Wetter Winter 2020/2021 - Wetterprognose und Wettervorhersage

Wetter Winter 2020/2021 Wetterprognose vom 24.01.2021 - Die unwetterartige Grenzwetterlage?

Eine teils winterliche Grenzwetterlage im Februar?
Eine teils winterliche Grenzwetterlage im Februar?

Kommt die Grenzwetterlage und verhindert eine durchgreifende Milderung über Deutschland? Spannender geht es nicht mehr und hält die Chancen auf Winterwetter im Februar aufrecht.

Winterlich zeigt sich das Wetter über der Südhälfte noch bis einschließlich Mittwoch. Immer wieder schneit es etwas und oberhalb etwa 200 bis 400 Meter kann sich eine Neuschneedecke ausbilden (Schneeprognose). Etwa nördlich der Linie von Köln und Dresden schwanken die Werte zwischen +1 bis +5 Grad, was für einen mehr nasskalten Wettercharakter sorgt. Mehr dazu: Wetter Januar 2021.

Turbulentes Tauwetter mit Überflutungsgefahr

Ab der Wochenmitte setzt sich vom Atlantik über Süddeutschland eine Milderung durch, was die Temperaturen auf +8 bis +12 Grad ansteigen lassen kann. Ob das auch für den Norden gilt, bleibt abzuwarten, denn wie heute Nachmittag in der Wetterprognose Februar näher erläutert, kommt so langsam eine Grenzwetterlage ins Spiel, die vom amerikanischen Wettermodell heute Abend übernommen wurde. So schwanken die Tageswerte zwischen dem 30. Januar und 1. Februar nördlich der Linie von Köln und Dresden zwischen -2 bis +2 Grad.

Kommen wir zur Überflutungsgefahr, die nach wie vor für die Südhälfte in Betracht gezogen werden muss. Ergiebiger und langanhaltender Dauerregen komplettiert das heftige Tauwetter bis auf die höheren Lagen und so fließt eine Menge Wasser in die Bäche und Flüsse, was zu regionalen Überflutungen führen wird. Entlang der Luftmassengrenze aber wird das Ganze als Schnee niedergehen können. Wo das sein wird, bleibt derzeit noch abzuwarten und hängt noch von vielen Unbekannten ab.

Eine spannende Wetterentwicklung steht ab der Wochenmitte bevor - die Grenzwetterlage
Wetterprognose nach dem amerikanischen Wettermodell: Eine spannende Wetterentwicklung steht ab der Wochenmitte bevor - die Grenzwetterlage
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Die Grenzwetterlage - kommt die oder nicht?

Diese Entwicklung ist eine kleine Überraschung und hat sich vor rund 44 Stunden als erste These und zwischenzeitlich als konkreter Ansatz entwickelt.

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Über dem Norden setzt sich die Milderung nicht durch

Sollte sich die Grenzwetterlage tatsächlich durchsetzen können, so würde die Milderung über dem Norden vorüberziehen, ohne wirkliche Spuren zu hinterlassen. Je nach Lage würde sich auch Dauerfrost einstellen können.

Geht man nach der Wahrscheinlichkeit, so diese eher gering ausgeprägt. Die Variante des amerikanischen Wettermodells gehört im Vergleich zu den Kontrollläufen zu den mit Abstand kältesten Varianten. Der Mittelwert stützt eine durchgreifende Milderung. Anders formuliert ist die Entwicklung der Grenzwetterlage ein sehr interessanter Ansatz, muss aber in den kommenden Tagen näher verifiziert werden.

Die Grenzwetterlage ist plausibel, zeigt sich zum aktuellen Stand aber nur im Ansatz
Wetterprognose nach dem Mittelwert aller Kontrollläufen am 1. Februar: Die Grenzwetterlage ist plausibel, zeigt sich zum aktuellen Stand aber nur im Ansatz
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Wie steht es um den Winter?

Man sieht es schon sehr gut auf der oben stehenden Wetterkarte vom Mittelwert aller Kontrollläufe. Die Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik ist Anfang Februar außerordentlich hoch und ohne Störimpuls wird das nichts mit dem Winter - zumindest nicht über ganz Deutschland.

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Grenzwetterlage bleibt bestehen

Schaut man sich die Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells von heute Abend vom 2. bis 7. Februar an, so wird der nasskalte Wettertrend der letzten Tage gestützt. Über dem Süden setzten sich immer wieder die atlantischen Tiefdrucksysteme mit reichlich Niederschlag und Temperaturen von +4 bis +8 Grad durch. Mancherorts kann es auch bis +12 Grad mild werden.

Anders die Situation über dem Norden. Nach der Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells kann sich die Luftmassengrenze bis zum 8. Februar behaupten und die Tageswerte zwischen dem 4. und 6. Januar auf -1 bis +3 Grad ansteigen und zum 8. Februar auf -4 bis +0 Grad zurückgehen lassen. Eine Milderung sieht anders aus.

Mehr nasskalt als winterlich, doch könnte sich die Grenzwetterlage über dem Norden behaupten
Wetterprognose nach dem amerikanischen Wettermodell: Mehr nasskalt als winterlich, doch könnte sich die Grenzwetterlage über dem Norden behaupten
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Was wäre wenn?

Das Kontinentalhoch weitet sich in der ersten Februar-Dekade weit nach Westen aus und positioniert sich über Skandinavien. Die atlantische Frontalzone unterwandert das Hoch am südlichen Gradienten, was letztlich zu der knappen Kiste führt. Doch einmal angenommen, es kommt - einen Tick - anders. Was würde passieren?

Vollständige Milderung

Bleibt das Hoch etwas östlich, so läuft die atlantische Frontalzone vollständig auf das Hoch auf und mit einer Südwestströmung gelangen Deutschland, Österreich und die Schweiz voll in den Einflussbereich einer milden bis warmen Vorderseitenanströmung. Der Winter hätte im Verlauf der ersten Februar-Dekade kaum eine Chance.

Läuft die atlantische Frontalzone auf das Hoch auf, wird es richtig mild
Wetterprognose nach einzelnem Kontrolllauf: Läuft die atlantische Frontalzone auf das Hoch auf, wird es richtig mild
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Vollwinter über ganz Deutschland

Dehnt sich das Hoch weiter nach Westen in Richtung europäisches Nordmeer und Island aus und geht zudem noch eine Hochdruckverbindung mit dem Azorenhoch ein, so würden Deutschland, Österreich und die Schweiz in eine vollständig und nachhaltig gestörte Zirkulation gelangen. Die Begrifflichkeit des Hochwinters wäre mit einer strammen Ostwetterlage durchaus zutreffend.

Der Hochwinter hat mit einer Hochdruckzone seine Chance
Wetterprognose nach einem einzelnen Kontrolllauf: Der Hochwinter hat mit einer Hochdruckzone seine Chance
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Auf den Punkt gebracht: Polarwirbelsplit?

Man sieht schon anhand der Gegenüberstellung der beiden extremen Varianten, worauf das hinauslaufen wird. Und ja, der Winter über Deutschland hängt maßgeblich von der Entwicklung des Polarwirbels ab. Da gab es in den letzten Tagen unterschiedliche Ansätze, die aber mit einer hohen Wahrscheinlichkeit zu einem Polarwirbelsplit, oder zu einer Verschiebung des Wirbels geführt haben.

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Betrachtet man die Wahrscheinlichkeiten, so liegen diese für einen Polarwirbelsplit bei 53 Prozent und für eine Verschiebung bei 27 Prozent. Ein stabiler Polarwirbel hat eine Wahrscheinlichkeit von 20 Prozent. Und das bringt es erneut auf den Punkt. Der Polarwirbel wird in der ersten Februar-Dekade mit einer höheren Wahrscheinlichkeit instabil bleiben, was auch von einem teils deutlich negativen AO-Index bestätigt wird. Das alleine sagt aber noch nichts über die Chancen auf Winterwetter über Deutschland aus, es besteht einfach nur eine höhere Wahrscheinlichkeit von meridionalen Strömungen und gestörten Zirkulationsmustern.

Der NAO-Index weist im Vergleich zu den letzten 24 Stunden einen leicht negativen Entwicklungstrend auf, was mit der Hochdruckzone zu begründen ist. Doch ist das noch weit von einer letztendlichen Schlussfolgerung entfernt. Nasskalt bleibt das Motto!

Einen nasskalten Wettertrend bestätigen auch die Kontrollläufe. Der Temperaturmittelwert pendelt sich vom 1. Februar bis 8. Februar über ganz Deutschland auf nasskalte +2 bis +4 Grad ein. Das Entwicklungsspektrum der Höhentemperaturen aber schwankt bspw. am 5. Februar zwischen +9 bis -15 Grad. Rein theoretisch ist von Frühling bis Hochwinter alles möglich und nasskalt wahrscheinlich.

Die Temperaturprognose der Kontrollläufe
Tag Temperatur-Spektrum Temperatur-Mittelwert
30. Januar -2 bis
+12 Grad
+3 Grad bis
+6 Grad
3. Februar -3 bis
+11 Grad
+3 bis
+5 Grad
8. Februar -5 bis
+9 Grad
+2 bis
+4 Grad
Diagramm Temperaturen Februar 2021
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Februar 2021 von zu kalt, normal, zu warm im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert (1961 bis 1990)

Noch ein Nachtrag zum Schluss und dreht sich nochmals um die Grenzwetterlage. Nach der Wetterprognose des europäischen Wettermodells dehnt diese sich kurzzeitig zum 29. Januar über dem Süden aus und sorgt in der Höhe für eine kurze Milderung. 12 Stunden später aber zieht der Trog über Deutschland hinweg und sorgt zwischen dem 31. Januar und 1. Februar auch über dem Süden für Dauerfrost. Spannung bereits in der Kurzfristprognose. Soweit der Stand!

Die kalte Luft setzt sich bis über den Süden durch
Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Die kalte Luft setzt sich bis über den Süden durch
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Das Wetter-Jahr 2021 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1991-2020 in Grad Nieder­schlag
Januar 2021 +0,6 +1,1 -0,3 78 l/m² - zu nass
Februar 2021 +1,8 +1,4 +0,3 48 l/m² - leicht zu trocken
März 2020 +5,4 +1,8 +0,2 50 l/m² - zu trocken
April 2020 +10,4 +3,0 +2,0 17 l/m² - zu trocken
Mai 2020 +11,9 -0,2 -1,2 40 l/m² - zu trocken
Juni 2020 +16,8 +1,4 +0,4 90 l/m² - etwas zu nass
Juli 2020 +17,7 +0,74 -0,7 53 l/m² - zu trocken
August 2020 +19,9 +3,4 +2,0 90 l/m² - etwas zu nass
September 2020 +14,8 +1,5 +1,0 50 l/m² - zu trocken
Oktober 2020 +10,2 +1,2 +0,8 79 l/m² - zu nass
November 2020 +6,0 +2,0 +1,1 18,7 l/m² - zu trocken
Dezember 2020 +3,0 +2,2 +1,2 57 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2021 +1,2 +1,3 +0,0 126 l/m² - zu nass

Wetterfakten Winter

Statistische Wetterwerte für Winter

Der typisch deutsche Winter ist gemäßigt. Seltener sind Extremwetterereignisse zu erwarten. Vielmehr überwiegt von November bis Februar ein nasskalter Wettercharakter, welcher zwischendurch immer wieder von Frost und Schnee unterbrochen werden kann. In Folge des Klimawandels verschiebt sich aber die Schneefallgrenze auf die mittleren Lagen, was die ohnehin schon geringen Chancen für einen Flachlandwinter noch weniger wahrscheinlich macht.

  • Der erste Schnee kommt häufig mit Schneeschauer schon Ende Oktober, was aber noch kein Wintereinbruch ist.
  • Den ersten Anflug von Winterwetter gibt es sehr häufig im Zeitraum zwischen dem 8. und 14. November
  • Ende November wird es wieder wärmer
  • Vom 1.-10. Dezember bleibt das Wetter mit höherer Wahrscheinlichkeit warm
  • Im zweiten Dezember-Drittel folgt Winterwetter - sehr häufig bis Weihnachten
  • Kurz vor Weihnachten folgt mit einer Wahrscheinlichkeit von 78% das Weihnachtstauwetter, welches bis Jahresende anhalten kann
  • Zwischen dem 13. und 24. Januar ist Aufgrund von Kontinentalhochdruck der Hochwinter häufiger möglich
  • Zweite Kältewelle folgt häufig zwischen dem 16. und 25. Februar nach, anschließend wärmeres Wetter
  • Der Februar ist zudem einer der schneereichsten Monate im Winter.
  • Im März klingt dann der Winter aus. Wenn sich aber der Hochwinter Mitte Januar festigen und behaupten kann, steigt die Wahrscheinlichkeit für den sog. Märzwinter an

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