Wetter Winter 2020/2021 - Wetterprognose und Wettervorhersage

Wetter Winter 2020 Wetterprognose vom 8.11.2020 - Der Rekord-November?

Ist das Wetter im November auf Rekordkurs?
Ist das Wetter im November auf Rekordkurs?

Das Wetter über Deutschland wird aktuell von hohem Luftdruck dominiert. Atlantische Frontensysteme haben kaum eine Chance sich bis nach Mitteleuropa durchzusetzen. Ändert sich das in der letzten November-Dekade, oder befindet sich der November auf Rekordkurs?

Hoher Luftdruck dominiert auch in der kommenden Woche das Wetter über Deutschland. Bei einem Mix aus Sonne, Wolken und Nebel ist mit überwiegend ruhigem Herbstwetter zu rechnen.

Die Ausnahme zeigt sich am Donnerstag, wenn ein Tiefdruckausläufer Norddeutschland streift und neben starker Bewölkung auch für etwas Regen sorgen kann. Der Wind kann über den Küstenregionen stark böig bis stürmisch auffrischen. Bereits zum Freitag ist das Tief nach Osten abgezogen und das Wetter macht in gewohnt ruhiger Manier weiter. Die Temperaturen erreichen verbreitet Werte zwischen +11 bis +15 Grad und über dem Westen sind örtlich bis +18 Grad möglich. Über den Regionen mit Dauernebel bleibt es mit +6 bis +11 Grad kühler. Mehr dazu in der aktuellen Wettervorhersage zum Wetter November 2020.

Das Hoch dominiert das Wettergeschehen über Deutschland: Störeinflüsse sind nur von kurzer Dauer
Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Das Hoch dominiert das Wettergeschehen über Deutschland: Störeinflüsse sind nur von kurzer Dauer
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Der November wird nochmals richtig warm

Was man auf der obenstehenden Wetterkarte sehr gut erkennen kann, ist der ungehinderte Abfluss kalter Luftmassen über dem östlichen Kanada in Richtung Neufundland, was die Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik auf einem hohen Niveau hält. Das bleibt für Deutschland, Österreich und der Schweiz nicht ohne Folgen.

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Südwestgebläse

Die Tiefdrucksysteme formieren sich nach der Wetterprognose des amerikanischen und europäischen Wettermodells im Bereich zwischen Neufundland und Grönland und durch die Drehbewegung entgegen des Uhrzeigersinns wird der Kaltluftzustrom über dem östlichen Kanada noch verstärkt.

Was folgt ist eine ganze Reihe an Tiefdruckgebieten, die sich vom Polarwirbel bis nach Island erstrecken und nach Süden ausdehnen. Auf der anderen Seite liegt das Hoch und dehnt sich von den Azoren über Mitteleuropa bis weit über Sibirien aus. Was entsteht ist eine Strömungsachse, die von Südwest nach Nordost verläuft und im Zeitraum vom 14. bis 18. November ungewöhnlich warme Luftmassen nach Deutschland, Österreich und der Schweiz führt.

Fast spätsommerlich warme Werte

Etwas überspitzt, aber nicht auszuschließen. Insbesondere nach der Wettervorhersage des europäischen Prognosemodells verstärkt sich der Warmluftzustrom derart, dass am 17. November Temperaturen von +14 bis +18 Grad und örtlich bis +20 Grad erreicht werden können. Werte >+20 Grad sind einem früh-, respektiv spätsommerlichen Charakter zuzuschreiben.

Ungewöhnlich warmes Herbstwetter
Wetterprognose nach dem europäischen (li.) und amerikanischen (re.) Wettermodell: Ungewöhnlich warmes Herbst-Wetter
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Der Rekord-November?

Bereits zum Beginn des Novembers konnten an rund 55 Prozent der Messstationen neue Allzeit-Rekorde aufgestellt werden. Aktuell ist der November im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert von 1961-1990 um rund +5 Grad zu warm. Der wärmste November seit Beginn der Wetteraufzeichnungen stammt aus dem Jahre 2015 mit einer durchschnittlichen Temperatur von +7,51 Grad und einer Abweichung von +3,51 Grad. Da sich nun in der zweiten November-Dekade nicht allzu viel verändert, ist der November 2020 - zum aktuellen Stand - auf Rekordkurs.

Betonhoch oder Wetterwechsel?

Es ist ernüchternd, was die Vorhersage-Modelle da in ihren Wetterprognosen berechnen. Insbesondere wenn man sich die Simulation des amerikanischen Wettermodells für den Zeitraum vom 18. bis 24. November anschaut. Das Hoch bleibt an Ort und Stelle und setzt das deutlich zu warme und trockene Wetter bis weit in die letzte November-Dekade hinein fort.

Ungewöhnliche Erhaltungsneigung

Das ungewöhnliche dabei ist die Struktur welche das Hochdrucksystems Im Zeitraum vom 16. bis 23. November annimmt. Im Ansatz kommt das einer Omegawetterlage (Ω) gleich. Das Hoch drückt die atlantische Frontalzone weit nach Norden und hält jedwede Wetteraktivität von Deutschland, Österreich und der Schweiz ab. Der Mix aus Sonne, Wolken und Nebel setzt sich nach dieser Wettervorhersage fort und die Temperaturen können - verbreitet - die +10 Grad-Marke überschreiten. Normalerweise wären zu dieser Jahreszeit Werte von +2 bis +6 Grad zu erwarten.

Das Hoch dominiert das Herbstwetter
Wetterprognose nach dem amerikanischen Wettermodell: Das Hoch dominiert das Herbstwetter
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Auf den Punkt gebracht: Die warme Südwestwetterlage

Vor ein paar Tagen hatten wir die Variante einer Südwestwetterlage einmal näher erläutert und diese zeigt sich heute sowohl in den Wetterprognose der Vorhersage-Modelle, als auch in den Kontrollläufen und ist nach em 15. November eine der wahrscheinlichsten Wetterentwicklungen.

Tiefdrucksysteme laufen auf

Das System ist perfekt austariert. Der Kaltluftzustrom über dem östlichen Kanada hält die Tiefdruckaktivität aufrecht und drückt an den östlichen Gradienten den hohen Luftdruck nach Norden. Was daraus entsteht ist eine über Mitteleuropa südwestlich ausgerichtete Grundströmung, die im Mittelwert aller Kontrollläufe gut ersichtlich ist (s. nachfolgende Grafik).

Interessant sind zudem die Mittelwerte. In rund 1.400 Meter Höhe werden bspw. für den 18. November Tageswerte zwischen +3 bis +6 Grad simuliert. Eigentlich müsste dort schon längst der Winter Einzug halten. Stattdessen gibt es bspw. auf dem 1.874 Meter hohen Jenner in Berchtesgaden aktuell +14 Grad und Schnee ist nicht einmal im Ansatz zu erkennen!

In tieferen Lagen schwankt der Mittelwert bis zum 18. November um die +10 Grad-Marke und sinkt nachfolgend in Richtung der +7 Grad ab. Das Temperaturniveau normalisiert sich mit Beginn der letzten November-Dekade allmählich. Im Schnitt aber bleibt das Niveau um +2 bis +4 Grad deutlich zu warm. So abwegig ist ein Rekord-November also nicht!

Kommt die Südwestwetterlage?
Wetterprognose nach dem Mittelwert aller Kontrollläufe: Kommt die Südwestwetterlage?
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Die Temperaturprognose der Kontrollläufe
Tag Temperatur-Spektrum Temperatur-Mittelwert
14. November +8 bis
+18 Grad
+11 Grad bis
+13 Grad
18. November +5 bis
+15 Grad
+9 bis
+11 Grad
23. November +0 bis
+12 Grad
+5 bis
+7 Grad
Diagramm Temperaturen November 2020
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe November 2020 von zu kalt, normal, zu warm

Bis auf weiteres sind frühwinterliche Wetteraktivitäten nicht zu erwarten. Doch was die Kontrollläufe aber auch zeigen, ist ein ab dem 18. November zunehmendes Entwicklungsspektrum, was im Verlauf der letzten November-Dekade frühwinterliche Wettererscheinungen nicht ganz ausschließt. Wie das aussieht und was sich dafür verändern muss, klären wir heute Abend an dieser Stelle gegen 20:00 Uhr in einer Aktualisierung der Wetterprognose Winter 2020/21.

Update der Wetterprognose von 20:00 Uhr

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Die Tiefdrucksysteme rücken näher an Mitteleuropa heran und es zeichnet sich zum 17. November eine Hop oder Top Entscheidung ab. In den Wetterprognosen von heute Abend aber werden über dem östlichen Kanada an diesem Termin erneut kalte Luftmassen sehr weit nach Süden geführt. Das befeuert die Tiefdruckproduktion auf dem Atlantik. Im Gegensatz aber zu den Vortagen geschieht dieser Prozess weit südlich.

Das Hoch schießt nach Norden

Durch die heftige und südlich verlagerte Tiefdruckaktivität wölbt sich von den Azoren bis weit über das westliche Russland eine Hochdruckzone auf und lässt die Tiefdrucksysteme regelrecht auflaufen.

Sehr warm

An dieser Großwetterlage ändert sich nach der Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells bis zum 22. November wenig. Aus südwestlichen Richtungen werden warme Luftmassen nach Mitteleuropa geführt, was die Tageswerte bspw. am 18. November auf +12 bis +16 Grad und örtlich bis +18 Grad ansteigen lassen könnte. Aber auch darüber hinaus bleibt das Temperaturniveau mit Werten von +8 bis +12 Grad und örtlich bis +14 Grad für die Jahreszeit zu warm. Ein richtig nachhaltiger Kaltlufteinbruch mit frühwinterlichen Wetterereignissen ist nicht auszumachen.

Alles andere als winterlich
Wetterprognose nach dem amerikanischen Vorhersage-Modell: Alles andere als winterlich
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Der Wille zum Wetterwechsel

Was aber entscheidend ist, dass in den letzten Stunden immer wieder Varianten berechnet werden, die ab dem 18. November zu einer anderen Großwetterlage führen können. Und ja, bevor es frühwinterlich kalt wird, muss erst einmal die Zonalisierung durch rauschen. Warum? Wenn man den Ausschnitt etwas vergrößert, lässt sich mit der obenstehenden Wetterkarte ganz gut erklären -

Der Wille zum Wetterwechsel - bevor es kalt wird, muss die Frontalzone durch rauschen
Wetterprognose nach dem amerikanischen Vorhersage-Modell: Der Wille zum Wetterwechsel - bevor es kalt wird, muss die Frontalzone durch rauschen
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Veränderte Vorzeichen

Der Kaltluftzustrom über dem östlichen Kanada reißt ab und erfolgt ein paar tausend Kilometer weiter östlich. Somit wird die Tiefdruckaktivität auch weiter östlich befeuert, was die atlantische Frontalzone bis zum 22. November in Richtung Skandinavien, der Barentssee und Karasee verlagert. Die Achse im Polarwirbel verändert darüber hinaus ihre Struktur und die Tiefdruckrinne auf dem Atlantik kann nicht aufrecht erhalten werden. Es ist somit nur eine Frage der Zeit, bis sich das Hoch auf dem Atlantik als Blockadehoch positioniert.

Das aber ist nur eine der Varianten. Doch der Vorstoß der atlantische Frontalzone bis nach Skandinavien hat ein enormes Potential die Hochdruckwetterlage über Mitteleuropa - nachhaltig - zu beenden.

Ist das Tief über Skandinavien angelangt, vergrößert sich der Spielraum für andere Wetterentwicklungen
Wetterprognose nach Kontrolllauf: Ist das Tief über Skandinavien angelangt, vergrößert sich der Spielraum für andere Wetterentwicklungen
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Die Randfaktoren

Das nach dem 18. November etwas Bewegung in die Großwetterlage kommen kann, lässt sich in den Druckanomalien nur erahnen. Das Tiefdruckzentrum aber zeigt Tendenzen, sich in Richtung der Karasee zu verlagern. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit einer Verschiebung des Hochs über Mitteleuropa nach Westen und damit eine Zonalisierung, oder gar meridional verlaufende Grundströmung. Das sind - zum aktuellen Stand - aber nur vage Anzeichen, die sich in den kommenden Tagen unter Beweis stellen lassen müssen.

Das Hochdrucksystem dominiert das Wetter bis zum 18. November - nachfolgend sind strukturelle Veränderungen der Großwetterlage möglich
Das Hochdrucksystem dominiert das Wetter bis zum 18. November - nachfolgend sind strukturelle Veränderungen der Großwetterlage möglich © climatereanalyzer.org

AO- und NAO-Index

Was weiterhin klar gegen ein Blockadehoch auf dem Atlantik spricht ist der NAO- und AO-Index, die bis in die letzte November-Dekade positiv besetzt sind. Das spricht entweder für eine Erhaltungsneigung des Hochdrucksystems über Mitteleuropa, oder dem Durchbruch der atlantische Frontalzone.

Zusammenfassend: Großartige Veränderungen hat es heute nicht gegeben und auch die zweite November-Dekade wird über weite Strecken deutlich zu warm und zu trocken ausfallen können. Erst in der letzten November-Dekade tut sich so langsam was. Abwarten.

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Das Wetter-Jahr 2020 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1981-2010 in Grad Nieder­schlag
Januar 2020 +3,2 +3,8 +2,9 45 l/m² - zu trocken
Februar 2020 +5,3 +4,9 +4,3 125 l/m² - zu nass
März 2020 +5,4 +1,8 +1,0 50 l/m² - zu trocken
April 2020 +10,4 +3,0 +2,2 17 l/m² - zu trocken
Mai 2020 +11,9 -0,2 -1,1 40 l/m² - zu trocken
Juni 2020 +16,8 +1,4 +1,1 90 l/m² - etwas zu nass
Juli 2020 +17,7 +0,74 -0,3 53 l/m² - zu trocken
August 2020 +19,9 +3,4 +2,4 90 l/m² - etwas zu nass
September 2020 +14,8 +1,5 +1,3 50 l/m² - zu trocken
Oktober 2020 +10,2 +1,2 +1,0 79 l/m² - zu nass
November 2019 +5,2 +1,2 +0,8 60 l/m² - zu trocken
Dezember 2019 +3,7 +2,9 +2,5 60 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2020 +11,56 +2,17 +1,48 633 l/m² - etwas zu trocken

Wetterfakten Winter

Statistische Wetterwerte für Winter

Der typisch deutsche Winter ist gemäßigt. Seltener sind Extremwetterereignisse zu erwarten. Vielmehr überwiegt von November bis Februar ein nasskalter Wettercharakter, welcher zwischendurch immer wieder von Frost und Schnee unterbrochen werden kann. In Folge des Klimawandels verschiebt sich aber die Schneefallgrenze auf die mittleren Lagen, was die ohnehin schon geringen Chancen für einen Flachlandwinter noch weniger wahrscheinlich macht.

  • Der erste Schnee kommt häufig mit Schneeschauer schon Ende Oktober, was aber noch kein Wintereinbruch ist.
  • Den ersten Anflug von Winterwetter gibt es sehr häufig im Zeitraum zwischen dem 8. und 14. November
  • Ende November wird es wieder wärmer
  • Vom 1.-10. Dezember bleibt das Wetter mit höherer Wahrscheinlichkeit warm
  • Im zweiten Dezember-Drittel folgt Winterwetter - sehr häufig bis Weihnachten
  • Kurz vor Weihnachten folgt mit einer Wahrscheinlichkeit von 78% das Weihnachtstauwetter, welches bis Jahresende anhalten kann
  • Zwischen dem 13. und 24. Januar ist Aufgrund von Kontinentalhochdruck der Hochwinter häufiger möglich
  • Zweite Kältewelle folgt häufig zwischen dem 16. und 25. Februar nach, anschließend wärmeres Wetter
  • Der Februar ist zudem einer der schneereichsten Monate im Winter.
  • Im März klingt dann der Winter aus. Wenn sich aber der Hochwinter Mitte Januar festigen und behaupten kann, steigt die Wahrscheinlichkeit für den sog. Märzwinter an

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