Wetter Winter 2020/2021 - Wetterprognose und Wettervorhersage

Wetter Winter 2020/2021 Wetterprognose vom 15.11.2020 - Hohe Tiefdruckdynamik auf dem Atlantik

Die ruhigen November-Tage sind gezählt
Die ruhigen November-Tage sind gezählt

Wann kommt der Winter, wann kommt der Schnee? Ende November sind winterliche Wettererscheinungen möglich und unter bestimmten Voraussetzungen werden im Wochenausklang Graupelschauern möglich sein. Wie also stehen die Chancen auf den frühen Winter?

Atlantische Tiefdrucksysteme verlagern sich bis zur Wochenmitte über Skandinavien und beeinflussen zunehmend das Wetter über Deutschland.

Ungewöhnlich warm zeigt sich der November mit Werten von +12 bis +18 Grad und örtlich bis +20 Grad am heutigen Sonntag. Zum Start in die neue Woche gehen die Werte kurzzeitig zurück und orientieren sich zur Wochenmitte an der +15 Grad-Marke. Selbst in der Höhe von rund 1.400 Meter steigen die Temperaturen auf über +10 Grad an. Zum Wochenausklang werden aus nordwestlichen Richtungen kühlere Luftmassen nach Deutschland geführt und bei einem unbeständigen Wettercharakter sind am Freitag unter bestimmten Voraussetzungen Graupelschauer nicht auszuschließen. Begleitet wird das Auf und Ab der Temperaturen von einem böigen Wind, der über den Küstenregionen stürmisch in Erscheinung treten kann. Mehr dazu in der aktuellen Wettervorhersage zum Wetter November 2020.

Das Auf und Ab der Temperaturen wird von einem windigen und unbeständigen Wettercharakter begleitet
Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Das Auf und Ab der Temperaturen wird von einem windigen und unbeständigen Wettercharakter begleitet
© www.meteociel.fr

Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Hohe Wellenbewegung entlang der Polarfront

Mit viel Wohlwollen erkennt man nach der Wetterprognose des europäischen Wettermodells einen winterlichen Ansatz. Die Tiefdruckschleife trogt über Mitteleuropa aus und das Azorenhoch bildet einen Keil in Richtung Grönland aus. Würde sich diese Situation stabilisieren, so könnte man von Winterwetter bis in den Dezember hinein ausgehen. Doch blickt man über das östliche Kanada, erkennt man recht schnell, dass die Zeichen für den Frühwinter nicht besonders gut stehen.

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Geburtsstätte der Tiefdrucksysteme

Die klassische Grundströmung ist über Mitteleuropa westlich geprägt und verantwortlich dafür sind atlantische Tiefdrucksysteme, die über Neufundland entstehen und sich zumeist in einem Tiefdruckzentrum über Island positionieren. Das Azorenhoch wirkt in diesem Fall passiv und der NAO-Index ist als stark positiv zu bewerten. Umgangssprachlich nennt man diese Großwetterlage die Westwetterlage oder den Westdrift.

Zwischen West und Südwest

Die zonale Grundströmung hat noch zwei Varianten, die entweder südwestlich (warm) oder nordwestlich (nasskalt) orientiert sein können. Und exakt diese westliche Grundströmung berechnet das europäischen Wettermodells in seiner heutigen Wetterprognose.

Kein früher Winter

Der enorme Ausbruch kalter Luftmassen über dem östlichen Kanada reißt nicht ab und intensiviert sich zum 25. November. Aus dieser Dynamik heraus entstehen auf dem Atlantik Tiefdrucksysteme mit einem Kerndruck von bis 950 hPa und sind somit als echte Schwergewichte zu bewerten.

Durch die enge Bindung zum Kaltluftvorstoß bleiben die Tiefdrucksysteme zwischen Neufundland und Island nahezu stationär gebunden. Das hat für das Wetter über Deutschland, Österreich und der Schweiz Folgen. Die Frontensysteme drücken das Azorenhoch in Richtung Mitteleuropa und laufen auf das System auf. Über Deutschland stellt sich eine mäßig milde Südwestwetterlage ein. Mäßig mild? Simuliert werden Temperaturen von +4 bis +8 Grad. Für den frühen Winter definitiv zu warm.

Der frühe Winter hat so keine Chance sich über Deutschland zu positionieren
Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Der frühe Winter hat keine Chance, sich über Deutschland zu positionieren
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Wettervorhersage nach dem amerikanischen Wettermodell: Abwechslungsreiches Zick-Zack-Wetter

Der anhaltende Kaltluftzustrom über dem östlichen Kanada wird von der Wettervorhersage des amerikanischen Wettermodells gestützt. Somit setzt sich die hohe Tiefdruckdynamik durch und beeinflusst das Wetter über Deutschland in der letzten November-Dekade.

Westwetter

In raschen Abständen entstehen vom 20. bis 30. November zwischen Neufundland und Island Tiefdrucksysteme, die sich phasenweise bis nach Skandinavien durchsetzen können. Das Azorenhoch wird zunehmend passiv und die Gradienten der Wettersysteme verdichten sich über Mitteleuropa. Rauscht ein Tief heran, werden mit Hilfe der Vorderseitenanströmung vergleichsweise milde Luftmassen nach Europa geführt. Die Temperaturen erreichen über Deutschland, Österreich und der Schweiz bspw. am 23. und 26. November Werte zwischen +6 bis +10 Grad und örtlich bis +12 Grad. Sind die Tiefdrucksysteme über Deutschland hinweggezogen, kann es mit der Rückseitenströmung mit Werten von +2 bis +8 Grad kühler werden.

Über Europa etabliert sich eine Westwindzone
Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Über Europa etabliert sich eine Westwindzone
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Auf den Punkt gebracht: Kein früher Winter

Der Wettertrend der letzten Tage bestätigt sich heute erneut und die Prognosen der Vorhersage-Modelle sind sich sehr ähnlich, was ein westlich orientiertes Strömungsmuster im Verlauf der letzten November-Dekade sehr wahrscheinlich macht.

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Die Kontrollläufe bestätigen den jahreszeitlich zu milden Temperaturtrend. Im Schnitt liegt die Abweichung mit +1 bis +3 Grad gegenüber dem Referenzwert von 1961 bis 1990 im zu warmen Bereich.

Wintereinbruch - wenn, dann aus östlichen Richtungen

Was aber wäre, wenn der Kaltluftvorstoß über dem östlichen Kanada abreißt, wie es vor ein paar Tagen schon einmal berechnet wurde? Dann ergäbe sich aus dieser Situation heraus ein Hochdrucksystem, das zwischen Island und Skandinavien einen Störimpuls setzen kann. Der Westdrift wird unterbunden und eine gestörte Zirkulation setzt sich durch. Mit einer östlichen Anströmung könnten kalte Luftmassen nach Deutschland geführt werden. Die Kontrollläufe berücksichtigen diese Varianten mit einer Wahrscheinlichkeit von rund 20 Prozent. So ist der frühe Winter zwar deutlich wenig wahrscheinlich, aber eben auch noch nicht vom Tisch.

Der Wettertrend zeigt sich zonal geprägt, doch extremere und auch winterliche Varianten sind noch nicht vom Tisch
Wetterprognose nach dem Mittelwert aller Kontrollläufe (li.) und eines Einzellaufs (re.): Der Wettertrend zeigt sich zonal geprägt, doch extreme und auch winterliche Varianten sind noch nicht vom Tisch
© www.meteociel.fr

Die Temperaturprognose der Kontrollläufe
Tag Temperatur-Spektrum Temperatur-Mittelwert
21. November +1 bis
+12 Grad
+4 Grad bis
+6 Grad
25. November +3 bis
+11 Grad
+6 bis
+8 Grad
30. November -3 bis
+13 Grad
+4 bis
+6 Grad
Diagramm Temperaturen November 2020
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe November 2020 von zu kalt, normal, zu warm

Was sich daraus für Wetterlagen im Dezember ergeben können, erläutern wir heute Abend gegen 20:00 Uhr in einer Aktualisierung der Wetterprognose zum Wetter Dezember 2020.

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Das Wetter-Jahr 2020 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1981-2010 in Grad Nieder­schlag
Januar 2020 +3,2 +3,8 +2,9 45 l/m² - zu trocken
Februar 2020 +5,3 +4,9 +4,3 125 l/m² - zu nass
März 2020 +5,4 +1,8 +1,0 50 l/m² - zu trocken
April 2020 +10,4 +3,0 +2,2 17 l/m² - zu trocken
Mai 2020 +11,9 -0,2 -1,1 40 l/m² - zu trocken
Juni 2020 +16,8 +1,4 +1,1 90 l/m² - etwas zu nass
Juli 2020 +17,7 +0,74 -0,3 53 l/m² - zu trocken
August 2020 +19,9 +3,4 +2,4 90 l/m² - etwas zu nass
September 2020 +14,8 +1,5 +1,3 50 l/m² - zu trocken
Oktober 2020 +10,2 +1,2 +1,0 79 l/m² - zu nass
November 2019 +5,2 +1,2 +0,8 60 l/m² - zu trocken
Dezember 2019 +3,7 +2,9 +2,5 60 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2020 +11,56 +2,17 +1,48 633 l/m² - etwas zu trocken

Wetterfakten Winter

Statistische Wetterwerte für Winter

Der typisch deutsche Winter ist gemäßigt. Seltener sind Extremwetterereignisse zu erwarten. Vielmehr überwiegt von November bis Februar ein nasskalter Wettercharakter, welcher zwischendurch immer wieder von Frost und Schnee unterbrochen werden kann. In Folge des Klimawandels verschiebt sich aber die Schneefallgrenze auf die mittleren Lagen, was die ohnehin schon geringen Chancen für einen Flachlandwinter noch weniger wahrscheinlich macht.

  • Der erste Schnee kommt häufig mit Schneeschauer schon Ende Oktober, was aber noch kein Wintereinbruch ist.
  • Den ersten Anflug von Winterwetter gibt es sehr häufig im Zeitraum zwischen dem 8. und 14. November
  • Ende November wird es wieder wärmer
  • Vom 1.-10. Dezember bleibt das Wetter mit höherer Wahrscheinlichkeit warm
  • Im zweiten Dezember-Drittel folgt Winterwetter - sehr häufig bis Weihnachten
  • Kurz vor Weihnachten folgt mit einer Wahrscheinlichkeit von 78% das Weihnachtstauwetter, welches bis Jahresende anhalten kann
  • Zwischen dem 13. und 24. Januar ist Aufgrund von Kontinentalhochdruck der Hochwinter häufiger möglich
  • Zweite Kältewelle folgt häufig zwischen dem 16. und 25. Februar nach, anschließend wärmeres Wetter
  • Der Februar ist zudem einer der schneereichsten Monate im Winter.
  • Im März klingt dann der Winter aus. Wenn sich aber der Hochwinter Mitte Januar festigen und behaupten kann, steigt die Wahrscheinlichkeit für den sog. Märzwinter an

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