Wetter Winter 2020/2021 - Wetterprognose und Wettervorhersage

Wetter Winter 2020/2021 Wetterprognose vom 16.11.2020 - Der Wintereinbruch bleibt bis Dezember optional

Frostiges Winterwetter Anfang Dezember?
Frostiges Winterwetter Anfang Dezember?

Die Schneefallgrenze sinkt zum Ende der Woche ab, doch ob sich der Winter bis Dezember wird durchsetzen können, hängt davon ab, wie sich ein Hoch über Mitteleuropa verhält.

Kräftige Winde sorgen für ein Ende des bislang ruhigen Novemberwetters. Am Donnerstag sind über den Küstenregionen schwere Sturmböen möglich, während der Wind über Süddeutschland nur selten durch kräftige Böen auf sich aufmerksam macht.

Der Wind führt zunächst kühle und zur Wochenmitte wärmere Luftmassen nach Deutschland, was die Temperaturen bis zum Mittwoch auf +10 bis +14 Grad und örtlich bis +16 Grad ansteigen lassen kann. Zum Freitag sorgt ein nach Osten abziehendes Sturmtief für Rückseitenwetter und einen Temperatursturz. Der Wind dreht auf nördliche Richtungen und führt mit +2 bis +8 Grad kühlere Luftmassen nach Deutschland. Die Schneefallgrenze sinkt ab und auch über tieferen Lagen wird man den einen oder anderen Graupelschauer beobachten können. Über den Alpen wird es oberhalb etwa 600 bis 800 Meter winterlich werden können. Mehr dazu in der aktuellen Wettervorhersage zum Wetter November 2020.

Das frühwinterliche Geplänkel wird rasch beendet
Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Das frühwinterliche Geplänkel wird rasch beendet
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Schneeprognose

Ja, frühwinterliches Geplänkel ist zum Wochenende möglich und auch Nachtfrost wird wieder eine Rolle spielen. Doch ist das Wetter noch weit von einem Wintereinbruch entfernt. Das erkennt man schon anhand der oben gezeigten Wetterkarte, dass da (noch) wenig Substanz dahintersteckt. Nichtsdestotrotz kann sich nach der Schneeprognose über den Höhenlagen eine dünne Schneedecke ausbilden - was längst überfällig ist.

Über den Höhenlagen kann sich nach der Schneeprognose eine dünne Schneedecke ausbilden
Schneeprognose: Über den Höhenlagen kann sich nach der Schneeprognose eine dünne Schneedecke ausbilden
© windy.com

Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Die Sache mit dem Winter

Für einen richtigen Wintereinbruch ist es auch noch zu früh. Bevor sich der Trog mit einem Mittelmeertief über Deutschland etablieren kann, wird dieser von dem nachrückenden Hochdruckkeil nach Osten weg gedrückt. Die eigentliche Ursache der erhöhten Wetteraktivität aber ist im Kaltluftvorstoß über dem östlichen Kanada zu finden. In raschen Abständen entstehen kräftige Tiefdrucksysteme, die vom Atlantik aus Kurs auf Europa nehmen.

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Hohe Wellenbewegung entlang der Polarfront

An der Tatsache, dass die erhöhte Tiefdruckdynamik zu einer hohen Wellenbewegung entlang der Polarfront führen wird, hat sich in der Wetterprognose des europäischen Wettermodells nicht verändert.

Der Störimpuls

Was sich verändert hat, ist das Hoch. Ganz unscheinbar wölbt es sich zum 24. November zwischen England und Deutschland nach Norden auf und nutzt dabei eine Lücke in der Tiefdruckrinne aus. Wir haben diesen Vorgang in den letzten Tagen als Störimpuls bewertet. Warum das so ist, zeigt sich mit dem 25. November. Das Hoch keilt recht zügig in den Polarwirbel hinein auf und baut mit dem Kontinentalhoch eine abstrakte Hochdruckbrücke auf. Schlagartig meridionalisiert das Strömungsmuster und ein ehemals über der Barentssee liegender Tiefdruckklops wird nach Westen befördert.

Der optionale Winter

Die Rahmenbedingungen für einen winterlichen Wetterabschnitt sind nach der Wettervorhersage des europäischen Prognosemodells nahezu ideal und sollte diese sich - exakt - so einstellen, so wären am 26. November bei Tageswerten von -2 bis +6 Grad Schnee-, Schneeregen- oder Graupelschauer bis auf tiefere lagen herab möglich. Genau genommen handelt sich hierbei um eine gestörte Zirkulation, was über Deutschland, Österreich und der Schweiz zu einer nasskalten Witterung führt. Der Winter aber wird zum Wechsel in den Dezember 2020 optional.

Eine mehr als spannende Konstellation - Der erste Wintereinbruch im Dezember?
Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Eine mehr als spannende Konstellation - Der Winter jedenfalls wird zum Dezember optional
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Wettervorhersage nach dem amerikanischen Wettermodell: Der Störimpuls verpufft

Die Wetterprognose des amerikanischen Prognosemodells ist dem der Europäer sehr ähnlich, doch die Schlüsselszene ist und bleibt der Zeitraum um den 25. November. Das Hoch keilt nach Norden auf - darüber sind sich die Prognose-Modelle einig. Was diese aber unterscheidet, ist die Wucht des Kaltluftvorstoßes über dem östlichen Kanada.

Schaukelwetter

Der Kaltluftzustrom nach Neufundland ist als intakt zu bewerten und hält bis zum 1. Dezember (Di.) unvermindert heftig an. Infolge daraus bleibt die Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik kräftig strukturiert und drückt immer wieder das Hoch über Mitteleuropa nach Norden auf. Was dem Hoch aber nicht gelingt, ist das Ablösen vom Azorenhoch und so bleibt das Hochdruckkonstrukt über Europa ortsfest. Weiter nach Osten tropfen die kalten Luftmassen nach Süden ab, was zum Dezember hin den Winter über das westliche Russland bringt.

Deutschland, Österreich und die Schweiz verbleiben in der mäßig milden Hochdruckblase. Wie mild? Berechnet werden Tageswerte von +5 bis +10 Grad, die bei Dauernebel mit Werten von +2 bis +6 Grad auch darunter liegen können. Mit dem Winter hat das aber nichts gemeinsam.

Das Hoch kann sich nicht ablösen und verhindert somit eine winterliche Wetterlage
Wetterprognose nach dem amerikanischen Wettermodell: Das Hoch kann sich nicht ablösen und verhindert somit eine winterliche Wetterlage
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Auf den Punkt gebracht: Kein früher Winter - aber extrem spannende Wetterlagen

Frühwinterliches Geplänkel ja, nachhaltiger Wintereinbruch nein. So lautet auch das heutige Fazit. Dennoch - die Schlüsselszene für den Wetterfahrplan bis in den Dezember ist in der Hochdruckentwicklung zu finden. Wölbt es sich nach Norden auf, geht es eine Verbindung mit dem Kontinentalhoch ein, oder kippt es über Mitteleuropa nach Osten ab und überlässt der Zonalisierung den Spielraum? Wir haben uns die extremsten Entwicklungen nach den Kontrollläufen einmal näher angeschaut.

Das Potential der Wetterentwicklung ist bis zum Dezember riesig und reicht von sehr mild bis tiefwinterlich
Wetterprognose nach einzelnen Kontrollläufen: Das Potential der Wetterentwicklung ist bis zum Dezember riesig und reicht von sehr mild bis tiefwinterlich
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Was wahrscheinlich ist

Auffällig ist in den einzelnen Kontrollläufen das nach Norden aufstrebende Hoch. Die Anzahl dieser Varianten hat sich in den letzten 24 Stunden erhöht. Doch nach wie vor simuliert der Mittelwert aller Kontrollläufe das Kontinentalhoch in einer allumfassenden Position, die bis nach Mitteleuropa und Skandinavien reicht. Das Azorenhoch liegt dort, wo es hingehört und die Tiefdruckdynamik tobt sich zwischen Neufundland, Island und der Karasee aus.

Möchte man daraus eine winterliche Wetterlage ableiten, so wäre die Ostkomponente eine gute Wahl. Dazu aber muss sich zwingend über Skandinavien das Hoch ausbilden können. Für Freunde des Winterwetters wichtig ist die gestörte Zirkulation. Das Hoch blockt die Zonalisierung vollständig ab. Klingt erst einmal wenig spannend, doch das Potential das daraus hervorgehen kann, ist riesig und wie man in der Berechnung des europäischen Wettermodells sieht, kann dieser Umschwung zügig vonstattengehen.

Das allumfassende Kontinentalhoch
Wetterprognose nach dem Mittelwert aller Kontrollläufe: Das allumfassende Kontinentalhoch - Winterbringer oder Winterverhinderer?
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Die Temperaturprognose der Kontrollläufe
Tag Temperatur-Spektrum Temperatur-Mittelwert
22. November +2 bis
+12 Grad
+5 Grad bis
+7 Grad
26. November +0 bis
+10 Grad
+4 bis
+6 Grad
1. Dezember -2 bis
+11 Grad
+2 bis
+5 Grad
Diagramm Temperaturen November 2020
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe November 2020 von zu kalt, normal, zu warm

Spannend in jeder Hinsicht. Was sich im Tagesverlauf für Veränderungen ergeben haben, fassen wir heute Abend gegen 20:00 Uhr an dieser Stelle in einer Aktualisierung der Winterprognose zusammen.

Update der Wetterprognose von 20:07 Uhr

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Ein frühwinterliches Geplänkel gibt es mit örtlichen Graupelschauern bereits zum Ende der Woche zu beobachten. Die Vorhersage-Modelle bestätigten den Temperatursturz zum Freitag, der die Temperaturen auf +2 bis +6 Grad und die Schneefallgrenze an den Alpen auf 600 bis 800 Meter absinken lassen kann.

Die gestörte Zirkulation - die Chancen stehen gut für den Winter

Die Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells berechnete heute Nachmittag eine Verlagerung des Hochdrucksystems in Richtung Skandinavien, so dass sich über Deutschland, Österreich und der Schweiz ab dem 28. November eine kalte Ostwetterlage hätte einstellen können. Bei Tageswerten von -1 bis +4 Grad würden Nebel- und Hochnebelfelder überwiegen. Lösen diese sich auf, gibt es viel Sonnenschein. Zwischendurch wäre der eine oder andere Schnee-, Schneeregen- oder Graupelschauer nicht auszuschließen.

Die kalte Ostwetterlage mit einem Hoch über Skandinavien - überwiegend nasskaltes Wetter über Deutschland
Die Niederschlagsprognose des amerikanischen Wettermodells: Die kalte Ostwetterlage mit einem Hoch über Skandinavien - überwiegend nasskaltes Wetter über Deutschland © windy.com

Die winterliche Nordwetterlage

Heute Abend nun eine Abwandlung der gestörten Zirkulation. Das Hoch strebt zum 26. November nach Norden in Richtung Skandinavien auf, driftet aber zügig nach Westen in Richtung europäisches Nordmeer und zum 1. Dezember in Richtung Island ab. Somit wird der Kaltluftzustrom über dem östlichen Kanada komplett gestoppt und der Tiefdruckwirbel zwischen der Barents- und Karasee transportiert im Verbund mit dem Hoch kalte Luftmassen polaren Ursprungs nach Deutschland, Österreich und die Schweiz.

Winterwetter mit Schneefall

Die Tageswerte sinken nach der Wetterprognose des amerikanischen Prognosemodells bis zum 30. November langsam auf -2 bis +4 Grad ab und zum 2. Dezember wäre bei Werten von -4 bis +3 Grad verbreitet mit Dauerfrost zu rechnen. Milder bleibt es bei nördlichen Winden über Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Niederschläge aber würden bis auf tiefere Lagen herab als Schnee niedergehen und oberhalb etwa 200 bis 400 Meter wäre - nach dieser Variante - mit der Ausbildung einer Schneedecke zu rechnen.

Die winterliche Nordwetterlage
Die Niederschlagsprognose des amerikanischen Wettermodells: Die winterliche Nordwetterlage © windy.com

Modellspinnerei?

Ja und nein. Ja aus dem Grund, dass die Kontrollläufe nicht mitziehen und bis in den Dezember hinein Jahreszeit-typische Werte berechnen. Jahreszeit-typisch wäre ein Spektrum von +2 bis +8 Grad. Beide Wetterprognosen des amerikanischen Wettermodells gehören im Vergleich zu den Kontrollläufen zu den kalten Ausreißern. Ein gesundes Maß an Skepsis ist somit angebracht. Interessant aber ist, dass die Lösungen exakt mit denen übereinstimmen, die wir vor ein paar Tagen besprochen haben. Entscheidend für das Wetter im Dezember ist und bleibt der Zeitraum zwischen dem 24. und 26. November.

Schneeprognose

Die Wahrscheinlichkeit für Schneefall liegt am 24. November bei geringen 0 bis 15 Prozent. Am 2. Dezember liegt die Wahrscheinlichkeit schon zwischen 30 bis 50 Prozent und sinkt nach Norden auf 0 bis 20 Prozent ab.

Betrachtet man die Wahrscheinlichkeit für Dauerfrost, so liegt diese am 2. Dezember zwischen 0 bis 30 Prozent und die für Nachtfrost zwischen 50 bis 90 Prozent.

Zusammenfassend: Die Wettervorhersage des amerikanischen Wettermodells bildetet heute Abend die kältesten Varianten ab. Kann man erst mal so stehen lassen, schließlich ist es eine plausible Wetterentwicklung. Die Kontrollläufe und auch das europäische Wettermodell stützen diese winterlichen Varianten nicht. Was aber gestützt wird, ist die gestörte Zirkulation. Die kommenden Tage werden für Freunde des Winterwetters richtig spannend!

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Das Wetter-Jahr 2020 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1981-2010 in Grad Nieder­schlag
Januar 2020 +3,2 +3,8 +2,9 45 l/m² - zu trocken
Februar 2020 +5,3 +4,9 +4,3 125 l/m² - zu nass
März 2020 +5,4 +1,8 +1,0 50 l/m² - zu trocken
April 2020 +10,4 +3,0 +2,2 17 l/m² - zu trocken
Mai 2020 +11,9 -0,2 -1,1 40 l/m² - zu trocken
Juni 2020 +16,8 +1,4 +1,1 90 l/m² - etwas zu nass
Juli 2020 +17,7 +0,74 -0,3 53 l/m² - zu trocken
August 2020 +19,9 +3,4 +2,4 90 l/m² - etwas zu nass
September 2020 +14,8 +1,5 +1,3 50 l/m² - zu trocken
Oktober 2020 +10,2 +1,2 +1,0 79 l/m² - zu nass
November 2019 +5,2 +1,2 +0,8 60 l/m² - zu trocken
Dezember 2019 +3,7 +2,9 +2,5 60 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2020 +11,56 +2,17 +1,48 633 l/m² - etwas zu trocken

Wetterfakten Winter

Statistische Wetterwerte für Winter

Der typisch deutsche Winter ist gemäßigt. Seltener sind Extremwetterereignisse zu erwarten. Vielmehr überwiegt von November bis Februar ein nasskalter Wettercharakter, welcher zwischendurch immer wieder von Frost und Schnee unterbrochen werden kann. In Folge des Klimawandels verschiebt sich aber die Schneefallgrenze auf die mittleren Lagen, was die ohnehin schon geringen Chancen für einen Flachlandwinter noch weniger wahrscheinlich macht.

  • Der erste Schnee kommt häufig mit Schneeschauer schon Ende Oktober, was aber noch kein Wintereinbruch ist.
  • Den ersten Anflug von Winterwetter gibt es sehr häufig im Zeitraum zwischen dem 8. und 14. November
  • Ende November wird es wieder wärmer
  • Vom 1.-10. Dezember bleibt das Wetter mit höherer Wahrscheinlichkeit warm
  • Im zweiten Dezember-Drittel folgt Winterwetter - sehr häufig bis Weihnachten
  • Kurz vor Weihnachten folgt mit einer Wahrscheinlichkeit von 78% das Weihnachtstauwetter, welches bis Jahresende anhalten kann
  • Zwischen dem 13. und 24. Januar ist Aufgrund von Kontinentalhochdruck der Hochwinter häufiger möglich
  • Zweite Kältewelle folgt häufig zwischen dem 16. und 25. Februar nach, anschließend wärmeres Wetter
  • Der Februar ist zudem einer der schneereichsten Monate im Winter.
  • Im März klingt dann der Winter aus. Wenn sich aber der Hochwinter Mitte Januar festigen und behaupten kann, steigt die Wahrscheinlichkeit für den sog. Märzwinter an

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