-Pfalz
    0,0 Möckmühl - Jagst Baden-Württemberg
    0,0 Oberstenfeld Baden-Württemberg
    0,0 Salzwedel-Tylsen Sachsen-Anhalt
    0,0 Winden Baden-Württemberg
    0,8 Langenneufnach-Unterrothan Bayern
    2,4 Deuerling-Heimberg Bayern
  • Wert Datum Station Bundesland
    99,4 11.05.2026 Feldberg - Schwarzwald Baden-Württemberg
    91,4 03.05.2026 Weinbiet Rheinland-Pfalz
    88,9 11.05.2026 Zugspitze Bayern
    85,3 06.05.2026 Lindau (SWN) Bayern
    85,3 11.05.2026 Friedrichshafen Baden-Württemberg
    83,9 12.05.2026 Fichtelberg Sachsen
    82,1 11.05.2026 Hohenpeißenberg Bayern
    82,1 11.05.2026 Hornisgrinde Baden-Württemberg
    81,0 03.05.2026 Brocken Sachsen-Anhalt
    81,0 11.05.2026 Norderney Niedersachsen
  • Wert Station Bundesland
    133,7 List auf Sylt Schleswig-Holstein
    124,0 Hallig Hooge Schleswig-Holstein
    122,4 Strucklahnungshörn Schleswig-Holstein
    121,5 Leck Schleswig-Holstein
    121,2 Rotthalmünster (Landwirtschaftsamt)_DUE Bayern
    121,2 Wagersrott Schleswig-Holstein
    121,0 Leuchtturm Kiel Schleswig-Holstein
    120,8 UFS Deutsche Bucht Hamburg
    120,3 Fürstenzell Bayern
    119,9 Simbach - Inn Bayern
  • Wert Station Bundesland
    35,8 Marienberg, Bad Rheinland-Pfalz
    43,6 Kempten Bayern
    44,1 Seesen Niedersachsen
    47,3 Roth bei Prüm Rheinland-Pfalz
    47,9 Harzburg, Bad Niedersachsen
    48,3 Wernigerode Sachsen-Anhalt
    48,4 Schneifelforsthaus Rheinland-Pfalz
    49,5 Wernigerode-Schierke Sachsen-Anhalt
    49,9 Alfeld Niedersachsen
    50,6 Helmstedt-Emmerstedt Niedersachsen

Die aktuelle Durchschnittstemperatur im Mai 2026 beträgt 12,4 °C. Die Temperaturanomalie beträgt im Vergleich zum vieljährigen Klimamittelwert von 1961/90 aktuell 0,4 °C (91/20 -0,7 °C). Am 03.05.2026 konnte mit 29,4 °C über Cottbus (Brandenburg) die höchste und am 12.05.2026 mit -13,6 °C über Zugspitze (Bayern) die tiefste Temperatur registriert werden. Das wärmste Bundesland ist mit einer durchschnittlichen Temperatur von 13,7 °C Berlin. Frischer ist der Mai 2026 mit einem Durchschnittswert von 11,5 °C bisweilen über Schleswig-Holstein.

Im Mai 2026 konnte bis zum heutigen Tag eine Niederschlagssumme von 36,7 l/m² registriert werden. Der Sollwert zum Klimamittelwert von 1961/90 wurde zu 50 % erfüllt. Regentage mit mehr als 1 l/m² Regen gab es an 4 Tagen.

Die Sonnenscheindauer konnte mit rund 80,8 Stunden ihren Sollwert von 198,4 Stunden zu 41 % erfüllen. Den meisten Sonnenschein gab es mit 133,7 Stunden über der List auf Sylt (Schleswig-Holstein). Vergleichsweise wenig Sonnenschein gab es mit 35,8 Stunden über der Marienberg, Bad (Rheinland-Pfalz).

Stand inkl.: 12.05.2026 || Aktualisiert: 13.05.2026 08:55 Uhr
Daten: Deutscher Wetterdienst

Regenradar
Regenradar Deutschland
© Deutscher Wetterdienst, Offenbach (DWD)

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