Wetter Winter 2020/2021 - Wetterprognose und Wettervorhersage

Wetter Winter 2020/2021 Wetterprognose vom 22.11.2020 - Nasskalt mit winterlichen Ambitionen

Eine nasskalte Witterung mit winterlichen Ambitionen ab den mittleren Lagen
Eine nasskalte Witterung mit winterlichen Ambitionen ab den mittleren Lagen

Ob die erste Dezember-Dekade nasskalt ausfallen und darüber hinaus noch mit winterlichen Ambitionen überzeugen kann, hängt von der Position eines Hochdrucksystems zusammen - und da kam im Tagesverlauf Bewegung ins Spiel.

Noch immer nicht ist klar, wie sich das Wetter in den ersten Dezembertagen wird entwickeln können. Entweder es setzt sich die Zonalisierung oder aber das gestörte Zirkulationsmuster durch.

Nach der Wetterprognose von heute Nachmittag war eine zonale Grundströmung mit einem nordwestlichen Schwerpunkt eine sehr wahrscheinliche Wetterentwicklung. Im Resultat hätte das über Deutschland vom 1. bis 7. Dezember einen nasskalten Wettercharakter zur Folge, der ab den mittleren Lagen phasenweise für winterliche Wetterbedingungen sorgen kann. Mehr dazu in der aktuellen Wettervorhersage zum Wetter Dezember 2020.

Der nasskalte Wettertrend hat Anfang Dezember nach wie vor die besten Chancen
Wetterprognose nach dem Mittelwert aller Kontrollläufe: Der nasskalte Wettertrend hat Anfang Dezember nach wie vor die besten Chancen
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Bringt ein Skandinavienhoch den Winter nach Deutschland?

Die zonale Ausrichtung mit einer nordwestlichen Strömungskomponente bleibt eine sehr wahrscheinliche Wetterentwicklung für die erste Dezember-Dekade. Daran hat sich im Tagesverlauf nichts geändert. Was sich aber verändert hat, sind die Nuancen, auf die es eben ankommt.

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Sowohl heute Nachmittag, wie auch heute Abend lässt die Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells wieder den Störimpuls in Form eines Hochdrucksystems über Skandinavien aufleben. Beginnend ab dem 2. Dezember wölbt sich über Deutschland, Österreich und der Schweiz der hohe Luftdruck nach Norden auf und etabliert sich bis zum 4. Dezember über Skandinavien. Das Hoch wird zunehmend kräftiger und es gelingt die Emanzipation. Das Hoch agiert autark und eigenständig.

Die kalte Ostwetterlage

Das Resultat daraus ist eine vollständige Blockade der atlantische Frontalzone, die ohnehin schon einen schweren Stand hatte, ab dem 3. Dezember aber in der Wettervorhersage des amerikanischen Wettermodells überhaupt keine Rolle mehr spielt. Stattdessen sorgt das Skandinavienhoch für ein gestörtes Zirkulationsmuster und einer Grundströmung, die aus östlichen Richtungen erfolgt.

Winter ab den mittleren Lagen mit Schneefall möglich

Erreichen die Tageswerte am 1. Dezember noch Werte von +0 bis +6 Grad, so sinken die Werte bis zum 5. Dezember auf -1 bis +5 Grad ab und Niederschläge gehen ab den mittleren Lagen in Schnee über. Ab dem 6. Dezember (Nikolaus) sinkt die Schneefallgrenze noch etwas weiter ab und kann auch ab Höhenlagen von 300 Meter für winterliche Wetterverhältnisse sorgen - immer vorausgesetzt das Hoch kann sich exakt so positionieren und die Ostströmung wird in Gang gesetzt.

Die zunehmend winterliche Ostwetterlage?
Wetterprognose nach dem amerikanischen Wettermodell: Die zunehmend winterliche Ostwetterlage?
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Die Ostwetterlage hat durchaus Substanz

Klar, die Vorhersage-Modelle schwanken kräftig zwischen der Zonalisierung und der gestörten Zirkulation hin und her. Doch um die Wahrscheinlichkeiten besser verstehen zu können, lohnt sich ein Blick auf die Wetterprognose des europäischen Prognosemodells, welches heute bereits die Ostwetterlage schon im Programm hatte und heute Abend nochmals bestätigt hat. Ja, in den kommenden Tagen werden auch wieder andere Varianten berechnet, doch da beide Vorhersage-Modelle das gestörte Zirkulationsmuster aufrechterhalten, ist und bleibt das eine plausible Wetterentwicklung. Anders formuliert beginnt der Dezember für die Jahreszeit typisch und hat zudem noch winterliche Ambitionen. Zumindest zum aktuellen Stand!

Die Ostwetterlage ist mit winterlichen Ambitionen plausibel
Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Die Ostwetterlage ist mit winterlichen Ambitionen plausibel
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Die Randfaktoren

Der NAO-Index sinkt ab dem 1. Dezember deutlich ab und ist darüber hinaus als leicht negativ zu definieren. Die gestörte Zirkulation spiegelt sich auch im NAO-Index wider.

Aber nicht nur das, auch der AO-Index wird ab dem 1. Dezember zunehmend im negativen Bereich simuliert. Auch das ist ein Indikator der gestörten Zirkulation.

Die Schneeprognose

Die Wahrscheinlichkeit für Schneefall liegt am 30. November bei 0 bis 20 Prozent und liegt über den höheren Lagen des Bayerischen Waldes und der Alpen bei 20 bis 40 Prozent. Am 8. Dezember liegt die Wahrscheinlichkeit für Schneefall über dem Norden zwischen 0 und 15 Prozent und südlich der Linie von Köln und Dresden zwischen 20 und 45 Prozent und an den Alpen bis 60 Prozent.

Dauerfrostprognose

Dass die Temperaturen am 8. Dezember im Dauerfrostbereich liegen, hat eine Wahrscheinlichkeit von 0 bis 15 Prozent. Für eine nasskalte Witterung spricht eine Wahrscheinlichkeit von 45 bis 80 Prozent.

Auf den Punkt gebracht: nasskalt

Keine Veränderung im Wettertrend. Zwar bringen die Vorhersage-Modelle mit einer Ostwetterlage eine weitere - altbekannte - Variante ins Spiel, doch so wirklich tiefwinterlich kalt ist auch diese nicht, da es über dem Osten bislang deutlich zu warm war.

Was - zumindest nach den Kontrollläufen - auch noch für eine östliche Strömungskomponente spricht, ist die schwach ausgeprägt Niederschlagsprognose. Bis zum 8. Dezember ist diese allenfalls als leicht erhöht zu bewerten und die Niederschläge werden überwiegend als Schauer niedergehen können. Flächendeckender und länger andauernder Niederschlag ist nicht zu erkennen.

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Wetter Winter 2020/2021 nach dem Langfristmodell:

Dezember 2020

Der Dezember hat erneut eine Veränderung erfahren. Die Abweichung liegt im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert mit +1 bis +3 Grad im deutlich zu warmen Bereich. Weiße Weihnachten haben im Dezember 2020 einen weiterhin schweren Stand. In der Niederschlagsprognose zeigen sich keine großartigen Abweichungen gegenüber dem vieljährigen Sollwert, wobei der Südosten von Deutschland deutlich zu trocken berechnet wird.

Januar 2021

Der Januar 2021 soll im Vergleich zum Referenzwert von 1961 bis 1990 um +2 bis +4 Grad deutlich zu warm ausfallen können. Im Vergleich zur Referenzperiode von 1991 bis 2020 liegt die Abweichung zwischen +1 bis +3 Grad im tendenziell zu warmen Bereich. Die Niederschlagsprognose ist gegenüber dem vieljährigen Sollwert zwischenzeitlich deutlich zu nass zu bewerten. Hinweis: Ab Januar wird zum Vergleich ein neues Klimamittel verwendet (Mehr dazu hier: Der Klimawandel wird weggerechnet - Kalter oder normaler Winter möglich).

Februar 2021

Der letzte Wintermonat Februar wird nach dem Langfristtrend mit einer Abweichung von +1 bis +2 Grad im weiterhin zu warm simuliert. Im Vergleich zu 1991 bis 2020 liegt die Abweichung mit +0,0 bis +1,0 Grad im leicht zu warmen Bereich. In der Niederschlagsprognose soll der Februar normal und im Trend etwas zu nass ausfallen.

Abweichungen der Temperaturen im Herbst und Winter gegenüber dem langjährigen Mittelwert (1961 bis 1990) und in Klammern der neue Mittelwert (1991 bis 2020)
Monat Tem­peratur Nieder­schlag
September 2020 +1,5 Grad (+1,0 Grad) Zu trocken
Oktober 2020 +1,2 Grad (+0,8 Grad) Zu nass
November 2020 +2,0 bis +3,5 Grad (+1,2 bis +2,8 Grad) Trend: extrem trocken
Dezember 2020 +1,0 bis +3,0 Grad (+0,0 bis +2,0 Grad) Trend: normal bis leicht zu trocken
Januar 2021 +2,0 bis +4,0 Grad (+1,0 bis +3,0 Grad) Trend: etwas zu nass
Februar 2021 +1,0 bis +2,0 Grad (-0,1 bis +0,9 Grad) Trend: normal bis leicht zu nass
Diagramm der Temperaturentwicklung Winter 2020/2021  vom 22.11.2020
Diagramm der Temperaturentwicklung Winter 2020/2021 vom 22.11.2020

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Das Wetter-Jahr 2020 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1981-2010 in Grad Nieder­schlag
Januar 2020 +3,2 +3,8 +2,9 45 l/m² - zu trocken
Februar 2020 +5,3 +4,9 +4,3 125 l/m² - zu nass
März 2020 +5,4 +1,8 +1,0 50 l/m² - zu trocken
April 2020 +10,4 +3,0 +2,2 17 l/m² - zu trocken
Mai 2020 +11,9 -0,2 -1,1 40 l/m² - zu trocken
Juni 2020 +16,8 +1,4 +1,1 90 l/m² - etwas zu nass
Juli 2020 +17,7 +0,74 -0,3 53 l/m² - zu trocken
August 2020 +19,9 +3,4 +2,4 90 l/m² - etwas zu nass
September 2020 +14,8 +1,5 +1,3 50 l/m² - zu trocken
Oktober 2020 +10,2 +1,2 +1,0 79 l/m² - zu nass
November 2019 +5,2 +1,2 +0,8 60 l/m² - zu trocken
Dezember 2019 +3,7 +2,9 +2,5 60 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2020 +11,56 +2,17 +1,48 633 l/m² - etwas zu trocken

Wetterfakten Winter

Statistische Wetterwerte für Winter

Der typisch deutsche Winter ist gemäßigt. Seltener sind Extremwetterereignisse zu erwarten. Vielmehr überwiegt von November bis Februar ein nasskalter Wettercharakter, welcher zwischendurch immer wieder von Frost und Schnee unterbrochen werden kann. In Folge des Klimawandels verschiebt sich aber die Schneefallgrenze auf die mittleren Lagen, was die ohnehin schon geringen Chancen für einen Flachlandwinter noch weniger wahrscheinlich macht.

  • Der erste Schnee kommt häufig mit Schneeschauer schon Ende Oktober, was aber noch kein Wintereinbruch ist.
  • Den ersten Anflug von Winterwetter gibt es sehr häufig im Zeitraum zwischen dem 8. und 14. November
  • Ende November wird es wieder wärmer
  • Vom 1.-10. Dezember bleibt das Wetter mit höherer Wahrscheinlichkeit warm
  • Im zweiten Dezember-Drittel folgt Winterwetter - sehr häufig bis Weihnachten
  • Kurz vor Weihnachten folgt mit einer Wahrscheinlichkeit von 78% das Weihnachtstauwetter, welches bis Jahresende anhalten kann
  • Zwischen dem 13. und 24. Januar ist Aufgrund von Kontinentalhochdruck der Hochwinter häufiger möglich
  • Zweite Kältewelle folgt häufig zwischen dem 16. und 25. Februar nach, anschließend wärmeres Wetter
  • Der Februar ist zudem einer der schneereichsten Monate im Winter.
  • Im März klingt dann der Winter aus. Wenn sich aber der Hochwinter Mitte Januar festigen und behaupten kann, steigt die Wahrscheinlichkeit für den sog. Märzwinter an

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