Wetter Winter 2020/2021 - Wetterprognose und Wettervorhersage

Wetter Winter 2020 Wetterprognose vom 12.11.2020 - Hochdruckzone oder Frontalzone - wer setzt sich durch?

Das Wetter wird in der letzten November-Dekade abwechslungsreicher
Das Wetter wird in der letzten November-Dekade abwechslungsreicher

Die Wetteraktivität nimmt zu und sorgt für zurückgehende Temperaturen. Wie stehen also die Chancen für den Frühwinter? Ausschlaggebend wird das Verhalten eines Hochdrucksystems sein.

Atlantische Tiefdruckgebiete nehmen zum Wochenende mehr Einfluss auf das Wettergeschehen über Deutschland. Der Wind frischt phasenweise böig aus südwestlichen Richtungen auf und dreht zum Start in die neue Woche auf westliche Richtungen.

So werden mit einer Vorderseitenanströmung warme Luftmassen nach Deutschland, Österreich und die Schweiz geführt, was die Temperaturen bis zum Sonntag auf +12 bis +16 Grad und örtlich bis +18 Grad ansteigen lassen kann. Unter bestimmten Voraussetzungen sind bis +20 Grad nicht auszuschließen. Ab Montag gelangen kühlere Luftmassen nach Deutschland und lässt die Werte auf +8 bis +12 Grad zurückgehen. Bei starker bis wechselnder Bewölkung bleibt es verbreitet trocken. Die Ausnahme zeigt sich mit nennenswertem Regen heute über dem Nordwesten und am Sonntag überquert ein Regenband Deutschland von West nach Ost. Mehr dazu in der aktuellen Wettervorhersage zum Wetter November 2020.

Nach langer Zeit sorgen Tiefdruckgebiete wieder für etwas Abwechslung beim Wetter
Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Nach langer Zeit sorgen Tiefdruckgebiete wieder für etwas Abwechslung beim Wetter
© www.meteociel.fr

Wetterprognose des europäischen Wettermodells: Abwechslungsreich

Die Tiefdruckgebiete sind nach der Wetterprognose des europäischen Wettermodells auf einem guten Kurs um für einen nachhaltigen Wetterwechsel sorgen zu können. Doch der erneute Ausbruch sehr kalter Luftmassen über dem östlichen Kanada - der auf der obenstehenden Wetterkarte bereits zum Wochenende ersichtlich wird - kann nochmals alles durcheinanderwirbeln.

Anzeige

Kippende Tiefdruckachse

Der Kaltluftvorstoß über dem östlichen Kanada bleibt nicht ohne Folgen und lässt die atlantische Frontalzone zum 17./18. November weit nach Süden austrogen. Infolge daraus wird das Hoch über Mitteleuropa erneut nach Norden gedrückt und die Frontalzone läuft auf den Hochdruckkeil auf. Mit einer südwestlichen Anströmung der Luftmassen wird es erneut warm werden können.

Hohe Wellenbewegung

Der Zustrom arktischer Kaltluftmassen auf den Atlantik hat aber einen noch ganz anderen Prozess zur Folge. Bedingt durch das Austrogen und Aufkeilen erfährt die Polarfront eine hohe Wellenbewegung, was über Mitteleuropa zu einem sog. Vorder- und Rückseitenwetter führen kann. Denn bereits zum 19. November kippt der Hochdruckkeil nach Osten ab und Frontensysteme können sich zwischen Skandinavien und Deutschland durchsetzen.

Der Wind dreht auf nordwestliche Richtungen und führen mit Werten von +4 bis +8 Grad spürbar frischere Luftmassen nach Deutschland. Rückseitenwetter!

Das Hoch rückt nach

Wie bei einer Wellenbewegung zu erwarten, rückt nach einem Frontendurchgang ein Hochdrucksystem nach. Nach der Wetterprognose des europäischen Wettermodells passiert das in Form des Azorenhochs. Das Wetter wird nach dem 21. November wieder ruhiger und wie sich aus der nachfolgenden Wetterkarte erkennen lässt, steht sogar eine erneute Erhaltungsneigung zur Diskussion. Die atlantische Frontalzone kann sich nicht über Skandinavien behaupten und verzettelt sich, während das Azoren- und Kontinentalhoch über Mitteleuropa eine Hochdruckzone aufbauen können. Abwarten! Mit Frühwinter oder Winter hat das aber alles nicht zu tun. Das Temperaturniveau bliebt auf einen viel zu hohen Bereich.

Tief, Hoch, Tief, Hoch. Wer setzt sich am Ende durch?
Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Tief, Hoch, Tief, Hoch. Wer setzt sich am Ende durch?
© www.meteociel.fr

Wettervorhersage nach dem amerikanischen Wettermodell: Der Zick-Zack-Kurs

Die Wettervorhersage der Amerikaner berechnet die kommende Großwetterlage mit einer ähnlich hohen Wellenbewegung entlang der Polarfront. Zwischen dem 17. und 18. November wird es nochmals für die Jahreszeit ungewöhnlich warm. In der Höhe von 1.400 Meter können bis +10 Grad erreicht werden.

Nordwestwetterlage

Nachfolgend wird vom 19. bis 21. November die atlantische Frontalzone aktiver und setzt sich bis über Skandinavien durch und drückt das Hoch in Richtung der Azoren weg. Die Grundströmung dreht über Mitteleuropa auf nordwestliche Richtungen und die Temperaturen gehen auf +4 bis +8 Grad zurück. Kurze Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer wären in diesem Zeitraum nicht auszuschließen und in den Nächten ist bei Aufklaren wieder mit Frost zu rechnen.

Wechselspiel

Die Nordwestwetterlage aber bricht bereits zum 23. November in sich zusammen und das Azorenhoch rückt nach, doch auch das ist nicht von langer Dauer und so wechseln sich vom 23. bis 27. November Sonne, Wolken und zeitweilige Niederschlagsfelder ab, die durchaus zu nennenswerten Regensummen führen können. Auch der Wind wird eine Rolle spielen. Die Temperaturen erreichen am 23. November +8 bis +14 Grad, bewegt sich aber meist in einem Spektrum zwischen +7 bis +12 Grad und bleibt für die Jahreszeit deutlich zu warm.

Die Großwetterlage ist wenig beständig
Wetterprognose nach dem amerikanischen Wettermodell: Die Großwetterlage ist wenig beständig
© www.meteociel.fr

Auf den Punkt gebracht: Frühwinter bleibt optional

Die strukturellen Veränderungen sind unverkennbar und die Schlüsselszene für die Entwicklung der Großwetterlage zeichnet sich um den 18. November herum ab. Setzt sich die atlantische Frontalzone nachhaltig durch, oder rückt das Hoch relativ zügig nach? Zum aktuellen Stand schwanken die Vorhersage-Modell in ihren Wetterprognosen hin und her, doch wird deutlich, dass der Winter, bzw. Frühwinter eine nur untergeordnete Rolle spielen wird. Kurze Graupelschauer sind um den 20. November herum nicht auszuschließen.

Etwas zu mild

Die Kontrollläufe stützen im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert im Zeitraum vom 12. bis 19. November einen zu warmen Temperaturcharakter, der sich vom 20. bis 28. November normalisiert, aber im Trend noch immer um +1 bis +2 Grad zu warm ausfällt.

Frühwinter

Die Temperaturen in rund 1.400 Meter Höhe schwanken in der letzten November-Dekade zwischen +8 bis -7 Grad. Ab Höhenwerten von -5 Grad sind winterliche Wettererscheinungen bis auf tiefere Lagen herab möglich. Ganz auszuschließen ist der Frühwinter somit nicht - zum aktuellen Stand aber weniger wahrscheinlich. Deutlicher wird das im Mittelwert aller Kontrollläufe, was mehrheitlich ein Tiefdruckzentrum bei Island stützt und über Deutschland eine West- bis Südwestwetterlage wahrscheinlicher macht.

Mehr West- bis Südwest als Nordwest
Wetterprognose nach dem Mittelwert aller Kontrollläufe: Mehr West- bis Südwest als Nordwest
© www.meteociel.fr

Die Temperaturprognose der Kontrollläufe
Tag Temperatur-Spektrum Temperatur-Mittelwert
18. November +6 bis
+15 Grad
+8 Grad bis
+10 Grad
22. November +2 bis
+13 Grad
+6 bis
+8 Grad
27. November +1 bis
+12 Grad
+5 bis
+7 Grad
Diagramm Temperaturen November 2020
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe November 2020 von zu kalt, normal, zu warm

Ob sich das im Tagesverlauf zugunsten des Hochs oder des Frühwinters gedreht aht, erläutern wir heute Abend gegen 20:00 Uhr in einer Aktualisierung der Wetterprognose Winter 2020 an dieser Stelle.

Update der Wetterprognose von 20:03 Uhr

Anzeige

Deutschland liegt noch bis zum 18./19. November auf einer verhältnismäßig warmen Vorderseitenanströmung der atlantischen Frontalzone. Der Höhepunkt kann mit Werten von +12 bis +16 Grad und örtlich bis +20 Grad am kommenden Sonntag erreicht werden, sonst pendeln sich die Temperaturen auf einem Bereich zwischen +10 bis +15 Grad ein.

Wetterwechsel

Im weiteren Verlauf bestätigt sich der Wettertrend zu einem Wetterwechsel der letzten Tage. Die Vielfalt der Wetterentwicklung ist hoch und schwankt zwischen Spätherbst, Frühwinter und frühlingsähnlichen Zuständen.

Wovon es abhängt

Entscheidend ist das Verhalten zweier Wettersysteme. Da wäre das Kontinental- und Azorenhoch und die atlantische Frontalzone zu benennen. Gelingt es der atlantische Frontalzone bis nach Skandinavien und der Barentssee vorzudringen, so wäre ein Wetter zwischen Spätherbst und Frühwinter möglich (Wind, Sturm, Regen, Graupelschauer nasskalt). Verharrt die atlantische Frontalzone bei Island, schlägt die große Stunde für das Hochdrucksystem, was eher zu warmen und trockenen Wetterverhältnissen führt.

Deutlich zeigt sich das mögliche Entwicklungsspektrum in den Druckanomalien. Man erkennt den Willen der atlantische Frontalzone sich in Richtung der Barents-/Karasee zu verlagern. Die Neigung zu Starkwindereignissen würde in diesem Fall im Zeitraum vom 20. bis 23. November zunehmen können. Der Winter oder Frühwinter ist bis zum 22. November definitiv nicht zu erwarten. Das Strömungsmuster lässt das mit den zwei Clustern schlichtweg nicht zu.

Starkwindereignisse sind zum Start in die letzte November-Dekade wahrscheinlicher als winterliche Wetterverhältnisse
Starkwindereignisse sind zum Start in die letzte November-Dekade wahrscheinlicher als winterliche Wetterverhältnisse © climatereanalyzer.org

Nasskalt

Schaut man sich die Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells an, so wird heute Abend eine Nordwestwetterlage simuliert. Die Tiefdrucksysteme festigen ihre Position zwischen dem 22. und 25. November über Skandinavien und leiten ab dem 25. November eine Nordwestwetterlage ein. Die Temperaturen erreichen am 24. November noch Werte von +6 bis +12 Grad und sinken nachfolgend mit +4 bis +8 Grad ab auf ein Jahreszeit-typisches Niveau ab.

Schnee- und Graupelschauer möglich

Eine Nordwestwetterlage führt maritim angewärmte Luftmassen nach Deutschland. Mit Winterwetter ist über tieferen und mittleren Lagen nicht zu rechnen. Da aber in der Höhe kalte Luftmassen zugeführt werden, ermöglicht das eine höhere Wahrscheinlichkeit für Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer. Auch kurze Graupelgewitter wären mit den instabilen Luftschichten zu diskutieren.

Starkwindereignisse und eine nachfolgende nasskalte Wetterentwicklung ist möglich
Wetterprognose nach dem amerikanischen Vorhersage-Modell: Starkwindereignisse und eine nachfolgende nasskalte Wetterentwicklung ist möglich
© www.meteociel.fr

Schneeprognose

Die Wahrscheinlichkeit, dass es am 20. November Schneefall geben wird, liegt bei 0 bis 30 Prozent und hat sich in den letzten 24 Stunden leicht verbessert. Für den 27. November liegt die Wahrscheinlichkeit zwischen 5 bis 45 Prozent. In der Interpretation lässt sich ab den mittleren Lagen eine Neigung zu Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer diskutieren.

Die Wahrscheinlichkeit aber für Dauerfrost liegt gerade einmal bei 5 Prozent. Eine mögliche Ausbildung einer Schneedecke ist somit den höheren Lagen vorbehalten.

AO- und NAO-Index

Der NAO-Index tendiert in Richtung Neutralität, im Grunde aber bleiben sowohl der AO- und NAO-Index positiv zu bewerten. Mehr wie nasskalt wird nicht möglich sein und der Zuspruch liegt mehr in einer Zonalisierung.

Zusammenfassend: Die Kontrollläufe sind klar strukturiert. Ab dem 18. November wird es kühler - spürbar kühler. Das Temperaturniveau aber sinkt auf ein Niveau ab, was im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert von 1961-1990 noch immer um +1 bis +2 Grad zu warm ist. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Höhentemperaturen noch in der letzten November-Dekade unter die -5 Grad-Marke absinken, liegt bei gerade einmal 15 Prozent. Nein, ein Wintereinbruch lässt sich daraus - zum aktuellen Stand - definitiv nicht ableiten.

Extremwetterereignisse

Die Wetterlage aber lässt ab dem 19. November eine hohe Aktivität erwarten. Starkwind- und Extremwettereignisse werden zwischen dem 19. und 24. November eine Rolle spielen und das Potential unwetterartiger Wetterereignisse ansteigen lassen können. Soweit der Stand.

Anzeige

 

Das Wetter-Jahr 2020 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1981-2010 in Grad Nieder­schlag
Januar 2020 +3,2 +3,8 +2,9 45 l/m² - zu trocken
Februar 2020 +5,3 +4,9 +4,3 125 l/m² - zu nass
März 2020 +5,4 +1,8 +1,0 50 l/m² - zu trocken
April 2020 +10,4 +3,0 +2,2 17 l/m² - zu trocken
Mai 2020 +11,9 -0,2 -1,1 40 l/m² - zu trocken
Juni 2020 +16,8 +1,4 +1,1 90 l/m² - etwas zu nass
Juli 2020 +17,7 +0,74 -0,3 53 l/m² - zu trocken
August 2020 +19,9 +3,4 +2,4 90 l/m² - etwas zu nass
September 2020 +14,8 +1,5 +1,3 50 l/m² - zu trocken
Oktober 2020 +10,2 +1,2 +1,0 79 l/m² - zu nass
November 2019 +5,2 +1,2 +0,8 60 l/m² - zu trocken
Dezember 2019 +3,7 +2,9 +2,5 60 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2020 +11,56 +2,17 +1,48 633 l/m² - etwas zu trocken

Wetterfakten Winter

Statistische Wetterwerte für Winter

Der typisch deutsche Winter ist gemäßigt. Seltener sind Extremwetterereignisse zu erwarten. Vielmehr überwiegt von November bis Februar ein nasskalter Wettercharakter, welcher zwischendurch immer wieder von Frost und Schnee unterbrochen werden kann. In Folge des Klimawandels verschiebt sich aber die Schneefallgrenze auf die mittleren Lagen, was die ohnehin schon geringen Chancen für einen Flachlandwinter noch weniger wahrscheinlich macht.

  • Der erste Schnee kommt häufig mit Schneeschauer schon Ende Oktober, was aber noch kein Wintereinbruch ist.
  • Den ersten Anflug von Winterwetter gibt es sehr häufig im Zeitraum zwischen dem 8. und 14. November
  • Ende November wird es wieder wärmer
  • Vom 1.-10. Dezember bleibt das Wetter mit höherer Wahrscheinlichkeit warm
  • Im zweiten Dezember-Drittel folgt Winterwetter - sehr häufig bis Weihnachten
  • Kurz vor Weihnachten folgt mit einer Wahrscheinlichkeit von 78% das Weihnachtstauwetter, welches bis Jahresende anhalten kann
  • Zwischen dem 13. und 24. Januar ist Aufgrund von Kontinentalhochdruck der Hochwinter häufiger möglich
  • Zweite Kältewelle folgt häufig zwischen dem 16. und 25. Februar nach, anschließend wärmeres Wetter
  • Der Februar ist zudem einer der schneereichsten Monate im Winter.
  • Im März klingt dann der Winter aus. Wenn sich aber der Hochwinter Mitte Januar festigen und behaupten kann, steigt die Wahrscheinlichkeit für den sog. Märzwinter an

Unterstützen Sie uns!

Ihnen gefallen unsere Wettervorhersagen? Dann unterstützen Sie uns mit einem freiwilligen Geldbetrag in einer von Ihnen gewünschten Höhe.

Betrag auswählen
Weitere Informationen

Mach mit!

Wetter ist Ihre Leidenschaft und Sie schreiben gerne? Für unsere Rubrik der Wettermeldungen aus aller Welt suchen wir Verstärkung. Falls Sie Lust haben, ein Teil des Teams von Wetterprognose-wettervorhersage.de zu werden, melden Sie sich einfach und unverbindlich über das Kontaktformular.

Kontakt zu uns

Stadtwetter (beta)