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Wetterprognose: Der Winter mit kräftigem Schneefall und tiefwinterlichen Verhältnissen

| M. Hoffmann

Von Norden setzt Niederschlag ein, der Wind frischt stark böig - und über exponierten Lagen sowie den Küsten von Nord- und Ostsee - stürmisch auf. Die Polarluft rauscht nach Süden und bringt im Januar den Winter über weite Teile von Deutschland. Ob daraus eine hochwinterliche Wetterlage mit viel Schnee und mäßigen bis strengen Frost wird, hängt davon ab, wie sich das Blockadehoch auf dem Atlantik verhält.

Unter bestimmten Voraussetzungen kann sich der Hochwinter mit unwetterartigem Schneefall und tiefwinterlichen Wetterverhältnissen über Deutschland festsetzen © Martin Bloch
Unter bestimmten Voraussetzungen kann sich der Hochwinter mit unwetterartigem Schneefall und tiefwinterlichen Wetterverhältnissen über Deutschland festsetzen © Martin Bloch

Die erste Welle der Polarluft macht sich bereits über dem Norden mit etwas Niederschlag und einem auflebenden Wind aus westlichen Richtungen bemerkbar. Der Niederschlag dehnt sich zum Nachmittag entlang eines breiten Streifens zwischen Münster und Dresden nach Süden aus, liegt zum Silvesterabend zwischen Hamburg und München und verlagert sich in der Neujahrsnacht mehr über Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Berlin, Sachsen sowie dem östlichen Bayern. Spannend wird es, wo der Niederschlag als Schnee niedergehen wird. Die Temperaturen sind über dem Norden mit +2 bis +6 Grad für Schneefall gänzlich ungeeignet. Weiter nach Süden pendeln sich die Temperaturen um den Gefrierpunkt schwankend ein und entlang eines breiten Streifens zwischen Münster, Berlin, Cottbus, Kassel, Chemnitz, Dresden, Nürnberg, Regensburg, München und Berchtesgaden kann am Neujahrsmorgen mit einer dünnen Schneedecke gerechnet werden, die über dem Bayerischen Wald und den östlichen Mittelgebirgen bis zu 12 cm betragen kann.

Der Winter kommt - wo mit Schnee und winterlichen Wetterbedingungen zu rechnen ist

Am Neujahrstag kommt es über dem Norden zu kräftigen und über exponierten Lagen zu stürmischen Windböen, was über den Küsten von Nord- und Ostsee zu schweren Sturmböen führen kann. Der Wind treibt viele Wolken vor sich her, aus denen sich am 1. Januar nördlich einer Linie zwischen Köln und Berlin etwas Niederschlag lösen kann. Bei Temperaturen von +4 bis +7 Grad geht der Niederschlag über Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern überwiegend als Regen und in Richtung der Mittelgebirge bei Werten um den Gefrierpunkt schwankend als Schnee nieder (Schneeprognose). Ruhiges und teils noch sonniges Wetter ist über dem Süden von Baden-Württemberg und Bayern möglich. Im weiteren Verlauf dehnt sich die Polarluft weiter nach Süden aus und erreicht mit zeitweiligem Schneefall die Alpen, welche regional von Wintergewittern begleitet werden und unter bestimmten Voraussetzungen phasenweise für kräftigen und örtlich unwetterartigen Schneefall sorgen können. Die Temperaturen erreichen am 5. Januar über dem Norden -1 bis +3 Grad, während südlich einer Linie zwischen Köln und Berlin die Temperaturen mit -6 bis +1 Grad verbreitet im Dauerfrostbereich verweilen. Wer es genauer wissen möchte: Wetter Januar.

Der Winter macht sich Anfang Januar über Deutschland bemerkbar
Wettervorhersage der Prognose-Modelle: Der Winter macht sich Anfang Januar über Deutschland bemerkbar © www.meteociel.fr || wxcharts.com

Vorsicht mit der Schneeprognose

Der Hinweis auf die unsichere Schneeprognose bleibt heute bestehen. Beispielsweise berechnet das deutsche Vorhersage-Modell eine nur bis zum 4. Januar nur geringe bis allenfalls gemäßigte Neuschneemenge. Anders sind die obenstehenden Schneeprognosen des europäischen und amerikanischen Wettermodells. Der Schneefall und die damit verbundene Neuschneemenge ist stark von den Turbulenzen, der warmen Nordsee, den Stauprozessen und den Hebungsvorgängen abhängig. Abwarten!

Tiefwinterliche Wetterverhältnisse

Die Wetterprognose des europäischen Wettermodells hatte in den vergangenen Tagen immer wieder tiefwinterliche Vorhersagen berechnet, diese in den vergangenen 36 Stunden etwas abgemildert und heute wieder verschärft.

Der Grund für verschärftes Winterwetter ist das Blockadehoch auf dem Atlantik, welches - und das erkennt man bereits auf den obenstehenden Wetterkarten - sich auf dem Atlantik mit einer Erhaltungsneigung bis zum 13. Januar behaupten kann. Zwar schwächt sich das Hoch zwischen dem 7. und 10. Januar kurzzeitig ab und lässt ein Tief passieren, doch rauscht dieses Tief entlang der Polarluftmasse nach Mitteleuropa, was über Deutschland, Österreich und der Schweiz Schnee bringen kann.

Unwetterartige Neuschneemengen

So kommt es im Zeitraum vom 4. bis 13. Januar immer wieder zu Schneefall bis auf tiefere Lagen herab, welche vom 7. bis 11. Januar - in der Fläche - zu unwetterartigem Schneefall führen können. Simuliert werden Neuschneemengen von 15 bis 30 cm und regional von bis zu 60 cm - wohlgemerkt bis auf tiefere Lagen herab.

Die Temperaturen erreichen am 6. Januar -6 bis +1 Grad, am 8. Januar -4 bis +1 Grad und am 12. Januar -13 bis -1 Grad. Verbreitet ist in der ersten Januar-Hälfte mit Dauerfrost zu rechnen und die nächtlichen Tiefstwerte können über Schnee und bei Aufklaren unter die -15 Grad-Marke absinken und die -20 Grad-Marke anstreben.

Herausforderung für Mensch, Tier und Infrastruktur

Sollte sich die tiefwinterliche Wetterprognose des europäischen Wettermodells 1:1 so durchsetzen, wäre das eine infrastrukturelle Herausforderung, die regional - allein schon durch den Schneefall - auch zusammenbrechen kann. Der strenge Frost tut dann sein Übriges und sollte diese Schneemassen dann irgendwann dahinschmelzen, folgt in Form von Hochwasser die nächste Herausforderung - das sei einmal am Rande erwähnt.

Der Hochwinter über Deutschland - strenger Frost und zeitweiliger Schneefall
Der Hochwinter über Deutschland - strenger Frost und zeitweiliger Schneefall © www.meteociel.fr || wxcharts.com

Typisch deutsches Winterwetter

Deutlich gemäßigter ist die Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells von heute Mittag. Das Blockadehoch zieht sich bereits zum 5. Januar nach Süden zurück und kippt bis zum 7. Januar in Richtung Mitteleuropa ab. Der Polarwirbel dreht auf und lässt nach einer winterlichen Wetterphase mit einem kräftigen bis stürmischen Westwind die Temperaturen bis zum 9. Januar auf +4 bis +8 Grad und über dem Westen auf bis +10 Grad ansteigen. Der Winter zieht sich auf die höheren mittleren Lagen zurück und darunter ist der Schnee bis zum 10. Januar komplett abgetaut.

Der Winter in Lauerstellung

Dennoch - der Polarluftvorstoß der kommenden Stunden drückt die Polarfront weit nach Süden und so ist das Grundmuster der Zirkulation - trotz der kurzen Westphase - gestört und neigt auch nach der Wettervorhersage des amerikanischen Wettermodells zu einem meridionalen Verlauf. Dieser kann ab dem 10. Januar den nächsten Vorstoß polarer Luftmassen einleiten.

Die Temperaturen erreichen am 10. Januar +3 bis +6 Grad und am 12. Januar -5 bis +3 Grad wobei die höheren Werte über den Küstenregionen zustande kommen können. Dazu gibt es zeitweiligen Schneefall was die Schneedecke wieder bis über tiefere Lagen ansteigen lassen kann. Ein Auf und Ab des Winters wie es für Deutschland so typisch ist.

Winterwetter mit Höhen und Tiefen und phasenweise unwetterartigem Schneefall
Winterwetter mit Höhen und Tiefen und phasenweise unwetterartigem Schneefall © www.meteociel.fr || wxcharts.com

Auf den Punkt gebracht: Der Hochwinter unter Vorbehalt

Am 21. September haben wir auf untypischen Entwicklungen der Großwetterlagen mit potentiell unwetterartigen Neuschneemengen im Winter hingewiesen (Störimpulse, meridional verlaufende Großwetterlagen und Blockadehochs auf dem Atlantik). Das, was die Europäer heute simulieren, ist aber noch einmal eine ganz andere Hausnummer, das Prinzip aber ist ähnlich. Hier der Auszug aus der Prognose.

Winter kommt von Norden
Damit sollte sich das Zentrum des Polarwirbels weg von Kanada und Grönland hin zu Skandinavien verlagern können. Das wiederum nötigt das Hoch dazu, sich auf dem Atlantik als Blockadehoch aufzubauen und so eine Reaktivierung der Frontalzone verhindert (kaum Westwetterlagen im Winter). Häufiger können im Winter Trogwetterlagen entstehen, welche – zumindest phasenweise – so etwas wie Winterwetter zulassen. Drückt sich zudem so ein Trog durch und wird anschließend durch ein Hoch abgekapselt, so wabert dieser in einem quasistationären Zustand als Kaltlufttropfen (Störimpuls) umher und kann ab den mittleren Lagen zu unwetterartigem Schneefall führen. Auszug der Winterprognose vom 21. September 2025

Welches Wetter wahrscheinlich ist

Der im Hinblick auf den Hochwinter erhobene Zeigefinger bleibt bestehen. Beide Vorhersage-Modelle zeigen im Zeitraum vom 6. bis 9. Januar den Schwachpunkt einer möglich hochwinterlichen Wetterlage, bei der sich das Hoch vollständig nach Süden zurückziehen oder gar nach Osten - über Deutschland, der Schweiz und Österreich - abkippen kann. Dann ist nicht mit viel Winterwetter zu rechnen.

Es gibt aber die Varianten der Erhaltungsneigung, zudem das mit dem QBO-Ost sehr auffällige Aleutenhoch, welches das Zirkulationsmuster weiterhin stören wird und ab Mitte Januar sogar zu einer Störung des Polarwirbels führen kann. Schaut man sich die obenstehenden Wetterkarten noch einmal genauer an, so erkennt man den schwachen bis gestörten Zustand des Polarwirbels deutlich. Das aber nur am Rande erwähnt, ohne da jetzt tiefer einzusteigen.

Der Mittelwert aller Kontrollläufe bestätigt mit Temperaturen in 1.400 Meter Höhe vom 3. bis 5. Januar mit -7 bis -10 Grad eine Phase, bei der Winterwetter bis auf das Flachland herab möglich ist. Bis zum 9. Januar steigt das Höhenmittel auf -4 bis -6 Grad an und sinkt bis zum 13. Januar auf -5 bis -7 Grad ab. Für einen Flachlandwinter braucht es Höhenwerte von -5 bis -7 Grad. Das unterstreicht erneut, dass der Winter bis auf Flachland herab eine knappe Angelegenheit bleibt. Die Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells ist im Vergleich zum Mittelwert gut eingebettet, während das europäischen Wettermodells mit Abstand die kälteste Varianten berechnet. Trotz aller Spannung - typisches Winterwetter mit nasskaltem Wetter über tieferen und winterlichen ab den mittleren Lagen ist im neuen Jahr eine wahrscheinliche Wetterentwicklung.

Die Grundlagen und die Voraussetzungen für den Winter - samt Hochwinter - sind weiterhin gut bis sehr gut
Der Wettertrend nach dem Mittelwert aller Kontrollläufe: Die Grundlagen und die Voraussetzungen für den Winter - samt Hochwinter - sind weiterhin gut bis sehr gut © www.meteociel.fr
Temperaturprognose der Wettermodelle für Dezember
Tag Temperaturspektrum Temperaturmittelwert
6. Januar -5 bis +3 Grad -3 bis +1 Grad
10. Januar -6 bis +8 Grad +0 bis +3 Grad
15. Januar 2026 -8 bis +14 Grad +2 bis +4 Grad
Diagramm Temperaturen Januar 2026
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Januar 2026 von zu kalt, normal, zu warm im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert (1961 bis 1990)

Einen guten Start ins neue Jahr 2026

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Das gesamte Team wünscht Ihnen einen wunderbaren Rutsch in ein aufregendes und glückliches Jahr 2026 - voller Überraschungen, Abenteuer, Glücksmomente und natürlich jeder Menge Wetter. Ganz egal, ob es stürmt, schneit, die Sonne scheint oder ein Regenbogen den Himmel ziert: Lassen Sie uns auch im neuen Jahr gemeinsam den Blick nach oben richten und das Wetter in all seinen Facetten genießen!

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