Was vom Wetter im Herbst und Winter 2025/26 zu erwarten ist
Wie wird der Winter 2025/2026? Der Frühling und der Sommer waren geprägt von einem schwachgradientigen Strömungsmuster, das im Frühjahr und im Juni noch von Hitze und einer ausgeprägten Dürre und im Juli und wohl auch noch Anfang August mit Störimpulsen eine stabile Wetterentwicklung verhinderte. Mit ein Grund waren der zu warme Nordatlantik und das viel zu warme Mittelmeer. Welche Auswirkungen hat das auf das Wetter im Herbst und Winter – und wie stehen die Chancen auf Schnee, Eis und Frost - sorgen die zu warmen Meere für Schneechaos?
Durchwachsenes und warmes Wetter im Sommer 2025. Auffällig ist, dass die atlantische Frontalzone seit geraumer Zeit keine Rolle mehr spielt. Kaum von Bedeutung, wird jede Regenerationsphase bereits im Ansatz unterbrochen. Stattdessen dominierte bisher eine schwachgradientige Wetterlage das Geschehen über Deutschland, was wiederholt zu Störimpulsen führte. Ungewöhnlich war dabei das quasistationäre Verhalten dieser Störimpulse.
Spannend wird, ob sich die teils chaotische Wetterlage seit Juli auch im August und Herbst behaupten oder doch umstellen wird. Erste Anzeichen einer Umstellung zeichnen sich bereits ab. Aber was, wenn nicht? Werden Störimpulse mit ihrem quasistationären Verhalten im Winter dann unwetterartigen Dauerschneefall auslösen oder zu extremen Dauerniederschlag mit Hochwasser führen können? Spannende Fragen. Wie in den vergangenen Jahren haben wir uns auch diesmal entschieden, unsere Wetterberichte für Herbst und Winter mit dem meteorologischen Herbstbeginn im September zu starten – und die Wetterprognosen entsprechend zusammenzufassen. Und da der September nicht mehr fern ist, ist es an der Zeit , sich ein paar Gedanken über den Herbst und Winter zu machen.
Wie wird der Winter?
Freunde des Winterwetters
warten sehnsüchtig auf einen normalen bis kalten Winter. Andere wiederum fragen sich, was mit dem Winterwetter los ist. Rückblickend waren die Wintermonate der vergangenen zwölf Jahre allesamt zu warm. Zählt man die nur leicht zu warme Wintersaison von 2012/2013 (+0,1 Grad) hinzu, sind es bereits vierzehn zu warme Winter in Folge. Ein derartige Aneinanderreihung von zu warmen Wintern war in den vergangenen 143 Jahren nicht zu beobachten. Kein Wunder also, dass die durchschnittliche Abweichung der Wintermonate der letzten 20 Jahre bei +1,7 Grad über dem langjährigen Mittel liegt.
Das erklärt auch, warum der Flachlandwinter immer seltener wird und selbst mittlere Lagen zwischen 300 und 600 Metern Schnee kaum noch zu Gesicht bekommen und Frost nur selten spüren. Die Frostgrenze schwankte in den letzten Wintern meist zwischen 500 und 800 Metern. Früher lag sie zwischen 300 und 600 Metern. Den einen freut es, den anderen nicht. Winterwetter polarisiert – keine Frage.
Klimaerhitzung macht dem Winter besonders zu schaffen
Wir haben in unseren Daten und Fakten über den Winter eine interessante Aufstellung erarbeitet, die einen kausalen Rückschluss ermöglicht.
Kein Winter mehr? Das Klimamittel von 1991 bis 2020 unterscheidet sich im Vergleich zu 1961 bis 1990 um +1,2 Grad. Das bedeutet: Binnen 30 Jahren sind die Winter deutlich wärmer geworden. Parallel dazu gingen die Schneetage – also Tage mit geschlossener Schneedecke – um durchschnittlich 10 Tage zurück. Anders formuliert: Mit jedem zusätzlichen Grad sinkt die Anzahl der Schneetage um etwa 8,5 Tage.
Ähnliches zeigt sich bei anderen wintertypischen Parametern. Kurzum: Selbst unter optimalen Voraussetzungen reicht es kaum noch aus, um einen Winter als normal
zu bezeichnen.
| Region | Temperatur (°C) |
Regen (l/m²) |
Regentage (>1 l/m²) |
Sonne (h) |
Schneetage (Tage) |
Wintertage (Tage) |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Deutschland | +9,0 (+10,0) |
174,6 (188,9) |
32,3 (34,1) |
157 (172) |
34,9 (23,7) |
22,7 (16,3) |
Winterprognose nach der Statistik – in 70 Prozent der Fälle zu warm
Berücksichtigt man ausschließlich die statistischen Daten, ergibt sich eine deutlich zu warme Wintersaison 2025/2026. Noch klarer wird dies, wenn man die Monate Dezember bis Februar der letzten 20 Jahre in Relation setzt: Nur 15 Prozent der Winter waren zu kalt, weitere 10 Prozent lagen im Normalbereich und ganze 75 Prozent waren zu warm – teils deutlich zu warm. Darunter auch der Rekordwinter 2007, der mit einer Abweichung von +4,18 Grad vom langjährigen Mittel den Rahmen sprengte.
Schwindender Frost
Auch bei der Anzahl der Frosttage zeigt sich ein eindeutiger Trend. Frosttage gelten als solche, wenn die Temperatur innerhalb von 24 Stunden – auch nur kurzzeitig – unter +0 Grad sinkt. Zwischen 1961 und 1990 lag der Durchschnitt bei 56,7 Tagen, in den letzten 25 Jahren waren es nur noch 49 Tage – ein Rückgang um 7,7 Tage, Tendenz weiter schwindend.
Für viele Winterfans war der Winter 2019/2020 besonders enttäuschend. Mehr als 3,7 Schneetage wurden nicht verzeichnet – ein neuer Negativrekord.
Um es auf den Punkt zu bringen: Es braucht keinen Propheten oder Experten
. Die Klimaerhitzung begünstigt überproportional zu warme Winter. Mit einer Wahrscheinlichkeit von 75 Prozent ist das eine klare Aussage. Kurzum – statistisch betrachtet ist ein zu warmer Winter 2025/2026 sehr wahrscheinlich.
Das Wetter hält sich nicht an die Statistik
Aber so einfach ist es dann auch wieder nicht, denn das Wetter folgt keinen Statistiken – wäre auch zu schön. Es gibt immer wieder Ausreißer. Ein genauer Blick auf den Winterverlauf über Deutschland zeigt: Der Winter startet nasskalt, wird in der zweiten Dezember-Dekade vorübergehend kälter und wird um die Weihnachtszeit wieder milder. Der Januar ist typischerweise der Hochwinter. Kommt er, ist auch der Februar häufig betroffen. Bleibt er aus, dominiert weiter nasskaltes Wetter.
Und genau das zeigt sich immer wieder: Die Winter in Deutschland sind selten extrem, meist gemäßigt – häufig nasskalt und maritim geprägt (Westwetterlage). Allerdings trifft das nicht mehr uneingeschränkt zu. In den letzten Jahren verlagerte sich das Strömungsmuster zunehmend in Richtung Südwest- bis Südwetterlagen (Vorderseitenanströmung).
Was für einen kalten bis normalen Winter 2025/2026 spricht
Gewagte These - doch gibt es Faktoren, die für einen normalen oder kalten Winter sprechen, sind jedoch in der kommenden Saison eher schwach ausgeprägt. Einzig eine meridional getriggerte Grundströmung könnte unter bestimmten Bedingungen einen zu kalten Winter ermöglichen. Man hat diese kühleren Phasen im Sommer gut beobachten können und sollte so ein Trog an der richtigen Stelle in Richtung der Alpen donnern können, zaubert das ein Lächeln in die leidgeplagten Gesichter der Freunde des Winterwetters
.
Wer uns kennt, weiß, dass wir kalten Wetterlagen gegenüber einer Hitze den Vorzug geben. Winterwetter fasziniert durch seine Vielfalt und markanten Lagen. Kurzum – bei einem echten Winter mit viel Eis und Schnee geht – zumindest uns – das Herz auf. Einerlei: Das ist nicht jedermanns Sache, und wir bemühen uns um Neutralität. Manchmal jedoch geht einem der Gaul durch
, wenn sich am 60. Wintertag noch immer keine Wetterkarte mit winterlichen Aussichten zeigt.
Aber gut, wenden wir uns einer Entwicklung der Großwetterlage zu, die einen knackig kalten und schneereichen Winter über Deutschland begünstigen könnte. Solche Wetterlagen gehören zu den meridionalen Strömungen, die seit 2018 häufiger auftreten und die Etablierung einer milden Westwetterlage erschweren.
Was zu einem kalten Winter führen kann: In diesem speziellen Fall stellt sich im Herbst eine meridionale Nord-Süd-Wetterlage ein, die über den Winter hinweg bestehen bleibt. Aus nördlichen Richtungen wird über die warme
Nord- und Ostsee feuchte Luft nach Deutschland transportiert. In Verbindung mit Hebungsvorgängen entstehen Stauniederschläge, die überwiegend als Schnee fallen können – nahezu ideale Voraussetzungen. Vergleichbare Muster traten in den kälteren Wintern 2008 bis 2012 auf.
Wie stehen die Chancen für eine meridionale Wetterlage? Grundsätzlich gut. Seit 2018 sind diese dominierend. Es gibt jedoch einen Haken!
Ein rekordwarmer Winter
Meridional bedeutet eine Nord-Süd- oder Süd-Nord-Strömung. Geht ein Trog bspw. westlich von Deutschland nieder, kommt es zu einer Süd-Nord-Anströmung und ein weiterer Supermildwinter droht. Folgt man der Annahme einer meridionalen Grundströmung, könnten sich Herbst und Winter entsprechend entwickeln.
| Monat | Temperaturtrend |
|---|---|
| August 2025 | zu warm |
| September 2025 | etwas zu mild |
| Oktober 2025 | erheblich bis extrem zu warm |
| November 2025 | etwas zu warm |
| Dezember 2025 | normal bis zu warm |
| Januar 2026 | etwas zu warm |
| Februar 2026 | normal bis leicht zu kalt |
Wie erwähnt – eine These, die sich am bisherigen Verlauf des Jahres 2025 orientiert. Zum Störimpuls getriebenen Muster in diesem Jahr kommt eine Besonderheit hinzu: die schwachgradientige Luftmasse, die ohne nennenswerte Dynamik umherwabert und die Niederschlagsaktivität auf hohem Niveau hält. Vor diesem Hintergrund sind im Winter die meridional getriggerten Grundströmungen aus nördlichen Richtungen mithilfe einer Störung über Skandinavien nicht auszuschließen. Also ja, die Grundvoraussetzungen sind mit potentiellen Trogwetterlagen dieses Mal anders als in den vergangenen Jahren.
Ausgleichsverhalten und Erhaltungsneigung
Um diese zwei Langzeitkorrelationen geht es auch in der kommenden Wintersaison. Was das bedeutet? Stark vereinfacht: Man spricht bei wiederholt auftretenden und stabilen Großwetterlagen von einer Erhaltungsneigung, die sich über Monate mit dem immer gleichen oder ähnlichen Muster zeigen kann (Beispiel Juni - heiß und trocken; Juli warm und wechselhaft). Tritt ein Wechsel ein, spricht man vom Ausgleichsverhalten, das seinerseits nach längerer Dauer erneut in eine Erhaltungsneigung übergehen kann.
Warum sind die Winter so warm geworden?
In den deutlich zu warmen Wintermonaten fielen besonders die Strukturen innerhalb des Polarwirbels auf – gut erkennbar anhand von Wetterkarten. Der Polarwirbel war äußerst instabil, doch das sogenannte Displacement führte mit Hochdruckzentren zwischen dem westlichen Kanada, Alaska und Sibirien zu einem Kaltlufttransport über das östliche Kanada. Diese Grundströmung ließ sich auch in den Winterjahren 2018/19, 2019/20, 2020/21, 2022/23 und 2023/24 beobachten.
Setzt sich diese Grundströmung einmal in Bewegung, ist vom mitteleuropäischen Winter nicht viel zu erwarten. Warum? Ständig werden Kaltluftmassen in Richtung Kanada gedrückt und treffen bei Neufundland auf den warmen Atlantik – was die Tiefdruckproduktion ankurbelt und das System zur Erhaltung zwingt. Ein Tief nach dem anderen zieht daraufhin in Richtung Mitteleuropa und sorgt für einen feuchten, milden Winter. Spielt sich dieses System frühzeitig ein, liegen die Nerven der Winterfans ebenso frühzeitig blank.

Ein weiterer Erklärungsversuch liegt im Rückgang der arktischen Meereisfläche. Wer möchte, kann sich tiefer in das Thema einlesen (Warum die Winter immer wärmer werden). Zusammengefasst verlagert sich die Tiefdruckaktivität weiter nach Norden, und der Hochdruckgürtel
folgt nach. Mitteleuropa gerät zunehmend unter den Einfluss hohen Luftdrucks, was im Zusammenspiel mit den Tiefdruckgebieten zu einer verstärkt südwestlichen – und damit milden – Grundströmung führt.
Die Sonnenaktivität
Umstritten
sind die Auswirkungen der Sonnenaktivität auf das Wetter. Sicher ist, dass sie einen Einfluss besitzt, doch in Zeiten der Klimaerhitzung spielen diese Effekte kaum mehr eine Rolle. Betrachtet man es umgekehrt, kann eine zunehmende Sonnenaktivität den Klimawandel zusätzlich verstärken.
Die Sonnenflecken – welche Rückschlüsse auf die Aktivität der Sonne zulassen – folgen einem festen 11-Jahres-Zyklus. Wie die Grafik zeigt, befindet sich die Sonnenaktivität aktuell in einer ansteigenden Phase mit Erreichen des Höhepunktes.
Je mehr Sonnenflecken vorhanden sind, desto aktiver ist die Sonne; ein Minimum deutet auf eine schwächelnde Sonne
hin. Und die Folge? Die Annahme besagt stark vereinfacht:
Wenn sich die Sonnenflecken im Minimum befinden, strahlt die Sonne weniger UV-Strahlung ab. Weniger Strahlung bedeutet eine geringere Erwärmung der Erdatmosphäre, was eine Veränderung in der Zirkulation der beiden untersten Atmosphärenschichten – der Troposphäre und Stratosphäre – auslöst…
Kurzum: Eine schwache Sonnenaktivität begünstigt in der These Turbulenzen innerhalb des Polarwirbels, wodurch die – weiter oben erwähnten – meridionalen Großwetterlagen häufiger auftreten können. Das erhöht die Schwankungen im Wetterverlauf und steigert die Wahrscheinlichkeit für Kaltluftausbrüche über Mitteleuropa mit Frost, Eis und Schnee. Doch auf die Hochdruckposition kommt es an. Die schönste
meridionale Grundströmung nützt nichts, wenn sich das Hoch über Europa oder gar dem östlichen Europa befindet. Optimal für einen kalten und schneereichen Winter wäre hingegen eine blockierende Hochdrucklage auf dem Atlantik, die die Tiefdrucksysteme aufhält.

Warum wir – trotz geringerer Einflüsse die Sonnenaktivität erwähnen? Ein Blick auf die Statistik zeigt: In Jahren mit Sonnenminima folgten den Tiefpunkten vermehrt Winter, die zu kalt oder im Normalbereich lagen. Zuvor hingegen häuften sich milde Winter (Ausnahme: der Zyklus Mitte der 70er-Jahre). Aktuell jedoch hat die Sonne ihr Maximum erreicht – ein weiteres Argument für die Annahme eines zu warmen Winters. Auffällig: Nur zwei Winter (1969, 1981) waren nach oder während des Sonnenfleckenmaximums zu kalt.
Sonnenaktivität im Maximum
| Winter | Temperatur | Abweichung |
|---|---|---|
| Maximum 14/15 | +1,9 Grad | +1,7 Grad |
| 13/14 | +3,4 Grad | +3,2 Grad |
| Maximum 01/02 | +2,0 Grad | +1,8 Grad |
| 00/01 | +2,1 Grad | +1,9 Grad |
| Maximum 91/92 | +1,5 Grad | +1,3 Grad |
| 90/91 | -0,1 Grad | -0,3 Grad |
| Maximum 80/81 | -0,4 Grad | -0,6 Grad |
| 79/80 | +1,1 Grad | +0,9 Grad |
| Maximum 70/71 | +0,3 Grad | +0,1 Grad |
| 69/70 | -2,8 Grad | -3,0 Grad |
| Maximum 58/59 | +0,8 Grad | +0,5 Grad |
| 57/58 | +0,7 Grad | +0,5 Grad |
| Maximum 1948/49 | +1,3 Grad | +1,0 Grad |
| 47/48 | +1,7 Grad | +1,4 Grad |
Sonnenaktivität im Minimum
| Winter | Temperatur | Abweichung |
|---|---|---|
| 83/84 | +0,5 Grad | +0,25 Grad |
| 84/85 | -2,44 Grad | -1,69 Grad |
| 85/86 | -0,86 Grad | -1,11 Grad |
| 86/87 | -1,36 Grad | -1,61 Grad |
| 93/94 | +2 Grad | +1,8 Grad |
| 94/95 | +2,8 Grad | +2,6 Grad |
| 95/96 | -2,3 Grad | -2,5 Grad |
| 96/97 | -0,3 Grad | -0,5 Grad |
| 06/07 | +4,38 Grad | +4,2 Grad |
| 07/08 | +3 Grad | +2,8 Grad |
| 08/09 | -0,2 Grad | -0,4 Grad |
| 09/10 | -1,3 Grad | -1,5 Grad |
| 10/11 | -0,6 Grad | -0,8 Grad |
Ein Einfluss: QBO - Quasi zweijährige Schwingung
Die QBO spielt im Gegensatz zur Sonnenaktivität eine gewichtigere Rolle. Sie beschreibt einen Zyklus, der sich etwa alle 2,2 Jahre wiederholt und die zonalen Winde in rund 20 bis 25 km Höhe von West-Ost auf Ost-West umschwenken lässt. Vereinfacht gesagt führt ein normaler Zustand häufig zu einer warmen West- bis Südwestwetterlage über Deutschland, Österreich und der Schweiz, während bei einer Umkehr auf Ost-West eher eine Nordwest- bis Ostwetterlage vorherrscht.
Bringt der QBO den Winter nach Deutschland?
Der letzte Umschwung begann Anfang 2024 und vollzog sich bis zum Sommer. Der nächste QBO-Ost wird im ausklingenden kommenden Winter erwartet, dessen Einflussnahme auf den Polarwirbel zu spät kommen wird und bestenfalls noch im Spätwinter eine Rolle spielen kann.
Ein QBO-Ost unterstützt eine gestörte Zirkulation, die im Winter oft mit einem Skandinavienhoch – gestützt durch das Kontinentalhoch – oder einem Blockadehoch auf dem Atlantik einhergeht. Mehr zum Thema QBO. Dennoch bleibt sie nur ein stützender und kein in Stein gemeißelter
Faktor. Angesichts der Klimaerhitzung bleibt abzuwarten, wie stark der Effekt letztlich überhaupt noch ausfällt. Denn auch ein QBO-Ost führt nicht zwangsläufig zu einem eisig kalten und schneereichen Winter, sondern erhöht lediglich die Wahrscheinlichkeit dafür. Bleibt die Umkehr der Höhenströmung aus, unterstützt das einen zu warmen Winter.
Was spricht für eine zu warme Winterperiode 2025/26?
Bereits an den Randfaktoren ist erkennbar, dass vieles auf einen milden bis warmen Winter und wenig auf einen normalen bis kalten hinweist. Wie weiter oben erwähnt, spricht die Klimaerhitzung eine klare Sprache und hat einen weitaus stärkeren Einfluss als alle Randfaktoren zusammen. Anders ausgedrückt: Selbst optimale Rahmenbedingungen können einen durchschnittlich um +1,5 Grad zu warmen Winter nicht ausgleichen. Das hebt die Schneefallgrenze um 180 bis 250 Meter an, was einen Flachlandwinter und hochwinterliche Phasen unwahrscheinlich macht.
Die Klimaerhitzung bringt zudem Veränderungen wie die aus dem Tritt geratene Meereisausdehnung in der Arktis mit sich. Die Folgen sind bislang schwer abzuschätzen und können theoretisch sowohl zu kühleren Wintern führen – etwa durch einen geschwächten Polarwirbel mit meridionalen Strömungsmustern – als auch zu wärmeren Wintern, etwa durch ein eingefahrenes Strömungsmuster über östliches Kanada und Neufundland, das milde Großwetterlagen über Europa begünstigt. Und dann ist ja da auch noch der weiter schwächer werdende Golfstrom…
Extremer Rückgang der arktischen Meereisfläche
Die Meereisausdehnung ist im Vergleich zum Mittelwert so gering wie selten zuvor und liegt weit unter dem Durchschnitt der Jahre 1981 bis 2010. Auch dies stellt ein Problem für den Winter dar, auf das wir in den kommenden Tagen noch näher eingehen werden.

Die Klimaerhitzung hat mit dem Wetter nichts zu tun
Das wird immer wieder gerne durcheinandergebracht. Die Klimaerhitzung und das Wetter haben nichts gemeinsam. Dennoch beeinflusst die Klimaerhitzung das Wetter über lange Zeiträume. Zu kalte Wetterphasen sind weiterhin möglich, doch die warmen Monate nehmen im Verlauf stetig zu. Deutlicher wird das in der folgenden Grafik: Die Mitteltemperatur der Winter im Vergleich zu früheren Jahren steigt in jüngster Zeit deutlich an. Übrigens – und das nur am Rande – wird der Sommer 2025 mit der Klimaerhitzung der 29. zu warme Sommer in Folge sein (Abweichung > +0 Grad).

© Michael Theusner www.mtwetter.de
Immer wärmer
Oft wird fälschlicherweise angenommen, regionale Wetterereignisse stünden im direkten Zusammenhang mit der globalen Klimaerhitzung. Ein Sommer oder Winter kann lokal zu nass oder zu kalt ausfallen – das ändert jedoch nichts daran, dass es global gesehen kontinuierlich wärmer wird.

© www.ncei.noaa.gov
Viel zu warme Meere
Hier noch drei Grafiken: Seit rund drei Jahren herrscht im Nordatlantik eine außergewöhnliche Temperaturanomalie, wie sie seit Messbeginn noch nie beobachtet wurde. Zudem liegt die globale Durchschnittstemperatur deutlich über dem Normalwert und sogar weit über dem Maximum der vergangenen Jahre. Rekordwarm war und ist hingegen die Mittelmeerregion. Und ja, zu warmes Wasser ist eine Art von gespeicherter Energie, welche Auswirkungen auf das Wetter haben wird. Da man solche Werte aber bislang nicht kannte, sind die Auswirkungen noch unbekannt. Klar ist, dass zu warme Meere zu vermehrten Niederschlag führen können - wo ist allerdings nicht klar!

Die Herbst- & Winterprognose 2025/26 der Langfristmodelle
Wie wird das Wetter im Herbst und Winter 2025/26? Erste Wettertrends der Prognosemodelle liegen vor, sind jedoch noch unvollständig und mit großer Vorsicht zu interpretieren:
Wettertrend nach dem Langfristmodell der NASA
Das Langfristmodell der NASA prognostiziert für September, Oktober und November eine Temperaturabweichung von +0,5 bis +1,5 Grad über dem Mittel (91/20: +0,0 bis +1,0 Grad). Insbesondere der November wird zu kalt berechnet - der Frühwinter ist demnach nicht auszuschließen. Die Niederschlagssimulation zeigt für den Herbst unauffällige Werte mit einem leichten Trend zu mehr Niederschlag.
Für die Wintermonate Dezember 2025 bis Februar 2026 simuliert das Modell eine Temperaturabweichung von +1,5 bis +2,5 Grad – deutlich zu warm im Vergleich zum vieljährigen Mittel (91/20: -0,2 bis +0,8 Grad). Die Niederschlagsprognose für den Winter bleibt unauffällig und im Trend etwas zu nass.
Wetterprognose Herbst und Winter nach dem CFSv2 Modell
Der Herbst fällt laut diesem Modell mit +1,0 bis +2,0 Grad über dem langjährigen Mittel (1961/90) zu warm aus. Im Vergleich zur Periode 1991 bis 2020 liegt die Abweichung bei +0,5 bis +1,5 Grad. Die Niederschlagsbilanz für September ist deutlich zu trocken, der Oktober normal mit einem zu trockenem Süden und einen leicht zu nassen November.
Der Winter 2025/26 wird mit +1,5 bis +2,5 Grad gegenüber 1961/90 deutlich zu warm simuliert (91/20: +0,3 bis +1,3 Grad). Im Vergleich zu den Vorjahren aber wird der Winter in der Langfrist kühler Berechnet. Die Niederschlagsmengen bleiben unauffällig.
Herbst und Winter nach dem europäischen Langfristmodell
Der Herbst soll mit +1,5 bis +2,5 Grad deutlich zu warm ausfallen (91/20: +1,0 bis +1,5 Grad). Die Niederschlagsbilanz wird als durchwachsen und im Mittelbereich bewertet.
Der Dezember 2025 wird mit +1,0 bis +2,0 Grad zu warm berechnet, der Januar 2026 mit +1,5 bis +2,5 Grad sogar deutlich zu warm. Daten für Februar liegen noch nicht vor und werden später ergänzt. Die Niederschlagsbilanz zeigt für Dezember eine neutrale und für Januar eine leicht zu trockene Tendenz.
Die Herbstprognose des Deutschen Wetterdienstes
Der Deutsche Wetterdienst rechnet mit einer Temperaturabweichung von +1,0 bis +2,0 Grad für den Herbst gegenüber 1961/90 (91/20: +0,5 bis +1,5 Grad). Die Wahrscheinlichkeit, dass der Herbst zu warm ausfallen wird, liegt im Moment bei 79 Prozent (18 Prozent normal; 3 Prozent zu kalt). Die Niederschlagsbilanz wird mit 58 prozentiger Wahrscheinlichkeit zu trocken, 23 Prozent normal und 19 Prozent zu trocken simuliert.
| Monat | Temperatur | Niederschlag |
|---|---|---|
| September 2025 | +1,0 bis +2,0 Grad | Trend: zu trocken |
| Oktober 2025 | +2,0 bis +3,0 Grad | Trend: normal; über dem Süden zu trocken |
| November 2025 | +1,0 bis +2,0 Grad | Trend: leicht zu nass |
| Dezember 2025 | +1,5 bis +2,5 Grad | Trend: normal bis etwas zu trocken |
| Januar 2026 | +2,0 bis +3,0 Grad | Trend: etwas zu trocken |
| Februar 2026 | +1,0 bis +2,0 Grad | Trend: normal bis etwas zu nass |

Auf den Punkt gebracht
Mit gespannter Erwartung blickt man auf die Wintersaison 2025/2026. Wird ein meridionales Strömungsmuster mitsamt Störimpulsen einen normalen oder sogar leicht kühleren Winter bringen – oder dominiert die zonale Struktur mit der atlantischen Frontalzone und einer West- bis Südwestwetterlage? Zusätzlich spielen der QBO-Ost und ein mögliches Major-Warming eine entscheidende Rolle und können die spätwinterliche Phase noch prägen.
Die Langfristmodelle werden in den kommenden Wochen ihre Prognosen für Herbst und Winter sicher mehrfach anpassen. Dennoch zeichnen sie einen – wenig überraschenden – deutlich zu warmen Wettertrend für den Winter. Es gibt also einiges zu berichten, weshalb wir die Wetterprognosen für Herbst und Winter 2025/2026 ab der letzten August-Dekade verstärkt und ab September täglich aktualisieren werden.
