Extreme Wetteraussichten - zwischen Frühlings- und Winterwetter
Frostiges Winterwetter für 48 Stunden. Bereits zu Beginn der neuen Woche setzt sich mit ansteigender Schneefallgrenze ein Wetterumschwung durch, was in der Übergangsphase noch zu Schneefall, Schneeregen oder gefrierendem Regen führen kann. Nachfolgend kippt das Wetter bis Dezember in eine völlig andere Richtung und beide Vorhersage-Modelle berechnen jeweils Extreme, die sich aus einem sich stabilisierenden Polarwirbel ergeben können.
Teils zäher Nebel trübt den Sonnenschein mancherorts noch immer ein (Wolkenradar), was die Temperaturen mit -5 bis +0 Grad im Dauerfrostbereich verweilen lässt. Sonst scheint verbreitet die Sonne von einem fast wolkenlosen Himmel auf Deutschland herab. Die Temperaturen erreichen an den Küsten bis +7 Grad, sonst +0 bis +4 Grad und nach Süden -2 bis +1 Grad. Mit Niederschlag ist nicht zu rechnen, dafür mit hohen Wolkenfeldern, welche zum Nachmittag den Sonnenschein über dem Westen eintrüben.
Das Wetter kippt: Schneefall, Eisregen, Regen
Der Sonntag beginnt über dem Osten noch mit Sonnenschein, der sich von aufziehenden Wolken über dem Westen rasch eintrüben lässt. Zum Nachmittag beginnt es über dem Westen zu schneien, der jedoch bei Temperaturen von +0 bis +4 Grad über tieferen Lagen rasch in Schneeregen oder gefrierenden Regen übergehen kann (Schneeprognose). In der Nacht auf Montag verlagert sich das Schneefallgebiet weiter nach Osten und sorgt über dem Süden und Osten - passend zum Berufsverkehr - für Schneefall oder auch gefrierenden Regen. Von Westen wird es rasch wärmer, was die Temperaturen zum Nachmittag über dem Westen auf bis +8 Grad und über dem Osten auf bis +4 Grad ansteigen lassen kann. Die Schneefallgrenze schwankt zwischen 600 und 1.000 Meter. An der nasskalten Witterung ändert sich bis Mitte der Woche wenig. Bei überwiegend starker bis wechselnder Bewölkung kommt es immer wieder zu Niederschlag, der am Mittwoch oberhalb etwa 500 bis 800 Meter als Schnee niedergehen kann. Wer es genauer wissen möchte: Wetter November.

Wettervorhersage der Prognose-Modelle: Etwas Schnee zum Wochenstart, doch dann setzt sich eine Milderung mit ansteigender Schneefallgrenze durch © www.meteociel.fr || wxcharts.com
Wettervorhersage des europäischen Wettermodells: Das Wetter schlägt im Dezember komplett um
Das frühwinterliche Geplänkel bestätigt sich. Etwas Schneefall ist in der Nacht auf Montag möglich, örtlich auch gefrierender Regen mit gefährlicher Glätte, doch kaum ist der frühe Winter da, wird er auch schon wieder weggeblasen. Verantwortlich dafür ist eine Hochdruckzone zwischen Alaska und dem östlichen Sibirien, welche durch ihre Drehbewegung im Uhrzeigersinn die polaren Luftmassen in Richtung Kanada und Grönland schiebt.
Die kalten Luftmassen werden bei Neufundland weit auf den Atlantik geführt, was durch die Temperaturgegensätze kräftige Tiefdrucksysteme entstehen lässt. Vorderseitig schiebt sich ein Hochdruckkeil in Richtung Mitteleuropa und lässt die Frontensysteme auflaufen, was bis zum Ende der kommenden Woche die Temperaturen auf +4 bis +8 Grad und über dem Nordwesten örtlich auf bis +10 Grad ansteigen lassen kann. Winterwetter sieht definitiv anders aus und so passt die Definition eines frühwinterlichen Geplänkels, welches über tieferen Lagen kaum über 48 Stunden Bestand hat, ganz gut.
Das Wetter im Dezember schlägt in ein Extrem um
Zumindest wenn es nach der aktuellen Wetterprognose des europäischen Wettermodells geht. Der Polarwirbel zentralisiert sich über Kanada und Grönland und schwächelt etwas auf der anderen Seite in Richtung Sibirien. Der Kaltluftzustrom nach Kanada aber endet nicht, stattdessen intensiviert sich dieser bis zum 7. Dezember.
Hochdruckblase bringt Frühlingswetter
Der Polarwirbel zentralisiert sich derart heftig, dass die Tiefdrucksysteme eng an ihm gebunden sind und sich schwer damit tun, sich bis nach Skandinavien auszuweiten. Der Radius, mit dem sich die Tiefdrucksysteme um den Wirbel drehen, wird kleiner und intensiver.
Das nutzt der Hochdruckrücken für sich und dehnt sich vom 1. bis 7. Dezember von Spanien über fast ganz Europa aus und lässt die Frontensysteme vollständig auflaufen. Infolge daraus wird der Warmluftzustrom aus südwestlichen Richtungen in Gang gesetzt und lässt die Temperaturen bis zum 3. Dezember auf +8 bis +12 Grad und bis zum 7. Dezember auf +10 bis +15 Grad und über dem Westen örtlich auf bis +17 Grad ansteigen, was dann schon im frühlinghaften Temperaturspektrum liegt.
Nebel wird in diesem gradientenschwachen Umfeld sicherlich eine Rolle spielen und löst dieser sich nicht auf, bleibt es mit Temperaturen um die +5-Grad-Marke schwankend deutlich frischer.

Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Dem Frühling deutlich näher als dem Winter - Blockadehoch über Mitteleuropa © wxcharts.com
Wetterprognose nach dem amerikanischen Wettermodell: Der Winter kommt aus Nordost
Die unterschiedlichen Interpretationen der Vorhersagemodelle mag einem bekannt vorkommen und haben wir in der Sonntagsanalyse mit der Clusteranalyse detaillierter beschrieben (Hop-oder-Top-Prinzip). Die Wahrscheinlichkeiten lagen je zu einem Drittel zwischen einer Westwetterlage (positiver NAO), einem Blocking auf dem Atlantik (negativer NAO) und einem Blocking über Mitteleuropa.
Heftige Wetterentwicklung auf dem Atlantik
Der Polarwirbel stabilisiert sich und lässt eine Westwetterlage zwar nicht ausschließen, doch wahrscheinlicher sind die 66 Prozent eines Blockings. Übrigens - die Europäer berechnen das Blocking über Mitteleuropa. Anders heute die Wettervorhersage des amerikanischen Wettermodells, welche die Westwetterlage Anfang Dezember in Schwung kommen lässt und mit kräftigen Sturmböen das Wetter ordentlich durcheinanderwirbelt.
Doch kaum hat sich die Tiefdruckrinne auf dem Atlantik positioniert, wölbt sich zum 3. Dezember ein Hochdruckrücken des Azorenhochs über Mitteleuropa auf und lässt die Temperaturen bis zum 4. Dezember mit +10 bis +15 Grad kräftig in die Höhe schnellen. In der Zwischenzeit intensiviert sich der Polarwirbel zwischen Kanada und Grönland immer weiter und provoziert zum 4. Dezember ein extremes Tiefdrucksystem, welches einen Kerndruck von 940 hPa erreichen kann. Das Tief ist kräftig genug, um eine Abspaltung des Hochdruckrückens zu initialisieren.
Blockadehoch zwischen Atlantik und Europa
Und so passiert es, dass sich zum 5. Dezember plötzlich das Azorenhoch auf dem Atlantik nach Norden aufwölbt, den Hochdruckrücken über Mitteleuropa abbaut und einen Teil des Polarwirbels zwischen der Barentssee und Skandinavien nach Süden austrogen lässt. Der Trog wird zum 6. Dezember abgeschnürt und unter das Hoch gezogen. Wir erinnern uns - Hochdrucksysteme drehen sich im Uhrzeigersinn, was zur Folge hat, dass der Kaltlufttropfen bis zum 7. Dezember nach Deutschland, Österreich und die Schweiz geführt wird. Die Temperaturen erreichen am 5. Dezember noch +5 bis +10 Grad, während es mit -2 bis +3 Grad zum 7. Dezember spürbar frischer wird.
Die Schneefallgrenze sinkt teils bis auf die tieferen Lagen ab und oberhalb etwa 200 bis 600 Meter (von Ost nach West ansteigend) kann sich der Winter bemerkbar machen.

Wetterprognose nach dem amerikanischen Vorhersage-Modell: Das Blocking findet zwischen dem Atlantik und Europa statt, was über Mitteleuropa eine winterliche Nordostwetterlage möglich macht © www.meteociel.fr || wxcharts.com
Auf den Punkt gebracht: Die Extreme
Das Blocking über dem Atlantik oder Mitteleuropa nimmt Konturen an. In der Übergangsphase wird es Ende November und Anfang Dezember deutlich wärmer werden können und ein Ausflug in den Frühling lässt sich nicht ausschließen. Nachfolgend wird sich zeigen, ob der Polarwirbel durchdreht
und zu Extremen neigt oder ob ein Hoch über Mitteleuropa für Ruhe sorgt. Klar ist - beide Vorhersage-Modelle vertreten heute Extreme, deren Eintreffwahrscheinlichkeit gering ist. Entscheidender sind mit einem Cluster Polarwirbel über Kanada und Grönland, sowie mit einem Blockadehoch in der Nähe von Deutschland die Gemeinsamkeiten der Vorhersage-Modelle.
Welches Wetter wahrscheinlich ist
Die Kontrollläufe bestätigen auch heute wieder den ansteigenden Temperaturtrend Ende November, was in der ersten Dezemberdekade gegenüber dem vieljährigen Mittelwert von 1961 und 1990 eine Temperaturanomalie von +1 bis +3 Grad zur Folge hat (91/20: +0 bis +2 Grad). Über tieferen Lagen schwanken die Temperaturen zumeist zwischen +4 und +8 Grad. Kein Winterwetter und ja, im direkten Vergleich zu den Kontrollläufen bilden die Amerikaner die kälteste und die Europäer die wärmste Variante ab. Veränderungen sind also das Erwartbare und tatsächlich hat das amerikanische Wettermodell seine Prognose von heute Mittag bereits verworfen und kippt in Richtung der warmen Südwestanströmung.
Die Niederschlagsprognose
Bewertet man die Niederschlagsprognose, so ist diese vom 24. bis 26. November leicht bis mäßig erhöht und vom 28. November bis 8. Dezember nur noch schwacher Ausprägung. Die erste Dezemberdekade wird mit einer höheren Wahrscheinlichkeit hochdruckdominiert, zu warm und zu trocken ausfallen können. Schaun mer mal, ob sich dieser Wettertrend bis heute Abend weiter festigt.

Der Wettertrend nach dem Mittelwert aller Kontrollläufe: Der Polarwirbel stabilisiert sich und lässt auf seiner Vorderseite ein Hoch in Richtung Mitteleuropa aufsteigen © www.meteociel.fr
| Tag | Temperaturspektrum | Temperaturmittelwert |
|---|---|---|
| 28. November | -2 bis +10 Grad | +3 bis +7 Grad |
| 2. Dezember | +1 bis +12 Grad | +5 bis +7 Grad |
| 7. Dezember | -6 bis +12 Grad | +5 bis +7 Grad |

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Dezember 2025 von zu kalt, normal, zu warm im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert (1961 bis 1990)
Nächste Aktualisierung
- 20:15 Uhr: Aktualisierung der Winterprognose an dieser Stelle
Update der Wetterprognose von 20:19 Uhr
Von den vormals nennenswerten - teils unwetterartigen - Neuschneemengen bis auf tieferen Lagen herab ist zwischenzeitlich nicht mehr viel übrig geblieben. Zudem wird es ab Sonntag von Westen wärmer, was die Schneefallgrenze bis auf die höheren mittleren Lagen wird ansteigen lassen können. Das unterstreicht einmal mehr, dass man Niederschlagsprognosen und insbesondere Schneeprognosen stets mit einem gesunden Maß an Skepsis bewerten sollte.
Die Temperaturen steigen bis Dienstag über dem Westen auf bis +8 Grad und über dem Osten auf bis +5 Grad an. Die Schneefallgrenze steigt auf 600 bis 1.000 Meter an und kann in der Übergangsphase in der Nacht auf Montag neben Schneefall und Schneeregen auch für gefrierenden Regen mit erheblicher Glättebildung sorgen. In der zweiten Wochenhälfte sinkt bei nachlassender Niederschlagsaktivität die Schneefallgrenze über den westlichen Landesteilen bis auf die mittleren und über dem Osten bis auf die tieferen mittleren Lagen ab. Zwar berechnen die Vorhersage-Modelle unterschiedliche Neuschneemengen, doch gilt die Schneeprognose des deutschen Vorhersage-Modells als realistisch.

Polarwirbel dreht sich ein
Noch einmal ein Blick auf die Prognose von heute Mittag und da im Speziellen auf den sich intensivierenden Wirbel zwischen Kanada und Grönland. Der Wirbel ist schon eine Hausnummer und macht die durchgreifende Milderung Anfang Dezember zu einem sehr wahrscheinlichen Ereignis. Daran wird wohl kein Weg vorbei führen.
Geht es nach der aktuellen Wetterprognose des europäischen Wettermodells von heute Abend, so bestätigt sich die Warmluftzufuhr in der ersten Dezemberdekade, was die Temperaturen mit +8 bis +14 Grad und örtlich mit bis zu +16 Grad zum 7. Dezember deutlich näher an den Frühling als an den Winter bringt.
Aber auch die Prognose des amerikanischen Wettermodells ist heute Mittag in eine andere Richtung gekippt und mindert die Chancen auf einen winterlichen Start in den Dezember. Heute Abend die Bestätigung. Der Hochdruckrücken kippt über Mitteleuropa ab und bringt über Deutschland, der Schweiz und Österreich trockenes, teils nebliges, teils sonniges und mit Temperaturen von +7 bis +13 Grad vergleichbar warmes Wetter.

Wetterprognose nach dem amerikanischen und europäischen Wettermodell: Der Polarwirbel rotiert Anfang Dezember ungewöhnlich heftig über Kanada und Grönland und wird über Deutschland für einen Warmstart in den Dezember sorgen können © www.meteociel.fr wxcharts.com
Stabiler Polarwirbel - Kein Winter Anfang Dezember
Der Wettertrend der vergangenen Tage bestätigt sich auch heute wieder. Die Temperaturen in 1.500 Meter Höhe liegen in der ersten Dezemberdekade nach dem Mittelwert aller Kontrollläufe zwischen +3 und +5 Grad. Zum Vergleich - für einen Flachlandwinter sind Anfang Dezember Höhenwerte von -6 bis -8 Grad eine Grundvoraussetzung. Für mittlere Lagen reichen -4 bis -6 Grad aus. Insofern sind die Höhenwerte weit vom Winter entfernt.
Doch gibt es auch mit einem Hoch eine Chance auf winterliche Temperaturen. Dazu müsste sich eine Inversionswetterlage einstellen, fühlt sich dann an wie Winter, ist aber keiner. Einerlei - nach einer kurzen Schwäche des Stratosphärenwirbels zwischen dem 24. und 27. November mit Windgeschwindigkeiten nah an der +0 km/h Grenze (Windumkehr) nimmt die Windgeschwindigkeit nachfolgend wieder zu und erreicht am 8. Dezember mit rund +100 km/h fast normale Geschwindigkeiten. Kein Major-Warming. Stattdessen ein Minor-Warming, wie es im Verlauf des Winters häufiger vorkommt. Das kräftigere Minor-Warming von gestern wurde im Übrigen nicht bestätigt. Sieht ganz so aus, als ob es dem Polarwirbel tatsächlich gelingt, Anfang Dezember auf Hochtouren zu laufen. Schaun mer mal.

Der Zustand des Stratosphärenwirbels © www.meteociel.fr wxcharts.com

