Wetter Winter 2020/2021 - Wetterprognose und Wettervorhersage

Wetter Winter 2020/2021 Wetterprognose vom 18.11.2020 - Nikolaus im Schnee?

Wie stehen die Chancen auf Schnee an Nikolaus?
Wie stehen die Chancen auf Schnee an Nikolaus?

Wie stehen die Chancen auf Schnee zum Nikolaus am 6. Dezember? Möglich ist beim Wetter grundsätzlich vieles, doch Schneefall am Nikolaustag ist - aus statistischer Sicht - ein seltenes Ereignis. Wie sieht es in diesem Jahr aus?

Schnee zum Nikolaus?! Wir wurden heute gebeten, Schnee zum Nikolaustag am 6. Dezember zu versprechen. Tja, wenn es denn nur so einfach wäre, würden wir es glatt machen. Aber es zeigt auch, wie mager die letzten Jahre für die Winterfans warmen. Das letzte Mal, dass es an einem Nikolaustag geschneit hat, war im Jahre 2010. Liegt also schon eine Weile zurück und Kinder mit 9 Jahren haben den Nikolaus noch nie auf dem Schlitten anfahren sehen.

Und auch aktuell sieht es nicht danach aus. Die Vorhersage-Modelle verwehren sich einer winterlichen Wetterlage in den ersten Dezember-Tagen. Nichtsdestotrotz stehen die Chancen nicht schlecht, dass das Wetter im Dezember normal starten könnte. Normal bedeutet in diesem Fall nasskalt und es unterstreicht einmal mehr, dass man vom Winter in der ersten Dezember-Dekade noch nicht allzu viel erwarten sollte. Schnee am Nikolaustag ist die Ausnahme. Insofern können wir da auch nichts versprechen - so gerne wir es auch tun würden. Mehr dazu in der aktuellen Wettervorhersage zum Wetter Dezember.

Wetter Dezember - Winterwetter mit Schnee zum Nikolaus am 6. Dezember? So wird das nichts!
Wetterprognose nach dem amerikanischen Wettermodell: Wetter Dezember - Winterwetter mit Schnee zum Nikolaus am 6. Dezember? So wird das nichts!
© www.meteociel.fr

Kein Winterwetter?

Nein, so einfach ist das dann auch wieder nicht. Nur weil das Vorhersage-Modell eine unwinterliche Variante simuliert bedeutet das nicht, dass winterliche Wetterlagen unmöglich sind. Wir wollen heute einmal genauer hinschauen und herausfinden, welche Chancen der Winter in der ersten Dezember-Dekade hat.

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Das Ende des Kaltluftzustroms über dem östlichen Kanada

Zwar ist Winterwetter trotz des Kaltluftzustroms über dem östlichen Kanada über Mitteleuropa möglich, doch dazu bedarf es ein Skandinavienhoch. Dieses Hoch wurde in den letzten Tagen immer wieder einmal berechnet, doch einfacher tut sich der Winter über Deutschland, wenn der Kaltluftzustrom über dem östlichen Kanada in sich zusammenbricht und nicht mehr wetterwirksam ist.

Betrachtet man das Strömungsmuster innerhalb des Polarwirbels, so sind keine sonderlichen Anzeichen einer Instabilität zu erkennen. Aus diesem Grund wird der AO-Index bis in den Dezember hinein im positiven Bereich berechnet. Betrachtet man den Mittelwert aller Kontrollläufe, so zeichnet sich ein Erhalt des Kaltluftzustroms über dem östlichen Kanada bis zum 5. Dezember ab. Deutschland kommt aus der Mischwetterzone nicht so schnell heraus, wie es manchem Freund des Winterwetters lieb wäre.

Westdrift

Betrachtet man den zweiten Randfaktor, so wird ein bis in den Dezember hineinreichend positiver NAO-Index simuliert. Was das bedeutet? Stark vereinfacht eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für ein Tiefdruckzentrum über Island. Im Umkehrschluss sinken damit die Wahrscheinlichkeiten für den Winter mit Schnee, Eis und Frost bis auf tiefere Lagen herab und die Chancen für eine zonal ausgerichtete Großwetterlage steigen.

Der dritte Randfaktor ist die Strömung in Stratosphärenhöhe. Die lässt zum aktuellen Stand keinen Zweifel daran bestehen, dass der Polarwirbel bis auf Weiteres erst einmal stabil strukturiert ist. Von oben herab sind keine großartigen Veränderungen oder Einflüsse zu erwarten.

Dass dem so ist, zeigt sich anhand der Windströmungen entlang des 65. Breitengrades in Stratosphärenhöhe. Die Winde erreichen dort Geschwindigkeiten von bis zu 162 km/h. Normal wären zu dieser Jahreszeit 108 km/h.

Ein durch und durch gut strukturierter Polarwirbel
Struktureller Aufbau in Stratosphärenhöhe: Ein durch und durch gut strukturierter Polarwirbel
© www.meteociel.fr

Auf den Punkt gebracht: Geduld ist von den Winterfreunden gefordert

Hand aufs Herz - auch wenn sich die Winterfreunde etwas anderes wünschen. Der Winter macht - nach der Statistik - zumeist erst in der zweiten Dezember-Dekade auf sich aufmerksam. Würde er sich schon in der ersten Dezember-Dekade zeigen, so wäre das ungewöhnlich. Und in Zeiten des Klimawandels kann man sich nun denken, die wahrscheinlich eine zu kalte erste Dezember-Dekade ist. Mal schauen, was die Vorhersage-Modelle so in den nächsten Tagen für Prognosen herausgeben werden.

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Wetter Winter 2020/2021 nach dem Langfristmodell:

Dezember 2020

Weißen Weihnachten haben im Dezember 2020 einen weiterhin schweren Stand. Die Abweichungen liegen im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert mit +1 bis +2 Grad im zu warmen Bereich. In der Niederschlagsprognose zeigen sich keine großartigen Abweichungen gegenüber dem vieljährigen Sollwert. Im Trend ist ein leicht zu trockener Wintermonat auszumachen.

Im Blick auf Europa zeigt sich ein leicht zu nasses Skandinavien und eine etwas zu trockene Mittelmeerregion. Bei den Temperaturen wird der Norden und Osten von Europa deutlich zu warm und der Süden und Westen nur leicht zu mild simuliert. Das spricht im Wesentlichen für eine zonal ausgerichtete Grundströmung.

Januar 2021

Der Januar 2021 hat eine erneute Korrektur erfahren. Im Vergleich zum Referenzwert von 1961 bis 1990 soll der zweite Wintermonat um +1 bis +3 Grad deutlich zu warm ausfallen können. Im Vergleich zur Referenzperiode von 1991 bis 2020 liegt die Abweichung zwischen -1 bis +2 Grad im tendenziell zu warmen Bereich. Die Niederschlagsprognose ist gegenüber dem vieljährigen Sollwert etwas zu nass zu bewerten. Hinweis: Ab Januar wird zum Vergleich ein neues Klimamittel verwendet (Mehr dazu hier: Der Klimawandel wird weg gerechnet - Kalter oder normaler Winter möglich).

Schaut man sich Europa an, so wird Nord- und Westeuropa deutlich zu nass simuliert, während der Süden - insbesondere der Südwesten und Südosten - deutlich zu trocken berechnet wird. Kein Zweifel - tritt die Wetterprognose des Langfristmodells annähernd so ein, ist mit einer westlichen Grundströmung kein Hochwinter möglich.

Februar 2021

Der letzte Wintermonat Februar wird nach dem Langfristtrend mit einer Abweichung von +1 bis +2 Grad im Vergleich zu den letzten Wochen etwas kühler berechnet. Das soll aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Februar unwinterlich strukturiert ist. Im Vergleich zu 1991 bis 2020 liegt die Abweichung mit +0,0 bis +1,0 Grad im leicht zu warmen Bereich. In der Niederschlagsprognose soll der Februar normal und im Trend etwas zu nass ausfallen.

Dass winterliche Abschnitte im Februar 2021 nicht auszuschließen sind, zeigt sich im Blick auf Europa. Der Norden soll leicht zu nass, der Südwesten deutlich zu trocken ausfallen, der Rest wird normal simuliert. In den Temperaturen zeigt sich eine Abweichung von bis +3 Grad über Nord- und Osteuropa und ein normaler bis leicht zu warmer Trend über dem Westen und Süden von Europa. Das Strömungsmuster kippt im Februar - nach dieser Wetterprognose - von West auf Nordwest und lässt nasskalte Wetterlagen zu.

Abweichungen der Temperaturen im Herbst und Winter gegenüber dem langjährigen Mittelwert (1961 bis 1990) und in Klammern der neue Mittelwert (1991 bis 2020)
Monat Tem­peratur Nieder­schlag
September 2020 +1,5 Grad (+1,0 Grad) Zu trocken
Oktober 2020 +1,2 Grad (+0,8 Grad) Zu nass
November 2020 +2,0 bis +4,0 Grad (+1,2 bis +3,3 Grad) Trend: extrem trocken
Dezember 2020 +1,0 bis +2,0 Grad (+0,0 bis +1,0 Grad) Trend: normal bis leicht zu trocken
Januar 2021 +1,0 bis +3,0 Grad (-1,0 bis +2,0 Grad) Trend: etwas zu nass
Februar 2021 +1,0 bis +2,0 Grad (-0,1 bis +0,9 Grad) Trend: normal bis leicht zu nass
Diagramm der Temperaturentwicklung Winter 2020/2021  vom 18.11.2020
Diagramm der Temperaturentwicklung Winter 2020/2021 vom 18.11.2020

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Das Wetter-Jahr 2020 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1981-2010 in Grad Nieder­schlag
Januar 2020 +3,2 +3,8 +2,9 45 l/m² - zu trocken
Februar 2020 +5,3 +4,9 +4,3 125 l/m² - zu nass
März 2020 +5,4 +1,8 +1,0 50 l/m² - zu trocken
April 2020 +10,4 +3,0 +2,2 17 l/m² - zu trocken
Mai 2020 +11,9 -0,2 -1,1 40 l/m² - zu trocken
Juni 2020 +16,8 +1,4 +1,1 90 l/m² - etwas zu nass
Juli 2020 +17,7 +0,74 -0,3 53 l/m² - zu trocken
August 2020 +19,9 +3,4 +2,4 90 l/m² - etwas zu nass
September 2020 +14,8 +1,5 +1,3 50 l/m² - zu trocken
Oktober 2020 +10,2 +1,2 +1,0 79 l/m² - zu nass
November 2019 +5,2 +1,2 +0,8 60 l/m² - zu trocken
Dezember 2019 +3,7 +2,9 +2,5 60 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2020 +11,56 +2,17 +1,48 633 l/m² - etwas zu trocken

Wetterfakten Winter

Statistische Wetterwerte für Winter

Der typisch deutsche Winter ist gemäßigt. Seltener sind Extremwetterereignisse zu erwarten. Vielmehr überwiegt von November bis Februar ein nasskalter Wettercharakter, welcher zwischendurch immer wieder von Frost und Schnee unterbrochen werden kann. In Folge des Klimawandels verschiebt sich aber die Schneefallgrenze auf die mittleren Lagen, was die ohnehin schon geringen Chancen für einen Flachlandwinter noch weniger wahrscheinlich macht.

  • Der erste Schnee kommt häufig mit Schneeschauer schon Ende Oktober, was aber noch kein Wintereinbruch ist.
  • Den ersten Anflug von Winterwetter gibt es sehr häufig im Zeitraum zwischen dem 8. und 14. November
  • Ende November wird es wieder wärmer
  • Vom 1.-10. Dezember bleibt das Wetter mit höherer Wahrscheinlichkeit warm
  • Im zweiten Dezember-Drittel folgt Winterwetter - sehr häufig bis Weihnachten
  • Kurz vor Weihnachten folgt mit einer Wahrscheinlichkeit von 78% das Weihnachtstauwetter, welches bis Jahresende anhalten kann
  • Zwischen dem 13. und 24. Januar ist Aufgrund von Kontinentalhochdruck der Hochwinter häufiger möglich
  • Zweite Kältewelle folgt häufig zwischen dem 16. und 25. Februar nach, anschließend wärmeres Wetter
  • Der Februar ist zudem einer der schneereichsten Monate im Winter.
  • Im März klingt dann der Winter aus. Wenn sich aber der Hochwinter Mitte Januar festigen und behaupten kann, steigt die Wahrscheinlichkeit für den sog. Märzwinter an

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