Wetter Winter 2020/2021 - Wetterprognose und Wettervorhersage

Wetter Winter 2020/2021 Wetterprognose vom 28.11.2020 - Ab den mittleren Lagen zunehmend winterlich

Der Winter macht sich bemerkbar © M. Bloch
Der Winter macht sich bemerkbar © M. Bloch

Der Winter versucht sich in den ersten Dezember-Tagen mit Schnee, Eis und Frost über Deutschland festzusetzen. Das gelingt aber nur zum Teil. Für Winterfans aber stehen spannende Zeiten bevor.

Schneefall wird in den ersten Dezember-Tagen zu erwarten sein. Im Schwerpunkt zeichnet sich nach der Schneeprognose etwa südlich der Linie vom Schwarzwald und Berlin ab den mittleren Lagen (400 bis 600 Meter) eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für die Ausbildung einer Schneedecke ab.

Zwar können die Tageswerte bis zum 3. Dezember über dem Süden in den Dauerfrostbereich absinken, doch verbreitet erreichen die Temperaturen mit +0 bis +5 Grad und an den Küsten örtlich bis +7 Grad nicht winterliche, sondern nasskalte Werte - exakt so ist auch der Wettercharakter einzustufen: nasskalt. Mehr dazu in der aktuellen Wettervorhersage zum Wetter Dezember 2020.

Schneefall mit Ausbildung einer Schneedecke ist in den ersten Dezember-Tagen ab den mittleren Lagen möglich
Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Schneefall mit Ausbildung einer Schneedecke ist in den ersten Dezember-Tagen ab den mittleren Lagen möglich
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Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Kein Winter

Die Frage, die sich stellt - stabilisiert sich der Trog und wenn der Trog kommt, sorgt er auch für winterliche Wetterverhältnisse? Denn ein Trog hat nicht nur kaltes Wetter zur Folge, sondern kann in falscher Position warme Luftmassen zuführen (Rück-, oder Vorderseite des Troges).

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Mit der ersten Dezember-Dekade befindet sich das Wetter zudem noch in einem Zeitraum des Frühwinters - also eher der nasskalten Witterung. Da muss vieles passen, damit der Winter Einzug halten kann. Ein Trog Mitteleuropa wäre eine Möglichkeit.

Rasch milder

Dass es aber auch anders verlaufen kann, als gedacht oder gewünscht, zeigt die Wetterprognose des europäischen Wettermodells. Der Trog geht ab dem 5./6. Dezember (Sa., So. - Nikolaus) zwischen England, Spanien und Frankreich westlich von Deutschland nieder. Deutschland, Österreich und die Schweiz gelangen somit auf die warme, bzw. milde Vorderseitenanströmung des Troges. Die Temperaturen erreichen vom 5. bis 7. Dezember Werte von +2 bis +6 Grad und über den östlichen Regionen wären Werte von über +10 Grad möglich. Es kommt eben auf die Position an.

Die Chancen für den Winter

Aber auch wenn der Trog westlich von Deutschland niedergehen und damit den ersten Wintereinbruch vereiteln sollte, so ist der Winter in der zweiten Dezember-Dekade nicht chancenlos. Der Trog tropft über die Mittelmeerregion ab und lässt dem Kontinentalhoch mehr Raum, sich über Skandinavien auszudehnen. Das Hoch wird durch das Tief über der Mittelmeerregion unterwandert und es stellt sich nachfolgend eine kühle bis winterlich kalte Ostwetterlage ein. Abwarten!

Der Trog geht über dem westlichen Europa nieder (li) und vereitelt den Wintereinbruch, doch nachfolgend stellt sich eine Wetterlage ein, die den Winter in der zweiten Dezember-Dekade nach Deutschland führen kann (re.)
Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Der Trog geht über dem westlichen Europa nieder (li.) und vereitelt den Wintereinbruch, doch nachfolgend stellt sich eine Wetterlage ein, die den Winter in der zweiten Dezember-Dekade nach Deutschland führen kann (re.)
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Wetterprognose nach dem amerikanischen Wettermodell: Nasskalt bis winterlich

Interessant ist, dass die Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells eine sehr ähnliche Großwetterlage berechnet, was die Eintreffwahrscheinlichkeit der Nordwestwetterlage mit optionaler Trogausbildung grundsätzlich stützt.

Der Trog geht jedoch im Unterschied zu den Europäern weiter östlich - und damit über Deutschland nieder. Weder das Kontinental-, noch das Azorenhoch greifen entsprechend ein und so verweilt das Tiefdruckzentrum über der Mittelmeerregion. Dieses Mittelmeertief agiert als Ansaugmotor der kalten Luftmassen, die - je nach Position - aus östlichen, nordöstlichen oder auch nördlichen Richtungen nach Deutschland geführt werden können.

Es reicht noch nicht ganz für den Flachlandwinter

Der November war überall deutlich zu warm und so gibt es auch noch nicht die wirklich kalten Luftmassen über Europa. Woher also sollen die Kaltluftmassen kommen? Und so müssen diese erst einmal produziert werden. Die Ostwetterlage, oder der Trog Mitteleuropa ist da ein guter Anfang, doch betrachtet man die Temperaturentwicklung realistisch, so sind im Zeitraum vom 5. bis 13. Dezember über tieferen Lagen Tageswerte von +2 bis +6 Grad zu erwarten - nasskalt eben.

Über dem Süden und den mittleren Lagen winterlich

Anders sieht die Situation über dem Süden und dort im Schwerpunkt über Baden-Württemberg und Bayern aus. Dort - kann - die Ausbildung der Schneedecke für einen Abstrahlungseffekt sorgen und auch am Tage die Werte nur an, bzw. knapp über die Null-Grad-Marke ansteigen lassen. Gleiches gilt für Lagen oberhalb etwa 500 Meter. Anders formuliert hat der Süden gute Chancen, den Winter zu Gesicht zu bekommen. Der Wettertrend aber ist als nasskalt einzustufen.

Der Trog geht östlicher und damit über Deutschland nieder - neben nasskalten, sind auch winterliche Witterungsabschnitte möglich
Wetterprognose nach dem amerikanischen Wettermodell: Der Trog geht östlicher und damit über Deutschland nieder - neben nasskalten, sind auch winterliche Witterungsabschnitte möglich
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Auf den Punkt gebracht: Die Amerikaner sind zu kalt

Hinsichtlich einer winterlichen Wetterlage sollte man eine gewisse Skepsis walten lassen. Ja, die Nordwestwetterlage mit Ausbildung eines Troges ist sehr wahrscheinlich, doch die Nordwestwetterlage ist für nasskaltes und nicht für winterliches Wetter verantwortlich und bei dem Trog kommt es sehr auf die Position an.

Zunehmend winterlich ab den mittleren Lagen

Sehr zur Freude der Winterliebhaber wird sich keine Westwetterlage einstellen können. Zudem agiert das Azoren- und das Kontinentalhoch immer wieder als Störimpuls, was mehr für die gestörte Zirkulation, bzw. das meridional verlaufende Strömungsmuster spricht. Im Resümee ist das Dezember-Wetter ausgesprochen normal zu bewerten - und das ist in Zeiten des Klimawandels bemerkenswert!

Das wird auch von den Kontrollläufen so gestützt. Im direkten Vergleich aber fällt auf, dass die Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells erneut die deutlich zu kalten Varianten berechnet. Da ist Spielraum vorhanden, wenngleich deutlich zu warme Varianten kaum eine Rolle spielen.

Die Temperaturprognose der Kontrollläufe
Tag Temperatur-Spektrum Temperatur-Mittelwert
4. Dezember -2 bis
+6 Grad
+1 Grad bis
+3 Grad
8. Dezember -1 bis
+8 Grad
+2 bis
+4 Grad
13. Dezember -1 bis
+11 Grad
+2 bis
+4 Grad
Diagramm Temperaturen Dezember 2020
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Dezember 2020 von zu kalt, normal, zu warm

Möglicherweise steht ein Wetterereignis bevor, was es in den letzten neun Jahren in der ersten Dezember-Dekade nicht mehr gegeben hat. Man darf gespannt sein, oder der Nikolaus auf dem Schlitten daher kommen muss. Was sich im Laufe des Tages an der Wetterprognose verändert hat, erläutern wir in einer Aktualisierung der Winterprognose gegen 20:00 Uhr an dieser Stelle.

Update der Wetterprognose von 20:12 Uhr

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Winter oder nasskalt? Viele E-Mails haben uns heute erreicht, was denn am Winter dran ist - kommt er oder kommt er nicht? Die Antwort auf diese Frage ist leider nicht so einfach und muss differenziert werden. Über tieferen Lagen, sowie nördlich der Linie von Köln und Berlin wird es mit einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit nicht zu winterlichen Wettereignissen kommen. Weiter nach Süden sieht die Situation anders aus. Über tieferen Lagen ist auch dort mit einem nasskalten Wettercharakter zu rechnen, doch kann sich dort die eine oder andere Schneeflocke untermischen.

Ab den mittleren Lagen winterlich

Oberhalb etwa 400 bis 600 Meter gehen die Niederschläge zunehmend in Schnee über und oberhalb etwa 500 bis 700 Meter ist mit der Ausbildung einer Schneedecke zu rechnen. Die kommende Großwetterlage hat ein hohes Potential zu einer nasskalten bis winterlichen Entwicklung! Mehr dazu in der aktuellen Schneeprognose.

Wie knifflig aber die kommende Wetterentwicklung ist, zeigt sich anhand der abendlichen Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells, die im Vergleich zu den Kontrollläufen weiterhin zu den mit Abstand kältesten Varianten zählt. Sie zeigt aber auch, woran es ankommen wird.

Aus einer Nordwestwetterlage wird eine Trogwetterlage mit Zentrum über Mitteleuropa. Die Höhentemperaturen in ca. 1.400 Meter schwanken zwischen -6 bis -3 Grad. Ab rund -3 Grad hält der Winter oberhalb etwa 500 Meter Einzug. Ab -5 Grad schneit es bis auf tiefere Lagen herab und zwischen -5 bis -7 Grad bleibt der Schnee über tieferen Lagen liegen. In der tabellarischen Übersicht zur Berechnung der Schneefallgrenze, kann man selbst nachschlagen, wie weit die Schneefallgrenze absinken wird.

Das Spektrum der Höhentemperaturen wabert also in einem nasskalten Spektrum und nach der Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells ändert sich daran bis zum Ende der ersten Dezember-Dekade wenig!

Trog Mitteleuropa mit einer nasskalten und ab den mittleren Lagen winterlichen Witterung
Wetterprognose nach dem amerikanischen Wettermodell: Trog Mitteleuropa mit einer nasskalten und ab den mittleren Lagen winterlichen Witterung
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Die vollständig gestörte Zirkulation

Die Amerikaner aber legen heute Abend noch eine Schippe darauf. Grundsätzlich ändert sich bis zum 14. Dezember über Deutschland an der nasskalten Witterung nichts. Was sich ändert, ist die Großwetterlage - und das nicht unerheblich. Das Azorenhoch strebt weit nach Norden auf und wird über Grönland wetterwirksam. Bis zum 14. Dezember wird eine Hochdruckverbindung bis nach Alaska aufgebaut.

Polarwirbelsplit

Das Hoch strebt komplett durch den Polarwirbel hindurch und teilt ihn zur Monatsmitte in zwei Hälften. Mit der Dipolausbildung ist ein Polarwirbelsplit zu diskutieren, was für den weiteren Verlauf des Winters und für das Wetter an Weihnachten interessant sein dürfte. Das aber ist nur ein Ausblick auf das, was möglich ist - ob es so kommt, steht auf einem anderen Blatt Papier.

Der erste Polarwirbelsplit der Wintersaison 2020/21?
Wettervorhersage des amerikanischen Wettermodells: der erste Polarwirbelsplit der Wintersaison 2020/21?
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Die Randfaktoren

Der NAO-Index wird vom 1. bis 10. Dezember neutral und nachfolgend leicht negativ bewertet. Das spricht für die nasskalte Nordwestwetterlage. Die Optionen für einen Wintereinbruch bis auf tiefere Lagen herab bleiben in der zweiten Dezember-Dekade erhalten.

Interessant aber ist der AO-Index, der heute Abend ab dem 2. Dezember - teils deutlich - negativ - berechnet wird. Anders formuliert wird der Polarwirbel Stabilitätsprobleme bekommen. Insofern ist die Wettervorhersage des amerikanischen Wettermodells eine logische - aber nicht Schlussendliche - Konsequenz daraus.

Schneeprognose

Betrachtet man die Wahrscheinlichkeiten für Schneefall am 6. Dezember (Nikolaus), so liegen diese in den abendlichen Wetterprognosen über dem Norden zwischen 0 und 10 Prozent und südlich einer Linie von Münster und Hamburg bei 30 bis 70 Prozent. Erneut hat es in den letzten 24 Stunden eine Verschiebung zugunsten des Schneefalls gegeben. Am 14. Dezember liegt die Wahrscheinlichkeit für Schneefall nördlich der Linie von Münster und Berlin zwischen 0 und 15 Prozent und weiter nach Süden zwischen 40 und 75 Prozent.

Temperaturprognose

Die Wahrscheinlichkeit für Dauerfrost liegt am 6. Dezember über tieferen Lagen zwischen 0 und 10 Prozent. Oberhalb etwa 700 Meter steigt die Dauerfrostwahrscheinlichkeit auf 40 bis 60 Prozent an. Am 14. Dezember liegt die Wahrscheinlichkeit über dem Norden zwischen 0 und 10 Prozent und südlich der Linie vom Saarland und Berlin zwischen 20 und 40 Prozent. Die Wahrscheinlichkeit für nasskalte Temperaturwerte liegt zwischen 80 und 95 Prozent - zu warmes Winterwetter ist auch heute Abend nicht zu erkennen.

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Das Wetter-Jahr 2020 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1981-2010 in Grad Nieder­schlag
Januar 2020 +3,2 +3,8 +2,9 45 l/m² - zu trocken
Februar 2020 +5,3 +4,9 +4,3 125 l/m² - zu nass
März 2020 +5,4 +1,8 +1,0 50 l/m² - zu trocken
April 2020 +10,4 +3,0 +2,2 17 l/m² - zu trocken
Mai 2020 +11,9 -0,2 -1,1 40 l/m² - zu trocken
Juni 2020 +16,8 +1,4 +1,1 90 l/m² - etwas zu nass
Juli 2020 +17,7 +0,74 -0,3 53 l/m² - zu trocken
August 2020 +19,9 +3,4 +2,4 90 l/m² - etwas zu nass
September 2020 +14,8 +1,5 +1,3 50 l/m² - zu trocken
Oktober 2020 +10,2 +1,2 +1,0 79 l/m² - zu nass
November 2020 +6,0 +2,0 +1,6 18,7 l/m² - zu trocken
Dezember 2020 +3,0 +2,2 +1,8 57 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2020 +10,4 +2,2 +1,5 710 l/m² - zu trocken

Wetterfakten Winter

Statistische Wetterwerte für Winter

Der typisch deutsche Winter ist gemäßigt. Seltener sind Extremwetterereignisse zu erwarten. Vielmehr überwiegt von November bis Februar ein nasskalter Wettercharakter, welcher zwischendurch immer wieder von Frost und Schnee unterbrochen werden kann. In Folge des Klimawandels verschiebt sich aber die Schneefallgrenze auf die mittleren Lagen, was die ohnehin schon geringen Chancen für einen Flachlandwinter noch weniger wahrscheinlich macht.

  • Der erste Schnee kommt häufig mit Schneeschauer schon Ende Oktober, was aber noch kein Wintereinbruch ist.
  • Den ersten Anflug von Winterwetter gibt es sehr häufig im Zeitraum zwischen dem 8. und 14. November
  • Ende November wird es wieder wärmer
  • Vom 1.-10. Dezember bleibt das Wetter mit höherer Wahrscheinlichkeit warm
  • Im zweiten Dezember-Drittel folgt Winterwetter - sehr häufig bis Weihnachten
  • Kurz vor Weihnachten folgt mit einer Wahrscheinlichkeit von 78% das Weihnachtstauwetter, welches bis Jahresende anhalten kann
  • Zwischen dem 13. und 24. Januar ist Aufgrund von Kontinentalhochdruck der Hochwinter häufiger möglich
  • Zweite Kältewelle folgt häufig zwischen dem 16. und 25. Februar nach, anschließend wärmeres Wetter
  • Der Februar ist zudem einer der schneereichsten Monate im Winter.
  • Im März klingt dann der Winter aus. Wenn sich aber der Hochwinter Mitte Januar festigen und behaupten kann, steigt die Wahrscheinlichkeit für den sog. Märzwinter an

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