Wetterprognose: Winterwetter unter Vorbehalt - Kaltlufttropfen und eine gestörte Zirkulation
Die Umstellung der Großwetterlage ist bereits in vollem Gang und wird sich zum 4. Advent auch über Deutschland bemerkbar machen. So richtig spannend aber wird es in der Zeit vor und auch über Weihnachten, wenn die Grundströmung auf Ost dreht und kalte Luftmassen nach Deutschland führt. Reicht es für Dauerfrost und Schneefall und somit für weiße Weihnachten, wie macht der Winter bis Januar weiter und bestätigt sich der winterliche Wettertrend der vergangenen Tage?
Die ersten Auswirkungen der Umstellung sieht man heute mit aufziehend starker Bewölkung und nachfolgend leichtem Regen, der bis zum Abend eine Linie zwischen dem Schwarzwald und Dresden erreicht. Das Niederschlagsfeld löst sich jedoch auf, sodass die Regensummen kaum der Rede wert sind. Das Wechselspiel aus Sonne, Wolken, dichten Nebel- und Hochnebelfeldern setzt sich bis zum 4. Advent weiter fort. Niederschlag ist nur noch in Form von ein paar vereinzelten Regentropfen über den westlichen Landesteilen zu erwarten, sonst bleibt es trocken. Der Wind frischt aus südwestlichen Richtungen kommend auf und kann die Temperaturen auf +8 bis +12 Grad und örtlich sogar auf bis +14 Grad ansteigen lassen. Bei Dauernebel werden kaum mehr als +5 Grad zu erwarten sein.
Das Wetter stellt sich vor Weihnachten komplett um
In der Vorweihnachtszeit zieht auf dem Atlantik ein Kaltlufttropfen von England über Frankreich in Richtung der Mittelmeerregion. Zeitgleich etabliert sich zwischen Island und Skandinavien ein Hochdrucksystem, an dessen südlichen Gradienten der Kaltlufttropfen zieht und in Kombination mit dem Hoch über Deutschland, der Schweiz und Österreich eine Ostströmung initialisiert. Der Himmel zeigt sich am 22. und 23. Dezember über Deutschland überwiegend stark bewölkt. Der Wind dreht auf Ost und frischt zum 23. Dezember - insbesondere über Norddeutschland - böig auf. Erreichen die Temperaturen am 22. Dezember noch +4 bis +8 Grad, so sinken diese bis zum 23. Dezember auf +0 bis +5 Grad ab. Aus der starken Bewölkung kann über den östlichen Landesteilen etwas Niederschlag hervorgehen, der oberhalb etwa 400 bis 500 Meter als Schnee niedergehen kann. Wer es genauer wissen möchte: Wetter Weihnachten.
Gibt es weiße Weihnachten?
Das Wetter kippt noch rechtzeitig vor Weihnachten und beendet die seit Wochen andauernde Anströmung vergleichsweise warmer Luftmassen aus südwestlichen Richtungen. Bemerkenswert ist, dass am heutigen 19. Dezember um 3:50 Uhr die Temperatur in Baden-Baden (Baden-Württemberg) satte 13,6 Grad betrug. Solche hohen Nachttemperaturen sind selbst im Frühling selten. Aber ja, das Wetter stellt sich jetzt um und normalisiert die Temperaturen noch vor Weihnachten.
Die Temperaturen erreichen am 24. Dezember +0 bis +5 Grad und sinken zur Bescherung auf -1 bis +4 Grad ab. Zeitweiliger Niederschlag geht oberhalb etwa 400 bis 700 Meter als Schnee nieder und kann mancherorts zu winterlichen Wetterbedingungen führen.
Über Weihnachten erhält sich die Ostströmung, was die Temperaturen bis zum 26. Dezember über dem Norden und Osten auf -3 bis +2 Grad und nach Süden auf +0 bis +4 Grad einpendeln lassen kann. Details bleiben jedoch noch abzuwarten und sind stark davon abhängig, wie sich der Kaltlufttropfen zum Hoch verhält. Eine nasskalte Witterung mit der Option auf weiße Weihnachten ab den tieferen mittleren Lagen (300 bi 600 Meter) ist sehr wahrscheinlich.

Winterwetter bis Januar?
Auf den obenstehenden Wetterkarten erkennt man gut die vollständig gestörte Zirkulation. Das Hoch provoziert das in der Wetteranalyse beschriebene Blocking über Nordeuropa. Ob dem Winter aber der nachhaltige Durchbruch bis Januar gelingt, hängt einzig und allein davon ab, wie sich das Blocking positioniert.
Winterwetter wird nur angetäuscht
Die Vorhersage-Modelle interpretieren die Wetterentwicklung nach Weihnachten unterschiedlich. Geht es nach der Wetterprognose des europäischen Wettermodells, so intensiviert sich die Ostwetterlage nach Weihnachten in Form einer Erhaltungsneigung nochmals, bevor sich das Hoch bis Januar mehr und mehr über Mitteleuropa verlagert und eine Inversionswetterlage initialisiert.
Die Temperaturen gehen vom 27. Dezember mit -1 bis + Grad bis zum 2. Januar 2026 auf -5 bis +2 Grad zurück. In den Nächten können die Temperaturen auf -1 bis -8 Grad und über Schnee auf bis -15 Grad absinken. Das Hoch hat jedoch bis Januar eine gradientenschwache Wetterlage zur Folge. Neben Nebel und Hochnebel wird auch die Sonne eine Rolle spielen können. Nennenswerter Schneefall ist nicht zu erwarten.
Tiefwinterliche Wetterverhältnisse
Was passiert, wenn sich das Hoch westlich von Europa - auf dem Atlantik - als Blockadehoch aufbauen kann, zeigt die Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells heute eindrucksvoll.
Das Hoch positioniert sich bis zum 27. Dezember zwischen Island, Skandinavien und England und initialisiert über Finnland einen Vorstoß kalter Luftmassen polaren Ursprungs nach Süden. Dieser Kaltluftvorstoß verhindert, dass sich das Hoch weiter in Richtung Mitteleuropa entwickeln kann. Infolgedessen dreht das Hoch bis Januar seine Runden zwischen Island und England und lässt an seinem östlichen Gradienten die polaren Luftmassen - über Deutschland - bis an die Alpen rauschen.
Schneefall, Frost und eisige Nächte
Die Temperaturen sinken vom 27. Dezember mit +5 bis -4 Grad bis zum 2. Januar auf +7 bis -8 Grad ab. Die höheren Werte sind mit der Nordströmung über Norddeutschland und die tiefwinterlichen in Richtung der Alpen zu erwarten. Bei überwiegend starker Bewölkung kommt es zu zeitweiligem Schneefall, der ganz über dem Norden auch als Schneeregen oder Regen niedergehen kann. Weiter nach Süden wird der Flachlandwinter ins Spiel gebracht. In den Nächten können -1 bis +10 Grad und über Schnee und bei Aufklaren bis -18 Grad möglich sein.

Auf den Punkt gebracht: Der Winter unter Vorbehalt
Im Grunde genommen berechnen die Vorhersage-Modelle ähnliche Varianten wie gestern Abend, nur eben umgekehrt - die Europäer mit einer gemäßigten und die Amerikaner mit einer fast vollwinterlichen Wetterentwicklung. Wie wichtig die Positionierung des Hochdrucksystems dabei ist, tritt heute noch einmal deutlich in den Vordergrund. Winterwetter ist möglich, gesichert aber ist zum aktuellen Stand noch nichts.
Welches Wetter wahrscheinlich ist
Die Kontrollläufe bestätigen auch heute wieder eine höhere Wahrscheinlichkeit für eine Verlagerung des Blockadehochs auf den Atlantik. Winterliche Trogwetterlagen sind im Moment nach Weihnachten wahrscheinlicher als ein neuerliches Blockadehoch über Mitteleuropa. Das kann man einmal so stehen lassen.
Die Temperaturen in 1.400 Meter Höhe liegen am 25. Dezember zwischen -4 und -6 Grad, erreichen am 27. Dezember mit -7 bis -9 Grad ihren Tiefpunkt und pendeln sich Anfang Januar zwischen -4 und -6 Grad ein.
Damit der Winter bis auf das Flachland herab möglich ist, müssen die Höhentemperaturen zwischen -5 und -7 Grad betragen, während für mittlere Lagen -3 bis -5 Grad ausreichend sind. Die Wahrscheinlichkeit für Höhenwerte unter -3 Grad liegt nach der Auswertung aller Kontrollläufe Anfang Januar bei rund 73 Prozent. Für Werte unter der -5 Grad-Marke liegt die Wahrscheinlichkeit bei 66 Prozent und für unter -7 Grad bei 50 Prozent. Im Vergleich zu den vergangenen Tagen festigt sich ab den mittleren Lagen ein winterlicher Wettertrend, wobei der Flachlandwinter optional wird. Spannende Zeiten stehen den Freunden des Winterwetters
bevor. Schaun mer mal, ob die Unsicherheiten bis heute Abend ausgeräumt wurden.

| Tag | Temperaturspektrum | Temperaturmittelwert |
|---|---|---|
| 25. Dezember | -5 bis +6 Grad | +1 bis +3 Grad |
| 29. Dezember | -10 bis +4 Grad | -2 bis +0 Grad |
| 3. Januar 2026 | -12 bis +6 Grad | -1 bis +2 Grad |

Nächste Aktualisierung
- 20:15 Uhr: Aktualisierung der Wetterprognose Winter an dieser Stelle
Update der Wetterprognose von 20:22 Uhr
Das deutsche Vorhersage-Modell berechnet heute Abend eine Variante, bei der sich das Hoch zwischen Island und Skandinavien über Weihnachten weiter nach Skandinavien verlagert und so einen erheblichen Einfluss auf das Weihnachtswetter über Deutschland nehmen kann. Mit Schneefall ist an Heiligabend bei weiter zurückgehenden Temperaturen ab den tieferen mittleren Lagen zu rechnen, doch setzt sich über die Festtage das Hoch durch und drückt den Kaltlufttropfen weiter nach Westen, sodass die Nordhälfte in der Ostströmung verbleibt, die Südhälfte jedoch auf die wärmere Vorderseitenanströmung des Kaltlufttropfens gelangen kann. Die Folgen für das Weihnachtswetter: Dauerfrost und Sonnenschein über dem Norden, Wolken und Temperaturen von +2 bis +6 Grad und örtlich bis +8 Grad über dem Süden. Das lassen wir als Momentaufnahme einmal so stehen.
Geht es nach der Prognose des amerikanischen Wettermodells, so bleibt die Ostanströmung über Deutschland bis zum zweiten Weihnachtsfeiertag erhalten. Tagsüber schwanken die Temperaturen mit -2 bis +2 Grad um den Gefrierpunkt und können in den Nächten auf -1 bis -6 Grad und über Schnee auf bis -8 Grad absinken. Leichter Schneefall ist über den südlichen Landesteilen möglich, welcher im Schwerpunkt südlich einer Linie zwischen Stuttgart und München sowie über dem östlichen Mittelgebirgsraum die weiße Weihnachten bringen kann.
Das europäische Wettermodell tendiert eher zu einer Nordwestwetterlage, was ein ganz ähnliches Wetter wie das der Amerikaner zur Folge hat.

Weiße Weihnachten sind ein fragiles Konstrukt
Die Unsicherheiten im Hinblick auf weiße Weihnachten bleiben bestehen. Schaut man sich den Mittelwert aller Kontrollläufe der europäischen und amerikanischen Vorhersage-Modelle an, so berechnet keines der Mittelwerte das Hoch über Skandinavien. Deutschland verbleibt in einer Nordost- bis Ostanströmung der Luftmassen.
Das lässt die Temperaturen am 24. Dezember auf +0 bis +3 Grad (18:00 Uhr), am 25. Dezember auf -1 bis +1 Grad und am 26. Dezember auf -2 bis +0 Grad zurückgehen. Zeitweiliger Niederschlag ist möglich, der bis auf tiefere Lagen als Schnee niedergehen kann. Die Kontrollläufe stützen die niederschlagsarmen und vergleichsweise warmen Prognose der einzelnen Vorhersage-Modelle keineswegs. Der Kurs ist - zumindest zum aktuellen Stand - noch immer winterlich.

Fazit: Winterwetter rückt in greifbare Nähe
So ist es und so bleibt es. Schaut man sich noch schnell den NAO-Index an, so ist dieser ab dem 4. Advent in negativer Ausprägung. Das bedeutet, dass sich das Hoch dem Hoch Island nähert oder direkt über Island positioniert und so zu einer vollständig gestörten Zirkulation führen kann. Das ist eine Grundvoraussetzung für Winterwetter, die sich erfüllt. Erwähnenswert ist an dieser Stelle noch, dass der NAO-Index bis Januar im negativen Bereich verbleibt.
Apropos Januar - Die Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells berechnet heute Abend vom 27. Dezember bis zum 3. Januar die Verlagerung des Hochdrucksystems raus auf den Atlantik. So entsteht die Blockade auf dem Atlantik, was das Strömungsmuster weiter meridionalisieren lassen kann. Deutschland gelangt voll in den Einflussbereich eines Troges über Skandinavien, welcher mit seinen arktischen Kaltluftmassen bis über die Mittelmeerregion zieht.
Die Temperaturen erreichen am 28. Dezember -4 bis +2 Grad, an Silvester -5 bis +2 Grad und am 2. Januar -9 bis +4 Grad, wobei die höheren Werte jeweils über dem Norden und die tieferen über dem Süden zu verorten sind. Dazu kommt zeitweiliger Schneefall, der auch über tieferen Lagen zu winterlichen und ab den tieferen mittleren Lagen für tiefwinterliche Wetterverhältnisse führen kann.
Der Winter kommt zeitversetzt
Das europäische Wettermodell berechnet vom 26. bis 29. Dezember die Verlagerung des Hochdrucksystems in Richtung Mitteleuropa, wobei Deutschland noch am östlichen Hochdruckgradienten verbleibt. Doch verlagert sich das Hoch zum Jahreswechsel in Richtung Island und strebt im Januar - durch den Polarwirbel - in Richtung der Aleuten. Das Strömungsmuster meridionalisiert und lässt die arktischen Kaltluftmassen zeitverzögert über Mitteleuropa niedergehen. Tiefwinterliche Wetteraussichten im Januar 2026. Das lassen wir jetzt einmal so stehen und wünschen Ihnen einen wunderbaren Abend.


