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Wetterprognose - Die atlantische Frontalzone tobt

| M. Hoffmann

Turbulentes und abwechslungsreiches Wetter - Deutschland gelangt in dieser Woche voll in den Einflussbereich der atlantische Frontalzone. Zum Wochenende beginnt das System auf Südwest zu kippen und noch bevor sich die Westwetterlage vollständig entwickelt hat, droht ein Hochdruckkeil auf dem Atlantik nach Norden aufzustreben. Welche Auswirkungen hat das für den November?

Klassisch abwechslungsreiches Novemberwetter?
Klassisch abwechslungsreiches Novemberwetter?

Ausläufer der atlantische Frontalzone erreichen Deutschland und sorgen in den kommenden Tagen immer wieder für Niederschläge unterschiedlichster Intensität und Dauer. Der voraussichtliche Niederschlagsschwerpunkt liegt südlich einer Linie vom Saarland und Berlin, sowie über den Küsten von Nord- und Ostsee. Weniger Regen ist entlang eines Streifens von Hannover und Berlin zu erwarten.

Windiges und zunehmend warmes Wetter

Die Achse der Frontalzone kippt zum Ende der Woche auf südwestliche Richtungen und führt gemäßigt warme Luftmassen nach Nordosten. Die Temperaturen pendeln sich bis einschließlich Freitag auf +10 bis +15 Grad ein und steigen bis Sonntag auf +14 bis +18 Grad an. Der Wind kommt mäßig aus südwestlichen Richtungen und kann phasenweise böig auffrischen. Stürmische Windböen sind über exponierten Lagen und der Nordseeküste am Mittwoch, Freitag und Samstag nicht auszuschließen. Mehr dazu der aktuellen Wetterprognose zum Wetter Oktober.

Links die Prognose des deutschen Wettermodells, rechts die Regenprognose bis einschließlich dem 29. Oktober
Links die Wetterprognose des deutschen Wettermodells, rechts die Regenprognose bis einschließlich dem 29. Oktober © www.meteociel.fr || wxcharts.com

Wettervorhersage nach dem europäischen Wettermodell - Gestörte Zirkulation wirkt gegen die Zonalisierung

Turbulentes und eigenwilliges Wetter. Die atlantische Frontalzone versucht sich in den kommenden Tagen vollständig zu entwickeln und eine Tiefdruckrinne nach Neufundland aufzubauen. Doch wie in den vergangenen Tagen auch, zeigt sich auf dem Atlantik ein Störimpuls.

Hochdruckblockade auf dem Atlantik

Im Zeitraum vom 31. Oktober bis 3. November dehnt sich von den Azoren ein Keil nach Norden aus und geht eine Querverbindung zum Hoch zwischen Grönland, Island und dem europäischen Nordmeer ein. Das kommt einem Abschnürprozess der Frontalzone gleich und führt über Deutschland zu einer turbulenten Südwestwetterlage.

Das Hoch zerstört die atlantische Tiefdruckrinne exakt in dem Moment, als diese versucht, zur Höchstform aufzulaufen. Dieser Hochdruckkeil trennt einen Cluster ab, der sich bis zum 3. November als autarkes Tiefdruckgebiet zwischen England, Frankreich und dem südlichen Skandinavien eindrehen kann. Deutschland, die Schweiz und Österreich gelangen so in eine Vorderseitenanströmung aus südwestlichen Richtungen.

Für die Jahreszeit zu warm

Die Temperaturen steigen Ende Oktober kurzzeitig auf +12 bis +16 Grad und über dem Südosten mit Föhn auf bis +20 Grad an. Mit einer zunehmenden Niederschlags- und Windaktivität aber gehen die Temperaturen bis zum 3. November auf +8 bis +12 Grad zurück. In den kurzen sonnigen Momenten sind bis +14 Grad möglich. Unter dem Strich bleibt das Wetter für die Jahreszeit zu warm.

Die atlantische Frontalzone bekommt einen ordentlichen Dämpfer verpasst
Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Die atlantische Frontalzone bekommt einen ordentlichen Dämpfer verpasst © www.meteociel.fr

Wettertrend nach dem amerikanischen Wettermodell - Deutschland zwischen den Fronten

Die Wetterprognose der Amerikaner bestätigt das Kippen der Frontalzone auf südwestliche Richtungen.. Ausgelöst wird das durch ein Hochdruckkeil zwischen Island und dem Atlantik. Dieser Keil kappt die Tiefdruckrinne und so zentralisiert sich ein Tiefdruckkern im Bereich von Skandinavien, England und den Azoren. Deutschland, Österreich und die Schweiz werden bis Ende Oktober von einer unbeständigen und windigen Südwestströmung erfasst. Die Temperaturen erreichen Maximalwerte von +12 bis +16 Grad und können über dem Südosten bis +18 Grad möglich machen.

Blockadehoch auf dem Atlantik bricht zusammen

Reaktivierung der Frontalzone. Das Hoch kann sich auf dem Atlantik nicht behaupten und zieht sich Anfang November nach Norden in Richtung Island und dem europäischen Nordmeer zurück. Das ist zugleich als Schlüsselszene zu bewerten. Warum? Die Frontalzone beginnt erneut damit, das Hoch an seinem südlichen Gradienten zu unterwandern und schafft es bis zum 5. November ein kräftiges und zentral steuerndes Tiefdruckgebilde bei Island zu etablieren. Das Islandtief dehnt sich bis zum 6. November weit nach Osten aus und erstreckt sich bis über die Barentssee.

Polarwirbel stabilisiert sich - Starkwindereignisse möglich

Windiges und unbeständiges Herbstwetter. Während sich die Frontalzone über Nordeuropa austobt, dreht über der Mittelmeerregion ein sog. Höhentief seine Runden und drückt eine Hochdruckzone nach Norden. Deutschland, Österreich und die Schweiz liegen inmitten dieser Hochdruckzone und am Rand der Frontalzone. So sind Starkwindereignisse in Form von stürmischen Windböen über exponierten Lagen und den Küstenregionen Anfang November nicht auszuschließen. Die Temperaturen pendeln sich auf +8 bis +12 Grad und mit etwas Sonnenschein auf bis +14 Grad ein.

Windiges und unbeständiges Novemberwetter
Wetterprognose nach dem amerikanischen Wettermodell: Windiges und unbeständiges Novemberwetter © www.meteociel.fr

Auf den Punkt gebracht: ein sich normalisierendes Wetter?

Den Durchbruch der Frontalzone berechnen heute beide Vorhersage-Modelle, was bis in den November hinein für einen herbstlichen Wettercharakter sorgen kann. Fraglich aber ist, ob der Aufbau einer funktionierenden Tiefdruckrinne gelingen kann. Die Amerikaner deuten es lediglich an und die Prognose der Europäer zeigt, was da alles schiefgehen kann.

Welche Wetterlage wahrscheinlich ist

Die Kontrollläufe bestätigen zum Start in den November ein breites Entwicklungsspektrum. Ist der Temperaturtrend bis zum 1. November für die Jahreszeit zu hoch, so sinkt dieser in den ersten Novembertagen auf ein Jahreszeit-typisches Niveau ab. Die Südwestwetterlage wird nur bedingt gestützt.

Die Regenprognose

Die Frontalzone sorgt für reichlich Regen. Hat sich die Frontalzone erst einmal bis Skandinavien entwickelt, so wird diese für mindestens für eine Woche das Wetter dominieren können. Also ja, bis Ende Oktober ist mit einer erhöhten Niederschlagsausbeute zu rechnen. Anfang November aber bleibt die Niederschlagsprognose der Kontrollläufe auf einem mäßig erhöhten Niveau und sinkt erst zum 5. November in den leicht erhöhten Bereich ab. Das spricht für eine weiterhin dominierende Rolle der Frontalzone, welches sich auch im nachfolgenden Mittelwert aller Kontrollläufe zeigt. Schaun mer mal.

Keine stabile Wetterentwicklung
Wetterprognose nach dem Mittelwert aller Kontrollläufe: Keine stabile Wetterentwicklung © www.meteociel.fr

Die Temperaturprognose der Wettermodelle
Tag Temperaturspektrum Temperaturmittelwert
30. Oktober +8 bis
+18 Grad
+12 bis
+14 Grad
3. November +5 bis
+17 Grad
+10 bis
+12 Grad
8. November +4 bis
+18 Grad
+8 bis
+10 Grad
Diagramm Temperaturen November 2023
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe November 2023 von zu kalt, normal, zu warm im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert (1961 bis 1990)

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