Wetter Winter 2020/2021 - Wetterprognose und Wettervorhersage

Wetter Winter 2020/2021 Wetterprognose vom 19.11.2020 - Wann kommt der Winter?

Jahreszeiten-typisch oder? © M. Bloch
Jahreszeiten-typisch oder? © M. Bloch

Der Winter im Dezember - wie hoch ist dessen Wahrscheinlichkeit nach der Statistik und wie stehen die Chancen auf einen Wintereinbruch in 2020?

Schielt man auf die Wetterprognose Anfang Dezember, so ist sieht diese wenig winterlich aus und dennoch entspricht das berechnete Temperaturspektrum in etwa dem, was für die Jahreszeit typisch ist.

Gemessen am vieljährigen Mittelwert von 1961 bis 1990 beträgt die durchschnittliche Tagestemperatur in der ersten Dezember-Dekade +4,0 Grad und ist damit als nasskalt und keineswegs als winterlich zu bewerten. Erst in der zweiten Dekade sinkt das Tagesmittel auf +3,2 Grad ab und beschert nicht selten den mittleren Lagen die erste Schneedecke. Zum Jahreswechsel liegt der Durchschnittswert der Tagestemperaturen um die +2 Grad, was auch winterliche Wetterereignisse über tiefere Lagen ermöglicht.

Die aktuellen Berechnungen der Kontrollläufe zeigen im Zeitraum vom 1. bis 4. Dezember ein Temperaturspektrum von +3 Grad über dem Süden und +5 Grad über dem Norden. Somit hat sich im Tagesverlauf wenig verändert und der Dezember 2020 hat gute Chancen normal - und damit nasskalt - starten zu können. Mehr dazu in der aktuellen Wettervorhersage zum Wetter Dezember.

Zonales Strömungsmuster mit nordwestlicher Ausrichtung könnte den Dezember normal starten lassen
Wetterprognose nach dem Mittelwert aller Kontrollläufe: ein zonales Strömungsmuster mit nordwestlicher Ausrichtung könnte den Dezember normal starten lassen
© www.meteociel.fr

Nasskalt mit winterlichen Optionen

Aus Sicht der Winterfreunde ist zu befürchten, dass sich über kurz oder lang das zonale Muster wird durchsetzen können. Blickt man auf die obenstehende Wetterkarte des Mittelwerts der Kontrollläufe, so sieht man die gut strukturierte Tiefdruckrinne auf dem Atlantik und den Konter Part in Form des Kontinentalhochs. Deutschland, Österreich und die Schweiz liegen Anfang Dezember zwischen den Fronten.

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Die winterlichen Varianten

Der Winter kann Einzug halten, wenn es der atlantische Frontalzone gelingt, einem Keil zwischen das Azorenhoch und dem Kontinentalhoch zu schlagen. Infolge daraus könnte sich zwischen Skandinavien und Deutschland ein Tiefdruckzentrum positionieren und in einer trogähnlichen Struktur immer wieder kalte Luftmassen aus nördlichen Richtungen nach Deutschland führen.

In der zweiten Variante würde sich das Kontinentalhoch bis nach Skandinavien ausdehnen können, während sich zeitgleich die atlantische Frontalzone über Mitteleuropa bis über die östliche Mittelmeerregion ausdehnen kann. Das Hoch wird unterwandert und im Zusammenspiel der beiden Wettersysteme werden kalte Luftmassen aus östlichen Richtungen nach Mitteleuropa geführt werden können. Es gibt sie also, die winterlichen Lösungen. Wie wahrscheinliche diese sind, dazu später mehr. Die nachfolgenden Wetterkarten bilden jeweils die extremsten Varianten ab, die so nicht eintreten werden, aber das Beschriebene gut illustrieren.

Die winterlichen Varianten nach den Kontrollläufen: Die Lücke zwischen den beiden Hochdruckzentren ist gefunden oder das Skandinavienhoch wird am südlichen Gradienten unterwandert
Die winterlichen Varianten nach den Kontrollläufen: Die Lücke zwischen den beiden Hochdruckzentren ist gefunden oder das Skandinavienhoch wird am südlichen Gradienten unterwandert
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Was wahrscheinlich ist

Um die kommende Wetterentwicklung besser einschätzen zu können, genügt ein Blick auf die Druckanomalien bis zum 29. November. Was man erkennen kann, ist die extrem gut strukturierte Tiefdruckrinne auf dem Atlantik. Das lässt definitiv den Rückschluss auf die Zonalisierung zu. Erst wenn der Tiefdruckkern sich zwischen der Barents- und Karasee vom Tiefdruckwirbel über Island emanzipieren kann, bekommt der Winter seine Chance - vorher nicht. Interessant ist, dass die Druckanomalien mit dem Mittelwert der Kontrollläufe nahezu vollständig übereinstimmen. Die Nordwestwetterlage ist eine plausible Option, die den Winter in der ersten Dezember-Dekade schon einmal bis auf die höheren mittleren Lagen absinken lassen kann.

Hohe Übereinstimmung zwischen den Druckanomalien (li.) und dem Mittelwert aller Kontrollläufe (re.) - die Zonalisierung ist plausibel - entscheidend aber ist die Emanzipierung des Tiefdruckclusters über der Barents- und Karasee
Hohe Übereinstimmung zwischen den Druckanomalien (li.) und dem Mittelwert aller Kontrollläufe (re.) - die Zonalisierung ist plausibel - entscheidend aber ist die Emanzipierung des Tiefdruckclusters über der Barents- und Karasee
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Die Schneeprognose

Die Wahrscheinlichkeit, dass es am 27. November zu winterlichen Beeinträchtigungen kommt, liegt aktuell bei 0 Prozent. Anders sieht das über den höheren Lagen aus. Dort liegt die Wahrscheinlichkeit für Schneefall bei 20 bis 40 Prozent. Am 5. Dezember liegt die Wahrscheinlichkeit für Schneefall über Norddeutschland bei 0 bis 10 Prozent und etwa südlich der Linie von Köln und Dresden zwischen 10 und 45 Prozent.

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Die Wahrscheinlichkeiten für den Winter

Eine Schneeflocke macht noch keinen Winter - entscheidend also ist die Wahrscheinlichkeit für Dauerfrost. Die liegt am 27. November über tieferen Lagen bei 0 Prozent und über den höheren Lagen bei 30 Prozent. Am 5. Dezember liegt die Wahrscheinlichkeit zwischen 10 und 25 Prozent (je nach Höhenlage)s. Betrachtet man nun noch die Wahrscheinlichkeit für Werte unter +5 Grad, so liegt diese zwischen 50 und 80 Prozent.

Auf den Punkt gebracht: nasskalt ist Trumpf!

So sieht es aus. Der Wettertrend der letzten Tage festigt sich zunehmend und räumt einer nasskalten Temperaturentwicklung in der ersten Dezember-Dekade eine höhere Wahrscheinlichkeit ein. Über den höheren Lagen können sich winterliche Wetterbedingungen einstellen und sich phasenweise bis auf die mittleren Lagen runter entwickeln. Ein Flachlandwinter ist nach wie vor nicht zu erwarten.

Die Niederschlagsprognose ist ab dem 26. November als leicht positiv zu bewerten. Anders formuliert steigt die Neigung zu Schauern nach diesem Zeitraum an. Viel an Niederschlag wird aber weiterhin nicht zusammenkommen können. Soweit der Stand.

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Das Wetter-Jahr 2020 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1981-2010 in Grad Nieder­schlag
Januar 2020 +3,2 +3,8 +2,9 45 l/m² - zu trocken
Februar 2020 +5,3 +4,9 +4,3 125 l/m² - zu nass
März 2020 +5,4 +1,8 +1,0 50 l/m² - zu trocken
April 2020 +10,4 +3,0 +2,2 17 l/m² - zu trocken
Mai 2020 +11,9 -0,2 -1,1 40 l/m² - zu trocken
Juni 2020 +16,8 +1,4 +1,1 90 l/m² - etwas zu nass
Juli 2020 +17,7 +0,74 -0,3 53 l/m² - zu trocken
August 2020 +19,9 +3,4 +2,4 90 l/m² - etwas zu nass
September 2020 +14,8 +1,5 +1,3 50 l/m² - zu trocken
Oktober 2020 +10,2 +1,2 +1,0 79 l/m² - zu nass
November 2019 +5,2 +1,2 +0,8 60 l/m² - zu trocken
Dezember 2019 +3,7 +2,9 +2,5 60 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2020 +11,56 +2,17 +1,48 633 l/m² - etwas zu trocken

Wetterfakten Winter

Statistische Wetterwerte für Winter

Der typisch deutsche Winter ist gemäßigt. Seltener sind Extremwetterereignisse zu erwarten. Vielmehr überwiegt von November bis Februar ein nasskalter Wettercharakter, welcher zwischendurch immer wieder von Frost und Schnee unterbrochen werden kann. In Folge des Klimawandels verschiebt sich aber die Schneefallgrenze auf die mittleren Lagen, was die ohnehin schon geringen Chancen für einen Flachlandwinter noch weniger wahrscheinlich macht.

  • Der erste Schnee kommt häufig mit Schneeschauer schon Ende Oktober, was aber noch kein Wintereinbruch ist.
  • Den ersten Anflug von Winterwetter gibt es sehr häufig im Zeitraum zwischen dem 8. und 14. November
  • Ende November wird es wieder wärmer
  • Vom 1.-10. Dezember bleibt das Wetter mit höherer Wahrscheinlichkeit warm
  • Im zweiten Dezember-Drittel folgt Winterwetter - sehr häufig bis Weihnachten
  • Kurz vor Weihnachten folgt mit einer Wahrscheinlichkeit von 78% das Weihnachtstauwetter, welches bis Jahresende anhalten kann
  • Zwischen dem 13. und 24. Januar ist Aufgrund von Kontinentalhochdruck der Hochwinter häufiger möglich
  • Zweite Kältewelle folgt häufig zwischen dem 16. und 25. Februar nach, anschließend wärmeres Wetter
  • Der Februar ist zudem einer der schneereichsten Monate im Winter.
  • Im März klingt dann der Winter aus. Wenn sich aber der Hochwinter Mitte Januar festigen und behaupten kann, steigt die Wahrscheinlichkeit für den sog. Märzwinter an

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