Wetter Winter 2020/2021 - Wetterprognose und Wettervorhersage

Wetter Winter 2020/2021 Wetterprognose vom 6.11.2020 - Welche Chancen hat ein Wetterumschwung?

Hoher Luftdruck dominiert das Wettergeschehen und sorgt für spektakuläre Sonnenuntergänge
Hoher Luftdruck dominiert das Wettergeschehen und sorgt für spektakuläre Sonnenuntergänge

Ein kräftiges Hochdruckgebiet dominiert das Wetter bis Mitte November über Europa. Nachfolgend zeigen sich erste Verschiebungen, die für die Wetterentwicklung in der letzten November-Dekade von entscheidender Bedeutung sein können.

Hoher Luftdruck hat sich über Deutschland durchgesetzt und so ist in den kommenden Tagen mit einem Mix aus Sonne, Wolken und Nebel zu rechnen.

Verbreitet bleibt es trocken, bevor ab Dienstagnachmittag über dem Norden ein paar Regentropfen nicht auszuschließen sind. In den Nächten bilden sich regional teils sehr zähe Nebelfelder aus, die sich mancherorts nur langsam auflösen können. Ist das aber der Fall, kommt es zu einem Mix aus Sonne und Wolken, wobei die sonnigen Anteile überwiegen. Der Wind kommt schwach aus unterschiedlichen Richtungen und die Temperaturen pendeln sich auf +10 bis +15 Grad ein und mit zähem Nebel bleibt es mit +5 bis +10 Grad etwas kühler. Anfangs ist über den südlichen Landesteilen noch mit Nachtfrost zu rechnen. Mehr dazu in der aktuellen Wettervorhersage zum Wetter November.

Ruhiges November-Wetter über Deutschland
Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Ruhiges November-Wetter über Deutschland
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Wetterprognose nach dem europäischen Vorhersage-Modell: Patt-Situation über Deutschland

Das Hoch dominiert nach der Wetterprognose des europäischen Prognosemodells das Wettergeschehen über Deutschland bis Mitte November. Daran führt kein Weg vorbei - doch es kommt Bewegung ins Spiel.

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Die Hochdruckposition ist entscheidend

Wer unsere Gedankenspiele von gestern verfolgt hat, der weiß, dass der mögliche Ausweg aus der verfahrenen Situation u.a. in einer nördlichen Verlagerung des Hochdrucksystems liegen kann. Das europäische Wettermodell deutet heute - vorsichtig - einen solchen Lösungsweg an.

Hoch Skandinavien

Das Hoch zieht sich nach der Wettervorhersage der Europäer bis zum 13. November nach Osten zurück und hält über Deutschland, Österreich und der Schweiz die schwachgradientige Großwetterlage aufrecht. Bis zum 15. November positioniert sich das Hoch zwischen dem westlichen Russland und Skandinavien. Europa gelangt ab diesen Zeitraum in eine östlich ausgerichtete Grundströmung, die noch zwischen südöstlichen und östlichen Richtungen schwankt. Dehnt sich das Hoch noch etwas weiter nach Westen aus, so werden kühle (nicht kalte) Luftmassen aus östlichen Richtungen nach Europa geführt. Die Temperaturen könnten sich ab dem 14. November mit +4 bis +8 Grad auf einen für November-typischen Bereich einpendeln.

Das Hoch dominiert weiterhin, doch verlagert sich der Hochdruckkern nach Norden und führt aus östlichen Richtungen kühlere Luftmassen nach Deutschland
Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Das Hoch dominiert weiterhin, doch verlagert sich der Hochdruckkern nach Norden und führt aus östlichen Richtungen kühlere Luftmassen nach Deutschland
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Wettervorhersage des amerikanischen Wettermodells: Wie lange hält sich das Betonhoch?

Die Wettervorhersage des amerikanischen Wettermodells unterscheidet sich nicht besonders viel von den Europäern. Bis zur Monatsmitte bleibt das Wetter über Deutschland, Österreich und der Schweiz hochdruckdominiert. Die atlantische Frontalzone hat keine Chancen sich gegen den hohen Luftdruck über Europa durchzusetzen.

Mehr Südost

Der Unterschied im Vergleich zu den Europäern liegt in der Position des Hochdrucksystems, was von den Amerikanern etwas südlicher berechnet wird. Die Anströmung der Luftmassen erfolgt bis zum 15. November mehr aus südöstlichen Richtungen, was die Tageswerte mit +8 bis +13 Grad auf einem hohen Niveau hält.

An der Hochdruckdominanz gibt es nichts zu rütteln
Wetterprognose nach dem amerikanischen Wettermodell: An der Hochdruckdominanz gibt es nichts zu rütteln
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Wie lange hält sich das Hoch?

Das ist eine an uns in den letzten Tagen häufig gestellte Frage. Die Vorhersage-Modelle bieten ab der Monatsmitte ein zunehmend breiteres Spektrum an Möglichkeiten, die aber weiterhin etwas mit dem Hoch zu tun haben. Der Kern der Frage aber lautet: Setzt sich der Westdrift oder die gestörte Zirkulation in der letzten November-Dekade durch?

Westdrift oder gestörte Zirkulation

Tatsächlich könnte eine zonal ausgerichtete Westwetterlage derzeit das Wetter über Deutschland dominieren, wenn da eben nicht das Hoch wäre. Nun ist es aber so, dass die kalten Luftmassen über dem östlichen Kanada ungehindert weiter in Richtung Neufundland abfließen und die Tiefdruckdynamik auf dem Atlantik auf einem hohen Niveau hält. Für die Initialisierung der Westwetterlage bedarf es nun ein Tief, dass sich aus dem Sog absetzten und in Richtung Europa abdriften kann. Gelingt das und kann sich das Tief zudem noch über Skandinavien positionieren, so kommt das Hoch in Bedrängnis und zieht sich nach Süden zurück. Die Westwetterlage könnte fortan das Wetter dominieren.

Im anderen Fall wird es zu einer Erhaltungsneigung des Hochdrucksystems kommen, dass sich durch die Tiefdruckaktivität zwischen Neufundland, Grönland und Island immer wieder über Europa aufbaut. Mit gravierenden Veränderungen ist nur dann zu rechnen, wenn sich das Hoch mehr über Skandinavien, oder dem europäischen Nordmeer positioniert.

Die Westwetterlage oder die Erhaltungsneigung der gestörten Zirkulation?
Wetterprognose der Kontrollläufe: Die Westwetterlage (li.) oder die Erhaltungsneigung der gestörten Zirkulation (re.)?
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Auf den Punkt gebracht: Spannung in der letzten November-Dekade

Der Sonnenstand wird zunehmend flacher, was die Energie aus dem System nimmt und nördlich des Polarkreises die Rahmenbedingungen verändert. Am 31. November geht bspw. über Jokkmokk (Schwedisch Lappland) die Sonne um 9:37 Uhr auf und um 13:21 Uhr unter und die Nächte werden mit einer Dauer von 20 Stunden und 14 Minuten länger. Über dem Norden von Europa wird es also kühler, über dem Süden bleibt es noch verhältnismäßig warm, doch in den höheren Luftschichten rücken die kalten Luftmassen nach Süden voran und lassen mit einer höheren Temperaturdifferenz die Turbulenzen zunehmen.

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Wetterumschwung?

Der ist - in der Theorie - in der letzten November-Dekade möglich. Eine frühwinterliche Wetterlage aber hat weiterhin nur sehr geringe Aussichten auf Erfolg. Die Kontrollläufe stützen ein bis zum 12. November für die Jahreszeit viel zu warmes Temperaturniveau. Im Zeitraum vom 12. bis 22. November sinkt das Spektrum allmählich ab, bleibt aber mit einer Differenz von +1 bis +3 Grad gegenüber dem vieljährigen Mittelwert von 1961-1990 auf einem zu hohen Niveau. Frühwinterliche Varianten haben nach den Kontrollläufen eine Eintreffwahrscheinlichkeit von gerade einmal 10 Prozent!

Zudem lässt das nur langsam absinkende Temperaturniveau nicht den Rückschluss auf eine rasche und durchgreifende Veränderung zu. Eher das Gegenteil ist der Fall. Die Kontrollläufe berechnen in ihrem Wettertrend eine bis zum 15. November verbreitet trockene Wetterlage. Darüber hinaus nehmen die Niederschlagssignale zwar zu, bleiben aber bis zum 22. November im schwach ausgeprägten Bereich. Betrachtet man den Mittelwert aller Kontrollläufe, so könnte man sogar auf die Idee kommen, dass das Strömungsmuster bis zum 22. November auf eine südwestliche Richtung kippen könnte. Da steckt aber noch viel Spekulation dahinter! Wahrscheinlich ist und bleibt eine Hochdruckdominanz, die bis in die letzte November-Dekade hinein wirken kann. Wetteraction sieht definitiv anders aus.

Kippt das Strömungsmuster auf eine südwestliche Richtung?
Wetterprognose nach dem Mittelwert aller Kontrollläufe: Kippt das Strömungsmuster auf eine südwestliche Richtung?
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Die Temperaturprognose der Kontrollläufe
Tag Temperatur-Spektrum Temperatur-Mittelwert
12. November +7 bis
+14 Grad
+10 Grad bis
+13 Grad
16. November +3 bis
+14 Grad
+8 bis
+10 Grad
21. November +0 bis
+12 Grad
+6 bis
+8 Grad
Diagramm Temperaturen November 2020
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe November 2020 von zu kalt, normal, zu warm

Wie sich das Hochdruckbollwerk auf den Winter im Dezember, Januar und Februar auswirken kann, erläutern wir heute Abend gegen 20:00 Uhr in einer Aktualisierung der Wetterprognose Winter 2020/2021.

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Das Wetter-Jahr 2020 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1981-2010 in Grad Nieder­schlag
Januar 2020 +3,2 +3,8 +2,9 45 l/m² - zu trocken
Februar 2020 +5,3 +4,9 +4,3 125 l/m² - zu nass
März 2020 +5,4 +1,8 +1,0 50 l/m² - zu trocken
April 2020 +10,4 +3,0 +2,2 17 l/m² - zu trocken
Mai 2020 +11,9 -0,2 -1,1 40 l/m² - zu trocken
Juni 2020 +16,8 +1,4 +1,1 90 l/m² - etwas zu nass
Juli 2020 +17,7 +0,74 -0,3 53 l/m² - zu trocken
August 2020 +19,9 +3,4 +2,4 90 l/m² - etwas zu nass
September 2020 +14,8 +1,5 +1,3 50 l/m² - zu trocken
Oktober 2020 +10,2 +1,2 +1,0 79 l/m² - zu nass
November 2019 +5,2 +1,2 +0,8 60 l/m² - zu trocken
Dezember 2019 +3,7 +2,9 +2,5 60 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2020 +11,56 +2,17 +1,48 633 l/m² - etwas zu trocken

Wetterfakten Winter

Statistische Wetterwerte für Winter

Der typisch deutsche Winter ist gemäßigt. Seltener sind Extremwetterereignisse zu erwarten. Vielmehr überwiegt von November bis Februar ein nasskalter Wettercharakter, welcher zwischendurch immer wieder von Frost und Schnee unterbrochen werden kann. In Folge des Klimawandels verschiebt sich aber die Schneefallgrenze auf die mittleren Lagen, was die ohnehin schon geringen Chancen für einen Flachlandwinter noch weniger wahrscheinlich macht.

  • Der erste Schnee kommt häufig mit Schneeschauer schon Ende Oktober, was aber noch kein Wintereinbruch ist.
  • Den ersten Anflug von Winterwetter gibt es sehr häufig im Zeitraum zwischen dem 8. und 14. November
  • Ende November wird es wieder wärmer
  • Vom 1.-10. Dezember bleibt das Wetter mit höherer Wahrscheinlichkeit warm
  • Im zweiten Dezember-Drittel folgt Winterwetter - sehr häufig bis Weihnachten
  • Kurz vor Weihnachten folgt mit einer Wahrscheinlichkeit von 78% das Weihnachtstauwetter, welches bis Jahresende anhalten kann
  • Zwischen dem 13. und 24. Januar ist Aufgrund von Kontinentalhochdruck der Hochwinter häufiger möglich
  • Zweite Kältewelle folgt häufig zwischen dem 16. und 25. Februar nach, anschließend wärmeres Wetter
  • Der Februar ist zudem einer der schneereichsten Monate im Winter.
  • Im März klingt dann der Winter aus. Wenn sich aber der Hochwinter Mitte Januar festigen und behaupten kann, steigt die Wahrscheinlichkeit für den sog. Märzwinter an

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