Wetter Winter 2020/2021 - Wetterprognose und Wettervorhersage

Wetter Winter 2020/2021 Wetterprognose vom 17.11.2020 - Zwischen einer milden West- und tiefwinterlichen Ostwetterlage

Winter - oder?
Winter - oder?

Wann kommt der Winter und wann kommt Schnee? Dir Rufe danach werden lauter - vor allem von denjenigen, die sich ein Ende des viel zu warmen und trockenen Wettercharakters wünschen. Ob das Wetter aber diese Wünsche erfüllen kann, steht auf einem anderen Blatt.

Warm wird es in den kommenden Tagen nochmals werden. Örtlich sind bis +16 Grad möglich, bevor ein Temperatursturz ab Donnerstag Abend für eine ordentliche Abkühlung sorgt.

Die Temperaturen gehen zum Freitag und Samstag auf +2 bis +8 Grad zurück, wobei die kühleren Werte entlang der Alpen und die milderen Werte über den Küstenregionen zu erwarten sind. Die Neigung zu Schauern ist am Freitag hoch und lässt zum Samstag nach. Die Schauer können auch als Graupelschauer niedergehen und örtliche Graupelgewitter sind mit entsprechender Schauerintensität nicht auszuschließen. An den Alpen und über den Mittelgebirgen, sowie über dem Bayerischen Wald und dem Schwarzwald sinkt die Schneefallgrenze kurzzeitig auf 600 bis 800 Meter ab (Schneeprognose) und in der Nacht von Freitag auf Samstag ist Frost möglich. Ab Sonntag ist der Spuk vorbei und es wird spürbar wärmer. Mehr dazu in der aktuellen Wettervorhersage zum Wetter November.

Die Abkühlung ist nur von kurzer Dauer - zum Sonntag wird es spürbar wärmer
Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Die Abkühlung ist nur von kurzer Dauer - zum Sonntag wird es spürbar wärmer
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Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Für den Winter eine ungute Konstellation

Wichtig für einen Wintereinbruch bis Dezember ist der Erhalt der gestörten Zirkulation. Zwar kann diese auch zu sehr warmen Wetterlagen führen, doch ist bei einem gestörten Zirkulationsmuster die Wahrscheinlichkeit für eine winterliche Episode höher einzustufen, als dass bei einer westlichen Struktur der Fall wäre.

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Enorme Tiefdruckdynamik

Die Herausforderung für den Winter über Mitteleuropa liegt in dem Ausbruch kalter Luftmassen über dem östlichen Kanada. So lange dieser unter solch extremen Bedingungen anhält, wird es kein Winterwetter über Mitteleuropa geben können. Warum das so ist, lässt sich anhand der Wetterprognose des europäischen Prognosemodells erklären.

In raschen Abständen entstehen zwischen dem östlichen Kanada, Neufundland und Grönland kräftige Tiefdruckgebiete, die nach und nach zuerst nach Island und nachfolgend nach Skandinavien ziehen. Die Taktung ist entsprechend hoch und so bleibt für das Azorenhoch kaum Spielraum um nach Norden aufzukeilen. Das Setzen eines Störimpulses ist so nicht möglich. In der letzten Wetterprognose wurde dieser Störimpuls noch simuliert, heute jedoch nimmt die Wettervorhersage des europäischen Wettermodells davon Abstand.

Westdrift

Die Tiefdruckdynamik verstärkt sich im Zeitraum vom 22. bis 27. November und erreicht in Form eines Zentraltiefs zwischen Island und England ihren Höhepunkt zum 27. November. Der Kerndruck beträgt 965 hPa und zeigt damit deutlich, um was für ein Schwergewicht es sich dabei handelt.

Im Ergebnis daraus gelangen Deutschland, Österreich und die Schweiz auf die Vorderseitenanströmung der zonal ausgerichteten Wetterlage. Die Temperaturen erreichen mit +5 bis +10 Grad und örtlich bis +12 Grad für die Jahreszeit zu milde Werte.

Leicht unbeständiges Wetter

Immerhin gelingt es der atlantische Frontalzone, ab und an ein Regengebiet über Deutschland hinwegziehen zu lassen, doch der große Regen spielt vorerst keine Rolle. Dafür aber zeitlich begrenzte Nebelfelder, die über Süddeutschland zu einer länger andauernden Erscheinung werden können.

Winterwetter lässt sich auf diese Art und Weise nicht realisieren
Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Winterwetter lässt sich auf diese Art und Weise nicht realisieren
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Wettervorhersage nach dem amerikanischen Wettermodell: Winterwetter möglich

Dass das mit dem Störimpuls aber doch noch was werden kann, zeigt sich in der Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells.

Kalte Luft über dem östlichen Kanada

Der Kaltluftzustrom nach Neufundland wird von der Prognose des amerikanischen Wettermodells zum 23. November deutlich kräftiger berechnet, was auf dem Atlantik eine entsprechend heftige Reaktion auslöst. Die Tiefdruckgebiete trogen weit nach Süden aus und sorgen entlang der Polarfront für eine hohe Wellenbewegung. Im Gegenzug schiebt sich das Azorenhoch in Richtung Mitteleuropa und keilt ab dem 24. November nach Norden in Richtung Skandinavien auf.

Die gestörte Zirkulation

Der Hochdruckkeil dominiert nach dieser Vorhersage das Wettergeschehen über Mitteleuropa bis zum Start in den Dezember. Zunächst noch als Blockadehoch und ab dem 28. November als autarkes Hochdrucksystem über Skandinavien.

Wintereinbruch

Nach und nach dreht die Grundströmung über Deutschland, Österreich und der Schweiz auf östliche Richtungen und so gelingt in Bodennähe der Transport kontinentaler Kaltluftmassen, die zum Start in den Dezember noch nicht allzu kalt sind, als das im Hochwinter - Mitte Januar - der Fall wäre. Nichtsdestotrotz sinken die Werte zum 25. November auf +4 bis +8 Grad ab und zum Dezember ist mit Tageshöchstwerten von -4 bis +2 Grad verbreitet Dauerfrost möglich. In den Nächten ist bei Aufklaren mit Werten von bis -10 Grad strenger Frost nicht auszuschließen.

Wann kommt Schnee?

Sollte sich diese Wetterlage so durchsetzen können, wie sie vom amerikanischen Wettermodell simuliert wird, ist Schneefall mit der Ausbildung einer Schneedecke bis auf tiefere Lagen herab möglich.

Ist die Ostwetterlage der Winterbringer?
Wetterprognose nach dem amerikanischen Wettermodell: Ist die Ostwetterlage der Winterbringer?
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Auf den Punkt gebracht: Hop oder Top

Aus Sicht der Freunde des gepflegten Winterwetters sind die Modellinterpretationen des amerikanischen Wettermodells sicherlich ein Highlight. Es gilt aber nach wie vor ein gesundes Maß an Skepsis walten zu lassen. Die Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells berechnen in den letzten 48 Stunden jeweils optimale Voraussetzungen für den Winter Anfang Dezember. Doch wer hier schon eine Weile zu Gast ist, der weiß, dass warm zunehmend häufiger gewinnt.

Dass dem so sein kann, zeigt sich im Blick auf die Kontrollläufe. Der Wettertrend des amerikanischen Wettermodells stellt mit Abstand die kälteste Variante dar. Die Kontrollläufe ziehen nicht mit und berechnen einen Mittelwert, der für die Jahreszeit etwa um +1 bis +2 Grad zu warm bliebt. Anders formuliert ist die Berechnung der Amerikaner durchaus plausibel und wurde seit Tagen immer wieder in einer ähnlichen Formation simuliert, doch zum aktuellen Stand ist eine Mischung aus Blockadehoch und beginnender Zonalisierung die wahrscheinlichere Variante.

Zwischen West, Südwest und Nordwest

Interpretiert man den Mittelwert aller Kontrollläufe, so erkennt man die Tiefdruckdominanz über Island und das allumfassende Kontinentalhoch. Was passiert ist klar. Entweder die atlantische Frontalzone läuft auf das Hoch auf (Südwestwetterlage), oder es gelingt der Sprung in Richtung Skandinavien (Westwetterlage) mit nachfolgendem Abtropfvorgang über dem östlichen Europa (Nordwestwetterlage). Das Temperaturspektrum spielt sich bis in den Dezember hinein zwischen mild, mäßig mild und nasskalt ab.

West-, Südwest- oder Nordwestwetterlage
Wetterprognose nach dem Mittelwert aller Kontrollläufe: West-, Südwest- oder Nordwestwetterlage
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Die Temperaturprognose der Kontrollläufe
Tag Temperatur-Spektrum Temperatur-Mittelwert
23. November +5 bis
+11 Grad
+7 Grad bis
+9 Grad
27. November +2 bis
+10 Grad
+5 bis
+7 Grad
2. Dezember -2 bis
+11 Grad
+3 bis
+5 Grad
Diagramm Temperaturen November 2020
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe November 2020 von zu kalt, normal, zu warm

Was sich im Tagesverlauf verändert hat und wie die Chancen für den Winter stehen, fassen wir heute Abend gegen 20:00 Uhr an dieser Stelle in einer Aktualisierung der Winterprognose zusammen.

Update der Wetterprognose von 20:03 Uhr

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Man konnte heute im Zeitlupentempo zusehen, wie die extreme und tiefwinterliche Variante des amerikanischen Wettermodells kippte. Heute Abend nun wurde die westlich bis südwestlich orientierte Variante der Europäer übernommen.

Vorerst kein Winter

Mit Winter meinen wir Schnee bis auf tiefere Lagen, Dauerfrost und Ausbildung einer Schneedecke und ein solches Szenario will sich überhaupt nicht offenbaren. Die Tiefdrucksysteme tummeln sich im Bereich von Neufundland, Island und Skandinavien und führen Schubweise immer wieder milde Luftmassen nach Deutschland, was das Temperaturspektrum im Zeitraum vom 24. bis 28. November auf +5 bis +10 Grad und vom 28. bis 2. Dezember auf +9 bis +15 Grad ansteigen lassen kann. Von einem Extrem in das andere!

Amerikanisches Wettermodell aus der Spur!

Es ist in letzter Zeit auffällig, dass die Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells gerne zu den extremeren Varianten neigt. War es heute Nachmittag die deutlich zu kalte, so ist es im Vergleich zu den Kontrollläufen heute Abend mit Abstand die wärmste Variante. Insofern kann man es zur Kenntnis nehmen, mehr aber auch nicht - morgen sieht das schon wieder ganz anders aus.

Von kalt auf mild umgeschwenkt
Die Niederschlagsprognose des amerikanischen Wettermodells: Von kalt auf mild umgeschwenkt
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Modellspinnerei?

Man wäre geneigt dazu, dass zu behaupten. Doch die Wetterlage hat tatsächlich das Potential dazu. Wir bezeichnen eine solche Entwicklung gerne als Hop oder Top. Keilt das Hoch nach Norden auf oder nicht? Die Schlüsselszene bleibt mit dem Hoch zum 25. November erhalten. Und nimmt man die Kontrollläufe nochmal zum Vergleich, so lassen sich zwei wahrscheinliche Entwicklungen erkennen. Das eine ist die zonal strukturierte Wetterlage und das zweite die gestörte Zirkulation in Form einer Ostwetterlage und exakt zwischen diesen beiden Varianten springen die Amerikaner hin und her.

Die zonale Grundströmung (re.) mit mildem und die Ostwetterlage (re.) mit kaltem Wetter
Die Niederschlagsprognose des amerikanischen Wettermodells: Die zonale Grundströmung (re.) mit mildem und die Ostwetterlage (re.) mit kaltem Wetter
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Die Chancen für den Winter

Lassen denn die Randfaktoren Rückschlüsse auf die kommende Wetterentwicklung zu? Nicht wirklich. Aber was sich erkennen lässt, dass der NAO- und AO-Index ab dem 25. November neutral berechnet werden. Dass sich das Hoch nach Norden aufwölben und sich im Bereich zwischen Island und der Barentssee positionieren kann, ist nicht unmöglich.

Schaut man sich die Druckanomalien bis zum 27. November an, so wird man nicht viel schlauer. Freunde des Winterwetters sollten hoffen, dass die Hochdruckbrücke zwischen Sibirien und Kanada nicht zustande kommt. Warum? Ganz einfach - denn das würde den Kaltluftzustrom über dem östlichen Kanada zementieren und einen möglichen Wintereinbruch mindestens bis in die zweite Dezember-Dekade verzögern. Anders formuliert bleibt es vorerst noch bei der Hop oder Top Situation. Morgen wird man mehr wissen.

Eine westlich dominierte Großwetterlage
Eine westlich dominierte Großwetterlage © climatereanalyzer.org

Schneeprognose

Die Kontrollläufe aber sind für Ende November und Anfang Dezember grundsätzlich vielversprechend. Die Wahrscheinlichkeit für Schneefall liegt am 25. November bei 0 Prozent und stiegt südlich der Linie von Köln und Dresden zum 2. Dezember auf 30 bis 60 Prozent an. In Richtung der Küstenregionen sinkt die Schneefallwahrscheinlichkeit auf 0 Prozent ab.

Betrachtet man die Höhentemperaturen, so liegt vom 26. November bis 2. Dezember die Wahrscheinlichkeit für einen nasskalten Temperaturbereich bei 70 bis 90 Prozent.

Zusammenfassend: Die Vorhersage-Modelle werden noch eine ganze Zeit lang hin und her springen können. Das bringt die Wetterlage so mit sich. Eine nasskalte und damit weitgehend normale Temperaturentwicklung ist für den Moment die wahrscheinlichste Variante. Winterliche Wetterverhältnisse wären ab den höheren mittleren Lagen ab dem 28. November machbar.

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Das Wetter-Jahr 2020 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1981-2010 in Grad Nieder­schlag
Januar 2020 +3,2 +3,8 +2,9 45 l/m² - zu trocken
Februar 2020 +5,3 +4,9 +4,3 125 l/m² - zu nass
März 2020 +5,4 +1,8 +1,0 50 l/m² - zu trocken
April 2020 +10,4 +3,0 +2,2 17 l/m² - zu trocken
Mai 2020 +11,9 -0,2 -1,1 40 l/m² - zu trocken
Juni 2020 +16,8 +1,4 +1,1 90 l/m² - etwas zu nass
Juli 2020 +17,7 +0,74 -0,3 53 l/m² - zu trocken
August 2020 +19,9 +3,4 +2,4 90 l/m² - etwas zu nass
September 2020 +14,8 +1,5 +1,3 50 l/m² - zu trocken
Oktober 2020 +10,2 +1,2 +1,0 79 l/m² - zu nass
November 2019 +5,2 +1,2 +0,8 60 l/m² - zu trocken
Dezember 2019 +3,7 +2,9 +2,5 60 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2020 +11,56 +2,17 +1,48 633 l/m² - etwas zu trocken

Wetterfakten Winter

Statistische Wetterwerte für Winter

Der typisch deutsche Winter ist gemäßigt. Seltener sind Extremwetterereignisse zu erwarten. Vielmehr überwiegt von November bis Februar ein nasskalter Wettercharakter, welcher zwischendurch immer wieder von Frost und Schnee unterbrochen werden kann. In Folge des Klimawandels verschiebt sich aber die Schneefallgrenze auf die mittleren Lagen, was die ohnehin schon geringen Chancen für einen Flachlandwinter noch weniger wahrscheinlich macht.

  • Der erste Schnee kommt häufig mit Schneeschauer schon Ende Oktober, was aber noch kein Wintereinbruch ist.
  • Den ersten Anflug von Winterwetter gibt es sehr häufig im Zeitraum zwischen dem 8. und 14. November
  • Ende November wird es wieder wärmer
  • Vom 1.-10. Dezember bleibt das Wetter mit höherer Wahrscheinlichkeit warm
  • Im zweiten Dezember-Drittel folgt Winterwetter - sehr häufig bis Weihnachten
  • Kurz vor Weihnachten folgt mit einer Wahrscheinlichkeit von 78% das Weihnachtstauwetter, welches bis Jahresende anhalten kann
  • Zwischen dem 13. und 24. Januar ist Aufgrund von Kontinentalhochdruck der Hochwinter häufiger möglich
  • Zweite Kältewelle folgt häufig zwischen dem 16. und 25. Februar nach, anschließend wärmeres Wetter
  • Der Februar ist zudem einer der schneereichsten Monate im Winter.
  • Im März klingt dann der Winter aus. Wenn sich aber der Hochwinter Mitte Januar festigen und behaupten kann, steigt die Wahrscheinlichkeit für den sog. Märzwinter an

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