Wetter Winter 2020/2021 - Wetterprognose und Wettervorhersage

Wetter Winter 2020/2021 Wetterprognose vom 2.12.2020 - Das Kontinentalhoch rückt nicht ab, gestörtes Zirkulationsmuster möglich

Der Wettertrend bleibt nasskalt - doch die Ansätze für den Winter bleiben erhalten
Der Wettertrend bleibt nasskalt - doch die Ansätze für den Winter bleiben erhalten

Matschig und nasskalt über den mittleren Lagen und winterlich über den höheren Lagen. Der Winter hat im Dezember bislang mehr zu bieten, als in den Dezembermonaten der letzten neun Jahre. Welches Potential steckt noch im Winter bis vor Weihnachten?

Zwischen England und Frankreich trogt ein Tiefdrucksystem nach Süden aus und beeinflusst phasenweise das Wetter über Deutschland.

Der Wettercharakter ist bis zum Wochenende als ruhig zu bewerten. Dichte Nebel- und Hochnebelfelder, gepaart mit starker Bewölkung sorgen für trübe Dezember-Tage. Örtlich ist auch mit etwas Sonnenschein zu rechnen. Die Temperaturen erreichen Werte von +2 bis +6 Grad und können über dem Süden - über Schnee und bei Dauernebel - mit -2 bis +2 Grad kühler ausfallen. Ganz über dem Osten sind bis +10 Grad möglich. Spannend wird es dann Freitag und Samstag, wenn der Trog mit seiner Vorderseite gegen die Alpen klatscht. Über den Alpen sind innerhalb kurzer Zeit bis 150 cm Neuschnee möglich und sollte das Niederschlagsfeld die Alpen überqueren können, so wird es am Samstag über Süddeutschland die spannende Frage gestellt: Dauerregen oder Dauerschneefall? Mehr dazu in der aktuellen Wettervorhersage zum Wetter Dezember 2020.

Nasskaltes Dezemberwetter, doch die Alpen versinken im Schnee
Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Nasskaltes Dezemberwetter, doch die Alpen versinken im Schnee
© www.meteociel.fr

Wetterprognose der Vorhersage-Modelle: Zwischen Nordwest- und Ostwetterlage

Seit Tagen schon berechnen die Wettervorhersagen der Prognose-Modelle zwei wahrscheinliche Entwicklungen der Großwetterlage. Initial folgt der Trogwetterlage die nasskalte Nordwestströmung nach. Richtig warm wird es in der ersten Dezember-Dekade nicht mehr und so verläuft der Dezember 2020 komplett anders als in den letzten neun Jahren. Eine Zonalisierung - also die Westwetterlage - ist im aktuellen Wettertrend der Vorhersage-Modelle nach wie vor nicht zu erkennen.

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Aus Nordwest wird Ost?

Die Schlüsselszene spielt sich um den 10. Dezember herum ab. Gelingt es dem Tiefdrucksystem einen Ableger über die Mittelmeerregion zu positionieren, so wird zum einen das Potential der Nordwest- oder Trogwetterlage aufrechterhalten. Gewinnt das Mittelmeertief zudem noch an Dynamik, so ergibt sich über Skandinavien ein größerer Spielraum für das Kontinentalhoch. Im Verbund der beiden Wettersysteme dreht die Grundströmung auf östliche Richtungen. Der meridional ausgerichteten Strömung folgt die gestörte Zirkulation und dann wird es vor und über Weihnachten 2020 richtig spannend (Mehr dazu heute Abend).

Vieles möglich

Der Wettertrend der beiden Prognose-Modelle lässt vieles an Entwicklungen zu - nur die Westwetterlage ist und bleibt wenig wahrscheinlich. Deutlicher wird das Potential, wenn man die beiden Prognosen zum 12. Dezember gegenüberstellt.

Nasskalt Nordwest ist sehr wahrscheinlich - die Ostwetterlage hat Potential
Wetterprognose nach dem europäischen (li.) und dem amerikanischen (re.) Wettermodell: Nasskalt Nordwest ist sehr wahrscheinlich - die Ostwetterlage hat Potential
© www.meteociel.fr

Winterliche zweite Dezember-Dekade?

Das kann nur unter zwei Bedingungen funktionieren. Entweder das Kontinentalhoch dehnt sich in Richtung Skandinavien aus und initialisiert eine Ostwetterlage (wenig Niederschlag, zunehmend winterlich kalt), oder die Lücke zwischen den beiden Hochdrucksystemen des Azoren- und des Kontinentalhochs wird aufrechterhalten. Zumindest wird das Potential einer weiteren Trogwetterlage - mit Winterwetter ab den mittleren Lagen - ermöglicht.

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Schaut man sich die oben stehenden Wetterkarten noch einmal genauer an, so erkennt man einen unruhigen Polarwirbel, der nach dem amerikanischen Wettermodell erhebliche Störungen aufweist (negativer AO-Index). Das kann - unter Umständen - der Impulsgeber für eine winterliche zweite Dezember-Dekade sein. Abwarten.

Nur im Ansatz winterlich - Kippmuster nicht außer Acht lassen

Die atlantische Frontalzone wird zum Beginn der zweiten Dezember-Dekade weit nach Süden gedrückt und so sind neben winterlichen Entwicklungen auch warme Varianten nicht auszuschließen. Warme Varianten sind bspw. dann möglich, wenn das Azorenhoch noch weiter nach Norden ausweicht und seine Achse zu den Azoren nicht aufrechterhalten und die atlantische Frontalzone sich bis über die Azoren ausdehnen kann. Mit Hilfe des Kontinentalhochs werden die Tiefdruckgebiete Island und Skandinavien blockiert und führen auf ihrer Vorderseite warme Luftmassen nach Deutschland, Österreich und die Schweiz. Trotz des Umbaus der Großwetterlage zeigt sich das Strömungsmuster weiterhin gestört. Auffällig ist das Hoch über Grönland - sehr interessant!

Aus dem Ansatz der Ost- folgt die warme Südwestwetterlage. Aufgrund der hohen Dynamik aber immer von kurzer Dauer
Wetterprognose nach dem amerikanischen Wettermodell: Aus dem Ansatz der Ost- (li.) folgt die warme Südwestwetterlage (re.). Aufgrund der hohen Dynamik aber immer von kurzer Dauer
© www.meteociel.fr

Auf den Punkt gebracht: Der Wettertrend bleibt nasskalt

Gegenüber den letzten Tagen hat sich in der Wetterprognose wenig verändert. Der zu Grunde liegende Trend bleibt von nasskalten Temperaturwerten von +0 bis +6 Grad geprägt, was für den Dezember die typischen Werte sind. Optional ergeben sich auch winterliche Varianten, die im Vergleich zu den warmen Entwicklungen zahlreicher vertreten sind.

Amerikanisches Vorhersage-Modell zu warm

Die Kontrollläufe stützen den vom 6. bis 17. Dezember nasskalten Temperaturtrend. Im Vergleich zum Hauptlauf der Amerikaner fällt auf, dass dieser deutlich zu warm berechnet wird. In den kommenden Stunden ist mit weiteren Veränderungen zu rechnen. Es spiegelt aber sehr gut wider, worin das Potential der Wetterentwicklung liegt. Für Freunde des Winterwetters war es schon lange nicht mehr so spannend!

Die Temperaturprognose der Kontrollläufe
Tag Temperatur-Spektrum Temperatur-Mittelwert
8. Dezember -1 bis
+6 Grad
+1 Grad bis
+4 Grad
12. Dezember -1 bis
+7 Grad
+0 bis
+3 Grad
17. Dezember -3 bis
+10 Grad
+1 bis
+3 Grad
Diagramm Temperaturen Dezember 2020
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Dezember 2020 von zu kalt, normal, zu warm

Wie sich das Wetter bis und auch über Weihnachten entwickeln kann und was sich im Laufe des Tages an der Wetterprognose verändert hat, erläutern wir heute Abend gegen 20:00 Uhr in einer Aktualisierung der Wetterprognose zum Wetter Weihnachten 2020.

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Das Wetter-Jahr 2020 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1981-2010 in Grad Nieder­schlag
Januar 2020 +3,2 +3,8 +2,9 45 l/m² - zu trocken
Februar 2020 +5,3 +4,9 +4,3 125 l/m² - zu nass
März 2020 +5,4 +1,8 +1,0 50 l/m² - zu trocken
April 2020 +10,4 +3,0 +2,2 17 l/m² - zu trocken
Mai 2020 +11,9 -0,2 -1,1 40 l/m² - zu trocken
Juni 2020 +16,8 +1,4 +1,1 90 l/m² - etwas zu nass
Juli 2020 +17,7 +0,74 -0,3 53 l/m² - zu trocken
August 2020 +19,9 +3,4 +2,4 90 l/m² - etwas zu nass
September 2020 +14,8 +1,5 +1,3 50 l/m² - zu trocken
Oktober 2020 +10,2 +1,2 +1,0 79 l/m² - zu nass
November 2020 +6,0 +2,0 +1,6 18,7 l/m² - zu trocken
Dezember 2020 +3,0 +2,2 +1,8 57 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2020 +10,4 +2,2 +1,5 710 l/m² - zu trocken

Wetterfakten Winter

Statistische Wetterwerte für Winter

Der typisch deutsche Winter ist gemäßigt. Seltener sind Extremwetterereignisse zu erwarten. Vielmehr überwiegt von November bis Februar ein nasskalter Wettercharakter, welcher zwischendurch immer wieder von Frost und Schnee unterbrochen werden kann. In Folge des Klimawandels verschiebt sich aber die Schneefallgrenze auf die mittleren Lagen, was die ohnehin schon geringen Chancen für einen Flachlandwinter noch weniger wahrscheinlich macht.

  • Der erste Schnee kommt häufig mit Schneeschauer schon Ende Oktober, was aber noch kein Wintereinbruch ist.
  • Den ersten Anflug von Winterwetter gibt es sehr häufig im Zeitraum zwischen dem 8. und 14. November
  • Ende November wird es wieder wärmer
  • Vom 1.-10. Dezember bleibt das Wetter mit höherer Wahrscheinlichkeit warm
  • Im zweiten Dezember-Drittel folgt Winterwetter - sehr häufig bis Weihnachten
  • Kurz vor Weihnachten folgt mit einer Wahrscheinlichkeit von 78% das Weihnachtstauwetter, welches bis Jahresende anhalten kann
  • Zwischen dem 13. und 24. Januar ist Aufgrund von Kontinentalhochdruck der Hochwinter häufiger möglich
  • Zweite Kältewelle folgt häufig zwischen dem 16. und 25. Februar nach, anschließend wärmeres Wetter
  • Der Februar ist zudem einer der schneereichsten Monate im Winter.
  • Im März klingt dann der Winter aus. Wenn sich aber der Hochwinter Mitte Januar festigen und behaupten kann, steigt die Wahrscheinlichkeit für den sog. Märzwinter an

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