Das Wetter kippt: Der Herbst mit Schwankungen – Spätsommer noch möglich
Stabiles, trockenes und warmes Wetter ist in den kommenden Tagen nicht zu erwarten. Der Grund hierfür ist ein Tiefdruckkern, der sich in Richtung Skandinavien ausdehnt und so über Deutschland mit zeitweiligen Schauern, vielen Wolken, teils böigem Wind und nur gemäßigten Temperaturen einen Vorgeschmack auf den Frühherbst gibt. War es das mit dem Spätsommer oder kommt da noch was?

Weitere Schauer ziehen in den kommenden Tagen über Deutschland hinweg. Die Intensität der Schauer fällt regional unterschiedlich aus, und es wird auch Regionen geben, die keinen Regentropfen abbekommen. Der Schwerpunkt der Niederschlagsaktivität ist über dem Norden von Deutschland zu erwarten, wo am Wochenende die Front über die Küsten schleift und neben stark böigem Wind auch zu länger andauerndem, nennenswertem und über der Westküste von Schleswig-Holstein auch zu ergiebigem Regen führen kann.
Signal für den Frühherbst - Tiefdrucksystem verlagert sich nach Skandinavien
Die Temperaturen pendeln sich zumeist auf +17 bis +22 Grad ein und können mancherorts auf bis +24 Grad ansteigen. Sind die Schauer kräftiger, können die Werte auch unter die +15-Grad-Marke absinken. Verantwortlich für den wechselhaften Wettercharakter ist ein Tiefdrucksystem, das sich in den kommenden Tagen von England in Richtung Skandinavien ausdehnt und über Deutschland einen Vorgeschmack auf den frühen Herbst geben kann. Wer es genauer wissen möchte: Wetter September.

Wettervorhersage nach dem europäischen Wettermodell: Absturz in den Frühherbst
Die Verlagerung des Tiefdrucksystems in Richtung Skandinavien ist ein starkes Signal für eine unbeständige zweite Septemberdekade. Sollte sich zudem auf dem Atlantik noch eine Tiefdruckrinne etablieren, ist bis auf Weiteres nicht mit einer spätsommerlich stabilen Wetterentwicklung zu rechnen. Klassisches Westwetter mit Wind, Regen und gemäßigten Temperaturen wäre die Folge – der Frühherbst klopft an.
Wechselhaftes Wetter mit einem Auf und Ab der Temperaturen
Der Spätsommer versucht sich zwar nach der aktuellen Prognose des europäischen Wettermodells durchzusetzen, doch mehr als nur ein paar wenige Akzente kann er nicht mehr setzen. Der Grund ist das reaktive Verhalten der Frontalzone auf dem Atlantik, bei der sich bis zum 22. September ein Tief nach dem anderen in Richtung Skandinavien entwickeln und so den abwechslungsreichen Wettercharakter aufrechterhalten kann. Mit weiteren Schauern und windigem Wetter ist also nach dieser Vorhersage zu rechnen. Die Temperaturen pendeln sich jedoch mit +17 bis +22 Grad und über der Südhälfte mit bis +24 Grad durchaus im spätsommerlichen Bereich ein.
Wetter kippt in den Herbst
Mit ein Grund für die verhältnismäßig hohen Temperaturen ist ein Keil des Azorenhochs, der sich bis zum 22. September nur allzu gerne in Richtung Mitteleuropa entwickeln möchte, jedoch von der hohen Tiefdruckdynamik daran gehindert wird. Vom 22. bis 25. September kippt die Wetterlage. Das Azorenhoch zieht sich auf den Atlantik zurück, strebt nach Norden in Richtung Grönland und baut so eine Blockade auf dem Atlantik auf. Das Strömungsmuster meridionalisiert schlagartig und die Tiefdrucksysteme trogen über Mitteleuropa in Richtung der Alpen aus.
Das unbeständige und windige Wetter bleibt erhalten, doch sinken die Temperaturen mit einem böigen Nordwest- bis Nordwind auf +12 bis +16 Grad. Mit Sonnenschein sind noch bis +18 Grad möglich. Der Frühherbst hält Einzug.

Wetterprognose nach dem amerikanischen Wettermodell: Der Spätsommer bekommt seine Chance
Was nach der Wetterprognose des europäischen Wettermodells nur im Ansatz funktioniert, wird in der Vorhersage des amerikanischen Vorhersage-Modells konsequenter umgesetzt. Es handelt sich um den Keil des Azorenhochs, der sich bis zum 19. September weiter in Richtung Mitteleuropa ausdehnen und der Westwetterlage etwas entgegensetzen kann.
Hochdruckaufbau und sommerliche Temperaturen
Der Grund, warum sich das Hoch weiter in Richtung Mitteleuropa entwickelt, ist die hohe Tiefdruckdynamik auf dem Atlantik, die das Azorenhoch vor sich herschiebt und dabei nach Süden austrogt. Das Hoch wiederum wölbt sich über Mitteleuropa nach Norden auf. So klingt die Niederschlagstätigkeit bis zum 20. September ab, und mit viel Sonnenschein sowie Winden aus südlichen Richtungen steigen die Temperaturen mit +20 bis +25 Grad in den spätsommerlichen Bereich an und können mancherorts mit bis +27 Grad sommerliche Temperaturen möglich machen. Zum 21. September werden örtlich sogar bis +30 Grad simuliert, was dann schon hochsommerlich heiß wäre. Das aber bleibt abzuwarten.
Abzuwarten auch deshalb, da die Tiefdruckdynamik nicht ruht und immer wieder Ausläufer nach Mitteleuropa entsenden kann. Das Hoch weicht nicht zurück, zeigt sich jedoch instabil, sodass es über Deutschland, Österreich und der Schweiz bis zum 27. September immer wieder zu Schauern und Gewittern kommen kann. Die Temperaturen pendeln sich mit +20 bis +25 Grad im spätsommerlichen Bereich ein.

Auf den Punkt gebracht: Der Frühherbst und der Spätsommer stehen sich gegenüber
Auch nach Tag 13 ändert sich am Resümee vorerst nichts. Doch zeichnet sich allmählich ein Ende der Pattsituation ab, und je nachdem, wie sich der Keil des Azorenhochs zur atlantischen Frontalzone verhalten wird, setzt sich im Verlauf der letzten Septemberdekade entweder der Herbst oder der Spätsommer (Altweibersommer) durch.
Welches Wetter wahrscheinlich ist
Das Hop-oder-Top
-Prinzip hält sich nun schon seit Ende August. Zunächst in einer Pattsituation und nachfolgend abhängig vom Verhalten der Frontalzone und des Azorenhochs.
Die Kontrollläufe sind gemäßigt und stützen weder die sommerliche Entwicklung der Amerikaner noch die herbstlichen Wetteraussichten der Europäer. Da die Vorhersage-Modelle die jeweiligen Extremsituationen berechnen, ist in den kommenden Stunden mit Veränderungen zu rechnen. Gemäß den Kontrollläufen wird sich vom 12. bis 26. September ein Temperaturniveau durchsetzen können, welches im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert von 1961 bis 1990 um +1 bis +2 Grad zu warm ausfallen kann (91/20: +0,5 bis +1,5 Grad). Der Tagesmittelwert der Temperaturen schwankt somit zwischen +17 und +19 Grad. Weder Spätsommer noch Frühherbst.
Die Regenprognose
Die Niederschlagssignale sind über dem Norden und Westen bis zum 18. September leicht bis mäßig erhöht und darüber hinaus schwach bis leicht erhöht simuliert. Weiter nach Osten und Süden werden die Niederschlagssignale nur leicht und ab dem 15. September schwach erhöht berechnet. Das alles deutet nicht auf einen nachhaltigen Durchbruch der Frontalzone hin. Wechselhaftes Wetter ja, herbstlich nur im Ansatz.
Spätsommerlich stabiles Wetter? Vielleicht, frühestens jedoch zum Ausklang der zweiten und zum Beginn der letzten Septemberdekade. Betrachtet man den nachfolgenden Mittelwert der Kontrollläufe, so bildet sich dort das Hop-oder-Top
-Prinzip deutlicher ab. Schaun mer mal.

| Tag | Temperaturspektrum | Temperaturmittelwert |
|---|---|---|
| 17. September | +10 bis +20 Grad | +16 bis +18 Grad |
| 21. September | +10 bis +28 Grad | +17 bis +19 Grad |
| 26. September | +10 bis +26 Grad | +16 bis +19 Grad |












