Winterprognose: Der Winter rückt näher - Schneefall bis auf mittlere Lagen möglich
Temperatursturz mit einem Hauch von Winter. Die Temperaturen steigen in den kommenden 72 Stunden kräftig an, doch rauscht im Verlauf der neuen Woche kalte Luft polaren Ursprungs bis an die Alpen und lässt die Schneefallgrenze teils bis auf die mittleren Lagen absinken. Der Wetterwechsel ist in vollem Gang - doch wie lange hält die nasskalte bis frühwinterliche Wetterentwicklung an und wie viel Schnee ist zu erwarten?
Heute herrscht trockenes und ruhiges Wetter vor. Sonne, Wolken und Nebelfelder wechseln sich ab und bei schwachen Winden aus südlichen Richtungen steigen die Temperaturen auf +14 bis +18 Grad an. Im Prinzip ändert sich an diesem Wetter am 13. und 14. November (Do. und Fr.) südlich einer Linie von Köln und Dresden nur wenig. Lediglich die Temperaturen streben in Richtung der +20-Grad-Marke und können diese regional auch übersteigen. Anders die Situation nach Norden - dort baut sich eine Luftmassengrenze auf, welche eine polare Luftmasse über Skandinavien ankündigt. Getrennt wird die Luftmassengrenze durch eine Niederschlagsfront, die an beiden Tagen entlang eines breiten Streifens zwischen Niedersachsen und Brandenburg/Mecklenburg-Vorpommern hinwegschleift und durchaus nennenswerten und länger andauernden Niederschlag bringen kann. Bis zum 14. November sinken die Temperaturen nördlich einer Linie zwischen Münster und Berlin auf +5 bis +10 Grad ab und der Wind dreht auf Nord.
Wetterwechsel mit absinkender Schneefallgrenze
Am Wochenende macht sich die Kaltluft auf den Weg nach Süden, erreicht die Alpen jedoch erst zum Start in die neue Woche. Die Temperaturen gehen verbreitet auf +5 bis +10 Grad zurück, können über der Südhälfte aber noch bis +14 Grad möglich machen. Das Wetter wird bei starker bis wechselnder Bewölkung unbeständiger und mit zeitweiligen Schauern kann gerechnet werden. Sonnige Momente sind am Wochenende selten, werden zum Start in die neue Woche bei auflockernder Bewölkung wieder zahlreicher. Wer es genauer wissen möchte: Wetter November.

Wettervorhersage der Prognose-Modelle: Das Wetter kippt am Wochenende © www.meteociel.fr || wxcharts.com
Wettervorhersage nach dem europäischen Prognose-Modell: Ein frühwinterlicher Ansatz
Das Grönlandhoch ist mit seiner Achse bis zu den Azoren hinunter bemerkenswert und stellt den Polarwirbel vor eine Herausforderung. Eine Westwetterlage mit einer aktiv-dynamischen Frontalzone ist erst einmal nicht zu erwarten. Stattdessen wird die kalte Luft polaren Ursprungs über Skandinavien weit nach Süden geführt. Ob diese letztlich auch die Alpen in vollem Umfang erreichen wird, bleibt auch heute noch infrage zu stellen.
Winterwetter lässt sich nicht mehr ausschließen
Die Kaltluft strömt im Verlauf der Woche nach Deutschland und lässt die Temperaturen bis zum 19. November (Mi.) auf +1 bis +6 Grad spürbar zurückgehen. Das klassisch nasskalte Wetter mit optionalem Schneefall ab den mittleren Lagen - oberhalb etwa 600 bis 1.000 Meter kann es winterlich werden.
Bis zum 23. November intensiviert sich der Zustrom kalter Luftmassen und lässt die Temperaturen mit -2 bis +5 Grad noch weiter zurückgehen. Dauerfrost lässt sich mancherorts nicht mehr ausschließen. Die zahlreichen Schauer gehen bis auf die tieferen mittleren Lagen in Schnee über und können dazu beitragen, dass sich temporär eine Schneedecke ausbildet. In den Nächten sinken die Temperaturen auf +1 bis -4 Grad ab. Bei Aufklaren und über Schnee können bis -8 Grad möglich sein.
Kühle Herbsttage mit Nebel und frostigen Nächten
Im Zeitraum vom 23. bis 27. November baut sich die Großwetterlage erneut um. Das Grönlandhoch löst sich zwar nicht ganz auf, doch verliert es allmählich an Wirkung, da es gleich zwei Querverbindungen in Richtung Kanada und in Richtung Alaska aufbaut. Der Polarwirbel bleibt schwach, doch wird der Kaltluftzustrom weiter westlich erfolgen und so bei Island zur Produktion von Tiefdrucksystemen beitragen können. Deutschland, die Schweiz und Österreich gelangen auf eine Vorderseitenanströmung des Tiefs, welche unter Hochdruckeinfluss gelangt.
Das hat eine gradientenschwache Wetterentwicklung zur Folge, welche zu zähen Nebel- und Hochnebelfeldern neigt, was letztlich auf eine Inversionswetterlage hinauslaufen wird. Über höheren Lagen wird der Sonnenschein mit Temperaturen von bis +12 Grad dominieren können, während über tieferen Lagen bei neblig-trübem Wetter meist Temperaturen von +1 bis +6 Grad vorherrschend sein können. Kein Winterwetter im klassischen Sinn. Vielmehr ein Vorstoß des Winters mit Übergang in novembertypisches Wetter.

Wetterprognose nach dem europäischen Vorhersage-Modell: Schneefall ist teils bis auf tiefere Lagen herab möglich, dann ändert sich die Großwetterlage grundlegend © www.meteociel.fr || wxcharts.com
Wettervorhersage nach dem amerikanischen Prognose-Modell: Schwacher Polarwirbel, winterliche Ansätze
Der Polarwirbel bleibt nach der Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells bis zum 27. November schwach. Zwar wird das Grönlandhoch bis zum 21. November nahezu komplett abgebaut, doch stärkt das wiederum das Azorenhoch auf dem Atlantik, was Deutschland, Österreich und die Schweiz zunächst einmal in einer meridional verlaufenden Grundströmung belässt.
Nasskalt über tieferen Lagen mit winterlichen Optionen ab den mittleren Lagen
Der Kaltluftvorstoß polaren Ursprungs intensiviert sich im Verlauf der kommenden Woche von Skandinavien aus und lässt die Temperaturen über Deutschland bis zum 22. November auf -2 bis +6 Grad zurückgehen. Damit stimmt die Prognose weitgehend mit der des europäischen Wettermodells überein. Die Schneefallgrenze sinkt bis auf die mittleren Lagen ab und oberhalb etwa 500 bis 900 Meter können sich winterliche Wetterbedingungen einstellen. In Lagen darunter sind zwar auch Schnee- oder Graupelschauer möglich, doch stellt sich hier eher eine nasskalte Witterung ein.
Novembertypisches Wetter
Im Zeitraum vom 22. bis 25. November läuft der Polarwirbel für eine Phase vergleichsweise rund und auch die atlantische Frontalzone meldet sich mit einem kräftigen Tiefdrucksystem zurück, das Deutschland zum 24. November erreicht und eine nasskalte Nordwestwetterlage initialisieren kann. Der Wind intensiviert sich und kann stark böig bis stürmisch auffrischen. Starke Bewölkung und zeitweiliger Niederschlag komplettieren bei Temperaturen von +4 bis +8 Grad und örtlich bis +10 Grad das für November typische Herbstwetter.
Auffällig ist aber, dass trotz der Regenerierungsphase des Polarwirbels und der Frontalzone das System dann doch nicht in Gang gesetzt wird. Denn kaum ist der Wirbel durch, dehnt sich auf dessen Rückseite das Azorenhoch erneut nach Norden aus und blockiert die Frontalzone. Das kann im Dezember im Hinblick auf den Winter zu spannenden Wetterentwicklungen führen.

Die Wetterprognose nach dem amerikanischen Prognose-Modell: Die Schwäche des Polarwirbels bleibt erhalten und macht einen Vorstoß des Winters möglich © www.meteociel.fr || wxcharts.com
Auf den Punkt gebracht: Das Wetter kippt in den Vollherbst - Winterliche Wetterbedingungen ab den mittleren Lagen möglich
Die Unsicherheiten nehmen ab. Nach den ungewöhnlich hohen Temperaturen in den kommenden 72 Stunden setzt am Wochenende die Zufuhr polarer Luftmassen ein, die sich im Verlauf der kommenden Woche intensiviert und zu einem Temperatursturz führen wird. Vielerorts werden sich mit +2 bis +6 Grad nasskalte Werte einstellen können und mancherorts lässt sich mit bis -2 Grad Dauerfrost nicht ausschließen. Nach diesem Winterhauch steigen die Temperaturen wieder etwas an, bleiben aber in einem für den November typischen Umfeld.
Welches Wetter wahrscheinlich ist
Die Kontrollläufe stützen den Temperatursturz vollumfänglich und sind in den vergangenen Stunden sogar noch etwas kälter geworden. So beträgt die Temperaturanomalie am 14. November bis zu +14 Grad und sackt bis zum 19. November auf -2 bis -3 Grad ab. Der Temperaturmittelwert in 1.500 Meter Höhe beträgt im Zeitraum vom 18. bis 22. November -4 bis -5 Grad.
Für den Flachlandwinter sind Ende November Höhenwerte zwischen -7 und -9 Grad eine Grundvoraussetzung. Für mittlere Lagen reichen -5 bis -7 Grad aus. Das unterstreicht recht deutlich, wie sich der Winter den mittleren Lagen annähern kann.
Im Zeitraum vom 23. bis 28. November steigt das Temperaturniveau wieder an und pendelt sich auf eine Anomalie von -0,5 bis +1,0 Grad ein, was einen Temperaturmittelwert von +6 bis +8 Grad zur Folge hat. Kein Winterwetter, vielmehr ein zeitlich begrenzt frühwinterliches Spektakel ab den mittleren Lagen.
Die Regenprognose
Im Zeitraum vom 15. bis 17. November stellt sich eine mäßige, vom 18. bis 22. November leichte und vom 23. bis 28. November leicht bis mäßig erhöhte Niederschlagsaktivität ein. Im Zusammenspiel mit der Temperaturentwicklung kippt die Wetterlage ab dem 15. November und bringt in der zweiten Novemberhälfte allmählich den Vollherbst nach Deutschland. Und ja, der Polarwirbel zeigt im untenstehenden Mittelwert aller Kontrollläufe heute erstmals ernsthafte Bestrebungen, sich in der letzten Novemberdekade zu stabilisieren. Schaun mer mal.

Der Wettertrend nach dem Mittelwert aller Kontrollläufe: Eine ab der zweiten November-Hälfte nasskalte Wetterentwicklung © www.meteociel.fr
| Tag | Temperaturspektrum | Temperaturmittelwert |
|---|---|---|
| 18. November | -1 bis +8 Grad | +3 bis +5 Grad |
| 22. November | -4 bis +10 Grad | +3 bis +5 Grad |
| 27. November | -2 bis +13 Grad | +5 bis +7 Grad |

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe November 2025 von zu kalt, normal, zu warm im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert (1961 bis 1990)
Nächste Aktualisierung
- 20:15 Uhr: Aktualisierung der Winterprognose an dieser Stelle
Update der Wetterprognose von 20:27 Uhr
Der Winter züngelt nach der Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells von heute Nachmittag und auch heute Abend immer wieder an Deutschland, doch ein richtiger Durchbruch desselben ist nicht zu erwarten.
Der Grund ist das Grönlandhoch, welches ab dem 20. November aufgelöst wird. Im Gegenzug gewinnt das Azorenhoch auf dem Atlantik an Volumen und positioniert sich bis zum 27. November westlich von Deutschland. Den frei werdenden Raum über Grönland übernimmt der Polarwirbel und gewinnt somit an Struktur und Stabilität, was sich auch auf die Frontalzone auf dem Atlantik auswirken wird.
Nasskaltes Herbstwetter
Der Polarwirbel beginnt ab dem 24. November damit, über dem östlichen Kanada polare Luftmassen auf den Atlantik zu führen, was zwischen Neufundland und Grönland die Ausbildung von Tiefdrucksystemen zur Folge hat. Da sich das Hoch westlich von Europa vergleichsweise weit nach Norden aufwölbt, müssen die Tiefdrucksysteme einen weiten Umweg über Island und das europäische Nordmeer machen, kippen aber über Europa nach Süden ab. So setzt sich über Deutschland eine nasskalte und unbeständige Wetterlage durch, was die Temperaturen auf +4 bis +8 Grad einpendeln lässt. In sonnigen Momenten können bis +12 Grad möglich sein.

Die Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells: Das Grönlandhoch wird abgebaut. Der Polarwirbel stabilisiert sich und kann auch zu einer regenerativen Frontalzone beitragen, was mit dem Hoch über dem Atlantik über Deutschland eine nasskalte Nordwestwetterlage zur Folge haben kann © www.meteociel.fr || wxcharts.com
Kommt Schnee?
Abwarten - denn der erste Kaltluftzustrom erfolgt im Verlauf der kommenden Woche, was die Temperaturen zwischen dem 20. und 22. November auf +6 bis -2 Grad absinken lassen kann. Die höheren Werte über dem Norden, die tieferen in Richtung der Alpen. In den Nächten sinken die Werte auf +2 bis -6 Grad ab und damit kommen wir zu dem Teil, wo Schneefall nicht nur bis auf die mittleren, sondern auch bis auf die tieferen Lagen möglich sein kann.
Beide Vorhersagemodelle berechnen diese Wetterentwicklung bereits seit einigen Tagen. Der Grund für die Kaltluftzufuhr ist ein Trog über Skandinavien, der für einen Moment seine Fühler nach Deutschland ausstreckt und den zeitweiligen Niederschlag bis an die Alpen führt.
Das europäische Vorhersagemodell ist konservativ und berechnet den Schneefall allenfalls bis auf die höheren mittleren Lagen herab. Die Prognose des amerikanischen Wettermodells ist progressiver und simuliert auch über tieferen Lagen winterliche Wetterverhältnisse - zumindest in der Nacht.

Die Schneeprognose - zwischen nasskalt und winterlich © wxcharts.com
Zusammenfassung: Nasskalt
Freunde des Winterwetters
können sich auf den Vorstoß polarer Luftmassen im Verlauf der Woche freuen, und das Potenzial für winterliche Wettererscheinungen ist tatsächlich hoch, auch wenn sich das Temperaturspektrum mit +3 bis +6 Grad über dem Norden und +1 bis +3 Grad über dem Süden mehr im nasskalten Bereich abspielt. Die Temperaturen in 1.500 Metern Höhe bewegen sich im Mittel zwischen -5 und -6 Grad, was den Winter bis auf Lagen oberhalb von 400 bis 800 Metern optional macht.
Ab dem 23. November steigt das Temperaturniveau wieder etwas an und pendelt sich bis Ende November auf einen Bereich ein, der für die Jahreszeit mit +4 bis +8 Grad typisch ist. Nasskalt bleibt Trumpf, und ein Hauch von Winter ist zum Beginn der letzten Novemberdekade möglich. Das bleibt also spannend.
Die Prognose des europäischen Wettermodells zeigt heute Abend keine großartigen Veränderungen und ähnelt stark dem amerikanischen Wettermodell. Nach dem Trogvorstoß baut sich das Grönlandhoch ab, der Polarwirbel gewinnt an Schwung, die Frontalzone formiert sich und das Azorenhoch wölbt sich auf dem Atlantik nach Norden auf.

Der Polarwirbel gewinnt an Schwung und stabilisiert sich allmählich © www.meteociel.fr || wxcharts.com

