Wetter Winter 2020/2021 - Wetterprognose und Wettervorhersage

Wetter Winter 2020/2021 Wetterprognose vom 26.11.2020 - Kommt der Nikolaus auf dem Schlitten daher?

Der Winter bleibt an den mittleren Lagen optional
Der Winter bleibt an den mittleren Lagen optional

Winterwetter mit Schnee? In der ersten Dezember-Dekade zeichnet sich ein ganz vorsichtiger Wintertrend ab - doch wie nachhaltig ist dieser?

Winterlich können die ersten Tage im Dezember oberhalb etwa 300 Meter verlaufen. Der Wind dreht von östlichen auf nördliche Richtungen und in Verbindung mit einem schwachen Kaltlufttropfen werden kalte Luftmassen nach Deutschland geführt. Die Temperaturen sinken auf +2 bis +6 Grad ab und können über dem Süden und Osten im Bereich von +0 bis +4 Grad liegen. Oberhalb etwa 500 Meter ist Dauerfrost möglich.

Insbesondere zum 2. Dezember (Mi.) wird der Kaltlufttropfen wetteraktiv und kann für etwas Niederschlag sorgen, der oberhalb etwa 300 Meter südlich der Linie von Köln und Dresden für Schneefall und für die Ausbildung einer Schneedecke sorgen kann. Es wird langsam winterlich. Mehr dazu in der aktuellen Wettervorhersage zum Wetter Dezember 2020 und in der Schneeprognose.

Ein Kaltlufttropfen kann in den ersten Dezember-Tagen über manchen Regionen für winterliche Wetterverhältnisse sorgen
Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Ein Kaltlufttropfen kann in den ersten Dezember-Tagen über manchen Regionen für winterliche Wetterverhältnisse sorgen
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Wettervorhersage nach dem europäischen Wettermodell: der kalte oder der warme Trog?

Man erkennt es schon an der Struktur der obenstehenden Wetterkarte. Der Kaltlufttropfen geht in die atlantische Frontalzone über und das gesamte System neigt dazu, ab dem 4. Dezember über dem Atlantik nach Süden auszutrogen. Das ist für den Winter eine suboptimale Position, da Deutschland, Österreich und die Schweiz auf die mildere Vorderseitenanströmung des Troges gelangen.

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Nicht winterlich - aber Potential ist vorhanden

Ein winterliches Spektakel ist nach der Wetterprognose des europäischen Wettermodells nur vorübergehend. Liegen die Tageswerte am 3. Dezember noch zwischen +0 bis +5 Grad, so sind es am 5. Dezember (Sa.) schon +4 bis +8 Grad. Eine mögliche Schneedecke würde sich unterhalb etwa 700 Meter verflüssigen können.

Und wie steht es um das winterliche Potential?

Schaut man sich aber die Struktur der Großwetterlage an, so strebt das Azorenhoch auf dem Atlantik nach Norden - in Richtung Grönland - auf und blockiert die atlantische Frontalzone - nachhaltig. Der Kaltluftzustrom über dem östlichen Kanada spielt dann erst einmal keine Rolle mehr. Entscheidend, ob der Trog über West- oder doch über Mitteleuropa niedergeht, ist das Kontinentalhoch. Das Hoch bestimmt letztlich den Spielraum des Troges und das letzte Wort ist noch nicht gesprochen. Eine Westwetterlage aber ist bis zum 6. Dezember (Nikolaus) so gut wie vom Tisch!

Die Position des Troges entscheidet über den Winter in der ersten Dezember-Dekade
Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Die Position des Troges entscheidet über den Winter in der ersten Dezember-Dekade
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Wetterprognose nach dem amerikanischen Wettermodell: Nicht mild - Winter möglich

Die Struktur der kommenden Wetterlage ist knifflig und lässt mehrere Optionen zu. Eine im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert deutlich zu warme Variante ist nicht dabei!

Die Schlüsselrolle kommt dem Azorenhoch zu. Das wölbt sich Anfang Dezember nach Norden auf und blockiert die atlantische Frontalzone. Die Tiefdrucksysteme tropfen noch vor Mitteleuropa nach Süden ab, doch mit Hilfe des Kaltlufttropfens gelangen Deutschland, Österreich und die Schweiz nur bedingt in die milde Vorderseitenanströmung. Die Temperaturen erreichen bspw. im Zeitraum vom 4. bis 6. Dezember (Nikolaus) kaum mehr als +0 bis +5 Grad und die Niederschlagsneigung ist als gering einzustufen. Eine richtige Einwinterung ist nicht zu erwarten. Vielmehr nasskaltes Wetter über tieferen mit winterlichen Ambitionen ab den mittleren Lagen.

Zwischen Nordwestwetterlage und Trog über Deutschland

Das Azorenhoch bleibt nach der Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells bis zum 12. Dezember als Störimpuls auf dem Atlantik präsent. Die Tiefdrucksysteme tropfen am östlichen Gradienten nach Süden ab und sorgen über Deutschland für eine nordwestliche Grundströmung mit der Tendenz zum Trog.

Winterwetter und Dauerfrost nicht abwegig

Sollte sich die Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells exakt so einstellen, so wäre über tieferen Lagen am Tage mit Werten zwischen +0 bis +5 Grad zu rechnen. Oberhalb etwa 500 Meter stellt sich Dauerfrost ein. Hin und wieder ziehen Wolken- und Niederschlagsfelder über Deutschland hinweg, die für zeitweilige Niederschläge gut sein können. Schneefall ist bis auf tiefere Lagen herab möglich und die Ausbildung einer Schneedecke oberhalb etwa 300 Meter ist denkbar.

Zwischen einer Nordwestwetterlage und einem Trog über Deutschland - Das Potential winterlicher Wettererscheinungen steigt in der ersten Dezember-Dekade an
Wetterprognose nach dem amerikanischen Wettermodell: Zwischen einer Nordwestwetterlage und einem Trog über Deutschland - Das Potential winterlicher Wettererscheinungen steigt in der ersten Dezember-Dekade an
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Auf den Punkt gebracht: Wann kommt Schnee?

Diese Frage kann heute mit einer hohen Wahrscheinlichkeit beantwortet werden. Die Chancen, dass es bis auf tiefere Lagen herab Schneeflocken zu bestaunen gibt, sind hoch. Die Möglichkeit zur Ausbildung einer Schneedecke aber bleibt den mittleren Lagen vorbehalten.

Nasskalter Wettertrend

Daran hat sich in den letzten Tagen wenig verändert. Das Temperaturniveau bleibt in der ersten Dezember-Dekade positiv und Dauerfrost wird sich erst ab den höheren mittleren Lagen einstellen können und so ist in Summe der Temperaturcharakter wenig winterlich und ist im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert von 1961 bis 1990 leicht zu mild.

Im Vergleich zu den Kontrollläufen ist die Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells vom 1. bis 6. Dezember absolut identisch mit dem Mittelwert, bildet darüber hinaus aber das zu kalte Spektrum ab - ist also ein kalter Ausreißer.

Wenig Niederschlag

Die Kontrollläufe stützen eine vom 1. bis 6. Dezember weitgehend trockene Periode, mit der Ausnahme um den 2. Dezember herum. Darüber hinaus ist die Niederschlagsprognose nur leicht erhöht. Flächendeckender und länger andauernder Niederschlag ist nicht zu erwarten. Vielmehr wird der Niederschlag in Schauerform zu erwarten sein.

Die Temperaturprognose der Kontrollläufe
Tag Temperatur-Spektrum Temperatur-Mittelwert
2. Dezember -1 bis
+9 Grad
+2 bis
+5 Grad
6. Dezember -2 bis
+7 Grad
+1 bis
+3 Grad
11. Dezember -2 bis
+8 Grad
+2 bis
+5 Grad
Diagramm Temperaturen Dezember 2020
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Dezember 2020 von zu kalt, normal, zu warm

Beim Wetter ist nach einen enorm warmen und extrem trockenen November im Dezember vieles möglich. Was sich im Laufe des Tages in der Wetterprognose verändert hat, erläutern heute Abend gegen 20:00 Uhr an dieser Stelle in einer Aktualisierung der Winterprognose.

Update der Wetterprognose von 20:10 Uhr

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Tiefwinterliche oder extrem warme Wetterverhältnisse wurden im Tagesverlauf nicht berechnet. Vielmehr spielt sich alles im Rahmen dessen ab, was für den Dezember typisch ist. Was aber auffällig ist, ist das Festhalten der Prognose.-Modellen an den Trog-, bzw. den Nordwestvarianten. Ein Durchgreifen der atlantische Frontalzone ist nicht in Sicht und das ist eine - für alle die sich den Winter wünschen - gute Nachricht.

Nasskalt mit winterlichen Ambitionen

Warum das eine gute Nachricht ist? Das erste Dezember-Drittel hat insgesamt gesehen eine hohe Wahrscheinlichkeit normal auszufallen und das ist - im Rückblick auf die letzten 9 Jahre - bemerkenswert. Die Zonalisierung wird weitgehend verhindert und der Trog könnte der Wegbereiter für einen ersten - nennenswerten . Wintereinbruch in der zweiten Dezember-Dekade sein.

Amerikanisches Wettermodell aus der Spur!

Das war schon heute Morgen und heute Nachmittag der Fall und bestätigte sich heute Abend. Die Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells bildet mit einem Trogansatz die kälteste Variante in den Kontrollläufen ab und bleibt somit ein kalter Ausreißer. Die Kontrollläufe selbst aber bestätigen einen gemäßigten Temperaturtrend und die deutlich zu warmen Varianten sucht man vergebens. Blickt man auf den Mittelwert aller Kontrollläufe wird auch klar, warum das der Fall ist.

Die Lücke zwischen dem Azoren- und dem Kontinentalhoch wird bis zum 11. Dezember nicht geschlossen und so ergeben sich die Optionen für die Nordwest- bis Trogwetterlage. Nasskalte Temperaturwerte mit winterlichen Optionen ab den mittleren Lagen haben gute Chancen. Schaut man sich die Schneeprognose bis zum 6. Dezember (Nikolaus) an, so stehen über dem Süden und Osten die Chancen für die Ausbildung einer Schneedecke nicht schlecht.

Nordwest- bis Trogwetterlage. Nasskalt über tieferen und winterlich ab den mittleren Lagen
Die Niederschlagsprognose nach dem Mittelwert aller Kontrollläufe: Nordwest- bis Trogwetterlage. Nasskalt über tieferen und winterlich ab den mittleren Lagen
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Das Winter-Setup - was macht der Polarwirbel?

Man kann anhand der Grundströmung innerhalb des Polarwirbels schon frühzeitig erkennen, ob ein generell milder Winter oder ein Winter mit Überraschungspotential bevorstehen wird. Worauf man achten muss, ist die Ausbildung eines Hochdrucksystems zwischen Sibirien und dem westlichen Kanada.

Kommt die Hochdruckzone schon im Dezember zustande und stabilisiert sich zudem noch, so ist von einem milden bis warmen Winter auszugehen. Warum? Das Hoch befördert durch seine Drehrichtung im Uhrzeigersinn kalte Luftmassen über das östliche Kanada, die bis über Neufundland nach Süden ausströmen und die atlantische Frontalzone bei Island befeuern, was bereits über weite Strecken im November der Fall war. Greift nun kein Störimpuls ein, stabilisiert sich das System über den Dezember hinweg und es entsteht eine bemerkenswerte Erhaltungsneigung.

Der Aktuelle Zustand

Der Ansatz zum Aufbau dieser Hochdruckzone war in den letzten Tagen immer wieder zu beobachten. Es blieb aber bei einem Ansatz. Heute Abend erkennt man in den Druckanomalien, dass die Hochdruckzone vorerst nicht zustande kommt. Stattdessen verlagert sich das Tiefdruckzentrum über Island und dehnt sich über die Barentssee bis über die Karasee aus. Alles in allem sind das für den Winter gute Voraussetzungen.

Die Hochdruckzone zwischen Sibirien und dem westlichen Kanada wird angedeutet (li.), dann aber verworfen (re.)
Die Hochdruckzone zwischen Sibirien und dem westlichen Kanada wird angedeutet (li.), dann aber verworfen (re.) © climatereanalyzer.org

Der Winter bekommt seine Chancen

Sowohl der NAO-, als auch AO-Index haben ab dem 1. Dezember kaum mehr positive Bewertungen. Der Mittelwert zeigt sich neutral (Nordwestwetterlage) und zeigt im Trend eine negative Entwicklung, was letztlich zum Trog führen kann. Ob der Trog dann für Winterwetter oder für eine milde Vorderseitenanströmung sorgen wird, steht dann auf einem anderen Blatt. Anders formuliert bestätigt der überwiegend neutrale Trend der beiden Index-Werte eine nur geringe Eintreffwahrscheinlichkeit einer Westwetterlage.

Schneeprognose

Betrachtet man die Wahrscheinlichkeiten für Schneefall am 4. Dezember, so liegen diese in den abendlichen Wetterprognosen zwischen 0 bis 10 Prozent und am 10. Dezember über dem Norden zwischen 0 bis 15 Prozent und südlich einer Linie von Köln und Dresden zwischen 35 bis 70 Prozent .

Temperaturprognose

Die Wahrscheinlichkeit für Dauerfrost liegt am 4. Dezember zwischen 0 und 10 Prozent und am 10. Dezember zwischen 15 bis 30 Prozent. Die Wahrscheinlichkeit für nasskalte Werte liegt am 10. Dezember zwischen 60 bis 90 Prozent. Das ist doch eine Ansage! Was etwas Sorgen bereitet, ist der Blick auf die Niederschlagsprognose, die bis zum 6. Dezember schwach und darüber hinaus nur mäßig ausgeprägt ist.

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Das Wetter-Jahr 2020 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1981-2010 in Grad Nieder­schlag
Januar 2020 +3,2 +3,8 +2,9 45 l/m² - zu trocken
Februar 2020 +5,3 +4,9 +4,3 125 l/m² - zu nass
März 2020 +5,4 +1,8 +1,0 50 l/m² - zu trocken
April 2020 +10,4 +3,0 +2,2 17 l/m² - zu trocken
Mai 2020 +11,9 -0,2 -1,1 40 l/m² - zu trocken
Juni 2020 +16,8 +1,4 +1,1 90 l/m² - etwas zu nass
Juli 2020 +17,7 +0,74 -0,3 53 l/m² - zu trocken
August 2020 +19,9 +3,4 +2,4 90 l/m² - etwas zu nass
September 2020 +14,8 +1,5 +1,3 50 l/m² - zu trocken
Oktober 2020 +10,2 +1,2 +1,0 79 l/m² - zu nass
November 2020 +6,0 +2,0 +1,6 18,7 l/m² - zu trocken
Dezember 2020 +3,0 +2,2 +1,8 57 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2020 +10,4 +2,2 +1,5 710 l/m² - zu trocken

Wetterfakten Winter

Statistische Wetterwerte für Winter

Der typisch deutsche Winter ist gemäßigt. Seltener sind Extremwetterereignisse zu erwarten. Vielmehr überwiegt von November bis Februar ein nasskalter Wettercharakter, welcher zwischendurch immer wieder von Frost und Schnee unterbrochen werden kann. In Folge des Klimawandels verschiebt sich aber die Schneefallgrenze auf die mittleren Lagen, was die ohnehin schon geringen Chancen für einen Flachlandwinter noch weniger wahrscheinlich macht.

  • Der erste Schnee kommt häufig mit Schneeschauer schon Ende Oktober, was aber noch kein Wintereinbruch ist.
  • Den ersten Anflug von Winterwetter gibt es sehr häufig im Zeitraum zwischen dem 8. und 14. November
  • Ende November wird es wieder wärmer
  • Vom 1.-10. Dezember bleibt das Wetter mit höherer Wahrscheinlichkeit warm
  • Im zweiten Dezember-Drittel folgt Winterwetter - sehr häufig bis Weihnachten
  • Kurz vor Weihnachten folgt mit einer Wahrscheinlichkeit von 78% das Weihnachtstauwetter, welches bis Jahresende anhalten kann
  • Zwischen dem 13. und 24. Januar ist Aufgrund von Kontinentalhochdruck der Hochwinter häufiger möglich
  • Zweite Kältewelle folgt häufig zwischen dem 16. und 25. Februar nach, anschließend wärmeres Wetter
  • Der Februar ist zudem einer der schneereichsten Monate im Winter.
  • Im März klingt dann der Winter aus. Wenn sich aber der Hochwinter Mitte Januar festigen und behaupten kann, steigt die Wahrscheinlichkeit für den sog. Märzwinter an

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