Wetter Winter 2020/2021 - Wetterprognose und Wettervorhersage

Wetter Winter 2020/2021 Wetterprognose vom 25.11.2020 - Ein nasskalter Wettertrend

Nasskaltes Winterwetter
Nasskaltes Winterwetter

Schneefall Anfang Dezember ist möglich - doch ob das auch zu einem Wintereinbruch führt, bleibt abzuwarten - wie stehen die Chancen auf Schnee, Eis und Dauerfrost und was sagt die Wetterprognose des Langfristmodells über den Winter 2020/2021?

Kommt der Winter bis zum Nikolaus, oder wird nur eine winterliche Wetterlage angetäuscht und kippt in letzter Sekunde in eine nasskalte Wetterlage um? So oder so - ein richtig warmer Start in den Dezember 2020 ist nicht zu erwarten. Ab dem Wochenende setzt mit einer hohen Wahrscheinlichkeit eine östliche Grundströmung ein, was die Temperaturen am Tage auf +0 bis +5 Grad und in den Nächten auf -4 bis +2 Grad absinken lassen kann. Bei Dauernebel ist Dauerfrost möglich.

Insgesamt aber entspricht der Temperaturtrend dem, was für die erste Dezember-Dekade typisch ist. Daran hat sich in den letzten Tagen kaum etwas verändert und wird von den Kontrollläufen gestützt. Normal bedeutet in diesem Fall nasskalt mit ersten winterlichen Wettererscheinungen ab den mittleren Lagen. Mehr dazu in der aktuellen Wettervorhersage zum Wetter Dezember 2020.

Winterliche Wettererscheinungen sind ab den mittleren Lagen in den ersten Dezember-Tagen möglich
Wetterprognose nach dem amerikanischen Wettermodell: Winterliche Wettererscheinungen sind ab den mittleren Lagen in den ersten Dezember-Tagen möglich
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Winter?

Ja, die obenstehende Wetterkarte hat schon etwas für sich, doch was fehlt ist die - wirklich - kalte Luft. Wo soll diese herkommen? Über dem Osten war der November viel zu warm, das Hoch blockt den Kaltluftzustrom aus nördlichen Richtungen ab und auf dem Atlantik trogt ein Tiefdrucksystem nach Süden aus. Mehr wie eine nasskalte Witterung mit winterlichen Optionen ab den mittleren Lagen wird dabei nicht herausspringen. Das aber ist - im Vergleich zu den letzten Jahren - für den Winter schon ein gewaltiger Fortschritt und in Zeiten des Klimawandels etwas Bemerkenswertes.

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Normal: nasskalt

Nasskalt bedeutet in diesem Fall, dass sich das Temperaturspektrum im Verlauf der ersten Dezember-Dekade auf +2 bis +6 Grad und phasenweise bis +8 Grad einpendelt. In den Nächten ist mit Frost zu rechnen. Anders formuliert - nicht winterlich!

Wie steht es um das winterliche Potential?

Abseits von dem, was wahrscheinlich ist, zeigt sich ein Strömungsmuster was durchaus Potential für winterliche Wetterlagen hat. Sowohl die Kontrollläufe, als auch die Wettervorhersagen der Wettermodelle schwanken zwischen einer Nordwest- und einer Trogwetterlage. Damit wird sich die klassische Westwetterlage in der ersten Dezember-Dekade nicht durchsetzen können - und auch das ist im Vergleich zu den letzten Jahren bemerkenswert. Immer wieder pfuscht das Hoch der atlantischen Frontalzone ins Handwerk, was eine stringent verlaufende Westwetterlage verhindert.

Die Zonalisierung versucht sich bis zum Nikolaustag (6. Dezember) durchzusetzen, doch das Hoch spielt da nicht mit - Nasskalt Nordwest ist Trumpf
Wetterprognose nach dem amerikanischen Wettermodell: Die Zonalisierung versucht sich bis zum Nikolaustag (6. Dezember) durchzusetzen, doch das Hoch spielt da nicht mit - Nasskalt Nordwest ist Trumpf
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Trog Mitteleuropa?

Möchte man etwas spekulieren, so deutet sich in der oben gezeigten Wetterkarte eine Lücke zwischen dem Azoren- und dem Kontinentalhoch an. Im konkreten Fall wird das darüber entscheiden, ob der erste - nennenswerte - Wintereinbruch - in der zweiten Dezember-Dekade möglich sein wird - oder eben auch nicht.

Die Wetterprognosen von heute Nachmittag und heute Abend stützen die Trogwetterlage - zumindest im Ansatz. Vergleicht man die Variante des amerikanischen Wettermodells von heute Abend mit dem Mittelwert der Kontrollläufe, so wird deutlich ersichtlich, dass die Trogwetterlage nur angetäuscht und letztlich in einer Nordwestwetterlage endet.

Sowohl der Mittelwert der Kontrollläufe (li.), wie auch die Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells (re.) stimmen in einer nordwestlichen Grundströmung überein
Sowohl der Mittelwert der Kontrollläufe (li.), wie auch die Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells (re.) stimmen in einer nordwestlichen Grundströmung überein
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Die Randfaktoren

Damit sich eine nasskalte Nordwestwetterlage einstellen kann, müsste der NAO-Index auf eine neutrale Basis absinken, für eine winterliche Trogwetterlage würde ein negativer NAO-Index sprechen. Zum aktuellen Stand schwankt der NAO-Index vom 1. bis 9. Dezember zwischen neutralen und negativen Bedingungen. Positive Varianten sind kaum vertreten. Das spricht für ein sich nach Norden aufwölbendes Azorenhoch.

Dem AO-Index ergeht es ähnlich. Ab dem 1. Dezember zeigen sich neutrale bis negative Bedingungen. Das alles sind - für Freunde des Winterwetters gute Aussichten, wenngleich das nicht mit Winterwetter gleichzusetzen ist - es kann aber durchaus als Vorbereitungsphase für einen winterlichen Abschnitt in der zweiten Dezember-Dekade bewertet werden.

Interessant ist auch, dass die Variante mit dem beginnenden Minor-Warming in Stratosphärenhöhe noch nicht verworfen wurde. Ist zwar zum aktuellen Stand absolut nebensächlich, aber es lohnt sich in den kommenden Tagen aber immer wieder einmal darauf einen Blick zu riskieren. Warum? Ein Minor-Warming in Stratosphärenhöhe hat keinerlei Einfluss auf das Wettergeschehen in den unteren Luftschichten. Setzen aber schon frühzeitig innerhalb des Stratosphärenwirbels Störungen ein, so wird das für den weiteren Verlauf interessant, zumal im Winter 2020/21 der QBO-Ost eine Rolle spielen kann. Man wird abwarten müssen.

Allenfalls ein schwaches Minor-Warming ist im Ansatz zu erkennen - nicht wetterwirksam
Wetterprognose des Polarwirbels in Stratosphärenhöhe: Allenfalls ein schwaches Minor-Warming ist im Ansatz zu erkennen - nicht wetterwirksam
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Die Schneeprognose

Die Wahrscheinlichkeit für Schneefall liegt am 3. Dezember bei 0 bis 15 Prozent und liegt über den höheren Lagen des Bayerischen Waldes und der Alpen bei 20 bis 30 Prozent. Daran hat sich in den vergangenen 48 Stunden nichts verändert. Am 8. Dezember aber liegt die Wahrscheinlichkeit für Schneefall über dem Norden zwischen 5 und 20 Prozent und südlich der Linie von Köln und Dresden zwischen 20 und 45 Prozent.

Dauerfrostprognose

Dass die Temperaturen am 8. Dezember dauerhaft unter die Null-Grad-Grenze absinken, ist zu 0 bis 20 Prozent wahrscheinlich. Für eine nasskalte Witterung spricht ein prozentualer Anteil von 50 bis 80 Prozent. Auch hier hat sich in den letzten 48 Stunden überhaupt nichts verändert!

Auf den Punkt gebracht: nasskalt

So ist es, so bleibt es und der Wettertrend ändert sich nur unwesentlich. Das Spektrum schwankt zwischen einer Nordwest-, Trog- oder Ostwetterlage. Eine deutlich zu warme Temperaturentwicklung ist derzeit wenig wahrscheinlich.

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Wetter Winter 2020/2021 nach dem Langfristmodell:

Dezember 2020

Geht es nach der Wettertrend des Langfristmodells, so soll der Dezember mit einer Abweichung der Temperaturen von +1 bis +2,5 Grad am Ende deutlich zu warm ausfallen können. Weiße Weihnachten haben einen weiterhin schweren Stand. Aber immerhin reagiert das Langfristmodell etwas auf die aktuellen Wetterprognosen und rückt von einer Abweichung von bis zu +3 Grad ab. Die Niederschlagsprognose berechnet eine zu trockene Südhälfte. Weiter nach Norden normalisiert sich der Niederschlagstrend, hat aber auch dort einen leicht negativen Trend.

Im Blick auf Europa wird der Norden deutlich zu nass und der Süden zu trocken simuliert. In der Temperaturprognose soll der Norden mit einer Differenz von +2 bis +4 Grad und über Finnland bis +5 Grad extrem warm ausfallen. Weiter nach Süden ist die Abweichung mit +1 bis +2 Grad weniger gravierend, aber ebenfalls deutlich zu warm. Das lässt den Rückschluss einer überwiegend zonal geprägten Großwetterlage zu. Möglicherweise von Nordwest auf West kippend..

Januar 2021

Der Januar 2021 soll im Vergleich zum Referenzwert von 1961 bis 1990 um +2 bis +4 Grad deutlich zu warm ausfallen können. Im Vergleich zur Referenzperiode von 1991 bis 2020 liegt die Abweichung zwischen +1 bis +3 Grad im tendenziell zu warmen Bereich. Die Niederschlagsprognose ist gegenüber dem vieljährigen Sollwert über dem Westen zu nass und über dem Osten als normal zu bewerten. Hinweis: Ab Januar wird zum Vergleich ein neues Klimamittel verwendet (Mehr dazu hier: Der Klimawandel wird weggerechnet - Kalter oder normaler Winter möglich).

Schaut man auf Europa, so ist überall ein zu warmer Januar-Monat zu erwarten. Besonders drastisch ist die Abweichung mit über +5 Grad zwischen Finnland und dem westlichen Russland. Wo soll denn da die Kälte für den Hochwinter her kommen? In der Niederschlagsprognose wird ein deutlich zu nasser Norden und Westen simuliert. Nach Süden trocknet es zunehmend ab. In der Interpretation ergibt sich hieraus ein klares Signal für die Westwetterlage!

Februar 2021

Der letzte Wintermonat Februar wird nach dem Langfristtrend im Vergleich zu den letzten Wochen mit einer Abweichung von +0,5 bis +1,5 Grad etwas kühler simuliert. Im Vergleich zu 1991 bis 2020 liegt die Abweichung mit -0,5 bis +0,5 Grad im leicht normalen Bereich. In der Niederschlagsprognose soll der Februar normal und im Trend etwas zu nass ausfallen.

Der Westen und der Süden von Europa werden mit einer Differenz von -0,5 bis +1,5 Grad nur leicht zu mild simuliert. Deutlich positiv aber bleibt die Abweichung mit +1 bis +4 Grad über dem Norden und Nordosten von Europa. Tendenziell fällt über Nordeuropa mehr Niederschlag, als über Südeuropa. Weitgehend aber wird eine normale Niederschlagsprognose ausgegeben. Im Resümee neigt der Februar wieder vermehrt zu gestörten Zirkulationsmustern, nachdem sich im Januar die Westwetterlage ausgetobt hat.

Abweichungen der Temperaturen im Herbst und Winter gegenüber dem langjährigen Mittelwert (1961 bis 1990) und in Klammern der neue Mittelwert (1991 bis 2020)
Monat Tem­peratur Nieder­schlag
September 2020 +1,5 Grad (+1,0 Grad) Zu trocken
Oktober 2020 +1,2 Grad (+0,8 Grad) Zu nass
November 2020 +2,8 bis +3,1 Grad (+2,0 bis +2,4 Grad) Trend: extrem trocken
Dezember 2020 +1,0 bis +2,5 Grad (+0,0 bis +1, Grad) Trend: leicht zu trocken
Januar 2021 +2,0 bis +4,0 Grad (+1,0 bis +3,0 Grad) Trend: etwas zu nass
Februar 2021 +0,5 bis +1,5 Grad (-0,6 bis +0,4 Grad) Trend: normal bis leicht zu nass
Diagramm der Temperaturentwicklung Winter 2020/2021  vom 25.11.2020
Diagramm der Temperaturentwicklung Winter 2020/2021 vom 25.11.2020

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Das Wetter-Jahr 2020 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1981-2010 in Grad Nieder­schlag
Januar 2020 +3,2 +3,8 +2,9 45 l/m² - zu trocken
Februar 2020 +5,3 +4,9 +4,3 125 l/m² - zu nass
März 2020 +5,4 +1,8 +1,0 50 l/m² - zu trocken
April 2020 +10,4 +3,0 +2,2 17 l/m² - zu trocken
Mai 2020 +11,9 -0,2 -1,1 40 l/m² - zu trocken
Juni 2020 +16,8 +1,4 +1,1 90 l/m² - etwas zu nass
Juli 2020 +17,7 +0,74 -0,3 53 l/m² - zu trocken
August 2020 +19,9 +3,4 +2,4 90 l/m² - etwas zu nass
September 2020 +14,8 +1,5 +1,3 50 l/m² - zu trocken
Oktober 2020 +10,2 +1,2 +1,0 79 l/m² - zu nass
November 2020 +6,0 +2,0 +1,6 18,7 l/m² - zu trocken
Dezember 2020 +3,0 +2,2 +1,8 57 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2020 +10,4 +2,2 +1,5 710 l/m² - zu trocken

Wetterfakten Winter

Statistische Wetterwerte für Winter

Der typisch deutsche Winter ist gemäßigt. Seltener sind Extremwetterereignisse zu erwarten. Vielmehr überwiegt von November bis Februar ein nasskalter Wettercharakter, welcher zwischendurch immer wieder von Frost und Schnee unterbrochen werden kann. In Folge des Klimawandels verschiebt sich aber die Schneefallgrenze auf die mittleren Lagen, was die ohnehin schon geringen Chancen für einen Flachlandwinter noch weniger wahrscheinlich macht.

  • Der erste Schnee kommt häufig mit Schneeschauer schon Ende Oktober, was aber noch kein Wintereinbruch ist.
  • Den ersten Anflug von Winterwetter gibt es sehr häufig im Zeitraum zwischen dem 8. und 14. November
  • Ende November wird es wieder wärmer
  • Vom 1.-10. Dezember bleibt das Wetter mit höherer Wahrscheinlichkeit warm
  • Im zweiten Dezember-Drittel folgt Winterwetter - sehr häufig bis Weihnachten
  • Kurz vor Weihnachten folgt mit einer Wahrscheinlichkeit von 78% das Weihnachtstauwetter, welches bis Jahresende anhalten kann
  • Zwischen dem 13. und 24. Januar ist Aufgrund von Kontinentalhochdruck der Hochwinter häufiger möglich
  • Zweite Kältewelle folgt häufig zwischen dem 16. und 25. Februar nach, anschließend wärmeres Wetter
  • Der Februar ist zudem einer der schneereichsten Monate im Winter.
  • Im März klingt dann der Winter aus. Wenn sich aber der Hochwinter Mitte Januar festigen und behaupten kann, steigt die Wahrscheinlichkeit für den sog. Märzwinter an

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