Wetterprognose - Ungewöhnliche Wetterlage mit ungewöhnlichen Temperaturen
Zum Beginn des Septembers setzt sich die wechselhafte Witterung fort. Zwischen einem blockierenden Hoch über Osteuropa und einem Tiefdruckkomplex bei den Britischen Inseln bleibt Deutschland zwischen den Fronten. Feuchtwarme Luftmassen werden weit nach Norden geführt, wodurch Schauer und Gewitter für Abwechslung sorgen können. Wie lange kann sich die Pattsituation noch halten, und was folgt nach – kommt der Durchbruch des Spätsommers noch mit Hitze oder kippt die Wetterlage in den Frühherbst? Nach Tagen der Unsicherheit gibt es heute von den Vorhersage-Modellen klare Signale.

Heute zieht eine Schauerfront von West nach Ost über Deutschland hinweg. Eingelagert treten örtlich Gewitter auf (Gewitterradar), die sich im Tagesverlauf abschwächen. Sonnenschein bleibt auf die östlichen und südöstlichen Bundesländer begrenzt, während über dem Westen einzelne Schauer möglich sein können. Der Wind weht schwach aus Süd und Südwest. Die Temperaturen erreichen vor der Front Werte bis +28 Grad, nachfolgend sinken sie auf +17 bis +21 Grad ab.
Wechselhaftes Septemberwetter
Im weiteren Wochenverlauf setzen sich von Westen wiederholt Frontsysteme durch. Am Dienstag schleift eine Front über den Osten und sorgt dort für schauerartigen Regen, teils mit Gewittern. Von Westen lockert es dagegen auf, maritime Labilität begünstigt jedoch weitere Schauer. Am Mittwoch folgt erneut ein Frontdurchgang mit Gewittern, bevor sich am Donnerstag regional kräftige Niederschläge und Gewitter über Deutschland niederlassen, über Teilen von Baden-Württemberg und Bayern mit einem erhöhten Unwetterpotential. Die Temperaturen erreichen zunächst bis +26 Grad, gehen ab Freitag jedoch verbreitet auf +18 bis +22 Grad zurück. Wer es genauer wissen möchte: Wetter September.

Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Der Spätsommer versucht sich mit einem Hoch über Skandinavien
Der Sommer 2025 war im Vergleich zum gültigen Referenzwert von 1961 bis 1990 um 2,0 Grad zu warm (91/20: +0,7 Grad) und mit einer Sollerfüllung des Niederschlags von rund 93 Prozent etwas zu trocken, wobei der Juni 72 Prozent, der Juli 153 Prozent und der August 58 Prozent erfüllen konnten. Das Merkmal des Sommers war jedoch die Instabilität. Hochdruck dominierte zwar, doch konnten Störimpulse eine nachhaltig stabile Wetterentwicklung die meiste Zeit über unterbinden.
Störimpulse verhindern den stabilen Spätsommer
Und das Muster von Störungen, welche ein Hoch daran hindern, für klare Verhältnisse zu sorgen, setzt sich in der aktuellen Vorhersage des europäischen Wettermodells im September geradewegs so fort. Zunächst die Pattsituation, welche in den kommenden Tagen immer wieder Feuchtpakete nach Norden schiebt. Ab dem 7. September beginnt das Hoch über Osteuropa dann, eine dominante Rolle über Mitteleuropa einzunehmen und blockiert die Tiefdruckausläufer. Und dennoch – kleinräumige Störungen setzen sich innerhalb des Hochdrucksystems fest und führen in einer gradientenschwachen und schwül-warmen Luftmasse zu weiteren Schauern und örtlich kräftigen Gewittern. Die Temperaturen steigen auf +20 bis +25 Grad an und sinken in Schauernähe teils unter die +20-Grad-Marke ab.
Hoch über Skandinavien wird unterwandert
Das Hoch dehnt sich vom 8. bis 12. September weiter in Richtung Skandinavien aus und versucht dort, ein spätsommerlich stabiles Gebilde zu etablieren. Das gelingt jedoch nur im Ansatz, denn von Westen drängen weitere Störungen nach und beginnen, das Hoch an seinen südlichen Gradienten zu unterwandern. Die Folge: weitere, teils kräftige Schauer und Gewitter über Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die Temperaturen bleiben nahezu unverändert. Damit vollzieht die Wetterprognose des europäischen Wettermodells im Vergleich zu den vergangenen Tagen eine erneute Kehrtwende. Spätsommerlich warm ja, stabiles Wetter nein.

Wetterprognose nach dem amerikanischen Wettermodell: Halbwegs stabiles und ungewöhnlich warmes Wetter bis zum Ende der Sommerferien
Mit dem 14. September enden die Sommerferien auch in Baden-Württemberg und Bayern. Und ja, die Wetterprognose des amerikanischen Vorhersage-Modells hält an ihren Prognosen der vergangenen Tage fest und lässt das Hoch zum 7. September weit in Richtung Skandinavien aufsteigen, sodass sich zum 8. September daraus ein Hochdruckzentrum weit über dem Norden etablieren kann.
Skandinavienhoch intensiviert sich - Hitze möglich
Damit es im September noch einmal zu Temperaturen von über +30 Grad kommen kann, bedarf es besonderer Wetterlagen. Das, was das amerikanische Prognosemodell heute berechnet, ist eine dieser besonderen Wetterlagen. Das Hoch intensiviert sich über Skandinavien und erhält einen Hochdruckkeil in Richtung der Mittelmeerregion aufrecht, was über Deutschland, Österreich und die Schweiz bis zum 11. September stabile Wetterverhältnisse zur Folge haben kann. Mit viel Sonnenschein überschreiten die Temperaturen bereits am 7. September die +30 Grad-Marke und erreichen mit bis zu +34 Grad am 8. September ihren vorläufigen Höhepunkt.
Hoch wird von Tiefdrucksystemen flankiert
Das Hoch im hohen Norden wird westlich und östlich von zwei Tiefdrucksystemen flankiert, was einer Omegawetterlage (Ω) entspricht. Im Zeitraum vom 11. bis 13. September versuchen die Tiefdruckgebiete, das Hoch zu schwächen, was für einen Moment mit einer zunehmenden Schauer- und Gewitteraktivität auch gelingt, doch stabilisiert sich das Hoch mithilfe eines Keils des Azorenhochs kurze Zeit später erneut über Skandinavien. Die Temperaturen gehen etwas zurück, bleiben jedoch mit +22 bis +26 Grad und örtlich mit bis zu +28 Grad in einem spätsommerlichen bis sommerlichen Bereich.

Auf den Punkt gebracht: Ungewöhnlich warm, jedoch wenig stabil
So unterschiedlich die Prognosen beider Vorhersage-Modelle auch sein mögen, die Gemeinsamkeiten liegen zunächst im Aufbau einer Hochdruckzone, welche die Temperaturen in einem für die Jahreszeit teils extrem zu hohen Bereich ansteigen lässt. Kumuliert man die Prognosen – auch die des Mittelwertes aller Kontrollläufe –, so kann sich nach dem aktuellen Stand bis Mitte September eine Temperaturanomalie von +4 bis +5 Grad aufbauen (91/20: +3,5 bis +4,5 Grad).
Welches Wetter wahrscheinlich ist
Also ja, die ungewöhnlich hohen Temperaturen werden von den Kontrollläufen gestützt und erreichen ihr Maximum mit einer Anomalie von +6 bis +10 Grad um den 8. September herum. Nachfolgend gehen die Temperaturen etwas zurück, bleiben jedoch mit einer Differenz zum vieljährigen Mittelwert von +2 bis +3 Grad bis zum 15. September auf einem für die Jahreszeit zu hohen Niveau. Im Vergleich zu den vergangenen Tagen hat sich heute eine Trendwende ergeben.
Die Regenprognose
Niederschlagssignale bleiben erhalten, sind jedoch im Zeitraum vom 6. bis 17. September schwacher Ausprägung. Die Variante des europäischen Wettermodells bildet im Vergleich zu den Kontrollläufen die kühlste und auch nasseste Variante ab, während das amerikanische Vorhersage-Modell die wärmste Variante abbildet, sich in der Niederschlagsprognose am Mittelwert der Kontrollläufe orientiert. Um das Fazit abzurunden: Ein für die Jahreszeit ungewöhnlich hohes Temperaturniveau ist fast schon gesichert, während stabiles Spätsommerwetter keineswegs gesetzt ist, doch der Trend geht stark in diese Richtung. Schaun mer mal.

| Tag | Temperaturspektrum | Temperaturmittelwert |
|---|---|---|
| 7. September | +15 bis +34 Grad | +26 bis +28 Grad |
| 11. September | +12 bis +30 Grad | +22 bis +24 Grad |
| 16. September | +13 bis +29 Grad | +21 bis +23 Grad |













