Wetter Winter 2020/2021 - Wetterprognose und Wettervorhersage

Wetter Winter 2020/2021 Wetterprognose vom 27.11.2020 - Steht die kälteste erste Dezember-Dekade der letzten neun Jahre bevor?

Zwischen nasskalt und Winterwetter - auf die Höhenlage kommt es an
Zwischen nasskalt und Winterwetter - auf die Höhenlage kommt es an

Schnee, Eis und Frost? Die aktuellen Wetterprognosen weisen noch Differenzen aus, doch der Wettertrend ist klar umrissen und eröffnet dem Winter Chancen, die es letztmalig vor neun Jahren gegeben hat.

Kalte Luftmassen werden zum Wochenende aus östlichen Richtungen nach Deutschland geführt, was die Tageswerte - verbreitet - unter die +5 Grad-Marke absinken lässt. Über den Regionen mit Dauernebel pendeln sich die Werte um die +0 Grad-Marke ein.

In den ersten Dezember-Tagen tropft ein Tiefdrucksystem über Deutschland nach Süden ab und führt neben Wolken auch etwas Niederschlag über Deutschland hinweg. Ob der Niederschlag als Regen oder als Schnee niedergehen wird, ist zum aktuellen Stand noch nicht klar. Entscheidend sind die Positionen der Systeme zueinander und hier differenzieren die Wetterprognosen der Vorhersage-Modelle noch etwas. Mehr dazu in der aktuellen Wettervorhersage zum Wetter Dezember 2020.

Ob Schneefall mit winterlichen Straßenverhältnissen bevorsteht, hängt von den Positionen der Wettersysteme zueinander ab
Wetterprognose nach dem europäischen (li.) und amerikanischen (re.) Wettermodell: Ob Schneefall mit winterlichen Straßenverhältnissen bevorstehen, hängt von den Positionen der Wettersysteme zueinander ab
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Mild, nasskalt oder winterlich

Wie wir vor ein paar Tagen schon einmal geschrieben haben, ist Anfang Dezember alles möglich. Betrachtet man ausschließlich die Wetterprognose des europäischen Wettermodells, so werden am 3. Dezember (Fr.) Tageshöchstwerte von +0 bis +5 Grad berechnet. Dazu gibt es immer wieder Niederschlag, der bis auf 300 Meter herab als Schnee niedergehen und oberhalb etwa 500 Meter für die Ausbildung einer Schneedecke sorgen kann.

Betrachtet man die Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells, so kippt die Hochdruckachse nach Osten ab und drückt den Trogansatz über das östliche Europa. Die Tageshöchstwerte liegen über Norddeutschland zwischen +6 bis +11 Grad und über dem Süden +0 bis +5 Grad. Die Niederschlagsneigung ist schwach ausgeprägt.

Die Schneeprognose - Winterwetter ist möglich

Für die tieferen Lagen werden die ersten Dezember-Tage zu einer nasskalten Angelegenheit. Schaut man sich aber die Schneeprognose bis zum 6. Dezember (Nikolaus) an, so erkennt man über den östlichen und im Schwerpunkt über den südlichen Landesteilen eine erhöhte Wahrscheinlichkeit zur Ausbildung einer Schneedecke. Für Freunde des Winterwetters werden die kommenden Tage spannend werden und wer jetzt noch keine Winterreifen montiert hat, sollte sich vielleicht am Wochenende Gedanken darüber machen.

Da prallen zwei Schwergewichte aufeinander - über Deutschland ist bis zum 7. Dezember mancherorts mit winterlichen Verhältnissen zu rechnen
Wetterprognose nach dem europäischen (li.) und amerikanischen (re.) Wettermodell: Da prallen zwei Schwergewichte aufeinander - über Deutschland ist bis zum 7. Dezember mancherorts mit winterlichen Verhältnissen zu rechnen
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Wettervorhersage nach dem europäischen Wettermodell: Tief gegen Hoch und Deutschland mittendrin

Die Lücke bleibt nach der Wetterprognose des europäischen Wettermodells bis zum 7. Dezember bestehen. Die atlantische Frontalzone aber rückt von Island und Richtung England und Skandinavien vor und versucht sich an einer Zonalisierung.

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Das Kontinentalhoch hält dagegen

Das Kontinentalhoch dehnt sich bis zum 7. Dezember über Skandinavien aus und erreicht über Moskau einen Kerndruck von bis zu 1050 hPa - das ist schon eine Hausnummer.

Das Aufeinanderprallen

Und so stehen sich die beiden Wettersysteme zum 7. Dezember gegenüber. Deutschland, Österreich und die Schweiz liegen exakt zwischen den Fronten in einem weitgehend gradientenschwachen Wetterumfeld. Ob sich letztlich das Hoch oder das Tief durchsetzen wird, lässt sich zum derzeitigen Stand noch nicht abschätzen. Wahrscheinlich aber ist, dass sich der nasskalte Wettercharakter bis zum 7. Dezember wird behaupten können.

Dauerfrost und etwas Schneefall

Dauerfrost ist über dem Süden und Osten möglich, während es über dem Westen und Norden mit +0 bis +5 Grad mehr in die nasskalte Richtung geht. Gelegentlicher Niederschlag ist nicht auszuschließen, der über dem Süden teils bis auf tiefere Lagen als Schnee niedergehen kann.

Wetterprognose nach dem amerikanischen Wettermodell: Die Zonalisierung - aber nur im Ansatz

Eine Besonderheit weisen die Vorhersage-Modelle im Vergleich zu den letzten Jahren schon jetzt auf. Die Zonalisierung setzt sich nicht mit brachialer Gewalt durch, sondern wird jeweils nur in Ansatz simuliert und im weiteren Verlauf rasch verworfen.

Deutlicher zeigt das heute die Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells. Die atlantische Frontalzone formiert sich zwischen dem 8. und 10. Dezember im Bereich von Neufundland, Island und dem nördlichen Skandinavien. Das Azorenhoch flacht ab und das Kontinentalhoch zieht sich zurück. Die Zonalisierung beginnt.

Meridionales Strömungsmuster möglich

Doch sorgt das Azorenhoch zum 10. Dezember mit einem nach Norden aufstrebenden Keil für einen Störimpuls. Die atlantische Frontalzone hat sich bis zum 10. Dezember mit einem Kerndruck von bis 960 hPa über das europäische Nordmeer verlagert und mit dem Impuls des Azorenhochs tropft das gesamte Tiefdrucksystem - über Mitteleuropa - nach Süden ab. Das ist die seit Tagen viel besprochene Nordwest- bis Trogwetterlage.

Erst nasskalt, dann winterlich?

Das Temperaturspektrum schwankt vom 6. bis 8. Dezember zwischen +0 bis +4 Grad und hin und wieder ist etwas Niederschlag möglich. Teils als Schnee, teils aber auch als Schneeregen oder Regen. Mit der beginnenden Zonalisierung wird es nach der Wettervorhersage des amerikanischen Wettermodells vom 9. bis 11. Dezember mit Werten von +4 bis +8 Grad milder, bevor es mit dem Trog zum 12. Dezember mit Werten von -1 bis +3 Grad spürbar kälter wird.

Die Zonalisierung zeigt sich nur im Ansatz (li.). Letztlich setzt sich ein meridionales Strömungsmuster durch (re.) und schafft für den Winter optimale Bedingungen
Wetterprognose nach dem amerikanischen Wettermodell: Die Zonalisierung zeigt sich nur im Ansatz (li.). Letztlich setzt sich ein meridionales Strömungsmuster durch (re.) und schafft für den Winter optimale Voraussetzungen
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Auf den Punkt gebracht: Winter oder nicht Winter?

Die erste Dezember-Dekade wird im Vergleich zu den letzten neun Jahren definitiv nicht zu den wärmsten gehören. Die Kontrollläufe stützen ein weitgehend normalen Temperaturverlauf, der sich gegenüber dem vieljährigen Mittelwert nur wenig unterscheidet. Im Trend aber ist der Temperaturverlauf leicht negativ zu bewerten. Anders formuliert könnte die kälteste erste Dezember-Dekade der letzten neun Jahren bevorstehen!

Leicht ansteigender Niederschlagstrend

Bis zum 6. Dezember ist - mit Ausnahme vom 2. Dezember - mit einem weitgehend trockenen Wettercharakter zu rechnen. Darüber hinaus steigt das Niederschlagspotential etwas an und wird zur zweiten Dezember-Dekade nennenswert. In Verbindung mit dem überwiegend nasskalten Temperaturcharakter könnte sich in Lagen oberhalb etwa 300 bis 600 Meter eine ordentliche Schneedecke ausbilden.

Die Temperaturprognose der Kontrollläufe
Tag Temperatur-Spektrum Temperatur-Mittelwert
3. Dezember -2 bis
+10 Grad
+2 Grad bis
+5 Grad
7. Dezember -4 bis
+6 Grad
+0 bis
+3 Grad
12. Dezember -2 bis
+11 Grad
+2 bis
+5 Grad
Diagramm Temperaturen Dezember 2020
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Dezember 2020 von zu kalt, normal, zu warm

Vieles deutet heute auf ein Wetterablauf hin, der in der ersten Dezember-Dekade typisch nasskalt verlaufen und über den mittleren Lagen für die erste Schneedecke der Wintersaison 2020/21 sorgen kann. Spannend in jeder Hinsicht. Was sich im Laufe des Tages an der Wetterprognose verändert hat, erläutern wir in einer Aktualisierung der Winterprognose gegen 20:00 Uhr an dieser Stelle.

Update der Wetterprognose von 20:00 Uhr

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Im Tagesverlauf gab es kaum Veränderungen in den Wetterprognosen der Vorhersage-Modelle. Der Wettertrend zwischen einer Nordwest- und Trogwetterlage bleibt bestehen.

Nasskalt mit winterlichen Ambitionen ab den mittleren Lagen

Das Temperaturspektrum pendelt sich in der ersten Dezember-Dekade auf +0 bis +5 Grad ein, wobei es in der Nähe der Küstenregionen mit bis +7 Grad milder bleiben kann. Der Grund hierfür ist die warme Nord- und Ostsee.

Anders die Situation ab Höhenlagen zwischen 400 und 600 Meter. Dort schwankt das Temperaturspektrum um die +0 Grad Marke herum, was die Niederschläge zunehmend in Schnee übergehen lassen kann. Auch ist über diesen Regionen mit der Ausbildung einer Schneedecke zu rechnen. Der grundsätzlich nasskalte Wettertrend mit einem ab den mittleren Lagen winterlichen Charakter wurde bestätigt. Mehr dazu in der aktuellen Schneeprognose.

Eine zonale Westwetterlage ist weiterhin nicht zu erkennen. Nasskalt ist der Trend mit winterlichen Ambitionen ab den mittleren Lagen
Die Niederschlagsprognose nach dem amerikanischen Wettermodell: Eine zonale Westwetterlage ist weiterhin nicht zu erkennen. Nasskalt ist der Trend mit winterlichen Ambitionen ab den mittleren Lagen
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Wintereinbruch zur zweiten Dezember-Dekade?

Ja und nein. Der aktuelle Wettertrend der Kontrollläufe ist und bleibt - auch für die zweite Dezember-Dekade - von einer nasskalten Witterung geprägt. Oberhalb etwa 500 bis 700 Meter kann es nach dem Mittelwert der Kontrollläufe zunehmend winterlich werden. Der Grund ist das Azorenhoch, welches auf dem Atlantik immer wieder als Störimpuls nach Norden aufkeilt und damit über Mitteleuropa eine Lücke in der Hochdruckzone zum Kontinentalhoch provoziert. Die atlantische Frontalzone nutzt die Gelegenheit aus und stößt aus nordwestlichen Richtungen kommend in diese Lücke vor. Das ist im Vergleich zu den letzten Dezember-Monaten ein gravierender Unterschied!

Die Nordwestwetterlage mit trogähnlichen Ansätzen bleibt auch in der zweiten Dezember-Dekade eine wahrscheinliche Wetterentwicklung
Die Niederschlagsprognose nach dem Mittelwert aller Kontrollläufe: Die Nordwestwetterlage mit trogähnlichen Ansätzen bleibt auch in der zweiten Dezember-Dekade eine wahrscheinliche Wetterentwicklung
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Amerikanisches Wettermodell zu kalt

Im direkten Vergleich zu den Kontrollläufen bildet der Hauptlauf der Amerikaner die kälteste Variante ab. Insgesamt aber ist der Temperaturcharakter der Kontrollläufe heute Abend etwas kälter geworden und schwankt mit seinem Mittelwert in 1.400 Meter Höhe zwischen -2 bis -3 Grad. Damit es auch über tieferen Lagen winterlich werden kann, wird i.d.R. eine Höhentemperatur von -5 Grad benötigt.

Die Randfaktoren

Der NAO-Index - der das Verhältnis von Azorenhoch zu Islandtief abbildet - wird bis zum 19. Dezember neutral und im Trend leicht negativ bewerten. Das spricht für die Nordwestwetterlage, die im Wettertrend zur Austrogung über Mitteleuropa neigt.

Der AO-Index, der vereinfacht ausgedrückt die Stabilität des Polarwirbels widerspiegelt, wird vom 1. Dezember an neutral bis negativ und ab dem 8. Dezember leicht positiv bewertet.

Schneeprognose

Betrachtet man die Wahrscheinlichkeiten für Schneefall am 5. Dezember, so liegen diese in den abendlichen Wetterprognosen über dem Norden zwischen 0 und 10 Prozent und südlich einer Linie von Münster und Hamburg bei 20 bis 50 Prozent. Da hat es in den letzten 24 Stunden eine klare Verschiebung zugunsten des Schneefalls gegeben. Am 13. Dezember liegt die Wahrscheinlichkeit für Schneefall nördlich der Linie von Münster und Berlin zwischen 0 und 15 Prozent und weiter nach Süden zwischen 40 und 75 Prozent.

Temperaturprognose

Die Wahrscheinlichkeit für Dauerfrost liegt am 5. Dezember über tieferen Lagen zwischen 0 und 10 Prozent. Oberhalb etwa 700 Meter steigt die Dauerfrostwahrscheinlichkeit auf 40 bis 60 Prozent an. Am 13. Dezember liegt die Wahrscheinlichkeit zwischen 0 und 10 Prozent und über höheren Lagen zwischen 20 und 40 Prozent. Das ist kein klares Signal für Winterwetter und spricht für nasskalte Verhältnisse. Diese haben im Übrigen am 13. Dezember eine Wahrscheinlichkeit von 70 bis 95 Prozent - das ist ein klares Signal! Zu warmes Winterwetter ist nicht zu erkennen.

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Das Wetter-Jahr 2020 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1981-2010 in Grad Nieder­schlag
Januar 2020 +3,2 +3,8 +2,9 45 l/m² - zu trocken
Februar 2020 +5,3 +4,9 +4,3 125 l/m² - zu nass
März 2020 +5,4 +1,8 +1,0 50 l/m² - zu trocken
April 2020 +10,4 +3,0 +2,2 17 l/m² - zu trocken
Mai 2020 +11,9 -0,2 -1,1 40 l/m² - zu trocken
Juni 2020 +16,8 +1,4 +1,1 90 l/m² - etwas zu nass
Juli 2020 +17,7 +0,74 -0,3 53 l/m² - zu trocken
August 2020 +19,9 +3,4 +2,4 90 l/m² - etwas zu nass
September 2020 +14,8 +1,5 +1,3 50 l/m² - zu trocken
Oktober 2020 +10,2 +1,2 +1,0 79 l/m² - zu nass
November 2020 +6,0 +2,0 +1,6 18,7 l/m² - zu trocken
Dezember 2020 +3,0 +2,2 +1,8 57 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2020 +10,4 +2,2 +1,5 710 l/m² - zu trocken

Wetterfakten Winter

Statistische Wetterwerte für Winter

Der typisch deutsche Winter ist gemäßigt. Seltener sind Extremwetterereignisse zu erwarten. Vielmehr überwiegt von November bis Februar ein nasskalter Wettercharakter, welcher zwischendurch immer wieder von Frost und Schnee unterbrochen werden kann. In Folge des Klimawandels verschiebt sich aber die Schneefallgrenze auf die mittleren Lagen, was die ohnehin schon geringen Chancen für einen Flachlandwinter noch weniger wahrscheinlich macht.

  • Der erste Schnee kommt häufig mit Schneeschauer schon Ende Oktober, was aber noch kein Wintereinbruch ist.
  • Den ersten Anflug von Winterwetter gibt es sehr häufig im Zeitraum zwischen dem 8. und 14. November
  • Ende November wird es wieder wärmer
  • Vom 1.-10. Dezember bleibt das Wetter mit höherer Wahrscheinlichkeit warm
  • Im zweiten Dezember-Drittel folgt Winterwetter - sehr häufig bis Weihnachten
  • Kurz vor Weihnachten folgt mit einer Wahrscheinlichkeit von 78% das Weihnachtstauwetter, welches bis Jahresende anhalten kann
  • Zwischen dem 13. und 24. Januar ist Aufgrund von Kontinentalhochdruck der Hochwinter häufiger möglich
  • Zweite Kältewelle folgt häufig zwischen dem 16. und 25. Februar nach, anschließend wärmeres Wetter
  • Der Februar ist zudem einer der schneereichsten Monate im Winter.
  • Im März klingt dann der Winter aus. Wenn sich aber der Hochwinter Mitte Januar festigen und behaupten kann, steigt die Wahrscheinlichkeit für den sog. Märzwinter an

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