Wetter Winter 2020/2021 - Wetterprognose und Wettervorhersage

Wetter Winter 2020/2021 Wetterprognose vom 14.11.2020 - Nach dem Sturm der Frühwinter?

Wie stehen die Chancen auf winterliche Wetterverhältnisse?
Wie stehen die Chancen auf winterliche Wetterverhältnisse?

Das Potential unwetterartiger Wetterereignisse steigt in den kommenden Tagen an und sorgen mit einem Temperatursturz für kühlere Temperaturen. Graupelschauer sind möglich. Setzt sich nun der Frühwinter durch?

Stürmisch werden die kommenden Tage über Norddeutschland. Zur Wochenmitte sind auch schwere Sturmböen bis hin zu orkanartige Winde zu erwarten. Weiter über dem Landesinneren schwächst sich der Wind zwar ab, bleibt aber bis zu einer Linie von Köln und Dresden ruppig.

Verantwortlich für den Sturm ist die atlantische Frontalzone, die sich in den kommenden Tagen von England nach Skandinavien verlagert und in diesem Prozess das Potential unwetterartiger Starkwindereignisse ansteigen lassen kann. Begleitet wird der Sturm von Wolken und gelegentlichem Niederschlag, der in der Nacht von Sonntag auf Montag nennenswert ausfallen kann. Sonst sind die Niederschläge meist in Schauerform zu erwarten. Die Temperaturen erreichen am Sonntag ungewöhnlich warme +12 bis +17 Grad und örtlich bis +20 Grad. Nachfolgend sorgt der Wind für einen Temperatursturz und die Werte gehen bis zum Donnerstag auf +5 bis +10 Grad zurück. Sind die Schauer entsprechend kräftig strukturiert, sind kurze Gewitter, sowie Graupelschauer möglich. Mehr dazu in der aktuellen Wettervorhersage zum Wetter November 2020.

Turbulentes Herbstwetter mit ansteigendem Potential unwetterartiger Wetterereignisse
Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Turbulentes Herbstwetter mit ansteigendem Potential unwetterartiger Wetterereignisse
© www.meteociel.fr

Hoch gegen Tief: warm oder kalt?

Die Wetterprognosen beider Vorhersage-Modelle lassen es darauf ankommen. Der Wetterwechsel kommt, doch wie extrem und nachhaltig dieser ausfallen wird, hängt davon ab, wie weit die atlantische Frontalzone nach Osten vorankommt und mit welcher Wucht sich das Kontinentalhoch dem Ansturm der Frontalzone entgegenstellt.

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Vergleichsweise kühles Herbstwetter

Die Wetterprognose des europäischen Wettermodells berechnet zum 21. November (Sa.) den Vorstoß kalter Luftmassen in Richtung Deutschland, Österreich und der Schweiz, was die Temperaturen auf +2 bis +6 Grad und über dem Norden auf +8 Grad zurückgehen lässt. Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer sind ebenso möglich wie Nachtfrost, doch entspricht der Temperaturcharakter exakt dem, was in der letzten November-Dekade üblich ist.

Sturm

Anders sieht die Wettervorhersage bis zum 21. November nach dem amerikanischen Wettermodell aus. Die atlantische Frontalzone tobt über Skandinavien und sorgt auch über Deutschland für ein anhaltend hohes Starkwindpotential. Der Wind aber kommt aus westlichen Richtungen und führt mit Werten von +7 bis +14 Grad milde bis warm Luftmassen nach Europa.

Große Unsicherheiten

Diese zwei Beispiele zeigen, dass es - für den Moment - wenig Sinn macht weit in die Zukunft zu blicken. Erst muss der Sturm durchrauschen, dann weiß man mehr, wohin die Reise gehen wird. Anders formuliert werden die Vorhersage-Modelle in den kommenden Tagen ihre Wettervorhersagen noch mehrfach verändern. Wie extrem die Unterschiede sind, zeigt sich in der nachfolgenden Gegenüberstellung der beiden Vorhersage-Modelle zum 21. November.

Die Unterschiede sind enorm, und so macht eine detaillierte Prognose zum aktuellen Stand wenig Sinn - klar aber ist, dass die letzte November-Dekade turbulent beginnen wird
Wetterprognose nach dem europäischen (li.) und dem amerikanischen (re.)Wettermodell: Die Unterschiede sind enorm, und so macht eine detaillierte Prognose zum aktuellen Stand wenig Sinn - klar aber ist, dass die letzte November-Dekade turbulent beginnen wird
© www.meteociel.fr

Auf den Punkt gebracht: Turbulente Zeiten

Was sich aber aus der Großwetterlage generell ableiten lässt, ist eine im Zeitraum vom 19. bis 23. November erhöhte Neigung zu Starkwindereignissen und bei einem zurückgehenden Temperaturspektrum sind Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer optional, wenn auch die Wahrscheinlichkeiten ab den mittleren Lagen (>300 Meter) für Schneeschauer deutlich höher sind.

Wintereinbruch?

Nein, winterliche Wetterverhältnisse mit Ausbreitung einer Schneedecke und Dauerfrost - auch in tieferen Lagen, wie das bspw. 2010 der Fall war, ist nicht möglich. Dafür ist die Dynamik der kommenden Wetterlage einfach zu hoch und woher sollen so schnell die kalten Luftmassen herkommen? Anders sieht das in Lagen oberhalb etwa 800 Meter aus. Hier kann sich der Winter schon bemerkbar machen. Schnee ist aber auch gut zu gebrauchen, denn aktuell liegt unterhalb 2.000 Meter kein Schnee (Webcam Jenner; Berchtesgaden).

Nasskalt

Viel wahrscheinlicher aber ist im Zeitraum nach dem Sturm das klassische Rückseitenwetter, was Ende November oftmals zu nasskalten Temperaturverhältnissen führt. Die Kontrollläufe stimmen in ihren Wetterprognosen darin überein, dass die Grundströmung bis zum 29. November überwiegend westlich geprägt ist.

Das Tiefdruckzentrum ist zwischen Grönland und der Barentssee deutlich zu erkennen, aber zu schwach strukturiert. Die Achse der Tiefdruckrinne verläuft von Neufundland bis über das westliche Russland und hat im Trend eine südwestliche Struktur.

Zwischen frühwinterlichem Geplänkel und Vollherbst

Und so bleibt diese Aussage von gestern bestehen. Der Frühwinter kann sich mit Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer im Zeitraum vom 19. bis 23. November zeigen, doch das Strömungsmuster ist westlich geprägt. Starkwindereignisse sind somit wahrscheinlicher als ein nachhaltiger Wintereinbruch bis in den Dezember hinein.

Turbulentes Wetter ja, nachhaltiger Wintereinbruch nein
Wetterprognose nach dem Mittelwert aller Kontrollläufe: Turbulentes Wetter ja, nachhaltiger Wintereinbruch nein
© www.meteociel.fr

Die Temperaturprognose der Kontrollläufe
Tag Temperatur-Spektrum Temperatur-Mittelwert
20. November +2 bis
+10 Grad
+4 Grad bis
+6 Grad
24. November +2 bis
+10 Grad
+5 bis
+7 Grad
29. November -3 bis
+11 Grad
+5 bis
+7 Grad
Diagramm Temperaturen November 2020
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe November 2020 von zu kalt, normal, zu warm

Ob die Vorhersage-Modelle im Tagesverlauf wieder einheitlicher geworden sind, wie hoch das Potential für orkanartige Winde und dem nachfolgend kühlen Rückseitenwetter ist, erläutern wir heute Abend gegen 20:00 Uhr in einer Aktualisierung der Wetterprognose Winter 2020 an dieser Stelle.

Update der Wetterprognose von 19:57 Uhr

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Der Knackpunkt der kommenden Wetterentwicklung liegt im Sturmereignis der kommenden Woche. Nach den Wetterprognosen von heute Abend bricht die atlantische Frontalzone ab der Wochenmitte in Richtung Skandinavien durch und leitet mit einem windigen Wettercharakter den Vollherbst über Deutschland ein.

Wetterwechsel

Mit einer westlichen Grundströmung werden mehr Wolken und mehr Niederschlag nach Deutschland geführt. Doch die ganz großen Regenmengen bleiben zunächst noch aus. Beide Vorhersage-Modelle berechnen in den kommenden Tagen mit 0 bis 10 und örtlich bis 15 l/m² nur mäßig ergiebige Regensummen.

Immer wieder Niederschlag - viel ist jedoch nicht zu erwarten
Die Niederschlagsprognose des europäischen (li.) und des amerikanischen (re.) Wettermodells bis zum 24. November: Immer wieder Niederschlag - viel ist jedoch nicht zu erwarten © windy.com

Westlich orientiertes Strömungsmuster

Auch das wurde heute im Tagesverlauf bestätigt. In der letzten November-Dekade wird nach den aktuellen Wetterprognosen eine westliche Grundströmung eine dominierende Rolle einnehmen. Zwar kann das Strömungsmuster nach einem vorüberziehenden Tief kurzzeitig auf Nordwest bis Nord kippen, doch ein nachhaltig meridionales Strömungsmuster ist nicht zu erkennen. Typisches Rückseitenwetter eben.

Nur noch leicht zu mild

Nichtsdestotrotz sinkt das Temperaturniveau ab dem 20. November spürbar ab und bleibt im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert von 1961-1990 über dem Süden, Osten und Westen um +1 bis +3 Grad und über dem Norden um +0 bis +2 Grad zu warm. Welche Temperaturen wären zu erwarten? Simuliert werden im Zeitraum vom 20. bis 28. November Werte von +6 bis +8 Grad.

Mehrheitlich wird eine westliche bis südwestliche Anströmung der Luftmassen gestützt
Wetterprognose nach dem Mittelwert aller Kontrollläufe: Mehrheitlich wird eine westliche bis südwestliche Anströmung der Luftmassen gestützt
© www.meteociel.fr

Das Kontinentalhoch ist eine echte Wuchtbrumme

Wir wurden heute häufiger gefragt, warum sich der Frühwinter, bzw. eine Normalisierung der Novembertemperaturen so schwer tut. Der Grund ist einfach und ist in dem Kontinentalhoch zu finden. Deutlicher zeigt sich das Dilemma in den Druckanomalien. Wie ein Bollwerk liegt das Hoch über Russland und lässt die atlantische Frontalzone voll auflaufen. Bildlich gesprochen wirkt das Hoch auf die Tiefdrucksysteme wie eine Wand. Zeitgleich wird der Kaltluftzustrom über dem östlichen Kanada nicht gestoppt und so erneuert sich das System immer wieder von neuem. Deutschland, Österreich und die Schweiz liegen in der westlichen Strömungskomponente. Mehr wie nasskaltes Rückseitenwetter ist nicht zu erwarten.

Eine westlich dominierte Großwetterlage
Eine westlich dominierte Großwetterlage © climatereanalyzer.org

Schneeprognose

Die Wahrscheinlichkeit für Schneefall liegt am 22. November bei geringen 0 bis 15 Prozent und verändert sich bis zum 30. November nicht wirklich.

Betrachtet man die Wahrscheinlichkeit für Dauerfrost, so liegt diese am 30. November zwischen 5 bis 15 Prozent und die für Nachtfrost zwischen 15 bis 40 Prozent. Die Höhentemperaturen liegen im Verlauf der letzten Novemberdekade zwischen -3 bis +4 Grad, was über tieferen Lagen zu einem Temperaturspektrum zwischen +5 bis +10 Grad führt.

Zusammenfassend: Standen die Chancen für den Frühwinter vorher nicht besonders gut, so haben sich die Aussichten auf ein paar Schneeflocken heute Abend noch verschlechtert. Der Wettertrend der Kontrollläufe mit einer westlichen Strömungskomponente ist sehr wahrscheinlich.

Extremwetterereignisse

Immerhin aber kommt der Wetterwechsel. Der langweilige Wettercharakter endet und Deutschland, Österreich und die Schweiz gelangen wieder vermehrt zwischen die Fronten. Starkwindereignisse und interessante Wetterentwicklungen wieder zu erwarten.

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Das Wetter-Jahr 2020 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1981-2010 in Grad Nieder­schlag
Januar 2020 +3,2 +3,8 +2,9 45 l/m² - zu trocken
Februar 2020 +5,3 +4,9 +4,3 125 l/m² - zu nass
März 2020 +5,4 +1,8 +1,0 50 l/m² - zu trocken
April 2020 +10,4 +3,0 +2,2 17 l/m² - zu trocken
Mai 2020 +11,9 -0,2 -1,1 40 l/m² - zu trocken
Juni 2020 +16,8 +1,4 +1,1 90 l/m² - etwas zu nass
Juli 2020 +17,7 +0,74 -0,3 53 l/m² - zu trocken
August 2020 +19,9 +3,4 +2,4 90 l/m² - etwas zu nass
September 2020 +14,8 +1,5 +1,3 50 l/m² - zu trocken
Oktober 2020 +10,2 +1,2 +1,0 79 l/m² - zu nass
November 2019 +5,2 +1,2 +0,8 60 l/m² - zu trocken
Dezember 2019 +3,7 +2,9 +2,5 60 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2020 +11,56 +2,17 +1,48 633 l/m² - etwas zu trocken

Wetterfakten Winter

Statistische Wetterwerte für Winter

Der typisch deutsche Winter ist gemäßigt. Seltener sind Extremwetterereignisse zu erwarten. Vielmehr überwiegt von November bis Februar ein nasskalter Wettercharakter, welcher zwischendurch immer wieder von Frost und Schnee unterbrochen werden kann. In Folge des Klimawandels verschiebt sich aber die Schneefallgrenze auf die mittleren Lagen, was die ohnehin schon geringen Chancen für einen Flachlandwinter noch weniger wahrscheinlich macht.

  • Der erste Schnee kommt häufig mit Schneeschauer schon Ende Oktober, was aber noch kein Wintereinbruch ist.
  • Den ersten Anflug von Winterwetter gibt es sehr häufig im Zeitraum zwischen dem 8. und 14. November
  • Ende November wird es wieder wärmer
  • Vom 1.-10. Dezember bleibt das Wetter mit höherer Wahrscheinlichkeit warm
  • Im zweiten Dezember-Drittel folgt Winterwetter - sehr häufig bis Weihnachten
  • Kurz vor Weihnachten folgt mit einer Wahrscheinlichkeit von 78% das Weihnachtstauwetter, welches bis Jahresende anhalten kann
  • Zwischen dem 13. und 24. Januar ist Aufgrund von Kontinentalhochdruck der Hochwinter häufiger möglich
  • Zweite Kältewelle folgt häufig zwischen dem 16. und 25. Februar nach, anschließend wärmeres Wetter
  • Der Februar ist zudem einer der schneereichsten Monate im Winter.
  • Im März klingt dann der Winter aus. Wenn sich aber der Hochwinter Mitte Januar festigen und behaupten kann, steigt die Wahrscheinlichkeit für den sog. Märzwinter an

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