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Wetterprognose: Schneefall zu Silvester - der Hochwinter nimmt Anlauf

| M. Hoffmann

In den kommenden Tagen stellt sich ruhiges Dezemberwetter ein, doch ist das dafür verantwortliche Hoch eine Störung, die die Wetterlage bereits Ende Dezember in Richtung Winter kippen lassen kann. Die Betonung liegt auf kann, denn auf dem Weg zum Hochwinter mit viel Schnee und Frost gilt es noch einige Hürden zu nehmen. Wir schauen einmal genauer hin - wie wahrscheinlich sind tiefwinterliche Wetterverhältnisse im Januar bis auf das Flachland herab?

Der Hochwinter im Januar mit viel Schnee © Martin Bloch
Der Hochwinter im Januar mit viel Schnee © Martin Bloch

Der Kaltlufttropfen ist nach Westen abgezogen und über Deutschland überwiegt bis zum 28. Dezember hoher Luftdruck. Bei einem Wechselspiel aus Sonne, Wolken und teils dichten Nebel- und Hochnebelfeldern (Wolkenradar) ist nicht mit nennenswertem Niederschlag zu rechnen. Die Temperaturen sind über Weihnachten mit -0 bis -6 Grad noch frostig, erreichen über den Küsten, dem Westen und Süden aber auch positive Werte. Bis zum 28. Dezember schwanken die Temperaturen über dem Süden um den Gefrierpunkt, während nach Norden +4 bis +8 Grad möglich sein können.

Schnee, Schneeregen und Regen - Ein Wetterwechsel kündigt sich an

Zum Start in die neue Woche verlagert sich das dominierende Hoch etwas nach Westen und lässt an seinem östlichen Gradienten Ausläufer eines Polartroges in Richtung der Alpen ziehen. Deutschland befindet sich zwischen den Fronten, was den Wind auf nordwestliche Richtungen drehen lässt und dichtere Wolken mit zeitweiligen Schauern über Deutschland ziehen lässt. Viel an Niederschlag ist nicht zu erwarten und geht am Montag noch überwiegend in flüssiger Form, am Dienstag aber auch in Form von Schnee- oder Graupelschauern nieder. Die Temperaturen gehen bis Dienstag südlich einer Linie zwischen Köln und Rostock auf -1 bis +3 Grad und nördlich davon auf +4 bis +8 Grad zurück. Wer es genauer wissen möchte: Wetter Dezember.

Zunächst noch ruhiges Hochdruckwetter, bevor sich zu Silvester eine Veränderung der Großwetterlage ankündigt
Wettervorhersage der Prognose-Modelle: Zunächst noch ruhiges Hochdruckwetter, bevor sich zu Silvester eine Veränderung der Großwetterlage ankündigt © www.meteociel.fr || wxcharts.com

Das Wetter bis Silvester

Beide Vorhersage-Modelle sind sich bei der Entwicklung der Großwetterlage bis zum 30. Dezember weitgehend einig. Vielleicht erinnert sich der eine oder andere noch an die Schlüsselszene, die mit dem 28. Dezember noch bevorsteht. Entweder kippt das Hoch nach Südosten ab und verhindert im letzten Moment noch eine winterliche Witterung oder aber das Hoch dehnt sich nach Westen in Richtung Island und Grönland aus und verbessert somit die Rahmenbedingungen für einen Durchbruch des Winters bis auf das Flachland herab. Schaut man sich die obenstehenden Wetterkarten an, so bekommt der Winter seine Chance - und das mit einer höheren Wahrscheinlichkeit passend zu Silvester.

Winterwetter an Silvester und Neujahr sehr wahrscheinlich

Die Hürden, die bis dahin noch zu nehmen sind, können den Unterschied zwischen einem Wintersturm und einer nasskalten Witterung ausmachen. Warum? Der Zustrom polarer Luftmassen wird zum Jahresende in Gang gesetzt. Das ist zwischenzeitlich eine sehr wahrscheinliche Wetterentwicklung. Kaltluft provoziert jedoch Turbulenzen, welche aus Sicht der Freunde des Winterwetters sowohl positive als auch negative Folgen haben können. Deutlicher zeigt sich das in der Gegenüberstellung der Silvesterprognose des europäischen und amerikanischen Wettermodells.

Am östlichen Hochdruckgradienten etabliert sich nach dem europäischen Wettermodell eine ungewöhnliche Randtiefentwicklung zwischen Island und England mit Kurs auf Deutschland. Die Gradienten verdichten sich und ein böiger Westwind kann die Temperaturen an Silvester über dem Westen auf bis +5 Grad ansteigen lassen. Der Flachlandwinter kann zum Jahreswechsel zunächst noch in Frage gestellt werden. Über dem Rest von Deutschland schwanken die Temperaturen mit -2 bis +2 Grad um den Gefrierpunkt und die Schneefallgrenze sinkt teils bis auf die tieferen Lagen ab, sodass sich in der Silvesternacht und am Neujahrstag oberhalb von 100 bis 500 Meter eine Schneedecke ausbilden kann.

Optionaler Schneesturm - verhält sich die Randtiefentwicklung etwas anders, kann das - auch über dem Flachland - zum Jahreswechsel einen Schneesturm bringen. Das ist im Moment aber äußerst spekulativ, sollte als Option aber einmal an dieser Stelle erwähnt werden.

Der Winter zum Jahreswechsel

Nach der Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells verläuft der Ausbruch kalter Luftmassen arktischen Ursprungs - ohne Randtiefentwicklungen - konsequenter. Die Temperaturen schwanken bereits am 31. Dezember mit -2 bis +2 Grad um den Gefrierpunkt und sinken an Neujahr auf -3 bis +0 Grad ab. Von Norden setzt Schneefall ein, der über weite Teile von Deutschland den Winter bringen kann.

Der Winter nimmt an Silvester einen weiteren Anlauf
Der Winter nimmt an Silvester einen weiteren Anlauf © www.meteociel.fr || wxcharts.com

Der normale und der unwetterartige Winter

Die Wetterprognose des europäischen Wettermodells berechnet heute keine Extreme, sondern vielmehr einen typischen Durchbruch des Winters. Das Hoch initialisiert die Nordströmung über Deutschland und lässt kalte Luftmassen von Skandinavien in Richtung der Alpen ziehen, die bis zum 7. Januar die Mittelmeerregion erreichen. So kommt es bei überwiegend starker bis wechselnder Bewölkung zu zeitweiligem Schneefall, der bei Tagestemperaturen von -0 bis -5 Grad den Flachlandwinter nach Deutschland bringen kann. Nach und nach wintert Deutschland bis zum 7. Januar ein. In den Nächten sinken die Temperaturen auf -3 bis -8 Grad und bei Aufklaren über Schnee auch bis auf -15 Grad ab.

Tiefwinterliche Wetterverhältnisse

Beide Vorhersage-Modelle berechnen in ihren Vorhersagen ein Abkippen des Blockadehochs ab dem 5. Januar und einen sich weiter intensivierenden Polarwirbel zwischen Grönland und Kanada. Im Gegensatz zu den Europäern simuliert das amerikanische Prognose-Modell einen Abschnürprozess des Troges, der sich zwischen dem 5. und 7. Januar in einen Kaltlufttropfen umwandelt und direkt über Deutschland seine Runden drehen kann.

Die Temperaturen sinken auf Höchstwerte von -0 bis -8 Grad ab und können in den Nächten Tiefstwerte von -5 bis -10 Grad und bei Aufklaren und über Schnee Temperaturen von bis zu -20 Grad möglich machen.

Unwetterartige Neuschneemengen

Apropos Schnee - da sich der Kaltlufttropfen quasistationär über Deutschland verhält, wird teils unwetterartiger Dauerschneefall simuliert, der binnen 48 Stunden über dem Flachland Neuschneemengen von 5 bis 15 cm und ab den mittleren Lagen von 20 bis 40 cm bringen kann. Diese Schneeprognose ist mit einem hohen Maß an Skepsis zu bewerten und gilt im Moment lediglich als Option.

Ein hochwinterlicher Ansatz im Januar
Ein hochwinterlicher Ansatz im Januar © www.meteociel.fr || wxcharts.com

Auf den Punkt gebracht: Der Hochwinter unter Vorbehalt

Der Winter kommt mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit zum Jahreswechsel. Ob er sich im Januar zu einem Hochwinter wandelt, bleibt jedoch abzuwarten. Die Erfahrung zeigt, dass im Verlauf des Vorstoßes polarer Luftmassen nach Deutschland die Turbulenzen zunehmen können. In dieser Phase lassen sich die Parameter sowohl zugunsten als auch zu Ungunsten eines Vollwinters drehen. Bemerkenswert ist die Randtiefentwicklung nach dem europäischen Wettermodell. Sie ist absolut logisch und nachvollziehbar. Für gewöhnlich entstehen Randtiefentwicklungen jedoch bei einer aktiv-dynamischen Westwetterlage, die bis zum 8. Januar nicht einmal im Ansatz zu erwarten ist.

Einerlei - beide Vorhersagemodelle lassen an einer winterlichen Wetterentwicklung kaum mehr Zweifel aufkommen und das europäische Prognosemodell hat seine warmen Varianten der vergangenen Tage einkassiert.

Welches Wetter wahrscheinlich ist

Die Kontrollläufe stützen einen winterlichen Vorstoß zum Jahreswechsel mehrheitlich. Die Wahrscheinlichkeit für unwinterliche Wetterentwicklungen liegt im Zeitraum vom 30. Dezember bis 5. Januar nur noch bei 14 Prozent. Oder anders formuliert: Die Wahrscheinlichkeit für Winterwetter bis auf das Flachland herab liegt bei 86 Prozent. Die Kontrollläufe bestätigen somit den winterlichen Wettertrend der vergangenen Tage, was sich auch im nachfolgenden Mittelwert aller Kontrollläufe deutlich widerspiegelt. Mit anderen Worten formuliert sind die vergleichsweise warmen Varianten nur noch theoretischer Natur. Schaun mer mal, ob sich der Hochwinter in den abendlichen Prognosen bestätigen lässt.

Der Winter bricht mit einer hohen Wahrscheinlichkeit zum Jahreswechsel über Deutschland durch
Der Wettertrend nach dem Mittelwert aller Kontrollläufe: Der Winter bricht mit einer hohen Wahrscheinlichkeit zum Jahreswechsel über Deutschland durch © www.meteociel.fr
Temperaturprognose der Wettermodelle für Dezember
Tag Temperaturspektrum Temperaturmittelwert
31. Dezember -5 bis +5 Grad -2 bis +2 Grad
4. Januar -10 bis +7 Grad -3 bis +0 Grad
9. Januar 2026 -7 bis +8 Grad -1 bis +2 Grad
Diagramm Temperaturen Januar 2026
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Januar 2026 von zu kalt, normal, zu warm im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert (1961 bis 1990)

Nächste Aktualisierung

  • 20:15 Uhr: Aktualisierung der Wetterprognose Winter an dieser Stelle

Update der Wetterprognose von 20:30 Uhr

Anmerkung: Der bevorstehende Durchbruch des Winters mit viel Schnee und teils chaotischen Wetterverhältnissen zu Silvester und Neujahr hat bei uns eine ungewöhnlich hohe Anzahl an Besuchern zur Folge, bei der wir - aufgrund der Feiertage - technisch nicht skalieren können und die Seiten zeitweise unter der Last der Besucheranströme zusammenbrechen. Das ist für uns genauso ärgerlich wie für Sie. Wir tun dennoch unser Bestes, um den gewohnten Service zu bieten.

Das amerikanische Wettermodell bestätigte heute Nachmittag den Durchbruch des Winters an Silvester mit viel Schnee und eisiger Kälte. An dieser Wetterprognose ändert sich heute Abend für den Zeitraum vom 30. Dezember bis 7. Januar kaum etwas. Arktische Kaltluft drängt mit einem Trog von Skandinavien aus in Richtung der Alpen, während sich das im Moment noch wetterdominierende Hoch von Mitteleuropa in Richtung Island und Grönland verlagert. Das Strömungsmuster meridionalisiert und führt die winterliche Kaltluft an die Alpen.

Die Temperaturen sinken am Neujahrstag auf +1 bis -4 Grad ab und erreichen am 7. Januar nur noch Höchstwerte von -3 bis -7 Grad und über Schnee sind bis -12 Grad möglich - wohlgemerkt die Höchstwerte. Hinzu kommt zeitweiliger Schneefall, der über weite Teile - auch über dem Flachland - Deutschlands für winterliche Wetterverhältnisse sorgen kann.

Der Hochwinter kommt mit viel Schneefall und teils chaotischen Straßenverhältnissen im Januar nach Deutschland
Der Hochwinter kommt mit viel Schneefall und teils chaotischen Straßenverhältnissen im Januar nach Deutschland © www.meteociel.fr || wxcharts.com

Die hochwinterlichen Signale verstärken sich

Noch ist im Hinblick auf den Hochwinter ein gesundes Maß an Skepsis angebracht. Zwar rückt der winterliche Vorstoß mit Silvester bereits in den erweiterten Kurzfristbereich vor, doch für gewöhnlich lösen kalte Luftmassen Turbulenzen aus, welche die Wetterentwicklung kurz vorher doch noch in eine andere Richtung kippen lassen können.

Welche Varianten das sind? In der ersten Variante kippt das Hoch zu weit nach Westen ab, was den Kaltluftvorstoß zwischen dem europäischen Nordmeer und Island niedergehen lässt. Deutschland würde dann in die vergleichsweise warme Vorderseitenanströmung des Troges gelangen. In der zweiten Variante kippt das Blockadehoch auf dem Atlantik einfach nach Osten ab und drückt den Trog weiter nach Osteuropa, was das aktuell ruhige und wenig winterliche Wetter bis weit in den Januar hinein verlängern kann.

Es geht hier aber nicht um Möglichkeiten, sondern um Wahrscheinlichkeiten und die Signale sprechen eine klare und unmissverständliche Sprache. Der NAO-Index ist aktuell negativ und wird das bis zum 6. Januar auch bleiben. Der AO-Index ist äußerst diffus und hat extreme Ausschläge in die positive, wie auch negative Richtung. Mit anderen Worten formuliert könnte das Blockadehoch den Polarwirbel im neuen Jahr noch kräftig schwächen oder etwas zu seiner Stabilisierung beisteuern.

Die Kontrollläufe berechnen im Zeitraum vom 30. Dezember bis zum 5. Januar Temperaturen in 1.400 Meter Höhe von -7 bis -10 Grad, was für den Flachlandwinter reichen sollte. Darüber hinaus steigen die Höhenwerte auf bis -5 Grad an, was den Winter auf Höhenlagen zwischen 200 und 500 Meter ansteigen lässt. Interessant ist die Einigkeit, mit der die Mittelwerte beider Kontrollläufe die winterliche Wetterentwicklung bis zum 3. Januar bestätigen.

Die Signale einer hochwinterlichen Wetterentwicklung sind im Mittelwert der Kontrollläufen klar und deutlich zu erkennen
Die Signale einer hochwinterlichen Wetterentwicklung sind im Mittelwert der Kontrollläufen klar und deutlich zu erkennen © www.meteociel.fr

Fazit: Der Hochwinter klopft an

So ist es. Zwar gibt es noch immer den erhobenen Zeigefinger, doch werden die Signale für eine hochwinterliche Wetterentwicklung Anfang Januar zahlreicher und lassen kaum mehr Zweifel aufkommen.

Europäisches Wettermodell kippt zeitversetzt in Richtung Hochwinter

Die Wetterprognose des europäischen Wettermodells hat in den vergangenen Tagen immer wieder die Rolle des erhobenen Zeigefingers übernommen und Varianten berechnet, welche den Winter zwar bis nach Deutschland durchbrechen lassen, doch auch einige Fragen hinsichtlich der Nachhaltigkeit aufgeworfen haben. So auch heute Abend wieder, wobei es sich lediglich um eine Verzögerung auf den Zeitraum nach dem 3. Januar beschränkt. Der Winter wird - anders als noch in den vergangenen Tagen - heute Abend nicht mehr grundsätzlich in Frage gestellt, was wir an dieser Stelle einfach mal so stehen lassen. Einen wunderbaren Weihnachtsabend wünscht Ihnen das Team von wetterprognose-wettervorhersage.de

Der Hochwinter kommt zeitversetzt
Der Hochwinter kommt zeitversetzt © www.meteociel.fr || wxcharts.com
Regenradar
Regenradar Deutschland
© Deutscher Wetterdienst, Offenbach (DWD)