Wetter: So stehen die Chancen für den Winter

Folgt dem windigen und unbeständigen Wettercharakter ein Hoch nach?

Die Westwetterlage hat Deutschland fest im Griff und sorgt für abwechslungsreiches und windiges Wetter. Doch wie sieht es in der zweiten Februar-Dekade aus - hat der Winter noch eine Chance?

Winterlich wird das Wetter der kommenden Tage nicht. Vielmehr sorgt eine westliche dominierte Grundströmung über Deutschland für einen windigen und abwechslungsreichen Wettercharakter, bei dem es am Wochenende auch turbulenter zur Sache gehen kann.

Die Zonalisierung

Der Grund für den abwechslungsreichen Wettercharakter ist eine ganze Tiefdruckserie, die vom Atlantik kommend auf Deutschland zusteuert. Der Wind kommt aus westlichen Richtungen und führt milde Luftmassen nach Mitteleuropa, was die Temperaturen über Deutschland, Österreich und der Schweiz auf +5 bis +10 Grad ansteigen lassen kann. Über den Regionen mit Sonnenschein können zum Ende des Vorhersagezeitraums bis +14 Grad erreicht werden. Mehr dazu in der Wetterprognose zum Wetter Februar

Abwechslungsreiche und windige Wetterlage
Wetterprognose des europäischen Prognosemodells: Abwechslungsreiche und windige Wetterlage © www.meteociel.fr

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Wetterprognose des europäischen Wettermodells: Milde Luft aus Südwest

Die Wetterprognose des europäischen Wettermodells ist dem Winter nicht wohlwollend gestimmt. Die atlantische Frontalzone verhindert zunächst eine winterliche Witterung, bevor auf dem Atlantik zum Beginn der zweiten Februar-Dekade der Achsverlauf der Tiefdruckrinne verändert wird.

Kalt oder mild

Die Zonalisierungsphase hält in den meisten Fällen zwischen 7 und 14 Tagen an. Nachfolgend ist die Luft raus und entlang der Polarfront stellt sich eine hohe Wellenbewegung ein, was das Muster gerne auf eine meridionale Strömung verändert (Nord-Süd, Süd-Nord). Entscheidend, ob sich eine milde oder warme Süd-Nord oder eine nasskalte bis kalte Nord-Süd-Strömung einstellt, ist die Position des Hochdrucksystems.

Geht es nach dem Wettertrend der Europäer, so verlagert sich das Hoch zwischen dem 9. und 11. Februar in Richtung Europa, während die atlantische Frontalzone auf dem Atlantik nach Süden austrogt. In Kombination der beiden Vorhersage-Modelle stellt sich so eine milde Südwestwetterlage ein und je näher die atlantischen Tiefdruckausläufer an Mitteleuropa heranrücken, desto südlicher wird der Wind nach Deutschland herangeführt. Die Temperaturen erreichen nach der aktuellen Wettervorhersage der Europäer am 13. Februar +8 bis +12 Grad und örtlich bis +14 Grad.

Kippt die Grundströmung zum Beginn der zweiten Februar-Dekade auf eine südwestliche Richtung?
Wetterprognose des europäischen Prognosemodells: Kippt die Grundströmung zum Beginn der zweiten Februar-Dekade auf eine südwestliche Richtung? © www.meteociel.fr

Wettertrend nach dem amerikanischen Wettermodell: Dem Frühling sehr nah

Die Wetterprognose der Amerikaner ist der des europäischen Wettermodells bis zum 12. Februar sehr ähnlich. Die atlantische Frontalzone tobt und drückt in diesem Prozess das Hoch nach Osten, was sich bis zum 10. Februar über Mitteleuropa positioniert.

Nachlassende Niederschlagstätigkeit

Die Niederschlagsneigung lässt im Zeitraum vom 7. bis 12. Februar nach. Die Wolken lösen sich auf und verbreitet kann mit Sonnenschein gerechnet werden. Die Nächte verlaufen meist frostfrei und am Tage steigen die Temperaturen auf +6 bis +12 Grad an. Der Wind kommt schwach aus südwestlichen Richtungen.

Das Azorenhoch keilt nach Norden auf

Zum 12. Februar setzt sich die atlantische Frontalzone mit einem Zentraltief über Skandinavien und der Barentssee fest und drückt das Hoch über Europa nach Osten weg. Zeitgleich fühlt sich das Azorenhoch dazu berufen, etwas gegen die Zonalisierung zu unternehmen und keilt nach Norden - in Richtung Island - auf.

Damit beginnt auf dem Atlantik ein Störimpuls, was die Polarfront in Schwingung versetzten kann. Nach der aktuellen Prognose gelingt es dem Hoch nur ein Störimpuls zu setzen. Wirklich nachhaltig sieht das nicht aus und bis zum 15. Februar verläuft die Hochdruckachse von den Azoren, über England und Skandinavien. Deutschland, Österreich und die Schweiz gelangen in den Einflussbereich des südlichen Hochdruckgradienten, was aus östlichen Richtungen kühlere Luftmassen zuführen kann. Die Temperaturen erreichen am 13. Februar +5 bis +10 Grad und am 15. Februar werden -2 bis +5 Grad zu erwarten sein. Die Schauer können unter diesen Bedingungen zur Monatsmitte als Schnee-, Schneeregen- oder Graupelschauer erwartet werden.

Das Hoch verlagert sich nach Osten

Wie es bei einer Wellenbewegung entlang der Polarfront üblich ist, verlagert sich das Hoch nach Osten und platziert sich zum 17. Februar direkt über Deutschland. Das Hoch sorgt für einen ruhigen und sonnigen Wettercharakter, bei dem die Temperaturen am Tage auf +5 bis +10 Grad und in den klaren Nächten auf -3 bis +1 Grad absinken können. Über Schnee sind bis -6 Grad möglich. Der Wind kommt schwach aus unterschiedlichen Richtungen. Mehr wie ein winterliches Geplänkel ist nach diesem Wettertrend nicht zu erwarten.

Erst die Westwetterlage, dann die hohe Wellenbewegung entlang der Polarfront
Wetterprognose nach dem amerikanischen Wettermodell: Erst die Westwetterlage, dann die hohe Wellenbewegung entlang der Polarfront © www.meteociel.fr

Auf den Punkt gebracht: Es wird wärmer

Der Winter verlief bislang deutlich zu mild, doch die kommenden Tage werden noch etwas wärmer und die Prognose der Amerikaner mit einem winterlichen Geplänkel stellen im Vergleich zu den Kontrollläufen einen kalten Ausreißer dar.

Die Kontrollläufe berechnen im Zeitraum vom 7. bis 14. Februar in 1.400 Meter Höhe ein Temperaturspektrum von +4 bis +0 Grad. Damit sind die Kontrollläufe in den letzten 24 Stunden erneut milder geworden. Über tieferen Lagen hat das - je nach Sonnenscheindauer - Temperaturen von +6 bis +12 Grad zur Folge. Weit weg vom Winter und sich dem Frühling annähernd.

Abklingende Niederschlagstätigkeit

Der Trend einer abklingenden Niederschlagstätigkeit hat sich gestern gezeigt und wird heute für den Zeitraum vom 6. bis 14. Februar bestätigt, was die Zonalisierung mit voller Wucht infrage stellt und ein Hoch in diesen Zeitraum über Mitteleuropa zunehmend wahrscheinlicher macht. Deutlicher zeigt sich das im Mittelwert aller Kontrollläufe.

Da ist vorerst keine winterliche Wetterlage zu erkennen
Wetterprognose nach dem Mittelwert aller Kontrollläufe: Da ist vorerst keine winterliche Wetterlage zu erkennen
© www.meteociel.fr

Die Temperaturprognose der Kontrollläufe
Tag Temperatur­spektrum Temperatur­mittelwert
8. Februar +5 bis
+12 Grad
+8 bis
+10 Grad
12. Februar +2 bis
+12 Grad
+6 bis
+8 Grad
17. Februar -3 bis
+16 Grad
+4 bis
+6 Grad
Diagramm Temperaturen Februar 2022
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Februar 2022 von zu kalt, normal, zu warm im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert (1961 bis 1990)

Kurzer Nachtrag von heute Nachmittag

Eine Veränderung hat sich heute Nachmittag in der Form ergeben, dass der Störimpuls, der zum Beginn der zweiten Februar-Dekade berechnet wird, heute Nachmittag nur noch in Teilen erhalten blieb. Mehr wie spekulieren lässt sich darüber nicht. Doch wahrscheinlicher ist eine anhaltende Tiefdruckdynamik, die vom Atlantik aus nach Mitteleuropa geführt wird und so den milden uns abwechslungsreichen Wettercharakter über Deutschland aufrechterhält.

Kein Winterwetter
Wetterprognose nach dem amerikanischen Wettermodell von heute Nachmittag: Kein Winterwetter
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Nächste Aktualisierung

  • 20:15 Uhr: Aktualisierung der Winterprognose an dieser Stelle

Update der Wetterprognose von 20:33 Uhr

Das, was das amerikanische Wettermodell bis zum 12. Februar simuliert, hat wenig bis gar nichts mit dem Winter zu tun. Aufgrund der Tiefdruckdynamik auf dem Atlantik verlagert sich das Azorenhoch in Richtung Europa und lässt die atlantische Frontalzone auflaufen. Was folgt, ist eine südwestlich orientierte Großwetterlage, bei der sich die Temperaturen über Deutschland, Österreich und der Schweiz auf +6 bis +8 Grad einpendeln können. Mit Sonnenschein wären +14 Grad in Betracht zu ziehen.

Störimpuls auf dem Atlantik

Was die Amerikaner im Tagesverlauf beibehalten haben, ist die mögliche Verlagerung des Hochdrucksystems raus auf den Atlantik, das sich dort entweder als Störimpuls, oder als Blockadehoch positionieren kann.

Im Wettertrend von heute Abend zeigt sich einmal die Entwicklung hin zu einem Blockadehoch, was den Winter ab den mittleren Lagen zur Option machen kann. Passt die Hochdruckposition, so wäre auch ein Flachlandwinter zu diskutieren. Es handelt sich um Moment nicht um eine Prognose, sondern um eine Option, die sich in den kommenden Tagen noch unter Beweis stellen lassen muss.

Mit einem Hoch an der richtigen Stelle, kann es mit dem Spätwinter noch was werden
Wetterprognose nach dem amerikanischen Wettermodell: Mit einem Hoch an der richtigen Stelle kann es mit dem Spätwinter noch was werden
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Der Blick auf die Randfaktoren

Grundsätzlich wird der NAO- und der AO-Index positiv bewertet, was - aufgrund der fehlenden Hochdruckblockade auf dem Atlantik - einen Wintereinbruch bis auf das Flachland herab weniger wahrscheinlich macht. Doch im Vergleich zu gestern gab es - ein paar wenige - Varianten, die den Weg in die negative Richtung finden.

Das bleibt also weiter zu beobachten. Der Stratosphärenwirbel indessen bleibt stabil und so ist von oben herab nicht mit Veränderungen oder Störungen zu rechnen.

Die Kontrollläufe bleiben mit einem Mittelwert in 1.400 Meter Höhe von +4 bis -3 Grad grundsätzlich zu warm und an einen Flachlandwinter oder winterlichen Wetterbedingungen bis auf die mittleren Lagen herab ist nicht zu denken. Doch das Grundrauschen auf eine winterliche Option spiegelt sich heute Abend in den Kontrollläufen wider. Abwarten!

Die Kontrollläufe berechnen eine westlich orientierte Großwetterlage mit einer nordwestlichen Ausprägung. Damit es winterlich werden kann, muss sich grundlegend etwas verändern
Wetterprognose nach dem Mittelwert aller Kontrollläufe und eines ausgesuchten Kontrolllaufs: Die Kontrollläufe berechnen eine westlich orientierte Großwetterlage mit einer nordwestlichen Ausprägung. Damit es winterlich werden kann, muss sich grundlegend etwas verändern
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Kein Winterwetter

Geht es nach der Wetterprognose der Europäer von heute Abend, so hat sich nichts verändert.

Das Hoch verlagert sich im Zeitraum vom 7. bis 12. Februar über Mitteleuropa und sorgt so für einen ruhigen, teils sonnigen, milden und trockenen Wettercharakter.

Simuliert werden Temperaturen von +4 bis +8 Grad.

Bis zum Beginn der zweiten Februar-Dekade kann sich kein Winterwetter einstellen
Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Bis zum Beginn der zweiten Februar-Dekade kann sich kein Winterwetter einstellen
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Das Wetter-Jahr 2022 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1991-2020 in Grad Nieder­schlag
Januar 2022 +2,8 +3,3 +1,9 55,3 l/m² - etwas zu trocken
Februar 2022 +4,5 +4,1 +3,0 84 l/m² - zu nass
März 2022 +5,1 +1,6 +0,5 14,4 l/m² - extrem zu trocken
April 2022 +7,8 +0,4 -1,2 55 l/m² - leicht zu trocken
Mai 2022 +14,4 +2,3 +1,3 46 l/m² - erheblich zu trocken
Juni 2022 +18,3 +2,96 +1,96 58 l/m² - extrem trocken
Juli 2022 +19,1 +2,2 +0,8 37,1 l/m² - extrem trocken
August 2021 +16,5 -0,06 -1,4 102 l/m² - zu nass
September 2021 +15,2 +1,8 +1,3 36 l/m² - zu trocken
Oktober 2021 +9,65 +0,6 +0,2 46 l/m² - zu trocken
November 2021 +4,9 +0,9 +0,1 48,9 l/m² - zu trocken
Dezember 2021 +2,6 +1,8 +0,8 62 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2022 +10,3 +2,4 +1,2 355 l/m² - extrem zu trocken
Temperaturabweichung Deutschland 24 Monate - Klimadiagramm

Statistische Wetterwerte für Winter

Der typisch deutsche Winter ist gemäßigt. Seltener sind Extremwetterereignisse zu erwarten. Vielmehr überwiegt von November bis Februar ein nasskalter Wettercharakter, welcher zwischendurch immer wieder von Frost und Schnee unterbrochen werden kann. In Folge des Klimawandels verschiebt sich aber die Schneefallgrenze auf die mittleren Lagen, was die ohnehin schon geringen Chancen für einen Flachlandwinter noch weniger wahrscheinlich macht.

  • Der erste Schnee kommt häufig mit Schneeschauer schon Ende Oktober, was aber noch kein Wintereinbruch ist.
  • Den ersten Anflug von Winterwetter gibt es sehr häufig im Zeitraum zwischen dem 8. und 14. November
  • Ende November wird es wieder wärmer
  • Vom 1.-10. Dezember bleibt das Wetter mit höherer Wahrscheinlichkeit warm
  • Im zweiten Dezember-Drittel folgt Winterwetter - sehr häufig bis Weihnachten
  • Kurz vor Weihnachten folgt mit einer Wahrscheinlichkeit von 78% das Weihnachtstauwetter, welches bis Jahresende anhalten kann
  • Zwischen dem 13. und 24. Januar ist Aufgrund von Kontinentalhochdruck der Hochwinter häufiger möglich
  • Zweite Kältewelle folgt häufig zwischen dem 16. und 25. Februar nach, anschließend wärmeres Wetter
  • Der Februar ist zudem einer der schneereichsten Monate im Winter.
  • Im März klingt dann der Winter aus. Wenn sich aber der Hochwinter Mitte Januar festigen und behaupten kann, steigt die Wahrscheinlichkeit für den sog. Märzwinter an

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