Wetter Winter 2020/2021 - Wetterprognose und Wettervorhersage

Wetter Winter 2020/2021 Wetterprognose vom 19.01.2021 - Anhaltende Westwetterlage oder Polarwirbelsplit?

Hat der Winter im Februar eine Chance?
Hat der Winter im Februar eine Chance?

Sturm über Deutschland - Die atlantische Frontalzone meldet sich mit einem turbulenten und zu Unwetter neigenden Wettercharakter zurück. Bleibt das so bis in den Februar hinein?

Starkwindereignisse sind von Dienstag bis einschließlich Freitag über Norddeutschland zu erwarten. Über den Küstenregionen und den exponierten Lagen sind orkanartige Windböen nicht auszuschließen. (Windprognose). Nach Süden schwächt sich der Wind ab, bleibt im Charakter böig und über den höheren Lagen sind stürmische Windböen möglich.

Der Winter grüßt die mittleren Lagen

Der Wind führt aus südlichen Richtungen zunächst sehr milde Luftmassen nach Deutschland, was die Tageswerte über dem Norden und Westen auf +8 bis +12 Grad und unter ganz bestimmten Voraussetzungen auf bis +14 Grad ansteigen lassen kann. Etwas kühler bleibt es mit +2 bis +6 Grad über den Schneeregionen des Südens und Teile des Ostens. Immer wieder ist mit etwas Niederschlag zu rechnen, dessen Schwerpunkt über dem Westen und Norden liegen kann - viel ist generell nicht zu erwarten. Ab dem Wochenende dreht der Wind auf nördliche Richtungen und sorgt mit Temperaturen von -2 bis +6 Grad für einen nasskalten Wettercharakter. Schnee-, Schneeregen- oder Graupelschauer sind möglich und ab den mittleren Lagen - oberhalb etwa 400 bis 600 Meter - kann sich wieder der Winter bemerkbar machen. Mehr dazu: Wetter Januar 2021.

Nach einer milden und stürmischen Januar Woche wird es zum Wochenende spürbar kühler
Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Nach einer milden und stürmischen Januar Woche wird es zum Wochenende spürbar kühler
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Wettervorhersage der Prognose-Modelle: ein Auf und Ab - mehr nasskalt wie Winter

Die Wetterprognosen der Vorhersage-Modelle unterscheiden sich bis zum 29. Januar im Detail zwar stark, doch die Großwetterlage ist klar strukturiert und lässt keine Fragen offen.

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Atlantische Frontalzone

Der nasskalte Wettercharakter mit winterlichen Optionen ab den mittleren Lagen hält sich bis zum 26. Januar. Nachfolgend schwächt sich das Tief über Skandinavien ab und verlagert sich in Richtung Polen. Das Nachfolgetief steht in den Startlöchern und wird zum 27./28. Januar erneut mildere Luftmassen nach Europa führen, was über Deutschland, Österreich und der Schweiz die Tageswerte auf +6 bis +12 Grad ansteigen lassen kann.

Und wieder kühler

Zum 29. Januar verlagert sich das Tief mit viel Wind und einem unbeständigen Wettercharakter zwischen Skandinavien und Deutschland und sorgt mit +0 bis +5 Grad für einen erneuten Temperaturrückgang in den nasskalten Bereich.

Im Großen und Ganzen sind die die Prognosen der Vorhersage-Modelle einig - ein bis Ende Januar über den tieferen Lagen wenig winterlicher Wettercharakter
Wetterprognose nach dem europäischen (li.) und amerikanischen (re.) Wettermodell: Im Großen und Ganzen sind die Prognosen der Vorhersage-Modelle einig - ein bis Ende Januar über den tieferen Lagen wenig winterlicher Wettercharakter
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Und der Winter?

Etabliert sich die Zonalisierung, so hält sich diese mindestens für 7 bis 14 Tage. Beginnend mit dem heutigen Datum könnte man über andere Wetterlagen frühestens ab dem 26. Januar und spätestens Anfang Februar diskutieren. Die Vorhersage-Modelle favorisieren ein für die Westwetterlage typisches Auf und Ab der Temperaturen bis Ende Januar.

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Betrachtet man aber die Möglichkeiten, die dem Winter blieben, so liegen diese allesamt im Polarwirbel und dessen Struktur begründet. Die Zonalisierung muss unterbrochen werden und das gelingt eben mit einem meridionalen oder gestörten Zirkulationsmuster. Zwar führen viele Wege dorthin, doch im zunehmenden Spätwinter wird der Polarwirbel dabei eine gewichtige Rolle spielen.

Schaut man sich die Druckanomalien bis Anfang Februar an, so zeigt sich die gewaltige Hochdruckblase über der Polarregion und immer wieder rückt das - sonst wenig einflussreiche - Hoch über Grönland in den Mittelpunkt. Gleichzeitig zeigt sich die enorme Tiefdruckaktivität zwischen Neufundland und Skandinavien. Deutschland, Österreich und der Schweiz liegen inmitten der Tiefdruckrinne, was eben für den abwechslungsreichen Wettercharakter spricht. Der Winter im Februar aber hat seine Chance einzig und allein in einer möglichen Hochdruckachse zwischen den Azoren und Grönland/Island, bzw. europäisches Nordmeer. Stabilisiert sich hingegen die Hochdruckzone zwischen Sibirien und Kanada, wird der Spätwinter erhebliche Probleme haben um sich über Europa bemerkbar machen zu können.

Die Chancen für den Spätwinter ergeben sich mit einer Achsausbildung des Polarhochs bis nach Grönland, Island oder den Azoren
Die Druckanomalien bis zum 30. Januar: Die Chancen für den Spätwinter ergeben sich mit einer Achsausbildung des Polarhochs bis nach Grönland, Island oder den Azoren
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Was wäre wenn?

Einmal angenommen, dem Polarhoch misslingt die Achsausbildung zwischen Sibirien und Kanada, was wäre möglich? Allen voran ein Polarwirbelsplit der sich in Form eines Blockadehochs auf dem Atlantik bemerkbar macht. Eine weitere Variante wäre ein völlig desolater Polarwirbel mit Splitverhalten zwischen Island und dem Kontinentalhoch, was über Deutschland zu einer vollständig gestörten Zirkulation führen kann. In der dritten Variante schlägt sich das Hoch gleich an drei Seiten durch den Polarwirbel und führt über Europa zu einem mäandrierenden Muster.

Ein Wechselspiel aus milden und nasskalten Temperaturentwicklungen
Wettervorhersage nach dem amerikanischen Wettermodell: ein Wechselspiel aus milden und nasskalten Temperaturentwicklungen
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Polarwirbelsplit möglich?

Ein Anfang Februar instabiler Polarwirbel zeigt sich in den Kontrollläufen mit einer Wahrscheinlichkeit von 65 Prozent. Ein Polarwirbelsplit zeigt sich mit einer Wahrscheinlichkeit von 40 Prozent. Die für Deutschland winterlichen Großwetterlagen haben eine Wahrscheinlichkeit von 30 Prozent. Anders formuliert ist eine Zonalisierung bis in den Februar hinein möglich, darüber hinaus lohnt es sich den Polarwirbel zu beobachten.

Auf den Punkt gebracht: nasskaltes und windiges Schmuddelwetter

Das Fazit der letzten Tage gleicht sich. Bis Anfang Februar wird es einen unbeständigen und phasenweise stark böigen bis stürmischen Wettercharakter geben. Niederschläge sind zunächst zaghaft, mehren sich aber ab dem 24. Januar und lassen die Niederschlagswahrscheinlichkeit über dem Osten auf ein leicht, sonst auf ein mäßig erhöhtes Niveau ansteigen.

Vollwinter wenig wahrscheinlich

Das Temperaturniveau sinkt phasenweise ab und ermöglicht - auch über tieferen Lagen - vom 23. bis 26. Januar Schnee-, Schneeregen- oder Graupelschauer, die in der Nacht auch für die Ausbildung einer Schneedecke sorgen, aber am Tage wieder abtauen kann. Winterliche Wetterverhältnisse sind ab den mittleren Lagen möglich. Ab dem 27. Januar aber zeigt sich in den Kontrollläufen ein wärmer werdender Temperaturtrend, der erst im Februar wieder absinkt. Vollwinter mit Schnee, Eis und Frost bis auf tiefere Lagen ist vorerst nicht zu erwarten. Eher das typische Auf und Ab einer Westwetterlage.

Die Temperaturprognose der Kontrollläufe
Tag Temperatur-Spektrum Temperatur-Mittelwert
25. Januar -3 bis
+5 Grad
-1 Grad bis
+2 Grad
29. Januar -2 bis
+10 Grad
+4 bis
+6 Grad
3. Februar -6 bis
+12 Grad
+2 bis
+4 Grad
Diagramm Temperaturen Februar 2021
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Februar 2021 von zu kalt, normal, zu warm im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert (1961 bis 1990)

Was sich im Tagesverlauf verändert hat und wie sich die Achse innerhalb des Polarwirbels wird entwickeln können, erläutern wir heute Abend gegen 20:15 Uhr an dieser Stelle in einer Aktualisierung der Winterprognose.

Update der Wetterprognose von 20:07 Uhr

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Sowohl der Sturm, als auch die Milderung wird heute Abend im Verlauf der Woche bestätigt. Bestätigt wird aber auch die Abkühlung zum kommenden Wochenende, was bis einschließlich dem 26. Januar (Di.) den Winter wieder bis auf die mittleren Lagen und in den Nächten bis auf die tieferen Lagen absinken lassen kann. Im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert von 1961 bis 1990 handelt es sich nur um eine kurzzeitige Milderung.

Bis Ende Januar setzt sich dann die zweite Welle der Zonalisierung durch und lässt die Werte bis zum 31. Januar auf nasskalte +4 bis +8 Grad ansteigen. Insgesamt betrachtet also ein nasskalter Wettercharakter mit winterlichen Optionen für die mittleren Lagen. Mehr ist für Freunde des Winterwetters bei solch einer Wetterlage auch nicht machbar.

Nasskalt ab dem Wochenende
Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: nasskalt ab dem Wochenende
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Was macht der Polarwirbel?

Die Frage, ob der Winter im Februar noch einmal über Deutschland Fuß fassen kann, lässt sich mit der Entwicklung des Polarwirbels beantworten. Schauen wir zunächst einmal den Mittelwert aller Kontrollläufe für den 3. Februar an. Was als Erstes auffällt, ist das schwachgradientige Muster, was in diesem Fall nicht schwachgradientig ist, sondern dass es genügend andere Varianten gibt, die das Verhältnis zueinander wieder auflösen. Anders ausgedrückt berechnen rund 55 Prozent der Kontrollläufe in etwa diese und in 45 Prozent der Fälle eine andere Variante. Rein nach der Wahrscheinlichkeit aber ist eine Hochdruckzone zwischen Sibirien und Kanada eine relevante Lösung.

Was man sieht ist, dass das Kaltluftpotential nach Kanada transferiert wird und über dem östlichen Kanada auf den Atlantik abtropft. Das Resultat daraus sind auf dem Atlantik kräftige Tiefdrucksysteme, die in Richtung Mitteleuropa ziehen und damit die Westwetterlage wahrscheinlicher macht, als alle andere Varianten.

Eine bis in den Februar hinein dominante Westwetterlage ist plausibel
Wetterprognose nach dem Mittelwert aller Kontrollläufe: Eine bis in den Februar hinein dominante Westwetterlage ist plausibel
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Wie steht es um den Winter?

Interessant aber sind die 45 Prozent, die einen anderen Achsverlauf des Polarhochs berechnen, die interessanterweise - jeweils zu gleichen Teilen - in einem Displacement oder einem Polarwirbelsplit enden. Anders formuliert geht es dem Polarwirbel generell nicht gut und es ist anzunehmen, dass das im Februar nicht mehr besser wird. Varianten, die einen stabilen Polarwirbel simulieren, haben einen Anteil von gerade einmal 20 Prozent. Da ist genug Potential für Unsicherheiten vorhanden.

Vom Displacement bis zum Polarwirbelsplit ist bis Anfang Februar noch alles möglich
Wetterprognose nach den Kontrollläufen: Vom Displacement bis zum Polarwirbelsplit ist bis Anfang Februar noch alles möglich
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Weiteres Warming in Stratosphärenhöhe

Ein Indiz für einen nicht mehr in die Gänge kommenden Polarwirbel sind die Windbewegungen in der Stratosphärenhöhe entlang des 65. Breitengrades. Nach einem Minimum von -100 km/h am 15. Januar pendeln sich die Winde bis zum 25. Januar auf -36 km/h ein, erreichen zum 27. Januar mit +54 km/h ein Maximum und sinken zum 2. Februar auf -14 km/h ab. Nach dem Mittelwert bahnt sich ein zweites Major-Warming in Stratosphärenhöhe an, was man in den kommenden Tagen auf jeden Fall weiter beobachten sollte. Könnte das doch zum einen zu einem Final-Warming und zum anderen den Hochwinter im Februar zum Thema machen.

Zwischen einem kräftigen Warming (li.) und einem Major-Warming (re.)
Wetterprognose Stratosphärenhöhe nach dem amerikanischen Wettermodell und den Kontrollläufen: Zwischen einem kräftigen Warming (li.) und einem Major-Warming (re.)
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Zusammenfassung: Klar ist und bleibt die nasskalte und windige Großwetterlage mit einem Auf und Ab der Temperaturen, was den Winter zum Wochenende kurzzeitig bis auf die mittleren Lagen absinken lassen kann. Der Erhalt der Westwetterlage ist bis in den Februar hinein eine sehr wahrscheinliche Entwicklung, doch ist das Potential einer winterlichen Wetterentwicklung nach wie vor hoch und geht wenn, dann vom Polarwirbel aus.

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Das Wetter-Jahr 2021 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1991-2020 in Grad Nieder­schlag
Januar 2021 +0,6 +1,1 -0,3 78 l/m² - zu nass
Februar 2021 +1,8 +1,4 +0,3 48 l/m² - leicht zu trocken
März 2020 +5,4 +1,8 +0,2 50 l/m² - zu trocken
April 2020 +10,4 +3,0 +2,0 17 l/m² - zu trocken
Mai 2020 +11,9 -0,2 -1,2 40 l/m² - zu trocken
Juni 2020 +16,8 +1,4 +0,4 90 l/m² - etwas zu nass
Juli 2020 +17,7 +0,74 -0,7 53 l/m² - zu trocken
August 2020 +19,9 +3,4 +2,0 90 l/m² - etwas zu nass
September 2020 +14,8 +1,5 +1,0 50 l/m² - zu trocken
Oktober 2020 +10,2 +1,2 +0,8 79 l/m² - zu nass
November 2020 +6,0 +2,0 +1,1 18,7 l/m² - zu trocken
Dezember 2020 +3,0 +2,2 +1,2 57 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2021 +1,2 +1,3 +0,0 126 l/m² - zu nass

Wetterfakten Winter

Statistische Wetterwerte für Winter

Der typisch deutsche Winter ist gemäßigt. Seltener sind Extremwetterereignisse zu erwarten. Vielmehr überwiegt von November bis Februar ein nasskalter Wettercharakter, welcher zwischendurch immer wieder von Frost und Schnee unterbrochen werden kann. In Folge des Klimawandels verschiebt sich aber die Schneefallgrenze auf die mittleren Lagen, was die ohnehin schon geringen Chancen für einen Flachlandwinter noch weniger wahrscheinlich macht.

  • Der erste Schnee kommt häufig mit Schneeschauer schon Ende Oktober, was aber noch kein Wintereinbruch ist.
  • Den ersten Anflug von Winterwetter gibt es sehr häufig im Zeitraum zwischen dem 8. und 14. November
  • Ende November wird es wieder wärmer
  • Vom 1.-10. Dezember bleibt das Wetter mit höherer Wahrscheinlichkeit warm
  • Im zweiten Dezember-Drittel folgt Winterwetter - sehr häufig bis Weihnachten
  • Kurz vor Weihnachten folgt mit einer Wahrscheinlichkeit von 78% das Weihnachtstauwetter, welches bis Jahresende anhalten kann
  • Zwischen dem 13. und 24. Januar ist Aufgrund von Kontinentalhochdruck der Hochwinter häufiger möglich
  • Zweite Kältewelle folgt häufig zwischen dem 16. und 25. Februar nach, anschließend wärmeres Wetter
  • Der Februar ist zudem einer der schneereichsten Monate im Winter.
  • Im März klingt dann der Winter aus. Wenn sich aber der Hochwinter Mitte Januar festigen und behaupten kann, steigt die Wahrscheinlichkeit für den sog. Märzwinter an

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