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Wetterprognose: West- oder Nordwestwetterlage - An Nikolaus entscheidet sich der Wettertrend

| M. Hoffmann

Wann kommt Schnee und wie wird der Winter? Das sind neben gibt es weiße Weihnachten im Moment die häufigsten an uns gestellten Fragen. Und ja, auf dem Atlantik ist mit dem sich stabilisierenden Polarwirbel einiges los und führt Anfang Dezember zunächst wärmere Luftmassen nach Norden. Ob das Wetter noch in der zweiten Dezemberdekade in Richtung Winter kippen kann, hängt davon ab, wie sich die Frontalzone auf dem Atlantik zu einem Hoch über Russland verhält und da gibt es in den heutigen Prognosen ein paar spannende Ansätze.

Ruhiges Wetter bis zum 6. Dezember (Nikolaus), dann kippt der Wettertrend
Ruhiges Wetter bis zum 6. Dezember (Nikolaus), dann kippt der Wettertrend

Das Wetter der kommenden Tage ist typisch für Ende November und Anfang Dezember. Sonne und Wolken wechseln sich mit Nebel und Hochnebel ab. Dazwischen wird es mit starker Bewölkung auch mal grau und trüb und gelegentlich kann etwas Niederschlag aus dem Gewölk hervorgehen. Viel an Niederschlag ist jedoch nicht zu erwarten und über Teilen von Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Hessen und Thüringen kann es bis zum 4. Dezember auch komplett trocken bleiben.

Wenig winterliche Wetteraussichten

Der sich stabilisierende Polarwirbel initialisiert auf dem Atlantik eine ganze Reihe von Tiefdrucksystemen, welche in Richtung Mitteleuropa streben, dort jedoch auf einen Hochdruckrücken auflaufen. Die Grundströmung kippt auf Südwest und führt mit +4 bis +8 Grad und mit Sonnenschein örtlich mit bis +12 Grad spürbar mildere Luftmassen nach Deutschland. Anders sieht es aus, wenn sich der Nebel der Nacht als zäh erweist und auch den Tag überdauern kann. In diesem Fall verweilen die Temperaturen nah am Gefrierpunkt, was insbesondere über dem Südosten auch zu Dauerfrost führen kann. Wer es genauer wissen möchte: Wetter Dezember.

Polarwirbel stabilisiert sich, Frontalzone dreht auf - Deutschland befindet sich Anfang Dezember noch in einer ruhigen Wetterzone

Wettervorhersage der Prognose-Modelle: Polarwirbel stabilisiert sich, Frontalzone dreht auf - Deutschland befindet sich Anfang Dezember noch in einer ruhigen Wetterzone © www.meteociel.fr || wxcharts.com

Wettervorhersage des europäischen Wettermodells: Die Nordwestwetterlage mit einem winterlichen Ansatz

Auch heute wieder – der Ansatz eines durchweg stabilen Polarwirbels wird nicht mehr unterstützt. Das erkennt man bereits auf den obenstehenden Wetterkarten. Die nasskalte Witterung bekommt auch heute wieder den Vorzug, welche unter bestimmten Voraussetzungen mit Beginn der zweiten Dezemberwoche den mittleren Lagen den Winter bringen kann.

Kontinentalhoch blockiert die Frontalzone

In der letzten Sonntagsanalyse gab es eine Mehrheit für eine Hochdruckblockade über Mitteleuropa. Die trifft in den aktuellen Berechnungen nur bedingt zu – das Blockadehoch positioniert sich nicht über Mitteleuropa, sondern über Osteuropa mit Zentrum über dem westlichen Russland. Diese Blockade dehnte sich in den Prognosen der vergangenen Tage immer wieder in Richtung Skandinavien und teils auch bis nach Grönland aus. Ein direkter Zugang nach Mitteleuropa bleibt der Frontalzone somit vorerst verwehrt und mit einer Westwetterlage ist – zumindest nach der Wettervorhersage des europäischen Wettermodells – nicht so schnell zu rechnen.

Nasskaltes Winterwetter

Doch muss die Energie der Frontalzone ja irgendwo hin und da sich das Hoch über Nordeuropa ausdehnt, wird so die Grundlage für eine nasskalte Nordwestwetterlage geschaffen. Und das geht so: Die Frontalzone versucht, das Hoch zum 6. Dezember an seinem südlichen Gradienten zu unterwandern und drückt bis zum 8. Dezember immer wieder Tiefdruckausläufer in Richtung Deutschland.

Den Hochdrucksystemen gelingt es nicht mehr, sich über Mitteleuropa zu positionieren, stattdessen positionieren diese sich westlich und östlich vom trogähnlichen Ansatz. Auf diese Art und Weise etabliert sich die Nordwestwetterlage, was die Temperaturen am 7. Dezember noch auf +5 bis +10 Grad, zum 10. Dezember auf +4 bis +8 Grad und bis zum 13. Dezember auf +2 bis +6 Grad zurückgehen lässt. Die Ausnahme zeigt sich mit bis +8 Grad über dem Nordwesten, was noch immer an der warmen Nordsee liegt. Die Schneefallgrenze sinkt auf 600 bis 900 Meter ab und neigt sich wieder mehr den mittleren Lagen zu.

Nasskaltes Dezemberwetter, bei der winterliche Wetterlage ab den mittleren Lagen wieder optional werden

Nasskaltes Dezemberwetter, bei der winterliche Wetterlage ab den mittleren Lagen wieder optional werden © www.meteociel.fr || wxcharts.com

Wetterprognose nach dem amerikanischen Wettermodell: Westwetterlage lässt kein Winterwetter zu

Der Polarwirbel stabilisiert sich nach der aktuellen Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells nachhaltig. Eine Schwächung wird – auch in der Prognose von heute Nachmittag – nicht mehr berücksichtigt. Stattdessen dreht der Wirbel voll auf und befeuert zwischen Neufundland und Island unentwegt die Frontalzone, was über Deutschland, Österreich und die Schweiz bis Mitte Dezember einen äußerst abwechslungsreichen Wettercharakter zur Folge haben kann.

Für den Winter geht das in die falsche Richtung

Der Frontalzone gelingt es, sich bis zum 8. Dezember bis nach Skandinavien auszudehnen und bis zum 15. Dezember eine nachhaltig funktionierende Tiefdruckrinne auf dem Atlantik zu etablieren. Mit anderen Worten setzt sich nach dieser Prognose die Westwetterlage durch und hat diese sich erst einmal etabliert, wird sich an diesem Muster für 7 bis 14 Tage und manches Mal mit bis zu 21 Tagen daran nichts ändern.

Und so erreicht im Zeitraum vom 7. bis 15. Dezember ein Tief nach dem anderen Deutschland, Österreich und die Schweiz. Teils mit einem stark böigen oder auch stürmischen Wind. Starkwindereignisse und auch Randtiefentwicklungen lassen sich dabei nicht ausschließen. Zeitweiliger – und über dem Westen und Süden durchaus nennenswerter – Regen rundet das ungemütliche Wetter ab. Der Wind kommt meist aus Südwest bis West und führt mit +6 bis +12 Grad vergleichsweise warme Luftmassen nach Mitteleuropa. Ist das Regengebiet durch, erfolgt mit einer Rückseitenanströmung mit +4 bis +8 Grad die Zufuhr etwas frischerer Luftmassen.

Für Winterwetter reicht das aber alles nicht und so zieht dieser sich bis über die höheren Lagen (jenseits zwischen 1.000 und 1.500 Meter) zurück.

Die Westwetterlage setzt sich mit einem turbulent-windigem und nassem Wetter über Deutschland durch

Wetterprognose nach dem amerikanischen Vorhersage-Modell: Die Westwetterlage setzt sich mit einem turbulent-windigem und nassem Wetter über Deutschland durch © www.meteociel.fr || wxcharts.com

Auf den Punkt gebracht: Das Hop-oder-Top-Prinzip

Da sind sie wieder, die zwei unterschiedlichen Bewertungen der kommenden Wetterlage. Das in der Sonntagsanalyse angesprochene Hop-oder-Top-Prinzip steht mit dem 6. Dezember (Nikolaus) bevor. Darüber hinaus wird sich entscheiden, ob sich der Winter in der Zeit vor Weihnachten komplett aus Deutschland zurückzieht oder ob dieser sich mit einer Nordwestwetterlage die Optionen erhält.

Welches Wetter wahrscheinlich ist

Die Kontrollläufe bestätigen die Milderung Anfang Dezember, welche bis zum 8. Dezember eine Temperaturanomalie von +0,5 bis +1,5 Grad im Vergleich zum vieljährigen Klimamittelwert zur Folge haben kann. Der Mittelwert der Tagestemperaturen schwankt um die +5-Grad-Marke. Im Zeitraum vom 7. bis 14. Dezember normalisiert sich die Anomalie und liegt mit einer Abweichung von +0,0 bis +1,0 Grad nah an dem, was für Mitte Dezember normal ist und die Tageswerte mehr unter die +5-Grad-Marke absinken lässt.

Mit anderen Worten formuliert bestätigen die Kontrollläufe mit einer ab dem 6. Dezember zunehmenden Niederschlagsaktivität die nasskalte Witterung. Noch etwas zur Westwetterlage: ob diese sich – so wie es das amerikanische Wettermodell berechnet – durchsetzen kann, bleibt infrage zu stellen, da diese seit 2018 häufig berechnet, aber auch genauso häufig wieder verworfen werden – zudem bilden die Amerikaner im Vergleich zu den Kontrollläufen die mit Abstand wärmste Variante ab. Schaun mer mal.

Südwest oder Nordwest - der Wirbel zwischen Grönland und Island gibt den Takt vor

Der Wettertrend nach dem Mittelwert aller Kontrollläufe: Südwest oder Nordwest - der Wirbel zwischen Grönland und Island gibt den Takt vor © www.meteociel.fr

Die Temperaturprognose der Wettermodelle
Tag Temperaturspektrum Temperaturmittelwert
5. Dezember +1 bis +9 Grad +5 bis +7 Grad
9. Dezember -1 bis +14 Grad +5 bis +7 Grad
14. Dezember -2 bis +10 Grad +4 bis +6 Grad
Diagramm Temperaturen Dezember 2025

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Dezember 2025 von zu kalt, normal, zu warm im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert (1961 bis 1990)

Nächste Aktualisierung

  • 20:15 Uhr: Aktualisierung der Winterprognose an dieser Stelle

Wetter Deutschland – aktuell

Stand: (Darstellung: heutiger Tag von 00:00 bis 23:59 Uhr)


Ø Temp.
3,0 °C

Max. Temp.
8,9 °C
Helgoland (Schleswig-Holstein)

Min. Temp.
-5,7 °C
Kempten (Bayern)

Wind (Ø)
13,7 km/h

Max. Böe
68,4 km/h
Brocken (Sachsen-Anhalt)

Sonne (Ø)
0,0 h

Niederschlag (Ø)
0,02 mm

Max. Niederschlag
0,1 mm
Hohenleimbach (Rheinland-Pfalz)

Luftdruck (Ø)
1.021,0 hPa
Daten: Deutscher Wetterdienst (DWD)

Top-5 Wetterwerte

  • Top 5 Wetterstationen – Maximale Temperatur (Tmax)
    Temperatur (°C) Wetterstation
    8,9 Helgoland (Schleswig-Holstein)
    8,7 Borkum-Flugplatz (Niedersachsen)
    8,4 List auf Sylt (Schleswig-Holstein)
    8,3 Emden (Niedersachsen)
    8,2 Leuchtturm Alte Weser (Niedersachsen)
  • Top 5 Wetterstationen – Minimale Temperatur (Tmin)
    Temperatur (°C) Wetterstation
    -5,7 Kempten (Bayern)
    -5,6 Zwiesel (Bayern)
    -5,2 Meßstetten-Appental (Baden-Württemberg)
    -5,0 Oberstdorf (Bayern)
    -4,8 Attenkam (Bayern)
  • Top 5 Wetterstationen – Höchster Niederschlag
    Niederschlag (mm) Wetterstation
    0,1 Hohenleimbach (Rheinland-Pfalz)
    0,0 Rülzheim (Rheinland-Pfalz)
    0,0 Tholey (Saarland)
    0,0 Römhild-Sülzdorf (Thüringen)
    0,0 Creußen-Bühl (Bayern)
  • Top 5 Wetterstationen – Stärkste Windböen
    Windböe (km/h) Wetterstation
    68,4 Brocken (Sachsen-Anhalt)
    63,7 List auf Sylt (Schleswig-Holstein)
    63,4 Föhr (Schleswig-Holstein)
    58,7 Hallig Hooge (Schleswig-Holstein)
    55,4 Feldberg - Schwarzwald (Baden-Württemberg)
  • Top 5 Wetterstationen – Längste Sonnenscheindauer
    Sonnenscheindauer (h) Wetterstation
    0,0 Großenkneten (Niedersachsen)
    0,0 Arkona (Mecklenburg-Vorpommern)
    0,0 Augsburg (Bayern)
    0,0 Belm (Niedersachsen)
    0,0 Berus (Saarland)

(Daten: Deutscher Wetterdienst)

Update der Wetterprognose von 20:21 Uhr

Die Wettervorhersage des amerikanischen Wettermodells hat die Westwetterlage heute Abend nicht bestätigt, doch ist das Resultat für Freunde des Winterwetters alles andere als erfreulich. Der Polarwirbel stabilisiert sich und reaktiviert die atlantische Frontalzone, die jedoch - im Gegensatz zu heute Nachmittag - sich weiter nach Norden zurückzieht und auf ihrer Vorderseite einen Hochdruckrücken nach Deutschland schiebt.

Das geht in Richtung Frühling

Sollte sich aber eine solche Konstellation tatsächlich einstellen können, wären im Zeitraum vom 6. bis 15. Dezember Temperaturen von +8 bis +12 Grad und phasenweise von bis +15 Grad möglich. Das ist dann sehr nah dran am Frühling!

Weit weg vom Winter und nah dran am Frühling
Weit weg vom Winter und nah dran am Frühling © www.meteociel.fr || wxcharts.com

Kontrollläufe bleiben nasskalt

Sowohl der Hauptlauf als auch der Kontrolllauf (Oper) bilden heute Abend die mit Abstand wärmsten Varianten ab. Der 6. Dezember kristallisiert sich zunehmend als Schlüsselszene heraus. Während das amerikanische Wettermodell in 1.500 Meter Höhe bis zu +9 Grad simuliert, liegt der Mittelwert aller Kontrollläufe bei +0 Grad.

Bewertet man die Kontrollläufe, so sind diese im Trend in den vergangenen 6 Stunden ein Stück weit wärmer geworden. Varianten, welche einen Durchbruch des Winters bis auf tiefere Lagen zur Folge hätten, sind nicht mehr vertreten. Wir haben nachfolgend einmal die kältesten Varianten gegenübergestellt - mehr als für nasskaltes Wetter taugen die nichts.

Gegenüberstellung der kältesten Varianten der Kontrollläufen - mehr wie nasskaltes Wetter ist nicht möglich

Gegenüberstellung der kältesten Varianten der Kontrollläufen - mehr wie nasskaltes Wetter ist nicht möglich © www.meteociel.fr

Gradientenschwaches Wetter Anfang Dezember

Die Wetterprognose des europäischen Wettermodells bestätigt heute Abend die gradientenschwache Wetterentwicklung bis zum 6. Dezember. Die Temperaturen pendeln sich auf +5 bis +10 Grad und bei Dauernebel unterhalb der +5-Grad-Marke ein.

Darüber hinaus dreht der Polarwirbel zwischen Kanada und Grönland voll auf und lässt vom 7. bis 13. Dezember auf dem Atlantik ein gewaltiges Tiefdrucksystem entstehen, welches auf seiner Vorderseite ungewöhnlich warme Luftmassen nach Norden führt und die Temperaturen über Deutschland auf +8 bis +14 Grad und mit Sonnenschein sogar auf bis +16 Grad ansteigen lassen kann.

Der Trend hin zu einer für die Jahreszeit zu warmen Wetterentwicklung tritt heute Abend in beiden Vorhersagemodellen und auch in den Kontrollläufen in den Vordergrund. Mit anderen Worten formuliert hat der Winter bis Mitte Dezember kein einfaches Spiel.

Kein Winterwetter

Kein Winterwetter © www.meteociel.fr || wxcharts.com

Regenradar
Regenradar Deutschland
© Deutscher Wetterdienst, Offenbach (DWD)